Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Auteur
:   Konrad Lucae
Gemeente
:   Kirchheimbolanden
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3087-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchheimbolanden in alten Ansichten'

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39. Versteekt zwischen Bäumen liegt die Liebfrauenkirche mit ihrem zierlichen Turrn, Sie steht auf dem Grundriß einer gotischen Kapelle, die 1250 Graf Heinrich IJ. von Spanheim seiner Gemahlin Adelheid von Katzenelnbogen erbaute. Im Jahre 1624 wurde um diese Kirche ein Gottesacker angelegt, der bis 1839 Benutzung fand. Heute künden nur noch einige wenige Grabdenkmäler, die an der Umfassungsmauer stehen, vom Werden und Vergehen der damaligen Bewohner. Die Kirche selbst ist zu einem Schützenhaus umgebaut. Es wäre wohl interessant zu wissen, über was sich die beiden Gyrnnasialschüler, die hier vor fünfzig Jahren über den alten Friedhof gingen, unterhalten? Kaum über die Geschichte der alten ehemaligen Kapelle!

40. Vor 67 Jahren, am 18. März 1911, veranstaltete die Ortsgruppe des Pfälzerwaldvereins für ihre Mitglieder einen Unterhaltungsabend mit Gesangsdarbietungen und Mundartvorträgen sowie als Kernstück die Vorflihrung der 'Pfälzischen Schpinnstub', ein Stück des bekarmten Mundartdichters Paul Münch. Der 'Kirchheimbolander Anzeiger' berichtete damals, daß 'die echten farbenprächtigen Kostüme, die flotte Darstellung und die Liebe zur Heimat und zum Volk, die das Ganze durchzieht, der Aufführung zu einem vollen Erfolg verhalfen'. Zur Erinnerung ließ sich die ganze 'Schpinnstub' fotografieren, als hübsches Andenken an diesen schönen Abend.

41. In den zwanziger Jahren entfaltete sich in unserer Stadt das Theaterspielen und Musizieren zur höchsten Blüte. Es gab damals fünf Kapellen, nur aus Laienmusikem zusammengestellt. 1925 wurde vom Musikverein die Operette 'Verliebte Leute' aufgeführt, Ein Jahr zuvor brachte der Pfälzerwaldverein die Operette 'Winzerliesel' heraus, die ebenfalls, wie die des Musikvereins, ein voller Erfolg wurde. Das Bild zeigt die Mitwirkenden der 'Verliebten Leute', nach ihrer ersten Prämiere. Von links nach rechts, kniend: Ännchen Beek und Katharina Baab. Erste Reihe: Fritz Zinck, Katharina Lawaldt, Philipp Kaspar, Margarethe Drechsel, Emma Klein, Amalie Kaspar, Linchen Pfannenstiel, Hedwig Steingaß, Willi Ims und Kapellmeister Franz Ziemer. Zweite Reihe: ElIa Steingaß, Kar! Zänger, Änne Ims, Fritz Kaspar, Emil Klein, Gottlieb Wendland, Eugen Zanger, Ludwig Pfannenstiel, Willi Zierner, ein Unbekannter und Fritz Baab,

42. Hier zeigt sich der untere Teil der Langstraße aus dem Jahre 1925 mit seinen alten Fachwerkhäusern, die leider alle unter Verputz liegen. Der Bauer Karl Schneeganß ist gerade aus seinern Haus herausgekommen, das an der linken Seite zu erkennen ist, um ins Feld zu gehen und Klee für seine Ochsen zu mähen. Er fuhr mit einem Paar Langhornochsen, die er sich extra aus Ungarn hatte kommen lassen. Im rechten unteren Eckhaus wohnte der Schuhrnachermeister Jakob Stumpfhäuser, 'Hans Sachs' genannt; daher hieß auch das Gäßchen neben seinem Haus 'Hans Sachs Gäßchen'. Von dem Eekfenster seiner Werkstatt übersah er den ganzen Verkehr und wenn die Landbewohner ins Städtchen kamen, da stellten sie sich beim Jakob am Eekfenster ein, um dort die Neuigkeiten auszutauschen.

43. Das Haus von Bäckermeister Carl Jung in der Langstraße ist längst abgerissen. Bei ihm bekam man die besten Laugebrezeln weit und breit. An einem schönen Sonntagmorgen des Jahres 1913 schaut aus dem unteren Fenster der Sohn Otto heraus und im Oberstock lacht seine Schwester Gretel in die Linse der Kamera. Der 'Junge Otto' war ein ausgezeichneter Geräteturner und auch immer zu einern Streich aufgelegt. Das Haus hatte über eine Scheune Verbindung zur Holzgasse. In der Neujahrsnacht wurde am Tor gewartet bis sich der Stadtpolizist, der 'Rote Bayer' zeigte und mit einem doppelläufigen Terzerol in die Luft geschossen. Wenn dann der Hüter des Gesetzes ankam, war das Tor längst zu und in der Holzgasse krachte es. Sofort rannte der Bayer durch das 'Hans Sachs Gäßchen' in die Holzgasse, da krachte es aber schon wieder in der Langstraße. Es dauerte nicht lange, so mußte der Gendarm fluchend und schwitzend das Spiel aufgeben.

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44. Auf dem rechten Teil der Langstraße sieht man zwei Häuser, einstöckig mit Mansardendach, sogenannte 'Holländerhäuser'. Deshalb nannte sich auch die obere Langstraße bis ins 19. Jahrhundert 'Holländergaß'. Auf Veranlassung von Fürstin Caroline, die sich bei der Kirchheimer Bürgerschaft größter Verehrung erfreute, wenn sie auch niemals ihre holländische Heimat vergessen konnte, wurde eine große Zahl dieser Wohnhäuser vor der 'überpforte' errichtet. Heute ist nur noch eines davon erhalten geblieben. Nach der Erzählung einer alten Kirchheimerin hatten im November 1897 's' Rebs' (später Brust) geschlachtet und als gerade die Wurst fertig war, hieß es auf einmal 'es brennt', Dabei sind die einstöckigen Holländerhäuser Nummer 53 (Thiese), 55 (Reb) und 57 (Deubel) niedergebrannt.

45. Die Breitstraße ist eine der Querverbindungen unserer Stadt, die über Bastenhaus zum Donnersberg führt. Links ist die Wirtschaft 'Zum Donnersberg'. Sie wird heute noch nach dem früheren Besitzer 's Brehms Eek' genannt. Der Küfer und Bierbrauer Johann Philipp Brehm kam 1769 nach Kirchheim und richtete sich hier ein Brauhaus mit Wirtschaft ein, Ein Haus weiter kündet ein großes Hufeisen, daß hier der Hufbeschlagschmied Burgey wohnte. Gegenüber befindet sich die Weinwirtschaft Fretz. Im Jahre 1843 kaufte der damalige Bäcker und Wirt Jakob Fretz das Gasthaus 'Zum goldenen Karpfen', wie die Wirtschaft damals genannt wurde. Vor den Fenstern sieht man noch die verlängerten steinernen Fensterbänke, auf denen früher die Backwaren ausgelegt und verkauft wurden.

46. Auf dem 'Freien Platz' hielten früher die Holzfuhrwerke aus Mauchenheim, wenn sie nach ihrer alten Holzgerechtigkeit aus dem Jahre 1577 im Donnersberger Wald Brennholz holten. In der gegenüberliegenden Wirtschaft Brehm wurde dann jeweils ausgiebig Rast gemacht und auch den 'Gäulen' vergönnte man eine Verschnaufpause. Der Pumpbrunnen ist inzwischen jedoch längst verschwunden und auch der Staketenzaun um das Kriegerdenkmal, das zu Ehren der Gefallenen im Krieg 1870-1871 errichtet wurde. Im Hintergrund ist die katholische Kirche mit Pfarrhaus zu sehen, dem sich das 1881 errichtete neue Amtsgerichtsgebäude anschlicßt. Nach einer Ära von 95 Jahren hat vor kurzem auch das Amtsgericht seine Pforten geschlossen und wurde mit dem Amtsgericht Rockenhausen zusammen gelegt. Unsere Ansicht wurde um 1890 aufgenommen.

47. Im Jahre 1923 wird in Koblenz die 'Rheinische Republik' ausgerufen, die eine Loslösung des linken Rhein1andes von Deutschland zum Zwecke hatte. Auch in Kirchheimbolanden zogen am 5. November 1923 die 'Separatisten' ein und besetzten das Bezirksamt. Der in dem Gebäude versammelte Selbstschutz sollte die Besetzung vereiteln und wurde deshalb schon Tage vorher von den Franzosen ins Gefängnis gesperrt. Nach vielen Drangsalen ging dieser Spuck am 17. Februar 1924 zu Ende. Das Bild zeigt die Mitglieder des Selbstschutzes im Kirchheimbolander Gefängnis. Von links nach rechts, sitzend: Karl Lander, Franz Reinisch und Rudolf Engel, Stehend, erste Reihe: Georg Bug, Riesemann, Josef Klinger, Fichtel, Fuchs, Loh und Theo Rihlmann. Zweite Reihe: Heinrich Zepp, Willi Brand und Jakob Usner. Hintere Reihe: Karl Baden, Fritz Kaspar und Julius Schabler. Der Gefängniswärter Seelig machte es seinen Insassen aber nicht allzu schwer.

48. Unser Bild zeigt die Amtsstraße zujener Zeit, als man noch das Wasser an den Pumpbrunnen holen mußte und die Petroleumlampen über der Straße baumelten, von denen hin und wieder die eine oder andere bei einem Sturrn herunterfiel. In dem linken Gebäude mit Freitreppe und gemauerter Einfassung befand sich um 1773 die 'lutherische Caplaney und Mägden Schulhaus'. Diese Straße nannte sich im 18. Jahrhundert 'Prinzengaß', denn im rückwärtigen Quergebäude wohnte Freiherr de la Poterie, der Erzieher des damaligen Prinzen Carl Christian, Es war ein dreistöckiger Fachwerkbau, mit Schiefer verkleidet. Im Jahre 1818 erwarb die Stadt das Haus, In ihm war das Landkommisariat (Bezirksamt) untergebracht, bis das Gebäude 1880 abgerissen und an seiner Stelle das in Bild 46 gezeigte Amtsgerichtsgebäude gebaut wurde.

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