Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Auteur
:   Konrad Lucae
Gemeente
:   Kirchheimbolanden
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3087-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchheimbolanden in alten Ansichten'

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29. Das 'Reiche Haus' kann auf eine alte Geschichte zurückblicken, In den unterenRäumen befand sich um die Jahrhundertwende die Spenglerei von Friedrich Zapp. Im Schaufenster stehen noch die alten Petroleumlampen. In 'Fürstens Zeiten' war hier die Beschließerei und im rechten Gebäude, das gerade noch angeschnitten ist, der Gemeindebackofen. Was für die Männer das Wirtshaus, war damals für die Frauen das Gemeindebackhaus. Hier konnten sie die Stadtneuigkeiten aus erster Hand erfahren. Vor dem Haus plätschert heute noch wie damals der sogenannte 'Reiche Brunnen', und obwohl ein Schild daran befestigt war 'Kein Trinkwasser', wurde sein Wasser von allen Buben und Mädels getrunken, ohne daß je jemand Schaden genommen hätte,

30. Die heutige Mozartstraße, hier ein Bild aus dem Jahre 1928, hatte schon viele Namen. Der älteste ist wohl der 'Ölberg'; 1620 nannte sie sich 'Kennelgaß'. Damals stand im oberen Teil ein Brunnen, an dem verschiedene Anwohner das Recht hatten, mit einem 'Kandel' Wasser in ihre Häuser zu leiten. Bis in die zwanziger Jahre nannte man sie 's' Lennige Bergelche", weil im heutigen Schwesternhaus der ehemalige Bürgermeister Lennig wohnte und dort ein Konfcktionsgeschäft betrieb. Auf der linken Seite, im Eckhaus mit der Gaslaterne, wohnte der Kantonsarzt Dl". Hitzfeld, dessen Tochter Mathilde bei dem Kampf der Frcischaren gegen die Preußen im Jahre 1849 aktiv mitwirkte und hinter den Barrikaden stand. Auf der rechten Seite, in dem Haus mit dem Erker, war irn 18. Jahrhundert die Oberkellerei untergebracht,

31. Der Turm der Peterskirche hatte früher in Höhe der Verschieferung einen Rundgang mit einer schönen Holzbalustrade, wie wir hier auf dem Bild sehen. Der Türmer wohnte noch in dem daneben liegenden Türrnerstübchen und hatte von hier oben einen herrlichen Weitbliek über das gesarrite Weichbild der Stadt. Wie oft sind die Bürger aus ihren Betten hochgefahren, wenn Nachts der Türrner bei einem ausbrechenden Brand die 'Schutzglocke" leutete und ihr heller Klang durch Mark und Bein ging. Noch in unseren Tagen wurde das sogenannte 'Schulglöckchen' bei Feuersgefahr geläutet. Von hier aus wurde noch in den zwanziger Jahren das neue Jahre 'angeblasen', Langst ist der Türmer verschwunden, und bei der Erneuerung des Turmobergeschosses im Jahre 1931 wurde auch die Balustrade entfernt.

32. Die Peterskirche ist die älteste Kirche der Gemeinde. Um 1214 erstmals erwähnt, war sie ursprünglich St. Remigius geweiht. Nach der Reformation erfolgte die Namensänderung. An dem Kirchengebäude läßt sich leicht erkennen, daß verschiedene Zeiten an ihm gebaut und es erweitert haben. Vor dem Altar befindet sich die Gruft der Fürstin Carotine von Oranien, die Protektorin der im Jahre 1738 gegründeten reformierten Gemeinde. Der Bogen in der Rückwand wurde in neuester Zeit durchbrochen und ein Chorraum im unteren Turmgeschoß geschaffen; auch die innere Ausstattung wurde dabei verändert. Wie oft durften wir als Buben den Blasebalg der Orgel treten und heimlich wurde auf der Empore während der Predigt in die Holzbalken und Bretter Namen eingeschnitzt, wie es schon viele Lausbuben vor uns getan haben.

33. Auch das Rathaus in der Langstraße hat schon manche Veränderung über sich ergehen lassen. Im 19. Jahrhundert befand sich Parterre die Spritzenremise, im ersten Stock waren die Amtsräume des Friedensrichters und im zweiten Stock das Archiv der Bürgermeisterei. Der Stadthausturm diente bis 1827 als Gefängnis. Langst sind die Räumlichkeiten für die Verwaltung zu klein geworden und die Stadtbehörde ist in ein neues Rathaus umgezogen. Die gegenüberliegende Apotheke 'Zum Schwanen' ist bereits über 250 Jahre alt und bestand schon als 'Hofapotheke", An diese Zeit erinnert unter anderem noch eine schöne Barockdecke, im Verkaufsraum. In neuerer Zeit wurde das Gebäude von dem heutigen Besitzer Franz Josef Jungmann sachkundig renoviert.

Kirchheimbolanden Am ~alhaus

34. Geht man von der 'Unterstadt' kommend durch den Stadthausturm, so sieht man gleich linker Hand den 'Apothekerturrn'. Hier stand die Burg Heinrich von Spanheims, die erste innerhalb unserer Stadt. Der Turm war der Bergfried und wurde später in die Stadtmauer mit einbezogen. Rechts das Haus war früher das des Scharfrichters; ein unterirdischer Gang führte von hieraus zu dem Eckturm, in dem sich das Verlief befand. Der Letzte, der von hier seinen Gang zum Galgenberg antrat, war ein gewisser Lorenz, der wegen Mordes Ende der neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts gehängt wurde. Den Garten hat die Stadt gekauft und eine Anlage mit Aufgang zur Liebfrauenkirche geschaffen. Bei der Renovierung des Turmes mußte leider das Gartenhäuschen wegen Altersschwäche abgerissen werden. Dieses Bild wurde im Jahre 1925 aufgenommen.

35. Die Langstraße zeigt sich im Jahre 1924 noch mit ihrem alten Kopfsteinpflaster, das schon der Domherr und Mineraloge Freiherr Franz von Beroldingen in seiner Reisebeschreibung 1788 erwähnte, weil sie damals eine Besonderheit war. Im rechten Haus, das um 1740 erbaut wurde, wohnte der letzte Messerschmiedemeister Kirchheimbolandens, Johann Marx. Vor 130 Jahren kam sein Vorfahre nach Kirchheim und gründete ein Messerschmiedegeschäft. Seine erste Tätigkeit war damals das Schleifen und Herstellen der verschiedenartigsten Waffen, die von den Revolutionären der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts benötigt wurden. Im gegenüber liegenden Haus war das Schuhgeschäft Stabel, und im folgenden Gebäude hatte die alte Frau Bergsträßer ihren Gemüseladen.

36. An der Ecke Langstraße-Neugasse befand sich das Kolonialwarcngcschäft Dittel. Es war die Zeit, als man noch alles abgewogen bekam und Öl und Essig mit dem Meßbehälter gemessen und mittels Trichter in die rmtgebrachten Flaschen geschüttet wurden. Daß damals noch die 'gute alte Zeit' herrschte, geht aus folgender Anekdote hervor: Bei 'Dittel Vorgänger' kommt abends um 20 Uhr eine Frau und sieht den Besitzer am Fenster liegen. Sie fragt, ob sie ein Rollchen Kautabak bekommen konne. 'Drücken se nor uff die Schlink und gehen se einstweile in de Lade, ich kumm gleich nooch', sagte der Kaufmann. Als die Frau auf die Klinke drückte, merkte sie, daß die Tiir verschlossen war. Da meinte der Besitzer: 'Ach Gott, do hab ich heitmarche vergeß uffzuschließe!'

37. Hier haben die Buben und auch zwei Mädchen aus der 'Hundsgaß' sich im Jahre 1910 zu einem Erinnerungsfoto vor das 'Schönewei:ße Haus' zusammengefunden. Die Hundsgasse mündet hier in die Langstraße, die früher Holländergaß hieß. In den zwanziger Jahren wurde die Hundsgasse dann in 'Gutenbergstraße' umbenannt, da in einem Anwesen sich eine Bürobedarfsartikelfabrik etabliert hatte und auch der Besitzer jenes Hauses den alten Namen zu 'anrüchig' fand. Der Name kommt aber nicht von Hund sondern Hundo, dem Hundertschaftsrichter der Franken. Die Straße ging früher in gerader Richtung zum 'Staffelstein' , der Dingstatt der Franken. So nannte sich auch die Straße früher nicht 'Hunds'·, sondern Hundgasse und trug somit eine der ältesten Straßenbezeichnungen der Stadt,

38. Der älteste und größte Verein, der sich der Pflege der Leibesübungen gewidmet hat, ist der 1861 gegründete Turnverein. Geturnt wurde auf dem Schafhausplatz und ab 1862 in der leer stehenden Liebfrauenkirche, die man als Turnhalle umbaute. Das Bild zeigt die Musterriege des Turnvereins mit ihrem Turnwart Karl Mahler aus dem Jahre 1905. Einige Riegenrnitglicder sind noch bekannt: Von links nach rechts, in der hinteren Reihe der dritte Turner hieß Göring, neben ihm stehen Franz Weiser und Fritz Balthasar, Nummer 7 Otto Jung, Nummer 8 Karl Balthasar, Nummer 10 Baumgärtner und Nummer 11 Seib. Sitzend: Nummer 2 Ballmann, anschließend Fritz Zepp, Turnwart Mahler und Heinrich Thomann. Die beiden liegenden Turner sind Paul und Chormann.

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