Kirchberg in alten Ansichten

Kirchberg in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Decker
Gemeente
:   Kirchberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6531-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchberg in alten Ansichten'

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19 Ein kultureller Höhepunkt im Leben der Stadt war die Aufführung von Albert Lortzings Oper Der waffenschmied im Iahre 1925. Unter der Regie des Kantors Theodor Reichardt gestaltete der 1845 gegründete älteste Gesangverein der Stadt mit seinem Leiter Ewald Scheffler

und der Stadtkapelle mit dem Dirigenten Hermann Hofmann ein großes Musikerlebnis. Viele Wochen probten die Laiensänger ihre Partitur. Der Chor bestand vorwiegend aus Lehrerfamilien und Geschäftsleuten. Lehrer Eichhorn sang mit seinem schönen Baß die Partie des Waffenschmiedes.

Links im Bild steht Malermei ster Hugo Dänzger, der das Bühnenbild kostenlos gestaltete, daneben sitzt der Initiator des Opernvergnügens Kantor Reichardt. Die Aufführung fand im großen Saal des Rathauses statt und konnte leider nur einmal wiederholt werden. Trotz Eintrittsgeld

konnten nicht alle Kosten gedeckt werden. Allein für die Kostümleihe waren 1 000 Mark erforderlich. Dennoch hatten alle großen Spaß, die vor, auf und hinter der Bühne.

20 'pfakungssänger' zur Fastnacht um 1930. Die Kinder gehen verkleidet von Haus zu Haus und ersingen sich kleine Gaben. Dazu tragen sie den Spieß und das Säckchen. Es gibt verschiedene Fastnachtslieder. Meistens singen sie das Lied vom kleinen König. Von den neun Strophen werden sie fast immer nach der ersten schon beschenkt: 'Bie e klaner König, gabt mr net zu wenig, lost mich net ze lange stieh, muss a Heisel weiter gieh.' Der alte Brauch wird von jeder Generation angenommen. Heute sind die Kostüme greller und statt pfannkuchen gibt es Geld und Schokoriegel.

21 Eine Fliegeraufnahme vom Zentrum der Stadt von 1932. Noch heute stehen die Häuser im Dreieck des Altmarktes, wie er um 1320 planmäßig angelegt wurde. Von diesem Stadtkern entwickelten sich die obere, die mittlere und die niedere Vorstadt. Zunächst die mittlere mit dem Neumarkt. Hier wurde die alte Stadtmauer in den Häuserbau mit einbezogen. Die drei Stadttore standen unweit der Ecken des Altmarktes. Am unteren Bildrand die Häuser der oberen Vorstadt und rechts hinter der Kirche die niedere Vorstadt. In der Verlängerung nach rechts die Gartenstraße. Ihre Häuser wurden im 18. und 19. [ahrhundert errichtet.

22 Das Rathaus am Altmarkt. Kirchberg wurde bis 1491 von Richtern verwaltet, die die Herren der Herrschaft Wiesenburg einsetzten. Mit der Ratsverfassung wurden dem Richter ein Bürgermeister und vier Schöffen zur Seite gestellt. Die Stadtbücher undAkten waren in einer Lade in der Wohnung des jeweiligen Bürgermeisters untergebracht. Erst im [ahre 1583 wird das erste Rathaus eingerichtet, ein Eckhaus am Altmarkt, wo noch heute das 1945 durch Kriegseinwirkungen beschädigte, danach wesentlich erweiterte Rathaus steht. Schon 1641 wurde es im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört und danach noch einmal 1 757 infolge eines

großen Stadtbrandes. Aber auch das danach um 1780 erst wieder fertiggestellte Rathaus geht schon 1817 wieder in Flammen auf. 1820 setzt man auf die alten Fundamente ein neues Rathaus mit Uhr

und Glocke im Dachreiter, doch auch das wird 1852 vom letzten großen Stadtbrand vernichtet. Erst nach sieben [ahren findet im November 1859 die Weihe des jetzigen Gebäudes statt.

23 Wochenmarktum 1930 auf dem Altmarkt. Schon mit der Gründungsurkunde der Stadt vom 12. Mai 1317 wurde eines der wichtigsten Privilegien, das eine Stadt kennzeichnet, Kirchberg zuerkannt, das Marktrecht. Es wurden Fleisch-, Brot- und Schuhbänke gestattet. In den Ortsstatuten, die Kurfürst Johann Georg 1. am S. November 1641 erläßt, werden der Stadt donnerstags der Wochenmarkt und daneben zwei Jahrmärkte erlaubt, einer zu Letare und einer jeweils am zweiten Advent. Ein dritter, der sich nach und nach als Kirmesmarkt entwickelte, wurde 1 874 wieder aufgehoben. Jetzt werden die Wochenmärkte dienstags auf

dem Neumarkt abgehalten. Von den drei [ahrmàrkten hat der Weihnachtsmarkt überlebt, noch immer am 2.Advent.

24 Der Neumarkt um 1920. Wohnhäuser mit Geschäften und Gaststätten waren dominierend. An der HäuserinseI, die nach dem Stadtbrand von 1752 nicht wieder aufgebaut wurde, erinnert eine Linde, die der noch heute dort gepflegten Gaststätte zu ihrem Namen verhalf. Das helle Haus im Hintergrund wird jetzt als katholische Kirche Maria Friedenskönigin van einem Glockentürmchen gekrönt. Im Haus links vor der Linde erblickte am 1 3. [anuar 1683 Kirchbergs berühmtester Sohn, der Komponist Christoph Graupner, das Licht der WeIt. Er war 1 723 vom Leipziger Rat als Thomaskantor vorgesehen. Doch sein Prinzipal in Darmstadt gab ihn nicht frei. So konnte Jo-

hann Sebastian Bach für ihn das hohe Amt antreten. Kirchbergs neues Gymnasium und ein regelmäßig ausgeschriebener Kunstpreis des Landkreises Zwickau tragen heute Graupners Namen.

2 S Die Verbindungsstraße der beiden Marktplätze. Hinter der Bäckerei führt ein Gäßchen steil ab zur Post. Wo die Kindergruppe steht, befand sich bis 1834 das mittlere oder Schneeberger Stadttor. Am Ende der Straße, unterhalb der Kirche, stand bis 1864 das ZwickauerTor. Somit ist das Ganze die Torstra ße. Die rechte Häuserreihe, nach allen Stadtbränden immer wieder auf den alten Fundamenten über tonnengewölbten Kellern neu errichtet, bildet den Kern des alten Stadtringes. Im Hintergrund die Kirche St. Margarethen mit der in Sachsen einmaligen, in vier Pagoden sich verjüngenden Turmhaube. Der von 1793 bis 1800 errichtete Kirchturm hat eine Höhe von

6S Metern. Nicht ganz so hoch ist der Rathausturm aus dem [ahre 18 S 9. Das Gebäude mit der Firmentafel Alfred Müller mußte dem Rathausanbau weichen.

Kirchberg i. Sa.

Am M.r~1

26 Übung der Freiwilligen Feuerwehr im [ahre 1932. Durch die vielen Stadt-und Einzelbrände, besonders in der Mitte des 19. [ahrhunderts, wurde auf Anregung des Stadtverordneten Hermann Bräuer am 25. Juni 1855 eine freiwillige Rettungsschar gegründet. Von vierzig Wehrleuten stieg die Zahl, der sich jetzt Freiwillige Feuerwehr nennenden Gruppe bis zum Zeitpunkt dieser Übung an der Kupferschmiede, auf über 200 aktive Wehrleute an. Auf dem Bild bringt der 5. Zug seine Motorspritze in Position, wobei er vom Branddirektor und dessen Adjutanten kritisch beobachtet wird. Schaulustige stehen vor dem Haus des Seilermeisters

Rehm, wo heute in neunter Generation seit 1663 Seilerwaren hergestellt werden, immer auch für den Bedarf der Feuerwehr.

27 Der 1896 erbaute Schulpavillon hinter der im [ahre 1863 eingeweihten Volksund Bürgerschule. Das Schulwesen hat in Kirchberg eine lange Tradition. Schon der erste Eintrag im Gerichtsbuch der Stadt aus dem [ahre 1491 erwähnt einen Schulmeister, der außerdem als Glöckner tätig ist. Ab 1633 befand sich die Schule über dem Stadttor neben dem Ptarrarnt und ab 1768 eine zweite für Mädchen im Kirchgarten am Graben, die erst vor wenigen [ahren der Spitzhacke zum Opfer fiel. In ihr wurden zeitweilig 200 Kinder in drei Schichten unterrichtet. Und der Kantor wohnte auch noch in dem kleinen Gabäude.

28 Das ist eines der schönsten Kinderbücher im deutsehen Sprachraum. Sein Autor ist der ab 1924 hier viele [ahre wirkende Lehrer Albert Sixtus. Die meisten seiner zwanzig bekanntesten Kinder- und Jugendbücher entstehen hier in Kirchberg, von der 'Häschenschule' bis zu 'Die Wilden Jungen von der Feuerburg' . Mehr als seine Abenteuererzählungen finden die Bilderbücher eine hohe Resonanz dank der Illustratoren Fritz Koch-Gotha und Else Wenz- Vietor. Der 1892 in Hainichen geborene Sixtus erhält seineAusbildung am Lehrerseminar Pirna und verbringt seine Hauptschaffensperiode als Kinderbuchautor bis 1939 in Kirchberg. Hier organisiert er neben seiner

Tätigkeit als Lehrer 1925 die Volkshochschule und leitet auch die Aufführung seiner Märchenspiele, wie das 1929 entstandene 'Llese auf der Märchenwiese' . Albert Sixtus, der am 24. Februar 1960 in Jena verstarb, hat heute noch manche Verehrerin in Kirehberg.

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