Kenzingen in alten Ansichten

Kenzingen in alten Ansichten

Auteur
:   Oskar Kramer
Gemeente
:   Kenzingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1716-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kenzingen in alten Ansichten'

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39. Im Oberen Zirkel um 1900. Zunächst steht das Haus vom 'Uhle-Schnieder'. Das obere Stockwerk ist in engen Gassen vorgebaut worden um Wohnraum zu gewinnen. Dahinter kam das Haus vom Ratsdiener Schlenker, das der Üsenbergstraße Platz machte, die vom 'Schwobedor' bis zur 'Alte Stroß' durchgezogen wurde. Weiter nach links, das sind die Gebäude vom Kaiser-Frisör, 'Fuchse-Isehändler' und 'BleiliMoler'. 'Maidli un Buebe' trugen noch lange Röcke, nur der Junge auf dem Bild hat, ausnahmsweise, Hosen an. Das Fahrrad war noch eine Rarität.

40. Das Jugendportrait der Frau von Bremen, honorable Persönlichkeit der 'guten alten Zeit', stets Herr (Frau) der Situation in der Familie und in der Öffentlichkeit (DRK) gemäß der Devise, daß der Adel nicht zum Dünkel, sondern zur Hilfsbereitschaft verpflichtet. Kontraste existentielier und optischer Art wurden mehr und mehr von der Emanzipation verwischt, aber Konflikte zwischen Neigung und Konvention gab es immer wieder. Hatte sich ein Mädchen in einen 'Hergloffene' oder einen Mann niedereren Standes verliebt, konnte sie nicht mit dem Segen der Eltern rechnen.

41. Wie oft wird das Lied: 'Lindenwirtin, du junge' im und nach dem Krieg gesungen worden sein. Sie war (rechts auf dem Bild) kein Kind von Traurigkeit, sondern hatte stets das, was man 'Spaß an der Freud' nennt. Man muß sie an Fasnet am Schellenbaum, oder 'hoch zu Roß' erlebt haben, um in der Rückblende schmunzeln zu können. Ein Typ ganz anderer Art war das Mädchen links auf dem Bild: Selma Dreyfuß. Die Nächstenliebe, von der andere bestenfalls nur sprechen, hat sie alltäglich praktiziert.

42. Die Stadtapotheke, noch ohne den modernen Anbau, unter der Türe steht der vorherige Apotheker Rieder. Das Drumherum, Pflaster, Laterne, Schrift, Mauer, war dem Barockbau mit dem einzigartigen Erker angemessen. Die neuen Besitzer, Apotheker Walter, haben weder Mühen noch Kosten gescheut um eine Restaurierung durchzuführen, ohne die kunsthistorische Substanz des Gebäudes zu gefährden. Das Anwesen steht auf dem Grundstück des früheren Amtshauses, das im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört wurde.

43. Der kleine Spezereiladen in der Eisenbahnstraße heute noch einheimisch 's'Lädili' genannt. Vor 1900 war in diesem Gebäude die Metzgerei von Josef Bilharz. Die Witwe konnte aber nach dem frühen Tod ihres Mannes die schwere Arbeit nicht vollbringen und mußte sich auf leichter zu handhabende Waren umstellen. Inzwischen erfuhr das Haus eine Renovierung und den Einbau eines Textilgeschäftes, bekannt unter der Bezeichnung 'Mode-Truhe'. Das alte Fachwerk wurde freigelegt, ein Gewinn für das Stadtbild.

44. Bliek durch das alte 'Schwobedor' in die Brodstraße. Die Kinder konnten noch 'brüsere', das heißt mit dem Tanzknopf spielen, ohne auf Autos achtgeben zu müssen, 'vum Beller bis zuem Scheidel un vum Schwobedor bis zuem Bahnhof' (Bellerkarli-Zitat). Wie ausgestorben waren die Gassen am Sonntagnachmittag. Die Kinder machten mit ihren Eltern einen Ausflug in den Fohrenwald, auf den Burgbrunnen, auf den Galgenbuck, oder gar in ein Dorf der Umgebung.

45. Das 'Schwobedor' vor dem Umbau. Daneben die Drahtflechterei von Schorsch Himrnelspach, der im Ersten Weltkrieg das Augenlicht verlor. Ein Schicksal, das er stoisch ertrug, niemand hörte ihn klagen. Er fand den größten Spaß der Erde auf dem Rücken vom Zego-Steckenpferde. Nebenbei zog er regelmäßig die Kirchturmuhr auf, den Weg und die Stufen hatte er noch gut in Gedächtnis. Er brauchte nicht mal eine Beleuchtung, wie man gutgemeint witzelte, aber er nahm's sowieso nicht übel.

46. Der 'Schwarze-Metzger' vor seinem Geschäfts- und Wohngebäude in der 'Engelgaß', das nur noch Wohnhaus ist, denn der Metzgerberuf fand keinen Nachfolger. Wenn noch so schön und deutlich auf dem Straßenschild 'Lange Straße' steht, für die Leute ists und bleibts halt doch die Engelgaß. Auf die Erneuerung der Fassaden legte man entweder keinen gesteigerten Wert - 's'isch nit Modi gsi' - oder das Geld in jener gepriesenen Zeit war rar.

47. Das war der im Krieg zerstörte 'Uesenberger Hof'. Am nagelneuen Sechssitzer stehen von links nach rechts: Linemann Sepp, Stockfabrikant Romer und Weber Eugen, der Gastwirt 'cornme il faut'. Das Orchestrion in der Wirtschaft war magnetischer Anziehungspunkt für alt und jung. Beim Eugen konnte sich jedermann wohlfühlen, derin er hatte die zweifelhafte 'Gabe' Unterschiede zu machen, nicht. Sein Tonfall blieb gleich, egal wer bei ihm einkehrte, der Herr Fabrikdirektor oder der Fabrikarbeiter.

48. Die fotogene 'Partie an der Elz", früher der Kenzinger Badestrand. Das 'Badhisli' , eine geschlossene Bretterbude, in der die Nixen gerade so drei bis zwei Schwimrnzüge machen konnten, war schon weggeschwommen. Mit ihm die moralischen Bedenken, aber der 'Bad-Bieb er' paßte wie ein 'Häftlimacher' auf. Vielleicht wird das Baden in der Elz wieder erlaubt wenn die Abwasser der Breisgauer Bucht kanalisiert sind.

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