Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1

Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Helga Walter
Gemeente
:   Kitzingen am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2416-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1'

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9. Diese Fotografie zeigt den Empfang des Prinzen Ludwig im Hof der Weinhandlung Meuschel in der Bahnhofstraße. Der Prinz, der von 1912-1918 als König Ludwig III. von Bayern regierte, besuchte Kitzingen anläßlich des Kanaltags vom 5.-7. Juni 1909, einer Tagung des Vereins zur Förderung des Baues des Rhein-Main-Donau-Kanals. Der Weinhandel war jahrhundertelang wichtigster Wirtschaftszweig der Stadt: 1803 gab es bereits 16 Weinhändler, die ihren Wein bis in den Osten des Deutschen Reichs verkauften; 1906 deren fast 100, unter ihnen viele jüdische Kaufleute. Erst Ende des 18. Jahrhunderts gestattete der Magistrat, daß innerhalb der Mauern der Stadt Bier gebraut werden durfte.

ID. Das Bier mußte lange und hart um einen Platz in der Weinstadt kämpfen. Unser Bild zeigt die Stammtischrunde der Brauerei Lang im Jahre 1925. Untere Reihe von links sitzend: Buchhändler Franz Köhler, Marktplatz; Schuhmachermeister Kar! Dietrich, Alte Burgstraße; Büttnermeister Wilh. Kohl, Neuer Weg; Landwirt Joh. Kahl, Rosenstraße; Obmann der Feldgeschworenen Georg Weiler, Etwashausen; Buchbinderrneister WUh. Berger, Kaiser-Wilhelm-Straße, und Glasermeister Georg Stumpf, Herrengasse, Von links nach rechts stehend: Druckereibesitzer Val. Hissinger; Andreas Frank, Maschinist des Städtischen Wasserwerkes: Bäckerrneister Lorenz Kraft; Kaufmann Ed. Prötzel; die Fabrikanten Heim. Huppmann und Adam Döppert und Brauereibesitzer Wolfg. Thauer,

11. Der Leidenhof erinnert die Kitzinger an ein schmerzliches historisches Gesenehen. Hier wurden im Jahre 1525 zu Pfingsten 58 Kitzinger Bürger, die sich führend am Bauernaufstand beteiligt hatten, auf Geheiß des Markgrafen Kasimir von BrandenburgAnsbach gebJendet und aus der Stadt verwiesen. Das Gebäude auf unserem Foto diente als Getreidespeicher, ursprünglich das Zeughaus der Stadt. 1878 wurde es abgebrochen, der Staat ließ an dieser Stelle das Amtsgericht erbauen. Es sind lediglich Teile der östlichen Mauer und die alte Inschrift über der linken Türe auf der Frontseite in Stein erhalten: 'Anno Domini 1545 haben Bürgermeister un Rath a1hie dises kaste oder kornhaus von neuen bauen Jassen.'

12. An der Ecke Herrnstraße zur Ritterstraße stand dieses Haus, 'Glauberhaus' oder auch 'ehemaliges Kachelhaus' genannt, Es beherbergte von 1652-1654 das Laboratorium von Rudolf Glauber, dem Erfinder des Glaubersalzes (geboren 1604 in Karlstadt, gestorben 1670 in Amsterdam), dessen Wohnhaus in der Falterstraße stand. 1895 wurde dieses schöne Haus abgebroehen und durch einen noch heute vorhandenen Neu bau ersetzt.

13. Kommt man von der Alten Poststraße zur Kaiserstraße, so fällt der Bliek auf das ehemalige 'Permaneder's', heute 'Hanft'sche' Haus. Das barocke Weinhandelshaus mit einer wunderschönen Fassadengestaltung und einem Rundbogentor als Wageneinfahrt verfügt wie früher viele Wemhandlungen über einen in den Muschelkalk gehauenen mehrstöckigen Keller. Links davon zeigt unser Foto die Maßschneiderei Jakob Schäfer und rechts den Schuhwarenhändler Preger, der sein Geschäft bis in die dreißiger Jahre betrieben hatte. Ob die Namensgleichheit des angesehenen Kitzinger Kaufmanns Ignaz Permaneder mit der Gestalt in Thomas Manns 1901 erschienenem Roman 'Buddenbrooks' zufälliger Natur ist, bleibt dahingestellt.

14. Ein beschaulicher Sommertag ist auf unserern Foto festgehalten: Der Marktplatz mit dem Rathaus, einem stattlichen Gebäude im Stile der Frührenaissance. Es wurde in den Jahren 1561-1563 unter dem Baumeister und Bürgermeister Friedrich Bernbeek errichtet. Im Vordergrund steht der Kiliansbrunnen - der Heilige Kilian ist der Sehutzpatron Frankens. Hier ist der angestammte Markt der Fischer; heute bietet nur noch ein Vertreter dieser Zunft seinen Fang feil. Die Dachveranda des Haushaltswarengeschäfts links ist nicht mehr vorhanden. Hinter den Dächern hebt sich der Marktturrn hervor, der früher durch ein Gebäude mit einer Tordurchfahrt mit dem Rathaus verbunden war.

15. So zeigte sich der Marktplatz von der Oberen Kirchgasse sus, Links befindet sich ein heute noch existierendes Spielwarengeschäft, damals 'Enfanterie & Spielwaren' genannt, mit einem 'großen Lager in selbstgefertigten Dreharbeiten', daneben ein Bürstenmacher, eine Metzgerei und ganz am Rande die Löwen-Apotheke. Durch Luftdruckeinwirkung am 23. Februar 1945 zerbarst die Steinplastik des Löwen auf dem Sockel über der Laterne. Im Hintergrund ragt der Turm der Petrinikirche hervor; eine Pferdekutsche, ein Handwagen mit einer Milchkanne und neugierige Kinder runden die malerische Idylle ab. Ein Brand am 18. November 1914 äscherte die Häuserreihe ein, so daß diese Seite des Marktplatzes heute ein anderes Bild bieter.

16. An der Nordseite des Rathausgebäudes zeigt sich das 'Kitzinger Kätherle ', aus der Weinkanne trinkend, in seiner charakteristischen Pose. Die Chroniken berichten uns, daß die Figur den weiblichen Trunkenbold, wie er in den unteren Ständen der Bürgerschaft zu finden war - mit seiner ungezogenen Gebarde zum Kloster hinüber -, versinnbildlicht. Sie drückt aber auch die Freude der Bürger aus, weil diese einen Prozeß um einen strittigen Besitz von Weinbergen gegen die Äbtissin gewonnen hatten. Der Giebel des Hauses, das sich rechts anschließt, wurde in den dreißiger Jahren im Zuge von Renovierungsmaßnahmen abgebrochen. Im Jahre 1977 wurde an dieser Stelle der Anbau des Rathauses errichtet,

17. Das Gegenstück zum 'Kitzinger Kätherle' ist der 'Fränkische Häcker am Rathaus zu Kitzingen am Main', eine Steinplastik an der Südostseite des Gebäudes. Zu diesem Wahrzeichen des Weinbaues, dem Häcker, schuf der Kitzinger Fabrikant und Heimatdichter, Kommerzienrat Alfred Buchner (geboren am 12. Juli 1868 zu Kitzingen. gestorben am 7. Februar 1942 daselbst), folgenden humorvollen Reim:

I brauch keen Apothäker un a keen Dokt'r niet,

sou lang's in Frank'n Wengert un Frankawei no git ...

Sou halt i's bis i alt war

un soll mal g'storb 'n sei,

na läigt m 'r in mei'n Sarg

a Kriiagla Frankawei.

Des breng i unnerm Hargott als Gruesz von Frank 'n mit, damit ar unra Wengert

sein b'sunnern Sag'n git.

18. Das Innere des Rathauses zieren breite Treppenaufgänge und geräurnige Vorplätze. Im Obergeschoß befindet sich in der Diele eine schöne Balkendecke, im zweiten Stock wurde der Sitzungssaal - heute im Gegensatz zum neuen als 'historischer' bezeichnet - mit reicher Decken- und Wandvertäfelung ausgestattet, Renovierungsrnaßnahrnen ließen auch im Inneren das in späterer Zeit hinzugefügte Schmuckwerk verschwinden. Die im Hintergrund stehende Laterne befindet sich ebenso wie ein schmiedeeisernes Gittertor im Städtischen Museum.

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