Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Auteur
:   Konrad Lucae
Gemeente
:   Kirchheimbolanden
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3087-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchheimbolanden in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der Donnersberg, die höchste Erhebung der Pfalz, gibt unserem Nordpfälzer Bergland seinen Namen und sein Gepräge. In diesem Donnersberger Land liegt, eingebettet in einem weiten nach Süden und Osten offenen Talkessel die Kreisstadt Kirchheimbolanden. Gegen Westen ist der Kirchheimer 'Hausberg', der Schillerhain, vorgelagert. Von ihm ziehen auch heute noch nach Südwesten ausgedehnte Waldungen zum Donnersberg und stellen die nördliche Verbindung her zum Pfälzerwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet der Bundesrepublik. Man braucht nicht gerade ein romantisches Gemüt zu besitzen, um beim Anblick der Wehrtürme und Mauern an die vergangenen Zeiten unserer Stadt erinnert zu werden.

Die Uranfänge dieser Siedlung gehen weit über unsere Zeitrechnung zurück. Viele vorgeschichtliche Funde und Ausgrabungen geben uns Kunde, daß hier in der Steinzeit schon Menschen wohnten und in späteren Jahrtausenden die Kelten, Römer und Franken ansässig waren. Jedes Jahrhundert hat dem Ort Kirchheim, der 1368 von Kaiser Karl IV. zur Stadt erhoben worden ist, seinen eigenen Stempel aufgedrückt. Im 12. Jahrhundert als Reichslehen den Herrn von Bo1anden zugeteilt, kommt unser Kirchheim durch Heirat 1288 an die Grafen von Spanheim und wiederum

durch Heirat 1394 an das Haus Nassau-WeilburgSaarbrücken, bei welchem es 400 Jahre verblieb. So wurde aus dem Dorf Kirchheim bei Bo1anden, die Stadt Kirchheimbolanden.

Unter Carl August von Nassau-Weilburg, der 1737 in den Reichsfürstenstand erhoben wurde, verwandelte sich die Stadt dann über Nacht in die 'Kleine Residenz'. So ließ sich jener Fürst in unserem Kirchheim im Jahre 1738 von dem Architekten d'Hauberat ein Schloß als Sommerresidenz erbauen. Bei dem Bau riß man damals auch ein Teil der Stadtmauer ein. Ein herrlicher Schloßgarten wurde angelegt und es entstand unter der Leitung von Julius Ludwig Rothweil die Hofkirche (heute Paulskirche). Nach dem Tod des Fürsten im Jahre 1753 folgte ihm sein einziger Sohn Carl Christian in die Regierung. Dieser heiratete die Prinzessin Caroline von Oranien und übersiedelte 1769 mit seinem Hofstaat von Holland nach Kirchheimbolanden, wo er seinen ständigen Sitz nahm. Fürstin Caroline war eine Kermerin und F örderin der schönen Künste. Sie beteiligte sich selbst an Hofkonzerten als Pianistin. Schubart schrieb: Sie sang ehemals vortrefflich; gewisse physische Gründe aber bewogen sie, den Gesang fahren zu lassen, und sich ganz dem Klavier zu widmen. 1778 weilte Mozart auf Einladung der Fürstin in der 'Kleinen Residenz' und

spielte vor dem Hofe und in der Hofkirche auf der Orgel. Zur Erinnerung trägt heute diese Orgel den Namen des großen Komponisten.

Nach dem Tod des Fürsten folgte ihm sein ältester Sohn Friedrich Wilhelm 1788 in die Regierung. Dieser mußte bei Annäherung der französischen Revolutionsheere sein Land verlassen- und mit ihm verschwand auch der Wohlstand und überhaupt die Blütezeit für Jahre hinaus.

Das Eigentum des Fürsten wurde zum Nationaleigenturn erklärt und versteigert. So kaufte 1807 der Gutsbesitzer Daniel von Andreae aus Müh1heim das Schloß mit Schloßgarten, das 1844 in den Besitz der Familie Brunck überging. In dem Frieden von Lunéville kam das Amt Kirchheimbolanden zu Frankreich. Der Präfekt des Departements Mant Tonnère (Donnersberg) war Jambon Saint André. Der 'Schinkenandres' (jambon-Schinken), wie er im Volksmund genannt wurde , machte der Bevölkerung die Franzosenzeit einigermaßen erträglich.

Nach dem Wiener Kongreß erfolgte die Besitznahme der Rheinpfalz durch den bayerischen König. Als ehemalige Residenz bleibt Kirchheimbolanden Kantonsstadt. Die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg wird die 'goldene Zeit' genannt. Die Handarbeit wird durch Maschinen abgelöst. So hatte unsere Stadt im Jahre

1888 über acht Fabriken, außerdem einen Zeitungsverlag und eine Gasanstalt. Die beiden Weltkriege sind dann aber auch an unserem Kirchheim nicht spurlos vorüber gegangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Stadt jedoch stetig aufwärts. Industrielle Ansiedlungen brachten einen intensiven Mietwohnungsbau. Es entstanden neue Straßenzüge für attraktiven Eigenheimbau. Neue Schulen und ein Krankenhaus wurden errichtet. Im Jahre 1904 erbaute die Stadt auf dem Schillerhain ein Kurhaus, das 1960 in Privatbesitz überging. So wird schon Anfang dieses Jahrhunderts Kirchheimbolanden als pfälzischer Luftkurort genannt.

Immer wieder werden sich Klassik und Romantik mit dem Tatendrang des Realismus auseinanderzusetzen haben. Altes wird zerstört, neues aufgebaut, nicht immer zum Vorteil des Ganzen. So sollen die alten Kirchheimbolander Ansichten Vergangenes wieder lebendig machen und zeigen. daß unsere Stadt von ihrer trauten Atrnosphäre und Gemütlichkeit als 'Kleine Residenz' nichts verloren hat.

Bedanken möchte ich mich deshalb bei allen, die mir alte Ansichtskarten und Bilder zur Verfügung gestellt und zum Gelingen dieses Werkes wesentlich beigetragen haben.

1. Unsere Stadt hat sich, wie auf dieser Ansicht aus dem Jahre 1898 zu sehen ist, stetig nach Süden ausgedehnt. Im Osten wirkte der Bahndamm als natürliche Bebauungsgrenze, die erst 1939 überschritten wurde. Die feierliche Eröffnung dieser Bahnstrecke fand am 31. Dezember 1873 statt, In der Mitte des Bildes sieht man im Vordergrund das 'Viadukt', das heute noch wie damals die Verbindung mit der Edenborner Straße herstellt. Im Hintergrund des Bildes zieht die alte Römerstraße, kenntlich durch eine Doppelreihe von Bäumen, heute als Rockenhauser Straße bekannt, an der Höhe des Schillerhain vorbei nach dem Donnersberg. Schließlich sieht man hinter dem Turm der katholischen Kirche den Haider Berg, auf dem bis in das 19. Jahrhundert Kupfererz gegraben wurde.

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2. Vom Schillerhain hat man einen herrlichen Bliek über die gesamte Pheripherie der Stadt. Im Vordergrund zieht sich die Schillerstraße entlang, die nach dieser Ansicht um die Jahrhundertwende erst mit einem Haus bebaut ist. Links ragen das Dach der Paulskirche und der Turm der Peterskirche heraus und weiter nach rechts erkennt man das Ballhaus mit dem Schloßgarten. Der abgeflachte Turm in der Mitte mit dem kurzen Schornstein gehört zur Mälzerei. Im Hintergrund liegt der Hungerberg, über dessen Rücken einst die Heerstraße von Worms nach dem Donnersberg führte. Für die Wanderfreunde wurde in Erinnerung an diese Zeit ein 'Nibelungenweg' angelegt, der von Wormskommend über den Hungerberg auf den Donnersberg führt.

3. Vor über einhundert Jahren, am 18. Juli 1874, wurde die Eisenbahnlinie Marnheim-Kirchheimbolanden eröffnet und damit eine durchgehende Verbindung von Kaiserslautern nach Mainz geschaffen. Doch siebzig Jahre nach der Einweihung leistete ein Sprengkommando der Wehrmacht ganze Arbeit und jagte die 'Maarmer Brick' in die Luft. Sie wurde auch nicht wieder aufgebaut und die Verbindung zur Bahn nach Marnheim besorgen heute Linienbusse. Die steinernen Eisenbahnbrückenreste bleiben als Erinnerung der Nachwelt erhalten. Die drei Restbogen sollen so das 'Tor zum Zellertal' symbolisieren.

4. Diese schöne Ansichtskarte wurde im Jahre 1899 geschrieben. Im Hintergrund erhebt sich der Donnersberg, mit seinen 687 Meter der höchste Berg der Pfalz. Sein Aussichtsturm ist nicht zu übersehen. Vorgelagert ist der Schillerhain mit seinem alten Wartturm. Links oben im Bild die Buchhandlung Jeckel ist heute zu einem modernen Geschäft umgebaut worden. Im angrenzenden Haus befand sich einst die Wirtschaft 'Zur Traube '. Kein Geringer als Ludwig Uhland ist bei seinen Pfalzreisen hier öfter mit seinen Kommilitonen eingekehrt und wurde auch 1803 in dieser Wirtschaft zu seinem Lied 'Der Wirtin Töchterlein' inspiriert, das im Jahre 1809 erschienen ist. Damals befand sich auch die Präparantenschule, wie auf diesem Bild zu sehen ist, noch im ehemaligen Ballhaus,

5. An der Westseite, fast am Ende der Vorstadt, stand ein im klassizistischem Stil erbautes Gebäude mit Ziergarten. Es ist das am linken Bildrand zu sehende Haus Ewers, den meisten als Notariat bekannt. Später mußte die Freitreppe der Straßenverbreiterung weichen; sie wurde nach innen verlegt. Im Jahre 1975 schlug auch für dieses schöne Haus die letzte Stunde. Es wurde abgerissen und an seiner Stelle steht heute ein Supermarkt. Die Bäume im Vorgarten, unter anderem ein Mammutbaum und ein Lebensbaum, einst Zierden der Vorstadt, bekamen noch eine Gnadenfrist. Durch den bei der Einbetonierung allzu spärlich belassenen Lebensraum und die Trockenheit des Sommers 1977 sind sie eingegangen und mußten gefällt werden.

6. So sah die Vorstadt in den zwanziger Jahren aus. Auf der rechten Bildseite befand sich das Geschaft des Bildhauermeisters SchuIer. Dieser, einstmals von einem Lehrling gefragt: Meister, wie machen sie das nur, daß sie immer so schone Steinfiguren bekommen? , antwortete: Des is ganz efach, alles was unnotig is, hau ich efach weg. In dem folgenden Haus, einem repräsentativen Sandsteinbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, war die Buchbinderei und Pappwarenfabrik von Franz Ruff. Im Jahre 1921 kaufte die Volksbank dieses Haus und baute es für ihre Zwecke um, doch blieb die schöne Fassade des Gebäudes erhalten.

7. Das Hotel Bechtelsheimer war ein a1trenommiertes Hotel und der Wirt wie man so sagt ein 'Gatzvogel', der gern Andere foppte! Sein bekarmtestes Schelmenstück war die 'Vogelsorgel', die von Otto Fleischmann sogar in Gedichtform gebracht wurde. Bei den Kämpfen der Freischaren gegen die Preußen, im Jahre 1849, wurden beim Einrücken der Truppen zum Zeichen der friedlichen Gesinnung der Bürger, weiße Tücher aus den Fenstern gehängt. Ein am Haus des Hotels Bechtelsheimer herausgestecktes Laken von einem Kinderbettchen erregte wegen seines nicht mehr reinen Aussehens jedoch allgemeine Heiterkeit. Ob dies mit Absicht geschehen ist, läßt sich freilich nicht mehr feststellen. Heute ist das Hotel verschwunden und der letzte Besitzer baute diese Wirtschaft zu einem Lebensmittelgeschäft um.

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Jruss aU5 dem Lufrkurorr Kirchheimbolanden.

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8. Eine Ansicht aus dem Jahre 1904 zeigt hier einen Teil der Vorstadt mit der Einmündung in die Edenbornerstraße. Das Theodor-und-Familie-Wolff-Stift war für erholungssuchende Diakorrissenschwestern gedacht. Der rechts im Bild dazugehörende Park wurde von der Volksbank aufgekauft und wird größtenteils als Parkplatz benutzt. In dem Quergebäude befand sich die Bierbrauerei und Wirtschaft von Ludwig Lucae, im Volksmund auch 'Bolander Kerch' genannt. Die Bo1ander hatten damals noch keine Kirche und mußten nach Kirchheimbolanden zum Gottesdienst. So blieb denn mancher Kirchenbesucher in der Wirtschaft hängen, denn der Fußmarsch von Bolauden zur Stadt, besonders im Sommer, war eine durstige Angelegenheit.

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