Kiedrich in alten Ansichten

Kiedrich in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. h.c.Josef Staab
Gemeente
:   Kiedrich
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5174-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kiedrich in alten Ansichten'

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Bad KIEDRICH a. Rh.

16. Erschließung der Virchow-Quelle 1886/87.

Vor uns liegt die 'Hauser Chaussee', damals noch nicht ausgebaut, geschweige denn asphaltiert. Vor ihr zweigt in der Bildmitte der Weg zur 'Steinkaut' , zur Egertsmühle und zu den Weinbergen im Gangalfsberg ab. Links im Bild ist die außerordentlich steile Weinbergslage Weihersberg sichtbar, benannt nach dem ehemaligen Weiher im Tal, der die Mühlen mit Wasser versorgte, wie die unterhalb des Scharfensteins erkennbare Weihermühle. Der gesamte linke Hang ist noch mit gepflegten Obst- und Rebanlagen bestockt, besonders auch der Nordwesthang des Turmberges am Scharfenstein. Die Unmöglichkeit sinnvoller Mechanisierung der Weinbergsarbeiten in diesen Hängen, häufige Trockenschäden in den durchlässigen Gesteinsböden und die nicht immer den heutigen Oualitätsvorstellungen entsprechenden Weine führten in den letzten fünfzig Jahren zur allmählichen Versteppung dieser Randlagen.

Das Ereignis der damaligen Zeit war die Erbohrung der Salzquelle. Begonnen hatte man auf der linken Talseite, wo seit Jahrhunderten eine spärliche Quelle floß, hatte aber Pech, da der Bohrmeißel abbrach. Gegenüber, wo das Bohrgerüst steht, hatte man Erfolg: bei 183 m Tiefe wurde man fündig. 70 m tief ist das Bohrloch mit Kupfer ausgekleidet. Die stark fließende Therme ist 24 Grad warm, schmeckt salzig, riecht nach Schwefelwasserstoff und ähnelt in ihrer Analyse den warmen Quellen von Wiesbaden. Ihren Namen trägt sie von dern berühmten Pathologen RudolfVirchow.

Interessierter Zuschauer bei dem Bohrvorgang war der 20jährige Müllerssohn Anton Raky. Hier wurde ihm sein Berufsweg gewiesen, der ihn zum bedeutendsten Pionier des neuzeitlichen Bohrwesens machte. Seine Erfindung, der 'Schnellschlag-Bohrkran'. wurde in allen Ländern patentiert. Bohrungen in ganz Europa führten ihn zu Ruhm und Erfolg, zu Ehrendoktor- und Ehrenbürgerwürden. Der mehrfache Millionär war dennoch finanziellen und ökonomischen Problemen nicht gewachsen und starb total verarmt 1943 in Berlin.

17. Kiedrieher Schulklasse im Iahre 1874.

Früher als manche Stadt besaßen die Rheingauer Dörfer dank ihrer freiheitlichen Verfassung Schulen. Sie waren ein Annex der Kirche und von der geistlichen Landesregierung tatkräftig gefördert. Im alten Kiedricher Seelbuch (Anniversarium) wird ein Rector scholarum (Schulmeister) namens Nicolaus schon vor 1400 erwähnt. Seitdem sind Namen und Anstellungsdekrete fast lückenlos erhalten. Im dreiklassigen Unterricht wurde auch Latein, besonders aber Musik und Gesang gelehrt. Über die Qualität des Unterrichts wunderten sich anno 1660 drei holländische Jesuiten, als sie feststellten, daß fast alle Kiedrieher genügend das Latein beherrschten; daraufhin nahmen sie zwei junge Leute zum Entziffern lateinischer Urkunden auf die weitere Reise mit!

Im vorigen Jahrhundert wurden die Buben im alten Schulgebäude hinter der Stv-Michaels-Kapelle unterrichtet und hatten den seit 1840 nicht mehr belegten Kirchhof als Spielplatz; die Mädchenschule befand sich im Rathaus, ihr Spielplatz war der Marktplatz. Der Lehrer, der diese Gruppenaufnahme seiner Schülerinnen veranlaßte, ist Georg Münz, tätig von 1860 bis 1894. Er hatte noch alte Choralbücher in seinem Besitz, die er Baronet Sutton für seine Chorstiftung schenkte.

Das Kirchenportal, vor dem die Mädchen in ihren besten Kleidern posieren, ist nur eine einfache Holztür, noch ohne den Schmuck der eisernen Beschläge; diese wurden erst 1877 von Jakob Eisel - laut Inschrift angefertigt.

Natürlich ist es kaum noch möglich, die jungen Damen zu identifizieren. Lediglich die eigenen Großrnütter sind dem Verfasser bekannt: in der zweiten Reihe von oben steht als 4. von links Catharina Müller, geboren 1862, verheiratete Friedrich; in der 3. Reihe von oben als 7. von links Josepha Bibo, geboren 1865, verheirarete Staab.

18. Kiedrieher Schulklasse der Jahrgänge 1910/11, Aufnahme 1919.

Sie gehörte zu den ersten Klassen, die den neuen Schulbau (näheres bei Bild 19) bezogen hatten, Links steht der verdiente Hauptlehrer Rudolf Fiedler, der noch im alten Jahrhundert (1896) seinen Dienst aufgenommen hatte und ihn bis 1925 versah. Auch als Pensionär lebte er lange Jahre in Kiedrich. Dasselbe gilt für 'die' Fräulein Christine Meurer (rechts), die von 1902 bis 1928 wirkte. Hinter ihr steht ein Unikum unter den Kiedricher Lehrern, Johann Augustin Fluck, Junggeselle, dem Wein sehr zugetan und musikalisch hochbegabt. So begarm er 1904 in Kiedrich als Chorregent (bis 1912) und Organist. Dieses Amt übte er neben dem Schuldienst bis zu seiner Pensionierung (1933) aus. Seine Lehrmethoden waren zum Teil unmöglich, die Disziplin eine Katastrophe. Aber Liebe zur Heimat und ihrer Geschichte hat keiner so mit Hingabe vermittelt wie er. Saß er auf der Orgel, war er wie entrückt; ihm zuzuhören war ein Vergnügen. Und nun seien die Namen der 75 Lernbegierigen festgehalten, jeweils von links nach rechts.

Untere Reihe: Karl Eiser, Hans Schuth, Jakob Steinebach, Hans Schäfer, Anton Hellenschmidt, Christoph Seib, Peter Mondani (Klusje), Otto Holtkotte, Josef Grebert, Hans Schwed, Karl Speicher und Sebastian Krams.

Zweite Reihe: Ludwig Nikolai, Peter Breidling, Martin Hildmann, Fritz Antoni, Anton Brückrnann, Johann Weber, Kar! Flick, Josef Krams, Peter Schmidt, Willi Damm, Fritz Münz, Gourgé (?) und Adam Barthel.

Dritte Reihe: Barbara Tratowski, Elisabeth Eckert, Hansgretel Kroneberger (Fousseret), Katharina Kölsch (Faßbinder), Johanna Frohn, Elisabeth Fiedler (Theis), Eva Speicher (Schäfer), Elisabeth Schmidt (Dietrich), Dina Fiedler, Maria Falkenstein (Grebert), Gertrud Flick (Weber), Auguste Justus und Franz Schwed.

Vierte Reihe: Peter Kölsch, Agnes Schuck (Schäfer), Anna Brückmann (Ouetsch), Katharina Treber (Kroneberger), Elisabeth Weritz, Maria Rath (Konrad), Katharina Kropp, Rosa Seufert (Grebert), Lena Albus, Gretel Bibo I., Franziska Kempenich (Mager) und Gertrud Kölsch.

Fünfte Reihe: Josef Sonnleitner, Albert Schmidt, August Flick, Ignaz Schwab, Josef Treber, Peter Schwed, Andreas Quetsch, Josef Krams, Josef Mondani. Adam Eckert, Valentin Weber und Karl (Hen nes) Krams. Sechste Reihe: Margarete (Gretel) Bibo (Kirsch), Maria Röhrig (Rübenach), Elisabeth Wolf (Brasser), Margarete Schäfer (Konsum-Gretel), Elisabeth Frohn (Ruppröder), Elisabeth Flick (Menzel), Mathilde Steinmacher. Lili Hönnernann, Katharina Schuth (Hopf), Auguste Muff (Kobler), Josefine Grebert (Moos), Margarete Hopf (Seyer) und Maria Kölsch.

19. Kiedrieher Schulklasse der Jahrgänge 1919 bis 1921, Aufnahme 1928.

Um die Jahrhundertwende hatte die Gemeinde beschlossen, die in verschiedenen Gebäuden untergebrachte Schule zusammenzufassen durch einen Neubau und so aus den beengten bisherigen Verhältnissen herauszukommen. Als Gelände boten sich die beiden Schulgärten und ein Turnplatz an. 1913 begann man die Bauarbeiten, die aber durch den Beginn des Ersten Weltkrieges nur langsam vorankamen. So konnte erst 1915 der Neubau bezogen werden. Das Haus bildete einen Winkel, war aber mit T-förmigem Grundriß geplant. Der fehlende Flügel wurde erst 1957/58 ergänzt. Der Schulbau (vgl. Bild 22) war für seine Zeit mustergültig mit breiten Korridoren und Treppen, hohen, luftigen und gut belichteten Klassenräumen; dazu kam ein ausgedehnter , mit Bäumen bestandener Pausenhof.

Lehrer Christian Ries (1919 bis 1929) war beliebt. Er nahm sich immer wieder einzelner an, die durch Krankheit oder andere Umstände ausfielen bzw. nicht mitkamen. Die Klassenstärke von vierzig Schülern war durchaus normal. Und nun folgen die Namen, jeweils von links nach rechts.

Obere Reihe: Ottilie Kropp, Gertrud Grebert, Franziska Hildmann, Käthi Antoni, Elisabeth Kropp, Agnes Gerhard, Maria Gundlich, Johanna Heigel, Klara Damm und Gertrud Schwed.

Zweite Reihe: Konrad Wagner, Michael Kohl, Kar! Eckert, Ludwig Krams, Josef Staab, Jakob Steinrnacher, Toni Quetsch, Hans Müller, Toni Flick, Jean Grebert, Jakob Kloh und Josef Röhrig.

Dritte Reihe: Katharina Quetsch, Pa ula Brygier, Erna Friedrich, Franziska Schwed, Katharina Berg, Gertrud Müller, Josefine Bibo , Betty Friedrich, Therese Heigel und Gretel Ruhl.

Vierte Reihe: Josef Schäfer, Fritz Seyer, Josef Körner, Kar! Waldschmitt, Adam Quetsch, Heinrich Schmidt, Albert Schwed und Kar! Kauzmann.

20. Handwerker am Bau 1898.

Der hübsche Neubau mit Fachwerkgiebel und barockem Türmchen ist das Pfortenhaus des St.-ValentinusHauses, hier von der Gartenseite gesehen. Bis zu seiner Erbauung bildete der Torbogen des Metternicher Hofes die Einfahrt zum Krankenhausgelände (siehe Bild 13). Er wurde niedergelegt, das Metternich'sche Wappen aber erhalten und an der Straßenseite der Pforte angebracht, bis es in unserer Zeit links vom Tor in die Wand der alten Scheune eingelassen wurde. Wenn eine Pforte zum Besuch einladen soll, dann tut es diese: gepflegte Anlagen begleiten den Besucher zu den einzelnen Gebäuden. AUes ist freundlich und großzügig gestaltet und tut dem Auge wohl.

Die am Bau beteiligten Handwerker haben sich zum Gruppenbild versammelt: kniend die Pflasterer, stehend die Maurer mit Hammer und KeUe, die Schlosser mit ihrem Handwerkszeug und die Zimmerleute, die Fuhrleute mit Peitsche nicht zu vergessen. Leider ist auch hier außer der eigenen Verwandtschaft niemand mehr bekannt. Stattlich mit Vollbart und Uhrkette steht rechts der Zimmermeister und Bürgermeister (von 1882 bis 1893) Franz Bibo. Sein dritter Nachbar nach links mit Schürze und Hammer ist sein Sohn, der Schlossermeister Franz Bibo, dessen Nachbar mit der Peitsche im Hintergrund sein Schwiegersohn, der Landwirt und Winzer Nikolaus Staab.

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