Kirchberg in alten Ansichten

Kirchberg in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Decker
Gemeente
:   Kirchberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6531-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Kirchberg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9 Das ist [ohann Gottfried Wolf (1784-1868), Gründer der größten Textilfabrik der Stadt. Sein Werk war die Lebensgrundlage vieler hundert Familien in Generationsfolge. Seit [ahrhunderten lebt das Tuchmachergeschlecht Wolf in Kirchberg und schenkte der Stadt Richter, Bürgermeister, Stadträte, Innungsvorsteher und umsichtige Industrielle. Der Familienname Wolf ist einer der häufigsten in Kirchberg. Im Sprachgebrauch der Bevölkerung werden die Wolfs durch Beinamen unterschieden.]. G. Wolf und seine Nachkommen sind unter 'Senator' stadtbekannt. Als Kirchbergs Tuche zeitweilig Qualitätsverluste hatten, war es [ohann Gottfried Wolf,

der als Tuchhändler nach und nach wieder auf Erzeugnisse bester Güte zurückführte. Zuletzt stellte der von ihm gegründete Großbetrieb Polsterstoffe für den 'Trabi' her. Heute gibt es in Kirchberg keine Textilindustrie mehr.

10 Der Färbereihof mit dem 'Garibaldi'-Kamin um 1926. Das erste Stammhaus der Firma]. G. Wolf war das Haus Altmarkt Nr. S7. Der legendäre Garibaldi-Kamin ist restauriert und steht unter Denkmalschutz. Um 1860 hatte die KirchbergerTuchindustrie eine tiefe Absatzkrise. Ein Bruder des Firmenbesitzers warb in der Schweiz um Kunden als er hörte, daß der volkstümliche Heerführer Garibaldi im Ringen um Italiens Unabhängigkeit 3 000 rote Blusen für seine Truppe benötigte zum Kampf gegen die Österreicher. Obwohl Sachsen damals ein Verbündeter Österreichs gegen Preußen war, bestellte Garibaldi 3 000 rote Stoffblusen bei]. G. Wolf

in Kirchberg. Hier begann man sofort, aus hellen - in großen Kesseln mit gesottener Cochenille - scharlachrote Tuche zu färben. Garibaldi bekam 1866 rechtzeitig seine Blusen. Er verlor zwar die Schlacht, zahlte jedoch pünktlich seine Bestellung.

1 1 Kirchberg mit Blick auf den Schießhausberg. Auch hier wieder Wohnhäuser, Fabriken und Gewerbehöfe dicht nebeneinander. In der Mitte dominieren Villa und Fabrik von]. G. Wolf. Dahinter liegt die Häuserreihe 'Am Sonnenberg' und als Abschluß der Schießhausberg mit dem Schützenturm. Bis 1826 war es der Galgenberg. Beim Bau des Schützenturmes fand man 1875 noch Skelettreste van dort Hingerichteten. Noch immer spukt die Sage vom beinah unschuldig gehängten Tuchmacher, der seinen Lehrjungen ermordet haben sollte. Als der Scharfrichter seines Amtes walten wollte, sah er am anderen Ende der Stadt den Vermißten. Ein weißes

Tuch schwenkend, kam der Ausreißer wieder nach Hause. Der zufällig im nahen Wald jagende Churfürst von Sachsen begandigte den Meister in letzter Minute.

12 Kirchbergs Magistrale um 1950. Links schiebt sich die Spitze des Lutherplatzes ins Bild, der kleinen grünen Lunge des Stadtzentrums. Majestätisch gegenüber das nach einem Großfeuer 1926 neu erbaute Hauptgebäude der damaligen Textilindustrie. Im Hintergrund grüßt Kirchbergs anmutigste Erhebung, der sagenumwobene Borberg. Um 1840 führte hier nur ein schmaler Wiesenweg entlang, der am unteren Bildrand die Straße nach Schneeberg kreuzte. Mit der verkehrstechnischen Erschließung der Stadt um 1880 wurde die heutige Auerbacher Straße ihr Herzstück. Alle Vereinsparaden, Festumzüge und Demonstrationen fanden hier

ihren Höhepunkt. Dafür mußte die Straße mit häufigen Namenswechsel büßen. Von Sachsens König über andere Podestaten bis Thälmann mußte sie die Namen tragen. Heute steht hier das modern-

ste Straßenkreuz der Stadt und entläßt seine Nutzer entweder ins Erzgebirge oder Vogtland.

13 Cornelius Hochmuth,

1 673 als Sohn eines hiesigen Tuchmachers geboren und

1 736 zu Karl von Hochmuth geadelt, als russischer Generalleutnant und Gouverneur von Riga gestorben, ein großer Sohn Kirchbergs. Abenteuerliches Soldatendasein bestimmt seinen Lebensweg. Es beginnt 1693 im sächsischen Regiment Birkholz. 1699 tritt er in das russische Heer ein und nimmt einen kometenhaften Aufstieg. In der Schlacht bei Pultawa zieht er durch Tapferkeit und Umsicht die Aufmerksamkeit des Zaren auf sich. Im Kampf gegen die Türken wird er 1712 Obrist. Wegen seiner Erfolge in Persien befördert ihn Peter der Große 1725 zum Gene-

ralmajor und Kriegsrat. Als Generalinspekteur der Armeen zu pferde und zu Fuß ernennt ihn 1 73 1 Zarin Anna zum Ritter des Ordens vom heiligen Alexander Newsky. Karl von Hochmut besucht sehr selten seine Heimatstadt wieder. Der allegorische Kupferstich zeigt ihn 1706 bei seinem Bruder, dem pfarrer in Zschorlau.

14 Die Kirche St. Margarethen mit dem pfarrhaus. Dieses Kirchengebäude wurde

1 757 nach dem großen Stadtbrand wieder auf dem alten Fundament errichtet, auf dem schon die Vorgängerin von 1496 stand. Der Kirchturm wurde erst im November des [ahres 1800 fertiggestellt und steht seitdem am Westgiebel des Kirchenschiffes, während sein Vorgänger die Kirche östlich begrenzte. Kirchberg ist aus einem Vorwerk am Fuß einer Schutzburg auf dem Borberg und einer Bergsiedlung im Hohen Forst hervorgegangen. Letztere erhielt unter dem Patronat des Vogtes Heinrich von Plauen 1 3 1 7 urkundlich das 'kirchlehn uf dem bergk'. Nach der Zerstö-

mng dieser Kirche um 1 320 im Streit der Vögte mit den Wettinern um das Silber im Bergrevier, wurde die Stadt am Fuß des Geiersberges endgültig errichtet sowie befestigt und behielt trotzdem ihren Namen Kirchberg weiter.

15 Die große Glocke von St. Margarethen. Sie wiegt über

1 400 kg und hat eine bewegte Geschichte. Sie ist die größte von den drei Glocken im Turm, die auf den Dreiklang es, g und b gestimmt sind und im Dezember des [ahres 1800 von der Glockengießerei Gebr. Ullrich in Apolda gefertigt wurden. Zum ersten Mal erklang die Große im Chor ihrer Schwestern zur Christmette des [ahres 1800. Im Ersten Weltkrieg sollte sie eingeschmolzen werden und landete in Hamburg. Eine Kirchberger Drogistentochter, in Hamburg mit einem Kapitän verheiratet, entdeckte nach 1918 auf dem dortigen 'Glockenfriedhof' unversehrt die Kirchenglocken ihrer Hei-

matstadt und leitete deren Rückführung ein. Das alles wiederholte sich wundergleich nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Frau aus der Marktdrogerie führte zum zweiten Male die Glocken der

St. Margarethen nach hier zurück. Auf die Stunde genau nach 1 SO [ahren wurden Weihnachten 1950 die Kirchberger mit dem vertrauten Dreiklang wieder zur Mette gerufen.

16 Der Sozialpolitiker, Schriftsteller und Pädagoge Robert Seidel, ein Kirchberger Tuchmachersohn. Am 23. November 1850 hier geboren, als bester Schüler stets Klassenprimus, erlernt er hier und in Crimmitschau den Beruf eines Webers. Mit 19 Jahren nimmt er als einer der jüngsten Delegierten am Gründungsparteitag der SPD in Eisenach teil. 1870 verläßt er Sachsen und findet bei Rapperswyl in der Schweiz Arbeit als Tuchmacher. Auf Staatskosten beginnt er hier ein Pädagogikstudium. In Küstnacht wird er Lehrer und Redakteur des Volksblattes. Seidel ist Mitbegründer des Schweizer Arbeiterbundes und später hoher Funktionär in der 1889 von Friedrich Engels gegründeten Il. Internationale.

17 Am 21. November 1926 ehrte Kirchberg Robert Seidel mit einer Gedenktafel an seinem Geburtshaus in der nach ihm benannten Straße. Damit wurde vor allem seine weltweite Bedeutung als pädagogischer Schriftsteller hervorgehoben. In 14 Sprachen sind seine Hauptwerke erschienen, 'Das Ziel der Erziehung' sowie 'Die Schule der Zukunft eine Arbeitsschule'. Als Schweizerischer Nationalrat zieht er sich mit 70 [ahren aus der Politik zurück, um sich ausschließlich der Schriftstellerei zu widmen. Am 19. Juli 1933 stirbt er in Zürich. Die Tafelweihe endete mit den Worten: 'Wir haben seinen Namen und seine Verdienste um die Menschheit gleichsam zum Zeichen der Unvergänglichkeit in Erz gießen lassen.'

18 Diese sechs jungen Männer wurden 1927 Bezirksmeister im Kunstreigenradfahren. Sie gehörten dem Sächsischen Radfahrer-Bund, Bezirk Rödeltal zu Kirchberg an, der 1909 gegründet worden war. Die erste Radfahrervereinigung wurde bereits im Sommer 1895 aus der Taufe gehoben. Dessen zweites Stiftungsfest wurde hier mit vielen Mitgliedern aus Nachbargemeinden arn 12. Juli 1897 feierlich begangen. 10 Kilometer-Schnellfahren stand auf dem Programm. Es siegte Herr Hermann auf'HelicalPremier' in 20 Minuten und 20 Sekunden. Dann folgte ein 100-Meter-Langsamfahren mit vier Preisträgern.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek