Kirchberg in alten Ansichten

Kirchberg in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Decker
Gemeente
:   Kirchberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6531-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchberg in alten Ansichten'

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Einleitung

Im Kessel eines Granitmassivs liegt Kirchberg in Sachsen, umgeben von sieben Bergen über 400 m NN zu beiden Seiten des Rödelbaches am Westrand des Erzgebirges.

Nach der Besiedlung des Umlandes durch Franken und Thüringer um 1200 unter den Vögten von Weida, Gera und Plauen, den Herren der Herrschaft Wiesenburg, wurde Kirchberg im Machtkampf der Vögte von Plauen mit dem Markgrafen von Meißen um das Silbererz, nach der Zerstörung einer Bergsiedlung im Hohen Forst und eines Vorwerkes am Fuße des Borberges, als Städtlein am Südhang des Geiersberges um 1320 neu gegründet.

Die Bergsiedlung am Hohen Forst erhielt im [ahre 13 1 7 das Kirchenlehen sowie Stadtrechte und wurde 1320 erstmals als 'kyrchpergk' urkundlich erwähnt.

Nach dem Niedergang des Silber- und Kupferbergbaus im Hohen Forst erhielt die Marktsiedlung, bestehend aus 33 Häusern oberhalb der St.-Margarethen-Kirche, eine Stadtmauer mit drei Tortürmen sowie 1491 eine Ratsverfassung mit Bürgermeister, Stadtrichter und Schöffen unter Wiesenburger Grundherrschaft. In diese Zeit fallen auch die Anfänge der Tuchmacherei, das für Kirchberg über 500 [ahre bestimmende Hauptgewerbe. Ebenso lange wurde in Kirchberg Bier gebraut und seit 1496 bis nach Leipzig zur Messe geliefert.

Ein Kranz von Teichen umgibt die Stadt und macht verständlich,

daß im Mittelalter die Fischwirtschaft von Bedeutung war. Mancher Stoffhandel kam nur unter Hinzufügen eines Fäßchens Fische zustande. Noch heute ist 'Karpfen nach Kirchberger Art' für alle Fisch-Gourmands ein Begriff.

Neben den evangelischen Kirchen St. Margarethen und St. Katharina, in deren Turm die alte Glocke vom Bergrevier Hoher Forst aus dem [ahre 1304 noch immer läutet, der katholischen Pfarrei Maria, Friedenskönigin, und dem modernen Gebäudekomplex der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Brüdergemeinde in der Bahnhofstraße, bilden das Rathaus, alte Bürgerhäuser und neue Gebäude in der Innenstadt architektonische Lichtpunkte.

Der früher als Friedhof und seit 1857 als Stadtpark genutzte Lutherplatz mit dem 1908 eingeweihten Wormser Standbild des Reformators und dem dazugehörigen Brunnen, der ].G.- WolfPark, die Moritz-Unger-Allee und die Straße zur Freilichtbühne am Borberg bilden die grüne Lunge der Innenstadt.

Das aus der traditionsreichen Fabrik für Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie Gewächshausbau des Kommerzienrates Doerfel hervorgegangene Werk für Fahrzeugheizungen ist der letzte Großbetrieb Kirchbergs. Sonst bestimmen Bau-, holz- und metallverarbeitende Handwerksbetriebe die wirtschaftliche Basis der Stadt.

Eine Seilerei befindet sich seit 1663 in der neunten Generation

ununterbrochen im Familienbesitz und handwerklicherTradition.

Seit 1900, begonnen mit der Stiftung Kramers Heilstätte, besitzt Kirchberg ein Krankenhaus, das mit dem 1996 in Betrieb genommenen Kreiskrankenhaus am Hohen Forst, nahe dem alten Bergrevier, nicht nur das erste neuerbaute Krankenhaus im Bundesland Sachsen, sondern eines der modernsten seiner Art ist. Kirchberg, ehemals Mittelpunkt einer Schmalspur-Eisenbahnlinie, hat eine verkehrsgünstige Lage zu den Autobahnen A4, A9 sowie zu den Fernverkehrsstraßen B93, B73 und B17 5, aber auch zum Netz der Bundesbahn. Die Stadt liegt im Autoverkehr optimal zu den großen Städten Zwickau, Chemnitz, Plauen und Hof, zum Vogtland und den Frankenwald.

Die jährlich stattfindenden Borberg-, Altstadt -, Sport-und Schützenfeste sind ebenso kulturelle Höhepunkte, wie die Konzertveranstaltungen im Christoph-Graupner-Gymnasium, benannt nach Kirchbergs größtem Sohn, dem hier geborenen und in Darmstadt wirkenden Komponisten der Barockzeit, sowie die Weihnachts- und Wochenmärkte. Gewerbetreibende aller wichtigen Branchen und vier Großmärkte geben der ehemaligen Tuchmacherstadt ein neues Gepräge.

Mit dem Neubaugebiet und den eingemeindeten Orten Burkersdorf, Saupersdorf, Leutersbach, Wolfersgrün und Stangengrün hat Kirchberg jetzt über zehntausend Einwohner.

Kirchberg ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Von den anmutigen Waldhöhen und zerklüfteten Felsen, die über die Stadt hinausragen, hat man einen herrlichen Blick. Ein Netz von Wanderwegen wird gemeinsam mit den Nachbargemeinden genutzt und weiter ausgebaut.

Das Anton-Günther-Berghaus auf dem Borberg und der Pohlteich sind gern besuchte Ausflugsziele der Stadt.

Außer den sieben Hügeln Borberg, Geyersberg, Galgenberg (später Schießhausberg) , Ottensberg, Quirlsberg, Sonnenberg und Täubertsberg, gibt es noch die Erhebungen Gemeindereuthsberg, Drachenkopf, Kreuzhübel, Hundsberg und Sperlingsberg. Kirchberg besitzt daher nicht sieben, sondern mindestens zwölf stattliche Erhebungen.

1 Kirchberg um 1900. Ein Blick vom Borberg in die bunte Vielfalt einer kleinen sächsischen Industriestadt. Kirche, Fabriken mit hohen Schornsteinen, Wohn- und Geschäftshäuser im steten Wechsel. Die gerade Häuserzeile hinter dem Kirchturm stellt die Westgrenze des Altmarktes dar mit dem hellen Rathaus samtTürmchen als Abschluß. Im Zentrum des hinteren Stadtrandes grüßt die Volksschule mit Seitengiebel im roten Dach.

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2 Wappen der Stadt Kirehberg seit 1896, Türme einer mittelgotischen Kirche um 1480 darstellend, entworfen van Professor Adolf Hildebrandt, Berlin. Wappen und Stadtsiegel vor dieser Zeit hatten jeweils drei Stadttortürme unterschiedlichster Form im Bild, denn eine Stadtmauer mit drei Turmtoren schützte im Mittelalter den historischen Stadtkern. Heute existieren nur noch Bruchstücke der Mauer. Der letzte Torturm, das niedere oder Zwickauer Stadttor, wurde im [ahre 1864 abgebrochen, um den innerstädtischen Verkehr zügiger zu gestalten.

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3 Das Meisterhaus derTuchmacherinnung wurde um 1800 erforderlich, da die Zahl derTuchmachermeister auf 600 gestiegen war. Um an Innungstagen alle Meister in einen Raum zu bekommen, veranlaßte der Innungsvorstand im Iahre 1805 den Bau eines würdigen Handwerkshauses. Mitten in der Zeit der Napoleonischen Kriege wurde der Bau 1808 begonnen und 1812 fertiggestellt. Die Tuchmacher konnten ihr neues Haus jedoch nicht in Gebrauch nehmen, da es von der Militärverwaltung als Lazarett belegt wurde. Erst als unter den kranken Soldaten das Faulfieber ausbrach und 61 von ihnen starben, wurde das Lazarett 1 814 nach

Zwickau verlegt. Die Tuchmacher konnten endlich ihr Haus nutzen. Der große Saal im Obergeschoß von 44 Ellen Länge und 20 Ellen Breite hat stürmische Versammlungen erlebt, um 1848 politische Debatten, aber auch manches Zechgelage gemeinsam mit der Einwohnerschaft des Städtchens.

4 Der Mühlweg um 1920 vor der Mittelmühle. Bereits im Stadtbuch von 1491 bis 1532 finden Mühlen und der Mühlweg Erwähnung. Der große Höhenunterschied, den der Rödelbach von Saupersdorf bis Cunersdorf abfällt, wird schon zeitig durch drei Mühlgräben für den Betrieb von sechs Mühlen genutzt. Da befindet sich zunächst am Ortseingang die Walkmühle, die ab 1 730 zusätzlich eine Mahlmühle erhält. Am Einfluß des Burkersdorfer Baches betreibt Michael Brumm die nach ihm benannte Mühle, die 1788 in den Besitz der Familie Wilde kommt. Nur wenige Meter daneben errichtet Müller Gruner eine weitere Mühle. Am Fuße des Sonnen-

berges führt ein Mühlgraben sein Wasser zu der abgebildeten Mittelmühle und weiter zur Herrenmühle. Sie ist die größte und älteste Mühle in der Herrschaft Wiesenburg und stets Eigentum der Herrschaft Wiesenburg. Die untere Stadt- oder Papiermühle ist die letzte im Gebiet der Stadt Kirchberg. Hier betreibt die Familie Hertel vorn 16. bis in das 20. [ahrhundert Papierherstellung.

5 Das der Stadt gehörende Brauhaus auf dem Altmarkt um 1890. Bereits mit der Gründung der Stadt wird in der ersten Urkunde von 1317 das Braurecht oder der Brauurbar den Kirchbergern genehmigt. Brauberechtigt waren aber nur die innerhalb der Stadtmauer befindlichen

3 1 Häuser. Brauen und Ausschank erfolgten in streng einzuhaltender Reihenfolge, daher der Name Reiheschank. Jeder verkaufte das Bier im eigenen Haus und zeigte dies durch den Aushang eines Bierkegels an. Der im Fenster stehende Bierkegel war voll rotbrauner Gerste, die mit hellen Hobelspänen abgedeckt war. Der Sage nach sind darauf die Stadtfarben weiß

und rot zurückzuführen. Kirchbergs Bier war so süffig, daß es weit über die Stadtgrenze hinaus beliebt und selbst auf dem 'Leipziger Markt' begehrt war, den

Kirchberg schon ab 1511 mit Bier und Tuchen belieferte. Nach der Errichtung moderner Brauereien wurde das alte Brauhaus am S. Mai 1891 abgerissen.

6 Elektrifizierung der Stadt Kirchberg im Sommer des [ahres 1907. In der Bahnhofstraße wird vor dem Restaurant 'Zur Börse' ein Leitungsmast aus Stahl aufgestellt, eine interessante technische Studie. 14 Beschäftigte und eine Aufsichtsperson, der Mann mit Hut und Krawatte, bringen mit einem Flaschenzug am hohen Bockgerüst den schweren Mast in die Vertikale. Nach der halben Steigung wird der Mast mit langen Stempeln gesichert, um den Flaschenzug umzusetzen. Da kam der Fotograf und alle stellten sich in Positur, einschließlich der Börsenwirt samt Familie, die Amtspersonen Gendarm und Briefträger sowie die gut beschürzte

Hausmamsell. Von allen in der Bahnhofstraße errichteten Strommasten steht dieser heute noch.

7 Alte KirchbergerTuchmacherstube. Dieses Bild erschien als offizielle Festpost karte Nummer 2 aus Anlaß des Kirchberger Heimatfestes vom 3. bis S. September

191 O. Dieses Bild ist typisch für die Tuchherstellung in den Wohnhäusern der Stadt. Hinten steht der Webstuhl, links wird über einem Sieb die Wolle ausgeklopft um sie zu reinigen. Der Mann rechts im Bild wickelt am Schärrahmen die Kette zu einer Schar auf Diese Kette wird dann am Webstuhl auf den Webbaum aufgebäumt. In der Mitte über den Köpfen, die große Walze. Die beiden Frauen spulen das 'Handgaru' mit dem Handspulrade auf konische Spulen, die dann in den Webschützen

kommen, der danach durch die Kettfäden geschossen wird. Mittels Beinarbeit wird das Webgeschirr abwechselnd gehoben und gesenkt. Das Tuch entsteht.

8 'Kirchberg von der Haltestelle gesehen' nennt sich eine weitere offizielle Festpostkarte von 1910. Oben die Rückseiten der Hintergebäude des Altmarktes und der Torstraße, überragt von der Spitze des Rathausturmes. Rechts die Stadtkirche St. Margarethen. Vor der Brücke über den Rödelbach ein Tuchmacher mit Schurz und Schirmmütze am mitTuch beladenen Schiebbock als typisches Symbol für die Generationen von Tuchmachern, die so ihre Produkte von Kirchberg auf die Märkte brachten. Auf Messen in Leipzig und Braunschweig waren sie immer anzutreffen.

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