Kirchen in alten Ansichten Band 1

Kirchen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Thomas Leginger
Gemeente
:   Kirchen
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2568-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchen in alten Ansichten Band 1'

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49. Üppige Feldfluren, wie wir sie längst vermißt, ûberfluthen das ganze Tal und der Sieg glitzernde Silberflächen halb unter Smaragdhalmen verborgen: der ganze Thalboden erscheint wie von zitterndem Leben überhaucht! - Das ist die Au bei Kirchen, damals oft überschemmt, heute gänzlich bebaut. Im Sornmer konnte man sich ehedem noch im 'Alma-Bad" zwischen Buschardt und Freusburg-Struth vergnügen, dahinter wuchs und gedieh es prächtig. In der Ferne die Höhen des Molzberges (dreihundertdreiundvierzig Meter), rechts der Brühlhof mit der Bahnstrecke nach Siegen, die hier in den Tunnel bei der Freusburger Mühle mündet.

50. Die Freusburger Mühle wird schon 1437 in einer Gräflich-Saynischen Urkunde erwähnt. Bis zur gesetzlichen Aufhebung des Mahlzwanges 1845 war sie eine Bannmühle, was bedeutete, daß die Einwohner der Herrschaft Freusburg samt dazugehöriger Ortschaften ihr Getreide nur dort mahlen lassen durften. Karl Bender baute die Mühle 1888 zu einer Walzenmühle aus und begann mit der Verarbeitung von Importgetreide. Um die Jaluhundertwende standen noch bis zu acht Pferde im Stall. Sie brachten das Mehl bis ins Sauerland und auf den Westerwald. Das heutige Absatzgebiet reicht bis an Rhein und Ruhr.

51. Der 'Brühlhof von der Haardt aus gesehen. 1855 hatte hier der Wehbacher Walzwerkbesitzer Carl Stein eine Wiese gepachtet, um dort im Feldbrandverfahren die Ziegel für sein neues Puddelstahiwerk selbst zu brennen. Ein halbes Jahrhundert später wurde hier das Evangelische Krankenhaus errichtet und 1910 seiner Bestimmung übergeben. Der 'Rote Hahn', seiner Pfannendächer wegen im Volksmund so genannt, entstand erst 1924 auf den freien Feldern daneben. Die Geschäftsführung der Firma Jung hatte dortfünfundsechzig Wohnungen bauen lassen. Zu dieser Zeit hat sich auf dem Brühlhof schon eine rege Geschäftstätigkeit entfaltet: Bäckerei und Conditorei Alois Köhler in der Bahnhofstraße, die 'Gastwirtschaft zur Erholung' von Conrad Engel und Carl Pergante mit seiner Hauderei und Bierwirtschaft.

52. Schweren Schrittes kommt ein alter Herr die tief verschneite Brückenstraße herauf. Die kleinen Mülleimer sind zur Leerung herausgestallt. Neben dem ehemaligen 'Saynischen Hof hat Gustav Weber den 'Gasthof zum Rathaus' aufgemacht. Carl Bender 11. verkauft in Nummer 4 'Brillen und Kneifer, Menisken, Windserbrillen und Lesegläser', Die Straße verband auf romantische Weise Oberdorf mit Unterdorf. Hier wohnte und experimentierte auch der Erfinder der Zeichenplatte, Walter Hebel, Inzwischen ist auch dieses Bild Geschichte geworden: Im November 1973 wurde die Brücke von einem Kran weggehievt und durch eine neue Betonbrücke ersetzt. Die Bäume wurden gefällt und die Straße erweitert. Wieder einmal hatte man radikal aufgeräumt,

53. Die Amtsverwaltung war 1926 aus dem alten Bürgerrneisteramt in den 1870 errichteten und um einen Fahnenturm erweiterten ehemaligen 'Saynischen Hof umgezogen. Unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung, einschließlich der ortsansässigen Vereine, wurde am 27. Juli 1930 feierlich ein Denkmal eingeweiht, für das der Mayener Professor Burger einen sarnt Sockel 3,40 Meter hohen 'Roland' geschaffen hatte. Der Recke war allerdings nur die zweite Ausfertigung, die erste ging beim Transport nach Kirchen zu Bruch.

54. Pastor Josef Dickkopf zelebriert die Heilige Kommunion (1920). Im Hintergrund die Gebäude der Evangelischen Volksschule, an der Ecke Hauptstraße-Lindenstraße. Sie wurden 1906 in BlendziegeJmanerwerk errichtet, Im Hofe dieser Schulen war die erste 'Volks- und Schülerbadeanstalt' untergebracht. 'Diese gemeinnützige Anstalt hat auf den Dank der Bevölkerung großen Anspruch'. Die elektrische Straßenbeleuchtung crfolgtc durch das Kirchener Elektrizitätswerk AG H. Kraemer und Cie.

55. Malerischer Winkel im Oberdorf an der Schulstraße. Die Räuche dämmern im Morgenlicht. Uhrmacher Wilhelm Broich (links, Nummer 12) empfiehlt sich bei Bedarf von Wand-, Weck- und Taschenuhren; Herrenketten in Double, Alpacca und Nickel, Chatalaines, Colliers und Ohrringen. Helm's Laube hinter den Büschen - ein Platz zum Träumen; das Haus Schneider und der Giebel des Gemeindehauses werden vom Kirchturm der Evangelischen Kirche überragt.

I

~

56. Oben: Schon ist es, ein Fuhrmann zu sein, des nachts wohl auf den Straßen, bei hellem Mondenschein. .. So hat es früher noch oft aus rauhen Kehlen auf den Landstraßen geklungen. 'Utschen Felix' ist der letzte noch lebende 'Chaussee-Assessor', doch auch die Zeiten, als er seine Pferde zum Dorfbrunnen, unmittelbar beim väterlichen Geschäft führte, sind längst vorbei. Eine einzige Kuh steht noch im Stal.!, die stets vor dem morgendlichen Spaziergang begrüßt wird.

Unten: Von dem letzten 'Chaussee-Assessoren', 'Böhrnersch Wilhelm' (1880-1974), der sich 1910 mit einem Pferd selbständig machte, erzählt man sich eine lustige Anekdote: In den schweren Zeiten nach dem Krieg war es gestattet im Gemeindewald Holz zu schlagen. Da es weder Trecker noch Autos gab, mußte man die Fuhrleute bitten, das Holz abzutransportieren, Im Giebelwald gab es eine Flurbezeichnung 'In der Botze' und eines Tages wurde der Wilhelm von einer sehr vornehmen Frau gebeten, dort ihr geschlagenes Holz abzuholen, Die Dame bemühte sich sehr, ihre Wunsch hochdeutsch zum Ausdruck zu bringen: Herr Fuhrmann, eine Bitte hab' ich, wie soll ich's sagen? Ja, wiirden Sie das Holz aus der Hose mir holen? Darauf sprach der Wilhelm: Ja, liebe Frau, es soll bald geschehn, dann hol' icn Eucn das Holz aus der Botze na heem!

57. Ende der zwanziger Jahre wurde das 'Druidenschlölschen', unterhalb des Ottoturmes an der Straße nach Herkersdorf gelegen, von Otto Kasch eröffnet. Es nahm den Platz der nicht mehr bestehenden Restauration 'Alexanderhöhe' ein. Ursprünglich nur eine Schutzhütte, wurde es in den folgenden Jahrzehnten stets erweitert und verfligt heute über Fremdenzimmer und eine Kegelbahn. Von hier aus bietet sich dem Gast ein herrlicher Bliek auf das im Tal liegende Kirchen und die umliegenden Höhen.

Restauration Druidenschlößchen

Kirchen/Sieg

58. Fronleichnam wurde in Kirchen stets mit viel Liebe und innerer Anteilnahme begangen. Am Abend vor dem Fest schmückten die Bewohner die Straßen mit Fahnen und jungen Birken. Altäre mit kostbaren Tuehen wurden errichtet (wie hier beim 'Jägerheim' in der Hauptstraße), herrliche Blütenteppiche angelegt. Am anderen Morgen 'hallten im Licht der Sonne archaisch anmutende Gesänge durchs Dorf und Weihrauch tränkte den Hirnmel,..', Die Prozession ging die Hauptstraße hinauf, bog in die Katzenbacher Straße und den Höfergarten ein, zog oberhalb der 'Heringsburg' vorbei und gelangte über den Baumschulweg (Gärtnerei Lohse) wieder auf die Hauptstraße und von dort zur katholischen Kirche zurück.

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