Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Auteur
:   Konrad Lucae
Gemeente
:   Kirchheimbolanden
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3087-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchheimbolanden in alten Ansichten'

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19. Das Quergebäude, das man hier auf dem Bild sieht, ist die ehemalige 'Kellerei', vor der zwei Pferdefuhrwerke halten, die mit Planen gegen den Regen abgedeckt sind. Wahrscheinlich haben sie Frucht in 'Deckers Mühle' gefahren. In jenem Haus befand sich die Sattler- und Polsterei Beckmann, und in dessen rechtem Flügel hatte der Einnehmer Brüning sein Domizil. Das 'herrschaftliche' Kellereigebäude diente bis 1773 zur Aufnahme der 'Gefälle'; der Keller war sozusagen Gutsverwalter und Renteneinnehmer. Dieses schöne Gebäude, eines der ältesten überhaupt, das wohl Ende des 16. Jahrhunderts gebaut wurde, hatte die Stadt angekauft und leider abgerissen. Mit ihm ist eines der repräsentativsten Gebäude aus früherer Zeit verschwunden. Das Bild ist 1902 aufgenommen.

20. Auch in unserer Stadt hielt der Fortschritt seinen Einzug. Das hier abgebildete Automobil gehörte Veterinärrat Heuberger, der gerade im Begriffe ist, mit Frau und Tochter zu einer Spazierfahrt zu starten. Links neben dem Fahrer sitzt 'die rechte Hand' des Veterinärrates, Heinrich Obersheirner. Der Herr Rat wohnte in dem dahinter stehenden Gebäude im ersten Stoek. Parterre befand sich die Wirtschaft und Bierbrauerei von Friedrich Lucae. In jener Zeit, es war in den Jahren 1914 bis 1918, war die Verpflegung knapp und alles wurde auf Marken ausgegeben. Um 'Schwarzschlachtungen' zu tarnen, wurden sogenannte 'Notschlachtungen' vorgenommen. Als nun Veterinärrat Heuberger bei so einer Schlachtung die Fleischbeschau durchgeführt hatte und die Frau ihn fragte: 'Darf ich ihnen etwas mitgeben? ' Antwortete dieser: 'Sie wissen ja, Frau K., der Herr Rat bevorzugt die Zunge.'

21. Zwei Bilder echter 'Kerchemer Originale'; Der 'Mobey' wohnte unentgeldlich auf dem Vorstadtturm. Dafür mußte er die Morgenglocke läuten und die Turmuhr aufziehen. Seinen Unterhalt verdiente er sich durch Ziehharmonikaspielen. Immer trug er einen Sack auf den Schultern, in dem alles, was er so an Brauchbarem und Essbarem fand, verschwand. Zu Haus auf dem Turm wurde dann 'sortiert'.

Das rechte Bild zeigt den 'Ballettio'. Er war lange Zeit Hausbursche im Bahnhofshotel. Wenn er mit seinen Freunden zur vorgerückten Stunde in der Wirtschaft saß und diese meinten, daß er nicht mehr gerade gehen könne, was dieser dann stets energisch verneinte, wurde auf dem Boden ein Kreidestrich gezogen, auf dem er 'darüberbalancieren' mußte. Daher sein Uzname. Viele Schwänke gibt es noch über die beiden zu erzählen, die bestimmt ein eigenes Buch ausfüllen würden.

Kirchheimbolanden SchloßstraBe

22. Dort, wo die Schloßstraße zum Schloßplatz abbiegt, steht ein imposantes Gebäude mit Freitreppe, die Wirtschaft 'Zum weißen Roß'. Dieses Haus gehörte einst den Herrn von Geispitzheim, deren Wappen im Schlußstein des Einganges eingehauen ist. Als Wirtschaft wird dieses Haus schon 1773 genannt. Im Jahre 1792 erwarb es Friedrich Georg Chormann und errichtete neben dem Wirtschaftsbetrieb noch eine Bierbrauerei, die später, wie so viele kleine Brauereien, eingegangen ist. Gegenüber war das Konfektionshaus von Heinrich Schneider, dessen Besitzer uns Buben den ersten Anzug 'verpaßte'! In diesem Gebäude befand sich im 18. Jahrhundert das Gasthaus 'Zum goldenen Schwan' von Johann Conrad Schiffmann. Unsere Aufnahme stammt aus den zwanziger Jahren.

23. Eine gemütliche, verträumte Ecke von 'Altkerchem' tut sich hier dem Betrachter auf. Der Durchbruch mit schönem Torbogen führt zum Schloßhof, dem damaligen Marktplatz. Im Haus vor dem Durchgang wohnte Georg Curschmann, zugleich Vorstand des Handwerker- und Vorschußvereins, der 1862 gegründet wurde; eine der ältesten Genossenschaften der Pfalz. Das Büro befand sich im gleichen Haus, bis dann die Volksbank, wie sich der Vorschußverein später nannte, im Jahre 1921 in die Vorstadt umzog. Als Herr Curschmann mit 80 Jahren beim Kartenspielen nicht mehr so gut sah und man ihn deswegen bedauerte, tat er dies kurz mit den Worten ab: 'Des sinn Kinnerkrankheite!'

24. Das Schloß der Fürsten von Nassau-Weilburg wurde im Versailler Stil, einstöckig mit Mansardendach, erbaut. Durch Funkenflug bei dem Brand des Hauses von Bäckerrneister Schach in der Schloßstraße 30, am 2. November 1861, entzündete sich der in den Dachzimmern des Schlosses aufgehängte Tabak (über 150 Zentner) und das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, Durch die Vernichtung dieses schönen Schlosses wurde unsere Stadt um eine historische Sehenswürdigkeit ärrner. Ein Zuschauer schrieb damals: 'An eine Rettung des Gebäudes konnte kaum gedacht werden, zumal die Hilfe noch an der ersten Brandstätte nötig war. So brannte nun die ganze Nacht hindurch das ungefähr 150 Fuß lange Gebäude in sich zusammen und gewährte einen schaurig schönen Anblick.'

25. Zwischen Bäumen und Büschen des Lustgartens sieht man das Schloß, so wie es von seinem Besitzer Friedrich Brunck, zweigeschossig mit Satteldach, in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder aufgebaut wurde. Der linke Mauervorsprung ist verschwunden und diente der Vergrößerung des damaligen Marktplatzes. Die Einfahrt zu dem ehemaligen Schloß wird von zwei großen, steinernen Pfeilern gesäumt. Die darauf stehenden Urnen wurden in Hochstein gegossen und waren eine technische Meisterleistung ihrer Zeit. Bei dem Bau des Schlosses 1738 schrieb Stadtschultheiß Chormann an die Regierung nach Weilburg unter anderem: Sonsten lamentieren die Zimmerleut sehr umb einen Trunk beym Aufschlagen, ob Ihnen nun beym Schluß etwa ein solcher zu reichen, erwarte befehlens. Hoffentlich haben die Zimmerleute ihren 'Trunk' erhalten.

26. Mit dem Schloß wurde auch der Schloßgarten angelegt. Der wichtigste Teil lag zwischen Schloß und Ballhaus. Er war terrassenförmig aufgebaut und mit Figurenschmuck, Gartenhäusern, Tempeln, Grotten und Wasserkünsten versehen. Von Friedrich Brunck wurde der Schloßgarten allerdings zum großen Teil landwirtschaftlich genutzt. Unter dessen Sohn, Dr. Heinrich von Brunck, entstand ein Teil desselben wieder neu in herrlicher Gestalt. Er brachte aus aller Herren Länder Bäume und Sträucher mit, die er anpflanzen ließ und dadurch den Park in den Jahren 1889-1891 neu gestaltete. So istjener auch heute noch eine botanische Sehenswürdigkeit. Die beiden hier abgebildeten Tempelchen konnte man noch in den zwanziger Jahren bewundern, heute allerdings nicht mehr.

27. Die Alleestraße mit ihren alten Kastanienbäumen führte früher als Prachtstraße direkt in das Schloß. Die Kastanien waren die Lieblingsbäume des Fürsten Carl August, der diese Allee anlegen ließ. Die spateren Generationen haben die Allee immer wieder, wenn alte Bäume abgestorben waren, durch neue ersetzt und so ihre Gesamtheit erhalten. Leider wurden sie nach 1945 abgeholzt und durch Lindenbäume ersetzt. Die auf der rechten Seite an der Bank stehende Linde pflanzte man nach dem Krieg 1870-1871 als 'Friedenslinde'. In einer stürmischen Nacht ist dieser Baum in den dreißiger Jahren auseinander gebroehen und wurde durch eine Neupflanzung ersetzt. Seitlich sieht mans 'Butze Wirtschaft' auch 'Bischheimer Bahnhof' genannt, denn sie war die 'letzte Station' beim Gang nach Bischheim.

28. Hier wohnte einst am ehemaligen Marktplatz der Stadtpolizist Theodor Bayer, wegen seiner roten Haare der 'Rote Bayer' genannt. Sein Bruder Emil, der wegen seiner dunklen Haare der 'Schwarze Bayer' hieß, wohnte in der Vorstadt. Schutzmann Theodor Bayer kam 1886 nach Kirchheimbolanden, während sein Bruder Emil schon funf Jahre früher eingestellt wurde. Bei den Buben war der 'Rote' am meisten gefürchtet. Beirn Feierabendbieten war er nicht so genau, während sein Bruder Emil die 'Hockebleiwer' gleich protokollierte. Im Vordergrund steht das 'Butze Waaghäuschen'. Hier befand sich einst eine Brückenwaage. Längst ist das Wohnhaus abgerissen, und auch die Waage ist verschwunden. Der Platz wurde eingeebnet und heute steht hier der große Maibaum der Trachtengruppe. Das Bild wurde 1924 aufgenommen.

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