Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Kirchheimbolanden in alten Ansichten

Auteur
:   Konrad Lucae
Gemeente
:   Kirchheimbolanden
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3087-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kirchheimbolanden in alten Ansichten'

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59. Um eine Verbindung der Holzgasse mit der Schillerstraße herzustellen, wurde die Stadtmauer durchbrochen. Unter dem 28. Juli 1885 kann man dazu im 'Kirchheimbolander Anzeiger' folgende Notiz lesen:

Der Durchbruch der Holzgasse ist vollzogen und heute in aller Frûhe passierte schon mancher durch die in das Bogengewolbe der Stadtmauer neben dem Turm gebrochene Öffnung... Der Liederkranz hatte anläßlich seines 'Leberknödelessens' sogar ein Gedicht dazu heraus gebracht, in dem es unter anderem heißt:

Die Holzgaß ward durchbrochen Jiingst bei Gelegenheit

Es hat dort schlecht gerochen Manchmal in frûherer Zeit.

Jetzt konnen frische Winde Durchstreifen frei die Straß Kein Mensch braucht mehr 'ne Binde Zu schûtzen seine Nas.

60. Jede Stadt hat ihre verträumten winkligen Ecken und Sträßchen, die von einer gewissen burgerlichen Behäbigkeit zeugen. Im linken Haus wohnte in den zwanziger Jahren der 'Milcb-Keidel', der mit seinem Pferdewägelchen auf dem die Milchkannen standen, die Milch ausfuhr und jedem sein Quantum noch mit dem Schöpfblech in die mitgebrachten Töpfe maß. Im rechten, senmalen Fachwerkhaus, das seinen Eingang in der Langstraße hatte, wohnte der Messerschmiedemeister Lübeck. Das Quergebäude am oberen Ende des Gäßchens ist das Höllriegel'sche Haus, in dem sich im Jahre 1624 die Wirtschaft 'Zum Löwen' befand.

61. So zeigte sich die Holzgasse dem Besucher vor 55 Jahren. Der Pferdewagen ist mit Weinfässer beladen. An der ungespannten Haltekette sieht man, daß die Fässer noch leer sind. Gleich wird der Bauer Andreas Steingaß mit seinen Pferden aus dem Hoftor kommen, um über Land zu fahren. In dem oberen Haus mit dem großen Tor wohnte der Spediteur Hofmann. Die Bäume zeigen die Jahreszeit an. Es ist ein herrlicher Frühlingstag. Wer kennt wohl noch die Dame, die sich hier in ihrem neuen Sommerkleid präsentiert und wer kennt wohl so noch die Holzgasse? Viele Gebäude sind abgerissen, und von den rechten Häusern steht keines mehr; sie mußten dem heutigen Parkplatz am 'Römer' weichen,

62. Die Schillerstraße zeigthier noch eine fast ländlichc Idylle, die sie mitlerweile längst verloren hat. Wo die Baumstämme liegen, zweigt heute linker Hand die Donnersbergstraße ab. Längst ist die Gaslaterne verschwunden, und auch der Staketenzaun steht nicht mehr, An das Rondell mit dem Baum im Hintergrund, am Rand der Straße, kann sich wohl auch keiner mehr erinnern, Das Ganze wird überragt von den vielen Türrnen, die auch heute noch der Stadt ihr Gepräge geben. Im unteren Teil setzt sich noch die Schillerstraße, wie dieses Bild aus dem Jahre 1890 zeigt, als Feldweg fort.

KIRCHHEIMI3DLANDEN NEUE PRÄPARANDENSCHULE.

63. In unserer Stadt bestand schon 1866 eine katholische Präparandenschule, die im Ballhaus untergebracht war. Nachdem die Stadt im Jahre 1903 einen Bauplatz an der Schillerstraße unentgeldlich zur Verfügung gestellt hatte, entstand die hier abgebildete moderne Anstalt, Ab 1907 nahm man auch protestantische Schüler 'offiziell' in die Schule auf. Leider wurde sie 1923 aufgelöst und mit der Schule in Kaiserslautern zusammengelegt. In die Baulichkeiten zog damals das Kreiskrankenhaus mit ihrem leitenden Arzt Eugen Sießl ein. Auch heute noch lächelt der in den Schlußstein des Einganges eingehauene Magister mit seiner Nickelbrille und erhobenem Zeigefinger auf die Besucher herab; ja, wenn der erzählen könnte!

64. Im Jahre 1838 wurde die erste 'Kirchheimbolarider Schützengesellschaft' gegründet. Ihr Schießplatz befand sich am 'Mühlchen'. Die Tradition lebte fort in dem 1908 gegründeten Zimmerstutzen Schützenverein und dem 1910 ins Leben gerufenen Zimmerstutzenverein Tell. Anfang der dreißiger Jahre vereinigten sich beide Vereine in den noch heute bestehenden 'Schützenverein Tell Kirchheimbelanden'. Das Gruppenbild wurde im Jahre 1911 aufgenommen und zeigt die damallgen Schützen, von links nach rechts, erste Reihe (sitzend): ein Unbekannter, Otto Jung, Wilhelm Meth, Sticksel, Kroneberger und Johann Schitter. Zweite Reihe: Weinheimer, Joharm Jung, Kunrad, Fritz Kaspar und Adam Heiß. Dritte Reihe: Wilhelm Schall, K. Schauß, Butz, Valentin Hans, Baab und .Niederauer. Vierte Reihe: Joharm Denoville, Ludwig Recke und Georg Jung.

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65. Die Darmenfelser Straße mit der im Jahre 1892 erbauten 'Bezirks-, Ob st- und Weinbausehule' wird im Volksmund auch 'Latwerchgaß' genannt. Seit 1922 heißt diese Lehranstalt 'Landwirtschaftsschule Kirchheimbolanden'. Im vorderen Haus gegenüber wohnte einst der Brunnenmeister Baumann. Mit seiner Tochter 'Bawett' (Babette) durchbohrte er auf dem Platz vor der Schule die Baumstämme für Brunnen und Deicheln. Das Haus ist längst wegen der Erweiterung des 'Linsenpfades', der heutigen Schulstraße, abgerissen worden. Die Straße war damals noch nicht gepflastert und trug nur eine Schotterdecke.

66. Mit dem 'Gehannstag' war der Name des Oberlehrers Heinrich Engel eng verbunden. Als Vorsitzender des Verkehrsvereins hatte er dieses Fest aus der Taufe gehoben. Am 27. Juni 1926 wurde der erste Gehannstag auf dem Schillerhain gefeiert. Der Festzug stand unter dem Motto: 'Die vier Jahreszeiten.' 1927 hieß das Motto: 'Das Jahr im Leben des nordpfälzischen Volkes.' Die beiden Bildausschnitte zeigen aus diesem Festzug einen Wagen des 'Schwarzen Herrgott', der besten Weinlage des Zellertales und die 'Hannese', angeführt von Johann Willig. 1928 stand der Gehannstag im Zeichen der Freischaren. Mit der Versetzung von Oberlehrer Engel kam dieses Fest zum erliegen. Wie vielleicht nur noch wenigen bekannt, wurde als Nachfolge im Jahre 1951 der Augustmarkt zu den 'Drei Sommertagen in der Kleinen Residenz' ausgebaut.

67. Nach dem Ausgang des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 hatte sich die Kaufkraft der Mark ständig verringert. Der Dollar galt vor dem Krieg 4,19 Mark, im Januar 1923 schon 7 260 Mark und stieg bis zum Dezember 1923 auf 4 200 Milliarden, eine wahrhaft astronomische Zahl. Anfang Dezember gelang jedoch die Errichtung einer neuen Währung auf Goldbasis, die Rentenmark wurde geboren. Neben den Ländern druckten damals auch viele Städte und Fabriken eigenes Geld, so auch unser Kirchheimbolanden. Daß man trotz dem Ernst der Lage nicht den Humor verlor, beweist die Aufschrift auf der Rückseite des einen Scheines:

Es kann dich diese große Zahl Zum verschwenden nicht verleiten.

Hatte doch denselben Wert Eine Mark vor Zeiten.

Die Stadt Kirchheimbolanden

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68. Ein altes Sträßchen aus der Zeit, als Kirchheirnbolanden noch von Mauern umgeben war, ist die heutige Wedegaß. Sie nannte sich im 18. Jahrhundert 'Gänsgaß'. Im Hintergrund sieht man die Werkstatt von G1asermeister Siegler, deren Wand von einem alten Rebstock eingefaßt ist. Der heute lebende Wilhelm Siegler betreibt diesen Handwerksberuf schon in der sechsten Generation. Ein Vorfahre war Verwalter im alten Kirchheimer Schloß. Das auf" der linken Seite stehende Haus wurde im 18. Jahrhundert von dem Bäcker Georg Friedrich Eberhard bewohnt. Heute gehört es zum Hinterbau der Wirtschaft 'Zur Krone'. Der rechte Fachwerkbau ist längst abgerissen und hat neuen Autogaragen Platz gemacht. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1925.

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