Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Auteur
:   Konrad Lucae
Gemeente
:   Kirchheimbolanden
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3087-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchheimbolanden in alten Ansichten'

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49. Der berühmteste Ehrenbürger unserer Stadt ist der hier im Jahre 1826 geborene 'Wirkliche Geheime Admiralitätsrat Professor DI. Georg von Neumayer'. Obwohl Dr. von Neumayer nur die ersten Jahre seiner Kindheit in unserer Stadt verlebte, hatte er seinem Geburtsort immer die wärmsten Syrnpathien bewahrt. Schon 1855 gelang ihm die erste, noch heute weitestgehend gültige, magnetische Vermessung der Pfalz. Der große Naturforscher war außerdem Gründer der Seewarten in Melbourne und Hamburg, deren Direktor er war. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten entstammen seiner Feder. Seinen 80. Geburtstag feierte er auf dem Schillerhain. Am 25. Mai 1909 schloß er für immer die Augen und fand in Neustadt a.d. Haardt, wo er auch die letzten Jahre seines Lebens verbracht hatte, seine Ruhestätte.

50. Dieses Bild gibt den oberen Teil der Arntsstraße im Jahre 1897 wieder. Die Namen der Kinder und erwachsenen Personen sind längst vergessen. Hinter den Baumkronen versteekt steht das Wohnhaus des ehemaligen fürstlichen Geheimen Rates Freiherr von Botzheim. Das nächstfolgende Haus ist das Progymnasium, an dessen Aufbau gerade fleißig gearbeitet wird. In der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1896 war dieses Schulgebäude abgebrannt. Das rechte Gebäude ist das Geburtshaus Georg von Neumayers. In fürstlicher Zeit befand sich in den Baulichkeiten die Amtsschreiberei und die fürstliche Bierbrauerei. Das 'fürstliehe Bier' wurde in dem folgenden Haus, dem Gasthof 'Zum Prinz von Nassau' ausgeschenkt.

51. Mit dem Heimatmuseum unserer Stadt ist Justizrat Dr. Gustav Breith auf das Engste verbunden. Durch seine Sammeltätigkeit in den zwanziger Jahren und Stiftungen der Bürgerschaft des gesaniten Kreises, konnte er in dem Wohnhaus des ehemaligen Freiherrn von Botzheim, in der Amtsstraße, im Jahre 1935 das 'Heimatrnuseum für den Bezirk Kirchheimbolanden' der Öffentlichkeit übergeben. Als Freund des Waldes und als Heimatforscher machte er sich einen Namen und noch heute ist er als 'Scherbeldoktor' bei der Bevölkerung unvergessen. Nie sah man ihn, den eingefleischten Junggesellen, ohne seine 'Virginia' im Mund und seinem Dackel, wenn er durch die Straßen unserer Stadt ging. Im Jahre 1958 ist er in Neustadt im Alter von 79 Jahren gestorben.

52. So zeigte sich der Vorplatz der Paulskirche mit seinen herrlichen Linden- und Kastanienbäumen dem Betrachter in früherer Zeit. Am 28. November 1788 wurde hier der im Alter von 53 Jahren verstorbene Fürst Carl Christian von zwölf Ratsherrn und fürstlichem Gefolge in die Paulskirche getragen und in der dortigen Gruft beigesetzt.

Das im Hintergrund stehende Fachwerkhäuschen ist das im Jahre 1885 erbaute Eichamt. Ab 1902 wurde die Eichrneisterstelle durch das 'Königlich-baycrischc Bezirksamt' vergeben; vorher war das Eichen eine Nebenbeschäftigung und jeweils auf einen dreijährigen Bestand an den Meistbietenten versteigert worden. 1938 ist das Eichamt dann aufgehoben worden, und längst ist auch das Eichhäuschen verschwunden.

53. An einem schönen Sommertagmorgen des Jahres 1928 ist dieses Bild aufgenommen worden. Im Hintergrund sieht aus dem Blütenrneer des Schloßgartens das ehemalige Ballhaus hervor. Unser Heimatdichter Ernst Kiefer, der hier im Vordergrund steht, ist gerade im Begriffe ZUI Kirche zu gehen. Sein Geburtsort war Homburg, wo er am 16. Februar 1869 zur Welt kam. In seinem zweiten Sammelband 'Kiefemodle' schreibt er: Es ist net netig Borzelbääm zu schlache, uff pfäiztsch loßt sich alles sache. Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte er in unserer Stadt. Sein Wahlspruch, den er sich gesetzt hatte, sagt so alles was er in seinem Herzen und seinem Gemüt uns allen wünscht:

Trotz Blattläus, Neid und schwerer Schdunn Un dickem Wolkeflor,

E Pälzer Herz findt doch sei Sunn Im goldige Humor.

54. Dieses im Jahre 1925 entstandene Bild zeigt das allen Kirchheimern bekannte 'Trippeltreppchen' neben der Paulskirche. Die Markthäuschen im Hintergrund erinnern noch an die Zeit, als um die Paulskirche sich der Marktplatz befand. Neben den vielen Berufen wie Leineweber, Drechsler, Spengler und Messerschmied hatte auch der 'Häwner' sein Markthäuschen. Sein Geschäft blühte auf dem Wochenmarkt, der allrnontags gehalten wurde. Im Jahre 1849 fanden die preußischen Truppen im Markthäuschen des Häfnermeisters Lawaldt ein Fäïschen Pulver, das die Freischaren zurückgelassen hatten, Lawaldt wurde deswegen der Teilnahme am Aufstand verdächtigt und sollte erschossen werden. Nur dem energischen Dazwischentreten des damaligen Bürgerrneisters Becker war es zu verdanken, daß Lawaldt frei kam.

55. In einer alten Kirchheimer Zeitung ist zu lesen, daß sich schon 1858 eine Narrengesellschaft gebildet hatte, und auch die närrische Zeitung 'Kerchemer Stuß' wurde ebenfalls mit der Wiedergründung vor 170 Jahren eingeführt. Aus diesem fastnachtlichen Geschehen anfangs des 19. Jahrhunderts war die Kapelle Schäfer nicht wegzudenken. Bei dem 'Musikschäfer', wie er genannt wurde, haben auch viele Generationen die ersten Tanzschritte gelernt und manche zarten Bande wurden dabei geknüpft, die sogar ein Leben lang hielten. Auf unserem Bild sieht man die Kapelle Schäfer um 1900 in Fastnachtstracht: von links nach rechts, stehend: Georg Marschall, Rauch Morschheim, Jakob Dietz, Heinrich Rembe, Ludwig Lawaldt, Adam Rembe und Karl Dietz. Sitzend: Kar! Drechsel, MusikSchäfer, Nungässer und Wilhelm Marschall.

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56. Das hier gezeigte Haus war die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde unserer Stadt. Sie wurde im Jahre 1835 erbaut und bot über einhundert Personen Platz. Im 18. Jahrhundert stand auf dem gleichen Platz das fürstliche Badhaus. In den zwanziger Jahren war Herr Silbermann Rabbiner und als Lehrer an der Volksschule angestellt. In der gesamten Stadt war er geachtet und beliebt und als guter Redner bekannt. So hielt er auch bei dem grofsen Waldvereinsfest im Jahre 1932 auf dem Schillerhain die Begrüßungsansprache, die kein Ende nehmen wollte. Da kam auf einmal ein Windstoß und nahm ihm seine Notizen mit. Worauf er resigniert sagte: Die Natur ist stärker als ich, ich muß deshalb schließen, was mit großem Beifall aufgenommen wurde.

57. Der 'Husarenhof' ist durch einen Torbogen mit der Mozartstraße verbunden. Das rechts stehende Haus war im 18. Jahrhundert die Kaserne der berittenen 25 fürstlich Nassau-Weilburgischen Husaren, Gegenüber befand sich das ehemalige ftirstliche 'Comödienhaus', Am mittleren Gebäude, das mit dem Nachbarhaus einen gemeinsamen Giebel besaß, konnte über der Haustür noch ein unter Putz liegender Eichenbalken mit aufgeschnitztem Menuett festgestellt werden. Wie man auf dem Bild sieht, ist wenig von der fürstlichen Zeit übrig geblieben. Unter der Tür stehen die Tochter des in den zwanziger Jahren hier wohnenden Schneidermeisters Adam Heiß. Nach dem Kleid des kleinen Fräuleins in der Mitte zu schließen, wurde das Bild an einern Sonntag aufgenommen.

Luftkurort Kirchheimbolanden

Partie a. d. Stadtrnauer

58. Eine der schönsten und romantischsten Teile unserer Stadt eröffnet sich dem Spaziergänger an der Schillerstrafse. Hier ist zwischen dem Roten und dem Grauen Turm noch ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten. In neuester Zeit hat der Graue Turm wieder eine Haube bekommen und auch die Wehrmauern werden restauriert. Das am rechten Bildrand angeschnittene Haus von Theobald Jung wurde abgerissen. Doch von der Romantik hat dieses Stück unserer Stadtgeschichte nichts verloren. Besonders im Frühling, wenn die im vorgelagerten Stadtgraben stehenden Bäume ihren Blütenschmuck angelegt haben, präsentiert sich dieser Teil in seinem schönsten Kleid.

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