Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1

Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Helga Walter
Gemeente
:   Kitzingen am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2416-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1'

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19. Was wäre ein Rathans ohne die Mitglieder des 'ehrwürdigen Rahts der Stadt'? Sie leiteten in ihrer Amtsperiode die Geschicke der Stadt in guten wie in schlechten Zeiten. Auf unserem Foto präsentiert sich der Kitzinger Magistrat im Jahre 1924 im historisehen Sitzungssaal Es waren damals nur Herren, und zwar erste Reihe von links: König, Kleinschroth, Wittmann, May, Gramp, Leonh. Hartner und Arauner. Zweite Reihe von links: Lang, Denninger, Spiegel, unbekannt, Eckert, 1. Bürgermeister Schuster, Brand, 3. Bürgermeister Straßberger, Lehrer Conrad und Döppert, Dritte Reihe von links:

Schadt, Dorsch, Fritz Tasch (er verunglückte 1938 vor dem Rathaus tödlich) und Weller.

20. Auch ein Stadtoberhaupt möchten wir aus der Geschichte Kitzingeus herausgreifen und dem Leser vorstellen: Bürgermeister Ludwig Graff, der von 1908 bis zu seinem durch die politischen Umstände bedingten Rücktritt im Jahre 1919 segensreich amtierte. Unter seiner Amtszeit sollte Kitzingen ein Heilbad werden und ihm haben wir es zu verdanken, daß sich Richard Rother im Jahre 1917 in Kitzingen niederließ. Es war jene denkwürdige Eisenbahnfahrt von Nürnberg aus in Richtung Kitzingen, in der Ludwig Graff mit Rother, der gerade aus dem Lazarett entlassen in Richtung Heimat, dem Spessart, fuhr, ins Gespräch kam und ihn im Hinblick auf die Pläne eines Kurortes zum Bleiben überredete. Graff unterstützte unter anderem die Errichtung der Geflügelzuchtanstalt und verwirklichte das Projekt eines Fliegerhorstes. Auf unserem Foto trägt er die Bürgermeisterkette aus purem Gold, die auch heute noch das Stadtoberhaupt bei offiziellen Anlässen ziert.

21. Die wirtschaftliche Katastrophe mit Währungsverfall und Geldknappheit, die Deutschland in den Inflationsjahren nach dem Ersten Weltkrieg heimsuchte, spiegelt sich auch im Notgeld des Kitzinger Magistrats wieder. Eine SO-Pfennig-Serie des Jahres 1921 wurde von Richard Rother (geboren 8. Mai 1890 in Bieber/Spessart, gestorben 2. November 1980 in Kitzingen) in sinnreicher Anspielung auf den Text A1fred Buchners künstlerisch im Scherenschnitt gestaltet:

Auf einmal war das Kleingeld rar, Warum? Frag' nur das Hamst'rerpaar. In des Stadtsäckels tiefsten Gründen da kunnt man nit ein Stûcklein finden. Zu Hûlf man drum gerufen hat

die weisen Väter unsrer Stadt.

Als dieser Ruf ergangen war,

zur Sitzung eilt der Ratsherrn Schar. Einmütig faßt man den Beschluß, daß hier etwas geschehen muß.

Und der Beschluß, er war ein weiser, man schaffte an den Notgeldsen ein.

f(j/zingen

J(aiser Wdf.e.'m-Strasse

22. Die 'Kaiser-Wilhelm-Straße", Prachtstraße einer jeden deutschen Stadt, erstreckt sich zwischen dem Kern der Altstadt und dem ehemaligen Klostergelande bis zur 'Prinzregent-Luitpold-Straße', vorbei am Rathaus, dem Spital und dem 'König-Ludwig-Platz". Unsere Karte zeigt im Vordergrund rechts die evangelische Kirche, direkt vorn im Bild das von Friedrich von Deuster gestiftete Paul-Eber-Denkrnal, das an den berühmten Sohn der Stadt, den evangelischen Theologen und Superintendenten zu Wittenberg, erinnert (geboren 1511 in Kitzingen, gestorben 1569 zu Wittenberg).

23. Mitten in der Altstadt versteekt liegt die frühgotische Kirche 'Zum Heiligen Grab Jesu Christi', von der Turm und Teile des Langhauses erhalten sind. Nicht beweisbar ist die Legende um ihre Entstehung unter den Tempelrittern. 1561 wurde die Kirche von den Protestanten als Fleischmarkt zweckentfremdet. Nach der Rekatholisierung Kitzingens im Jahre 1629 wurde sie ihrer ursprünglichen Bestimmung als Gotteshaus zurückgeführt. Ein damals angebrachter Stein, der an das schmachvolle Schicksal erinnerte, ist nicht mehr vorhanden. 1804 wurde die Kirche wegen Baufälligkeit geschlossen und Teile der Innenausstattung wanderten in die katholische Filialkirche Buchbrunn. Das Benefiz-Gebäude im Vordergrund, ein dreigeschossiges Giebelhans mit Schwalbenschwanzzinnen und einem rundbogigen Portal, ist um 1550 entstanden. Es diente dem Beginenorden, der in Kitzingen die Krankenpflege übernommen hatte. Beide Baueinheiten stehen heute unter Denkmalschutz.

24. 'Ein' feste Burg ist unser Gott' - unter diesern Leitwort feierte die evangelische Kirchengemeinde vom 27.-29. September 1924 das Gustav-Adolf-Fest. Die 'Petrinikirche' - vom italienischen Baumeister Petrini 1686·1693 mit einer mächtigen Barockfassade an der Eingangsseite errichtet - war die frühere Klosterkirche. Ab 1803 wurde sie als Heu- und Strohmagazin verwendet. 1817 kam sie in den Besitz der protestantischen Gemeinde. Das Kirchenschiff wurde 1945 im Luftangriff schwer zerstört, das Gotteshaus 1950 wieder aufgebaut. Die 'Vater-Unser-Glocke', Nachfolgerin der im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzenen 'Hedwigsglocke", läßt allabendlich um 21 Uhr ihren tiefen Klang bis weit in das Steigerwaldvorland hören.

25. Auch das Innere der katholischen Pfarrkirche St. Johannes zeigt sich nicht mehr in der alten Forrn, Das abgebildete Denkmal erinnerte die Gemeinde an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne. Die aus Eichenholz geschnitzte Figurengruppe von Richard Rother war von zwei schmiedeeisernen Kerzenleuchtern umrahmt. Die Namen der 86 Gefallenen der Kirchengemeinde - von 252 Opfern der Stadt insgesamt waren auf acht Eichentafeln verzeichnet. Die Plastik stellt Jesus Christus als barmherzigen Samariter dar, der in den Armen einen zu Tode ermatteten Krieger hält, Die Einweihung am 8. November 1925 fand unter reger Beteiligung der Gemeinde, der Kitzinger Vereine und des Stadtrats statt. Pfarrer Lambert stellte seine Predigt unter das Bibelwort 'Deine Toten werden leben und die Erschlagenen auferstehen' (Jesaja 26, 19). Durch Modernisierungsmaßnahmen wurde das Denkmal kaum ein Menschenalter später von seinem ursprünglichen Platz verdrängt. Lediglich die Figur selbst steht heute ohne einen Hinweis auf ihre Entstehungsgeschichte in einer Nische der Kirche.

26. Die katholische Spitalkirche St. Elisabeth - auf unserem Foto ist der Altar abgebildet - wurde im Krieg bis auf die Außenfassade zerstört. Die Pfründe wurde im Jahre 1344 von den in Kitzingen geborenen Brüdern Rüdiger und Wolfram Teufel gestiftet. Das Spital samt Kapelle wurde im Jahre 1870 neu erbaut und wirkt bis in unsere Tage als segensreiche Einrichtung. Das Portal des Spitalgebäudes ziert eine der anmutigsten Steinplastiken Richard Rothers, die Heilige Elisabeth.

27. Das Gebäude des ehemaligen Kapuzinerklosters mußte einem Neubau weichen, lediglich die Kirche blieb von den Baurnaßnahmen ausgespart. Heute entsteht auf dem Gelände ein Altenheim. Unser Foto wurde vom Graben der Inneren Stadtmauer aus aufgenommen. Die Geschichte des Kapuzinerordens in Kitzingen beginnt mit der Rekatholisierung. 1630 wurde er in die Stadt berufen und 1631 der Grundstein zum Kloster gelegt. Zwischenzeitlich hatte der Gottesdienst in der Kirche 'Zum Heiligen Grab' stattgefunden. 1634 wurden die Kapuziner von der schwedischen Zwischenregierung vertrieben, 1649 kehrten sie zurück, Am 14. Juli 1651 fand die Einweihung der Kirche statt. 1828 wurde das Kloster aufgelöst; dabei wurde in einem Teil der Gebäude das städtische Krankenhaus untergebracht.

28. 'Hauptzierde der Landwehrstraße' beschreibt ein Führer durch Kitzingen im Jahre 1909 das Gotteshaus der israelitischen Gemeinde. Es erinnert auch heute noch in seiner zerstörten Form daran, daß sich das religiöse Leben unserer Stadt nicht nur zwischen Katholiken und Protestanten abspielte, sondern daß es auch eine bedeutende jüdische Gemeinde gab. Die Grundsteinlegung der Synagoge fand am 31. Juli 1882, die Einweihung vom 7.-9. September 1883 statt. Auf unserem Foto werden dem Bauwerk im maurischen Stil die Kuppeln der beiden Türrne aufgesetzt, Die Synagoge fiel in der 'Reichskristallnacht' am 10. November 1938 schwerster Zerstörung zum Opfer. Während und nach dem Kriege wurde das heute unter Denkmalschutz stelrende Gebäude zweckentfremdet genutzt.

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