Kirchberg in alten Ansichten

Kirchberg in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Decker
Gemeente
:   Kirchberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6531-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchberg in alten Ansichten'

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49 Als die barfüßige Kinderschar sich dem Fotografen stellte, schrieb man das [ahr 191 O. Das 'Restaurant zur Wartburg' war Weihnachten

1 873 eröffnet worden und schon im November 1892 durch ein Feuer wieder zerstört, aber 1894, um einen Saalanbau erweitert, gleich einem Phönix, aus der Asche wiedererstanden. Kirchbergs 'Turner-Club', 1875 vom 1861 gegründeten 'Turnverein' abgesplittert, teilte sich 1907 erneut. Der daraus hervorgegangene' Arbeiterturnerbund' erhob die 'Wartburg' zum Vereinslokal und planierte die Bergterrasse hinter dem Hauptgebäude zu einem Turnplatz, den ab 1909 auch Kirchbergs erste

'Turnerinnenabteilung' selbstbewußt nutzte. Das große Kinderfest von 1913 in allen Räumen und auf dem Sportplatz der 'Wartburg' fand

ein unerwartet starkes Echo. Bestimmt haben einige der abgebildeten Knirpse damals kräftig mitgemischt.

SO Von 1873 biszurlnf1ation 1923 war das 'Restaurant zur Sonne' ein beliebterTreffpunkt der ringsum in den großen Tuchfabriken Beschäftigten. Vor dem Ersten Weltkrieg war der Wirt Otto Colditz besonders rührig. Er stellte eines der ersten mit Strom betriebenen 'Elektrischen Orchestrions' in seinem Lokal auf und kündigte in der örtlichen Zeitung häufig 'Schlachtfeste' sowie um Monatsmitte März 'Bockbierfeste' an. In Erinnerung geblieben ist die 'Sonnc' jedoch wegen ihrer Bedeutung während der Zeit des Bismarckschen Sozialistengesetzes. Von 1878 bis 1890 waren die Stammlokale der SPD-Anhänger für politische Veranstaltungen ungeeignet. Das 'Restaurant zur Sonne' hatte in diesen [ahren Vereinigungen zu Gast, die als

Blumenfreunde, Bienenzüchter und Skatspieler sich zusammenfanden.

~eslauranl zur. Sonne .Bes. 0110 Colditz

freundliches .s:o~al. ¤le~lr. Orchestrion.

SI Von den sieben Hügeln der Stadt Kirchberg, Erhebungen über 400 m NN, zählt der Borberg auch heute noch zu den beliebtesten. Emil Keil, Pächter des 'Restaurants Fürst Bismarck' auf dem Altmarkt, betreute in den zwanziger [ahren auch eine kleine Gaststätte in der Blockhütte auf dem Borberg. Sonnabends blieb er über Nacht in seiner Hütte, um die frühen Sonntagsgäste zu bewirten. Junge Männer, die eigentlich des guten Bieres halber auf den Berg kamen, machten früh gegen 6 Uhr sich den Iux, den auf seinem Sofa Ruhenden mit der Bestellung einer Tasse Kaffee zu wecken. Sie erhielten jedesmal promt die Antwort: 'Kaffee könnt ihr daheem saufen.' Erst auf das Stichwort 'Bier', verließ Emil Keil sein Nachtlager.

Kirchberg. Restauration auf deon Borberg.

Pachter: Emil Keil.

52 Im 'Restaurant König Albert lIaus' trafen sich Kirchbergs Kriegsveteranen und die Mitglieder des Militärvereins. Sachsens König Albert, der Kirchberg durch persönliche Besuche gut kannte, war eine Leitfigur bei den Bürgern, die das Königreich Sachsen mehr liebten als das Preußentum. Nachdem die Anhänger Bismarcks 1871

das Gasthaus 'Deutscher Kaiser ' eröffnet hatten, zogen Sachsens treue Paladine ab 1887 in das 'König-AlbertHaus'. Diesem Haus blieben sie treu, auch als im [ahre 1900 Fürst Bismarck auf dem Sockel seines eben erst eingeweihten Denkmals, dem nach ihm benannten neuen Gasthaus 'verstand'.

Gruss au Kirchberg i.

Restaurant l<Üni~ IlJerlllau

..? ?

S3 Am Quirlsberg, einem Vorhügel des Ottensberges, befand sich im 1888 eröffneten 'Gasthaus Tivoli' das Versammlungslokal der Gewerkschaft. Zuvor nannte sich der GasthofGarkûche', als die am 9. Mai 1869 gegründete 'Gewerksgenossenschaft der Tuch- und Fabrikarbeiter' hier Einzug hielt. Um 1900 finden wir hier auch die 'Bibliothek des Gewerkschafts-Kartells Kirchberg'. Sie ist nach der 'Volksbibliothek' im Rathaus eine Bücherei, die ihre Leser vorwiegend mit politischer Literatur versorgt. Jedem Buch ist im Vorsatz zu entnehmen: 'Das Leihen der Bände für die ersten drei Wochen ist unentgeltlich, für jede weitere Woche 3 Pfennig. Bei an-

steckenden Krankheiten im Hause sind die Bände sofort abzugeben.' Heute ist das "Tivoli' ein modernisiertes Wohnhaus.

S4 Gruß aus Kirchberg mit Blick in die Bahnhofstraße. Ein Bildausschnitt, in dem sich, den Gebäuden nach, bis heute nichts geändert hat, den Personen und Verkehrsmitteln nach - ein [ahrhundertsprung. Das 1890 errichtete 'Hotel Wettiner Hof' dient seit 1920 den Figaros zur Verschönerung der Herren, heute auch der Damenwelt. Das mit Säcken hochbeladene pferdefuhrwerk erinnert daran, daß Kirchberg fünf]ahrhunderte lang eine Tuchmacherstadt war. Ein Wollhändler transportiert seine Ware. Heute künden fahrende und parkende Autos in diesem Straßenabschnitt, daß die Zeit nicht stehen geblieben ist.

SS Die Köningsstraße im [ahre 1906. Mit dem 1891 eröffneten 'Kaiserlichen Postamt' erhält die Hauptstraße der Stadt ihre Bedeutung. 1896 baut der Felsenkellerund Brauereibesitzer Heckel das größte seiner zehn Wirtshäuser, gleich hinter der Brücke über den Rödelbach, das 'Gasthaus zur Post'. Am Zaun beginnt das Postgäßchen, ein Steg, der namenlos bereits im 14. Jahrhundert vom mittleren Stadttor an den 'Comunbach' führte, wie der Rödelbach bis um 1 840 genannt wurde. Der Schornstein am Straßenende gehört zum Hammerhof, Kirchbergs ältesten Gewerbestandort.

Kir~bberg i. Sa., König8traz~e.

S6 An der 'Haltestelle' der gepflegte Garten des Schützenmajors Schaufuß. Hier hielt nach dem Bahnhof die Schmalspureisenbahn zum ersten Mal auf ihrer Fahrt in Richtung Gebirge. Dazu mußte sie fünfmal die städtischen Straßen kreuzen und fünf Brücken befahren, aber nur einmal den Rand einer Straße mit benutzen, eben hier die 'Cartenstraßc' . Mit dem wachsenden Straßenverkehr kam es an dieser Stelle, vor der Rödelbachbrücke, hin und wieder auch zu Unfällen. Um 1930 wurde sogar einmal die Lokomotive vom Gleis abgedrückt und kam erst kurz vor dem 'Gasthaus zur Haltestelle', rechts das helle Gebäude, zum Stehen.

Kirchberg i. Sa. An der Haltestelle.

57 'Heckclbràu' in weißer Schrift auf einem blauen Dreieck, war seit 1869 ein Qualitätssymbol für gutes Bier. Die Macht des 'ßrauurbar' , das alleinige Recht der im Stadtring wohnenden Bürger zum Bierbrauen, war am 21. Juni 1869 erloschen. Schon drei [ahre zuvor hatte sich ein Konsortium zum Bau einer Brauerei konstituiert. Ihm gehörte Posthalter Heckel aus Zwickau an. Das im gleichen [ahr schon errichtete Brauereigebäude an der Grenze der Stadt zu Burkersdorf und die Erschließung guter Wasserquellen führten zu Querelen im Konsortium. Posthalter Heckel übernahm die Brauerei und überließ sie seinen drei Söhnen Eduard, Louis und Anton. Eduard, der seine beiden Brüder überlebte,

vermachte seinen zwei Söhnen Franz und Oskar die sehr gut gehende Brauerei. Zum Heimatfest 1910 stifteten diese nicht nur reichlich Bier, sondern auch diese Grußkarte.

f!rosit und 9russ zum Xeimatjest

felsenkelJer- Brauerei Burkersdorf- Kirchberg 6ebr. Heckel

58 Der Aussichtsturm auf dem Borberg. Pfingsten 1882 feierlich seiner Bestimmung übergeben, im]uli 1883 nach einem Besuch des sächsischen Königs, dem zu Ehren 'KönigAlbert -Turrn' benannt, soll an die Wehrburg erinnern, die zur Zeit der bäuerlichen Kolonisation um 1200 den Siedlern zum Schutz diente. Am Fuß des sagenumwobenen Borberges befand sich zu dieser Zeit ein Vorwerk der Wiesenburg, das um 1 320 mit der Burg im Streit der Vögte von Plauen mit dem Markgrafen von Meißen zerstört wurde. DerTurm wurde am 1. Mai 1945 durch einen einzigen Schuß aus einem Panzer der alliierten Streitkräfte in zwei Teile zerschos-

sen. Van 1949 bis 1950 wurde er - um zwei Meter erhöht aus den alten Steinen, die teilweise schon aus der Wehrburg von 1300 stammten neu errichtet.

Kirchberg i. S.

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