Kirchberg in alten Ansichten

Kirchberg in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Decker
Gemeente
:   Kirchberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6531-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchberg in alten Ansichten'

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39 Am Anfang der Bahnhofstraße befand sich bis vor weinigen [ahren mit 'E. Schncider's Buchhandlung' ein kleiner, für die Region nicht unbedeutender Verlag. Das einstöckige Häuschen diente ab 1 874 Herrn Albert Petzold zunächst als Lebensmittelgeschäft, während seine schriftstellernde Tochter Emma in Dresden das volkstümliche Kochbuch 'Die kleine deutsche Köchin' herausgab. Nach der 5. Auflage der Rezeptsammlung kam Emma als verheiratete Frau Schneider 1895 in ihr Elternhaus zurück und profilierte den 'Kolonialwarenladen' in 'E. Schncider's Buchhandlung' um, unter Beibehaltung ihrer, in Dresden begonnenen Verle-

gertätigkeit. Kirchbergs frühe Ansichtskarten, das 'Kirchberger Mettenbüchlein' in mehr als zehn Auflagen oder Gustav Wellers 'Gottes Lob im Weihnachtsliede', mit Noten für zweistimmigen Gesang,

machten Emma Schneiders Buchhandlung weit im Landkreis bekannt. Das Kurzweilige Allerlei, ein in Fortsetzungen ab 1898 erschienenes 'Buch zur Unterhaltung für Jung und Alt', war damals der

Renner unter der Schuljugend und läßt sich noch heute mit Schmunzeln lesen.

40 Hotel Brühl im [ahre 1931. Nach mehreren Versuchen, außerhalb des Mauerringes, in dem die mit Privileg von 1633 brau- und schenkberechtigten Bürger wohnten, für die außerhalb des Ringes wohnenden Bürger eine Gaststätte zu errichten, erhielt der Tuchscheerer Karl Gottlob Werner am 19. November 1829 endlich die 'Schankgerechtigkeit' . An seinem Haus am Topfmarkt, dem heutigen Brühl, brachte er das Schild an: 'Königlich Sächsisch concessionierter Bier- und Brandweinausschank.' Das führte zum nächsten Einspruch der Braukommune. Werner mußte sein Gasthaus ab 1831 'Zurn Palmbaum' nennen. Nachfolger Anton Schäfer wandelte im [ahre 1853 den Namen in 'Gasthof zum Brühl' um. Seit 1882 ist das mehrmals umgestaltete Gebäude ein Hotel.

41 'GasthofDeutsches lIaus' in der Lengenfelder Straße um 1900. Als 'Carkûchc' 1844 gegründet, diente diese ab 1846 unter dem Namen 'Zum Deutschen Hause' vorwiegend den Turnern und ab 1855 der Feuerwehr als Stammlokal, die im Garten des Hauses am hohen Mast und anderen Sportgeräten Leibesübungen durchführten. Es ist die Gründungsstätte aller linken Vereinigungen und Parteien Kirchbergs.

So kündet das 'Nachrichtsblatt für Kirchberg und Umgegend Nr. 91' für Sonntag, den

17. November 1867, Nachmittags 3 Uhr im 'Deutschcn Haus' eine Volksversammlung an, 'bei welcher Herr Reichstagsabgeordneter W Liebknecht Vortrag halten wird. Zu zahlreichem Besuche zu diesem so interessanten wie seltenen Genuß ladet freundliehst ein Der Vorstand des

Volksvereins' . Aber auch 'Liebhabcrs Puppenbühne' hat mit dem Volksstück 'Harras der kühne Springer' dreißig [ahre später besonders bei der Jugend viel Erfolg.

42 Im Sommer 1851 nimmt das an der Stadtgrenze zu Saupersdorf errichtete Konzertund Ballhaus 'Wiener Spitze' den Betrieb auf. Der Legende nach wußte Bauherr Wilde keinen Namen für sein BaUhaus. Die vorwiegend aus Böhmen kommenden Maurer überzeugten ihn, daß die Spitze des angrenzenden Biergartens direkt in Richtung ihrer Landeshauptstadt zeigen würde, die 'Wiener Spitze' hatte ihren Namen. Heimatforscher Camillo Bräuer übernahm 1891 Kirchbergs große Saalgaststätte und machte sie zum kultureUen Mittelpunkt der Stadt. Konzerte, Festveranstaltungen, Varieté und Theater, von profis und Laien dargeboten, sowie die [ahresbàlle aller Vereine wechseln in bunter Folge. Was in Sachsens

Kulturpanorama von Bedeutung ist, kommt auf die Bühne der 'Wiener Spitze'. Nach 1945 geht die Jugend zum Tanz in die 'Spitze', die zeitweilig sogar zum 'Kulrurhaus des Wismut A.G.' für die Ar-

beiter des Uranbergbaus gekürt wurde. Der Name 'Wiener Spitze' steht noch heute am ungenutzten Gemäuer.

43 Gesellschaftshaus 'Erholung' im Conradsgarten am Geiersberg. Die Elitevereinigung der Noblesse Kirchbergs nannte sich 'Harmonie'. Ihre Gründung erfolgte gegen 1780 zur Pflege eines geselligen Beisammenseins. Bälle und Festveranstaltungen wurden im Ratskeller abgehalten. Als im November 1837 eine konkurrierende Gesellschaft sich 'Einigkeit' nennt, ändert die Gesellschaft 'Harmonie' ihren Namen in 'Erholung' um. Man sagte damals: 'Seitdem in der "Erholung" keine Einigkeit mehr ist, gibt es in der "Einigkeit" keine Erholung mehr.' Nach den Plänen des Zwickauer Architekten G. Ulrich wird 1853 mit dem Bau eines eigenen Gesellschaftshauses begonnen, im Garten, der im Sommer schon

seit vielen [ahren vom Verein genutztwurde. Für 1 300TaIer baut Maurermeister Wilhelm Zöfel der Gesellschaft 'Erholung' ein geräumiges Haus, das ab Juni 1856 eine neue Zierde der Stadt wird.

44 Seit 1912 präsentiert sich die 'Erholung' in neuer Gestalt. Während eines Maskenballes im Februar des [ahres 1911 zügeln plötzlich Flammen auf im erst SSjährigen Gesellschaftshaus. Eine Panik unter den Gästen, von denen keiner Schaden nimmt, erschwert die Löscharbeiten. Das Feuer vernichtet die alte 'Erholung' bis auf die Grundmauern. Doch schon im Sommer wird wieder mit einem Neubau begonnen, der die Schlichtheit seines Vorgängers völlig in den Schatten stellt. Einem kleinen Schloß gleich wirkt das neue Gesellschaftshaus. Nach 1933 löst sich die Gesellschaft 'Erholung' in Wohlgefallen auf, ihr stilvolles Gebäude wird unter den glei-

chen Namen eine öffentliche Gaststätte, nach 1 945 ein Jugendklubhaus und später das Domizil für Kegler. So noch heute.

KIRCHBERG i. S.

Erholung

4S Das KirchbergerVogelschießen hat eine lange Tradition und bildete jährlich den Höhepunkt im Leben der Schützengilde. Mit dem treffsichersten, später zahlungskräftigsten Schützen und dessen Königsschuß wurde das Volksfest eröffnet. Die Liste der Königsnamen von 1802 bis 1938 weist Kirchbergs angesehenste Familien aus. Ein bunter Budenzauber auf dem Schießhausberg sorgt für die Volksbelustigung. Die Kinder fahren 'Reitschulc' und ihre Eltern amüsieren sich beim großen Schützenball im Saal des 1894 erbauten Schützenhauses. Das Vogelschießen fand bis 1870 an drei Tagen von Sonnabend bis Montag statt. Dann kam mitt-

wachs ein Zapfenstreich hinzu, die Königsabholung am Donnerstag. Mit der Einbeziehung einer Festparade aller Uniformträger der Stadt am jeweiligen Freitag, war eine Woche gerade noch ausrei-

chend. Dabei blieb es bis zum letzten Vogelschießen im [ahre 1938.

46 Kirchbergs Restaurant FelsenkelIer zur Zeit seines Besitzers Albin Brenner. Diese von 1864 bis 1939 betriebene Gaststätte leitete ihren Namen vom Bierkeller im Felsen ab, für den Kirchberg im [ahre 1710 das Bergregal erhielt. Von 1709 bis 1718 wird der 'Hoffnungsstolln' im Pfarrgrund im Bergamt Schneeberg registriert. Man sucht Silber und findet nichts. Von

1 7 1 0 bis 1 71 7 ruht der Stolnbetrieb und wird nur noch für Zuschußgelder in Form reduzierter Steuerabgaben von der Stadt zum 'ßerteln' im Bergamt genutzt. Noch heute heißt im Volksmund ein Hang hinter dem Felsenkeller 'Bettelberg' . Im Zweiten Weltkrieg wurde der 'Hoffnungsstolln' als sogenannter Luftschutzkeller eingerichtet.

.? Restaurant .Felsenkelter-" Kirchberg i. Sa.

.f> Bes.: Albin Brenner.

T elaphon Nr. 161.

Großes Gesellschaftszimmer

Kegelbahn

mit allen Neuerungen

Herrlicher Garlen.

47 Der 1869 gegründete 'Gasthof zur goldenen Kugel' ist durch seinen ersten Besitzer berühmt geworden. Gustav Mosig, 1844 als Sohn eines Leinewebers hier geboren, wird von der Generalversammlung des Volksvereins am 31. Juli 1869 als Delegierter für den im August in Eisenach stattfindenden Gründungskongreß der SDAP gewählt. Er besitzt die Vollmacht von 240 Mitgliedern, während August Bebel im nahegelegenen Cainsdorfnur 4S Stimmen vertritt. Eine Woche nach dem Kongreß beginnt Mosig am 16. August im 'Deutschcn Haus' im Beisein van Wilhelm Stalle gemäß Punt 2 der noch heute erhaltenen 'Tagesordnung' mit der Umgestaltung des Kirchberger Volksvereins zur sozialdemokratischen Arbeiterpartei.

Bes.: illilly Lenk.

48 Die Waldschänke am Filzteich war ein Rastplatz für Wandernde und nur in den Sommermonaten geöffnet. Noch heute ist der kleine Filzteich ein beliebtes Ausflugsziel der Kirchberger. Die vielen Teiche des Umfeldes wurden im Mittelalter angelegt und waren ausschließliches Eigentum ihrer Nutzer, der Herren der Wiesenburg. Als die Herrschaft Wiesenburg 1663 in den Besitz der Herzöge von Holstein übergeht, läßt Herzog Philipp Ludwig eine Aufstellung aller Fischgewässer seines Gebietes anfertigen. Der Filzteich wird mit 21 Acker 2 1 Ruten Fläche als 'ledig' ausgewiesen. Die unledigen Teiche erhalten Auflagen. So war der am Fuß des

Borberg liegende Pohlteich 1659 mit 70 Schock Karpfen besetzt, was der 'Wiesenburgische Amtsfischer [ohann Hall in Hartmannsdorf' bestätigen mußte.

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