Kirchen in alten Ansichten Band 1

Kirchen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Thomas Leginger
Gemeente
:   Kirchen
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2568-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchen in alten Ansichten Band 1'

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9. Beim Haus Utsch, dort wo die ehemalige Haardtstraße von der Hauptstraße abbiegt, steht seit undenklichen Zeiten der Dorfbrunnen. Keine Chronik vermag sein Alter und seinen Erbauer zu nenuen. Jahrzehntelang senkte eine wunderschöne Trauerweide ihre Zweige über ihn. Sie wurde aus Gründen der Zweckmäßigkeit gefällt, ihren Platz hat inzwischen eine junge Birke eingenommen. Heute wie früher kommt es aber noch vor, daß bei heißem Wetter kleine Kinder munter im Brunnen herurnplanschen.

10. Der üppigen Flora schwerer Duft an schwülen Sommertagen, ruft tropische Erinnerungen in mir wach, so heißt es in einem Fragment über die Scenerie am Brunnen. Wenn Alfred Stein (1858-1920), der 'Ochsenrnillionär', unterwegs war, sammelten sich sofort die Kinder um ihn. Er hatte die vornehme Angewohnheit, auch seine Ochsen nur mit 'Sie' anzusprechen und zur Tränke 'zu bitten'. Als Reserveoffizier hatte er sich von den Dragonern verabschiedet und sein Staatsexamen als Bergassessor mit Auszeichnung bestanden. Er neigte jedoch mehr zur väterlichen Landwirtschaft und mähte und ackerte mit einem Knecht. Während sein Bruder Carl Stein (1854-1918) für die Umgestaltung der evangelischen Kirche gespendet, Walther Siebel 1896 der Gemeinde die wohlklingenden Glocken geschenkt und Arnold Jung das Krankenhaus auf dem Brühlhof mit reichen Stiftungen bedacht hatte, vermachte der Ochsenmillionär seinem Heimatort 1906 200 000 Mark, dem evangelischen Kirchspiel im selben Jahr 15 000 Mark und erfreute 1909 die Bauern der Bürgermeistereien Flammersfeld und Weyerbusch mit je 125000 Goldmark. Mancher Handwerksgeselle ist von ihm gefördert, manche Not in den Familien durch ihn gelindert worden.

11. Oben: Hermann Thomas, aus dem Hickengrunde stammend, übernahm Anfang 1903 die Gastwirtschaft in der Hauptstraße 45 von Friedrich Duesberg. Gute Biere - reine Weine wurden hier ausgeschenkt und die der Wirtschaft angeschlossene Bäckerei und Conditorei hielt Backwaren und feine Kuchen bereit. 'Tante Berta', wie die Wirtsfrau allgemein genannt wurde, machte durch ihr liebenswürdiges Wesen das Haus zu einem der beliebtesten im Orte. Besonders die Arbeiter der nahegelegenen Gärtnerei Lohse pflegten hier einzukehren.

Unten: Es war immer etwas los. So weckte eines Morgens Tante Berta ihren Mann und bat ihn vor die Türe. Dort hatte sich inzwischen eine Anzahl Neugierigen eingefunden, die belustigt zum Wirtshausschild blickten. Adele Düngen und Gärtner von Lohse hatten sich nämlich in der Nacht den Spaß erlaubt und dort das Motorrad von 'Krolls Edmund' aus dem Inken aufgehängt - es war das erste Motorrad in Kirchen überhaupt. Dieser mußte sich dann auch noch von dem herbeigeeilten Gendarm wegen groben Unfugs schelten lassen.

12. Um 1900 steilt sich eine festlich gekleidete Gesellschaft von Ausflügern aus Hamm und Umgebung dem Fotografen. Wie man sieht führen die Damen die neueste Mode vor, besonders die intposanten Hutmodelle beeindrucken sehr. Der Herr mit Sonnenschirm hat seinen eigenen Spaß an der Freud.

13. Das alte Patrizierhaus (Hauptstraße 24) wurde 1670 erbaut und diente in seiner langen Geschichte Bauern und Geschäftsleuten als Wohnhaus. Zu einer Zeit, als die Dorfschulmeister im Hauptberuf noch Landwirte waren, war darin auch eine Schule untergebracht. Dort drückte der gutmütige Generalobertreiber Wilhelm Kempf, der nur in Rage geriet wenn ihm ein böser Schulbube 'Kuhbein' hinterherrief, noch die Schulbank. Es überstand auch die schreckliche Feuersbrunst, die am 19. Mai 1727 Kirchen heimsuchte und der neun Menschen, neun Häuscr und zehn Scheunen zum Opfer fielen. Durch Einheirat kam 1876 Schmiedemeister Josef Lackner in das Haus Strüder und 1890 zog der Kappenmacher Josef Mosblech dort ein, der schließlich 1928 das Haus erwarb. Die vielen Balken haben ihre eigene Bedeutung: Deren Anordnung beim Vorbau besagt, das hier ein 'Knecht' wohnt. Die Symbole links versinnbildlichen die 'Hausfrau',

14. Eine uralte Ecke bei den Häusern Helm (links) und Schneider unterhalb des Kirchplatzes im Oberdorf. Dazumal war die Hauptstraße hier gerade breit genug, um ein Fuhrwerk durchzulassen. Im Hause Schneider war lange Zeit eine Schuhmacherei ansässig, darliber wohnte der Briefträger. Ebenso wie die anliegende 'Kaserne' wurden beide Anwesen in den fünfziger Jahren abgerissen.

15. Die berühmt-berüchtigte 'Kaserne' - in frommer Umgebung nur einen Steinwurf weit vom evangelischen Gotteshaus entfernt - war ein Tummelplatz der unterschiedlichsten Elemente. Im Laufe der Jahrzehnte lebten darin Dutzende von Familien mit entsprechend zahlreicher Kinderschar. Prügeleien, aber auch ausschweifende Festlichkeiten waren an der Tagesordnung. Wahrlich, hier ging es zu 'wie im Taubenschlag' und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn im obersten Stock widmete sich ein italienischer Figaro mit Eifer seiner Vogelzucht! Im Erdgesehoß betrieb derweil ein gewisser 'Ahr', allgemein kurz 'Arch' genannt, die Gastwirtschaft 'Zur Laterne', von der es hieß, sie sei 'sehr alt, winkelhaft und finster' gewesen. Was auch immer für geheimnisvolle Gestalten dort eingekehrt sein rnögen, später etablierte sich hier das Reformhaus Brato und das Gebäude selbst kam dann irgendwann in die Hände der evangelischen Pfarrgemeinde, die dort 'einmalOrdnung schaffen wollte'.

16. Ein schöner Sommermorgen in der Lindenstraße. Der unbekannte Radfahrer kommt am Rasierund Frisiersalon Jean Krause vorbei. Chr. Decku bietet in seiner Schreibwarenhandlung bereits Glasbilder mit Ansicht von Kirchen an und hat auch Heiligenfiguren vorrätig, Schon am 15. Juli 1871 eröffnete Gustav Weber den 'Saynischen Hof, der bald zu Kirehens Renommierhotel wurde. Ein Kirchener Industrieller ließ später einmal zu seiner Hochzeit das Haus auf eigene Kosten renovieren, um dort in gebotener Vornehmheit feiern zu können. Der 'billige Gustav' loekte seine Gäste mit schattigem Garten, gedeckter Veranda und civilen Preisen: Angenehmer Aufenthalt für Sommerfrischler! 1906 ist bereits die Evangelische Schule (links im Bild) entstanden.

17. Gerbereibesitzer Otto Kraerner mit seiner zweiten Frau Elisabeth, geborene Wellhäuser, und seinen drei Söhnen im Garten der 1875 erbauten Villa (heute Gemeindeverwaltung). Ihrn gegenüber (Haus Pauschert) wohnte sein Bruder Heinrich (1842-1907). Dieser war von 1884-1897 Bürgermeister in Kirchen. 1889 wurde er Reichstagsabgeordneter in Berlin und Geschäftsführer seiner Fraktion, der Nationalliberalen. Da er dreimal wiedergewählt wurde, blieb er bis 1906 in Berlin. Seinetwegen hielten in Kirchen die D-Züge, wenn er zu Besuch kam oder wieder abreisen wollte.

18. Heinrich Kraemer L hatte seinen drei Söhnen Otto, Heinrich und Justus je ein herrschaftliches Haus hinterlassen. So konnte der spatere Bürgermeister und Reichstagsabgeordnete Heinrich 11. in diese Villa mit anliegendem Kutscherhaus einziehen. Sie lag gegenüber dem Anwesen seines Bruders OHo in der Lindenstraße. Später ging das Haus in den Besitz des vielseitigen Unternehmers Carl Pauschert (1884-1969) über, der 1910 mit einem Adler 7/15 die ersten Fahrversuche in Kirchen unternahm.

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