Kenzingen in alten Ansichten

Kenzingen in alten Ansichten

Auteur
:   Oskar Kramer
Gemeente
:   Kenzingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1716-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kenzingen in alten Ansichten'

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29. Die Haushaltungsschule - jetzt Altersheim. Hier wurden die Mädchen 'besserer' Kreise auf das ab- und ausgerichtet, was sie den konservativen Vorstellungen nach einst werden sollten: 'Hausfrau'. Der 'gute Ruf' der Anstalt als Internat war (fast) unverletzlich, karessieren war nicht 'drin'. Für gelegentliche nächtliche Serenaden der männlichen Jugend konnte der Dank der Angesungenen - vorderhand - nur in mehr oder weniger leisem Kichern abgestattet werden. Für die alten Bewohnerinnen heute, sind solche Ständchen leider selten geworden.

KENZINGEN

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30. Links im Bild ist der erste, außerhalb der Altstadt errichtete Gebäudezug, im Volksmund 'Millionenviertel' genannt, zu sehen, rechts die ehemalige Haushaltungsschule, dahinter der Weinkeller von 's' ussere Mayers'. Beide Grundstücke sind, mit einern neuen modernen Anbau versehen, als Kreisaltersheim eingerichtet worden, in dem die alten Leute ihren wohlverdienten Lebensabend verbringen können sollen. Gegenüber dem Weinkeller waren die Wohngebäude der Weinhandlung Mayer, zuvor eine Posthalterei, heute das Weingut Probst.

31. Die Hauptstraße von Süd nach Nord. Der Automobilismus hat bereits begonnen, man sieht schon vier Autos gleichzeitig auf der Straße. Die ersten Zapfsäulen stehen schon links vor Lösch/ Arnbs, rechts vor Brack/Stumpf. Und niemand ahnte, wie und was das noch werden sollte. Noch war nichts von der rasenden, lärmenden Blechlawine zu erkennen, die heute die Ruhe und Stille verdrängt. Dieses schlimme Übel wird als unabwendbares Schicksal in-Kauf genommen, um des notwendigen Wirtschaftswachstums willen.

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Kenzingen i. B.

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32. Die südliche Hälfte der Hauptstraße um 1900. Die Fassaden im typisch badischen Stil der vergangenen Jahrhunderts, wiederaufgebaut nach der Feuersbrunst 1814. Das Gasthaus 'Zurn Salmen' Mitte links mit Balkon, zeigt noch seine Barockschoko1adenseite ist aber nun fast abbruchreif geworden. Gegenüber, hoch über dem Trottoir, ein Reklameauto des Kaufhauses Simon. Ruhe war noch die erste Bürgerpflicht, zwar noch ohne wirtschaftlichen Aufschwung, wenigstens nicht hier, aber auch ohne Hungersnot. Jedermann konnte sich von seinem Acker, Garten und Kleinvieh über Wasser halten wenns mal 'klemrnte'.

33. Vor der Elzbrücke ist links das Gasthaus 'Zur Linde' zu sehen, dort noch 's' Ussere Bellers' genannt. Als Wirtshausschild diente das Lindenbäumchen vor der Tür. Im Hintergrund 's' Innere Bellers' mit den Kastanienbäumen im Wirtsgarten. Links davor Bäckerei Harscher, heute Café Ritter. Derngegenüber das Haus von Max Schwab steht nicht mehr. Rechts die heutige Sparkasse, war seinerzeit das Wohngebäude der Familien der Firma C. & A. Weber, Holzhandlung und Sägewerk. Das Gemüt eines alten Kenzingers das spätestens bei diesem Bild nicht nostalgisch reagiert, muß eingetrocknet sein.

34. Der Hauptstraße nördlicher Teil 1920/1930. Links mit zweiseitiger Freitreppe das Renaissanceportal zum Naudascherhaus, heute Franz Schlenker. Dahinter mit zwei Markisen die Buchdruckerei Gustav Steiger, heute 'Gabis Lädele", danach Friseur Wiest, nun Jeans Shop, und Bäckerei Gräßlin, nun Café Frank-Bilharz. Rechts vemen die Metzgerei Emil Kaspar, heute Metzgerei Frank. Nach dem 'Hirschen' das Uhrengeschäft Karl Hemier, heute Friseur Krocker. Das einzige Gefährt, das weit und breit zu sehen ist, dürfte ein gelber Posthandkarren sein.

35. Das nächste Haus auf der linken Seite der nördlichen Hauptstraße war die Metzgerei Friedrich Bilharz an der kleinen Elz, heute Zigarrenhaus Bilharz. Seinerzeit gab es neun Metzgereien, die alle nicht besonders florierten, denn die alten Kenzinger mästeten selbst ihre 'Säuli'. Nur bei den vielen Hausschlachtungen verdienten die Hausmetzger einen 'schönen Batzen'. Hier stand bis 1830 das untere Tor, ein bewehrter Turmbau der, wenn man alten Stichen glauben kann, höher als der damalige Kirchturm war.

36. In der Stadtmitte, dem Rathans gegenüber, war um 1900 der Gemischtwarenladen von Carl Viccellio. Nachbar ist einerseits Ochsner Sattler, anderseits das Gasthaus 'Zum Prinzen' gewesen, dessen Toreinfahrt zum Nebenzimmer urngebaut wurde. Vor dem Geschäft lehnt der joviale Inhaber 'Vizelli', daneben sitzen seine vornehmen Töchter. Sie blieben aber trotzdem, oder gerade deswegen 'sitzen'. Vielleicht war ihr Niveau für eine kleine Stadt zu hoch, oder sie wollten gar nicht unter die Haube, wer weiß?

37. In der Südwestecke des Kirchplatzes stand, angelehnt an den rückwärtigen Trakt des Rathauses, das der Firma Hug & Lutz gehörige Dienstwohnhaus der Familie Karl Kern. Es ist im Krieg zerstört worden. Das Mädchen vor dem Haus ist 's' Kern-Marieli', das sich auch heute noch viel Mühe macht, unter anderem im Frauenverein, treffliche Reime zu verfassen. Das Rathaus ist erweitert worden, schöner und zweckmäßiger als zuvor. Nur das Brennholz wird nicht mehr gebraucht, denn auch das Rathaus wird elektrisch beheizt. Die Ofenheizerei war jedenfalls personell zu aufwendig.

38. Die Aufnahme von einem Gassenfest im Unteren Zirkel, als 'd'alt Schabachi' noch jung war und Besuch von weither bekam. Schon 'färn' feierte man die Feste wie sie fallen. Die ganze Nachbarschaft war dazu, geladen oder nicht, gekommen. Die Frau Scharbach im weißen Kleid, steht hinter der 'Franke-Becki', linksaußen 's'Klingerneier-Rose'. Leicht zu erkennen sind s'Zeisers, s'Englers, 'd'Schmaiseri' und der 'Finke-Ottl' (Trompeter). Heute ist das Häuschen schon lange unbewohnt und dem Zerfall preisgegeben. Sachen gibts, die gibts bald nicht mehr.

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