Kenzingen in alten Ansichten

Kenzingen in alten Ansichten

Auteur
:   Oskar Kramer
Gemeente
:   Kenzingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1716-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kenzingen in alten Ansichten'

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59. Im Jahre 1906, das Jahr darauf, 'spielte' man eine Bauernhochzeit. Unter diesem Motto stand dann die ganze Fasnet, der große Umzug und die Kostumierung. Vor dem Biedermeierhaus von DI. Schwörer stellte 'man' sich dem Fotografen. Damals nannte 'man' sich Karnevals- oder Fastnachtsgesellschaft, manchmal auch nur Narrenkomitee. Später (1935) entdeckte 'man' viel 'altes Brauchtum' und Hugo Bühler, Bim, der Nieerreichte, hob als erster Zunftmeister die Narrenzunft Kenzingen aus der Taufe.

60. Der erste Zunftmeister 'Bim' inmitten des Elferrats, den anmutigen Pagen, flankiert von zwei Gardeoffizieren und überweht vom Narrenpanier. Eine respektvolle Referenz vor jenen, aber auch den amtierenden, wohlaffektionierten und -gewogenen Damen und Herren sei hiermit gewagt und gesagt, die seitjeher pro anno die Narretei aufbügeln und in geregelte, für Kenzingen sogar überdimensionale Bahnen lenken. Die Namen der Konterfeiten sind, wie sie selbst, noch nicht vergessen.

61. Ist sie's, oder ist sie's nicht, die 'Linde-Marie", damals hoch zu Roß - auf s'Schweizers altem Klepper. Die Kenzinger sahen vorher noch nie eine Reiterin, wenigstens nicht im Herrensitz. Vorschriften für das Kostüm gabs noch nicht, nichts war verboten, alles erlaubt, alles leger, aber halt auch ohne die Perfektion von heute. Dagegen hatte der Mutterwitz beim Schnurren hohe Zeit, er blühte, wuchs und gedieh und die Jungen hatten noch Spaß am Ulk. Tempi Passatil

62. Zwei Fasnets-Originale, 'd'Linde-Marie' und der 'Früh-Sepp'. Da erwachte sein zweites Ich als Clown. 'Wuriche-Moler' und 'Unkel'-Groß, als Moritatensänger Bühler 'Bim', von allem, auch von sich selbst gerührt, Kaiser Sepp, als 'Nägili-Sepp-Hoorig-Hoorig', Kreth Sepp, als unzeremonieller Zeremonienrneister, Kaiser 'Gummi' als 'Jägli-Karli-Imitator. Das waren so einige der Unnachahmlichen, die agierten ohne Rücksicht auf Verluste, etwa ihrer Würde.

63. Der Narrenbrunnen in Kenzingen, ebenso wie das Narrenmuseum und die Zunftstube, geschaffen um der Kenzinger Fasnettradition sichtbaren Nachdruck und Ausdruck zu geben. Auf dem Brunnentrog verliest eben 'Bubi' Rist die Kenzinger Narrengesetze, die übrigens der Texter dieses Buches erfand, setzte und druckte im Kenzinger Narrenblatt 1949/1950. Der 'Wellebengel' wurde selbstironisch als Symbolfigur auf den Brunnenstock gestellt. Das Narrenmuseum hat inzwischen internationale Beachtung und Geltung erlangt.

64. Festzug zum fünften Verbandsfest des Oberbadischen Musikvereinsverbandes am 3. Juli 1898. Also, man sieht nicht nur an Fasnet verstanden es die Kenzinger turbulente Feste zu Feiern. Die Stadt war gitlanden- und fahnengeschmückt. Die Sonntagabendsonne machte gewiß allen warm. Den Frauen in den langen, schweren Röcken, den Kapotthut auf', den Männern im Frack oder im 'Sunndigs-Anzug, Zylinder oder Koks auf. Keiner wagte sich ohne 'Kittel' auf die Straße. Die Farbe war noch verpönt, an den Kleidern und an den Fassaden.

65. So kam ein Festzug im Jahre 1917 daher. Voran die Stadtmusik unter Kapellmeister Fehr, vom Kriege dezimiert und vom Regen deprimiert, weil er das Publikum fernhielt. Die vielen weißgekleideten Mädchen konnten wenigstens 'unter einem Regenschirm' gehen. Aus den geschmückten Häusern in der Eisenbahnstraße hingen noch die alten gelbrotgelben und schwarzweißroten Fahnen. Links, vor dem Krankenhaus, stand noch eine Mauer, obwohl die Patienten noch nicht durch den Motorenlärm gestört waren.

66. Ein Handwerksmeister lobesam gezogen kam. Er und die Handwerksgesellen im mittelalterlichen Habit warten auf den Beginn des Festzuges, dessen Glanzstück sie werden sollten. Am reich geschmückten und drapierten Wagen des Gewerbevereins ist sinnigerweise zu lesen: 'So rief der Lenz in den Wald, daß laut es ihn durchhallt.' Der Wagen wirkte allegorisch und der Spruch sogar euphorisch.

67. Der pferdebespannte Wagen des Gewerbevereins: 'Das Zunftwesen im Mittelalter' beim Umzug. In den zwanziger Jahren, wie zu allen Zeiten, war 'ein gar groß Gewuhl' auf den Straßen und Gassen unserer Stadt, wenn es galt zu feiern. Mit seinen historischen Gebäuden, hier das Gasthaus 'Zur Krone', mit dem gut erhaltenen Erker, war und ist Kenzingen fürwahr die passende Kulisse.

68. Eine Gruppe, von Jugendlichen gestellt, repräsentiert, in der jeweils charakteristischen Berufsbekleidung, das einheimische Handwerk. Die Burschen sind mit Engagement dabei und die Zuschauer haben sich bestimmt ebenso gefreut wie heute über aufwendigere Aufzüge. Man nahm sich gerne die Zeit, herauszufinden wer was darstellt. Besonders der kleine Wandergeselle - vor der Stadtmusik stolzierend - wird viel Spaß gehabt und gemacht haben.

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