Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1

Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Helga Walter
Gemeente
:   Kitzingen am Main
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2416-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kitzingen am Main in alten Ansichten Band 1'

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59. Die 'Ebshäuser Kerm', das Kirchweihfest der Gärtnervorstadt, hat bis heute ihre Anziehungskraft auf ganz Kitzingen nicht verloren. Die historische Aufnahme 'Zur Erinnerung an den Etwashäuser Kirchweih Montag 1896' zeigt einen Querschnitt der damaligen Einwohnerschaft. Das Gruppenbild wurde an der Mainseite der Anwesen in der Mainbernheirner Straße aufgenommen. Zwischen den Häusern und dem Lattenzaun liegen die Höfe und Gärten. Den Vordergrund bildet die aufgeschüttete Winterhall, einst Schutzhafen für die größeren Mainschiffe und Schelche im Winter. Die Männer in Sportkleidung, die zum Teil Hanteln stemmen, sind Mitglieder des in den achtziger Jahren gegründeten Männer-Stemmklubs, aus dem 1911 der Turnverein Etwashausen hervorging.

Hochwasser in KITZJNGEN-ETWASHAUSEN 6. u. 7. Februar 1909

60. Vom Hochwasser am 6. und 7. Februar 1909, das weite Teile Kitzingons und seiner Vorstadt überflutete, zeugt eine Reihe von Postkarten. Auf unserem Bild ist der Bleichwasen überschwemmt. Im Hintergrund ist die Gerolzhöfer Eisenbahnbrücke und rechts ein Teil der Kreuzkapelle zu sehen, Diese katholische Kapelle 'Zurn Heiligen Kreuz' wurde 1741-1745 vom Baumeister der Residenz zu Würzburg, Balthasar Neumann, errichtet. Der kreuzförrnige Bau mit einer zentralen Kuppel und einem eingezogenen Südturm am verlängerten Südflügel ist nach Norden gerichtet, im Gegensatz zu den im allgemeinen nach Osten ausgerichteten Kirchenbauten.

61. Die Richthofenstraße ist auf dieser Aufnahme nicht so leicht zu erkennen. Der Fotograf hat im Jahre 1929 die erste Anfuhr zur neu errichteten Großrnarkthalle festgehalten. Der Gemüsebau spielte bereits Ende des 18. Jahrhunderts für Etwashausen eine bedeutende Rolle. Durch das neue Versandsystem konnten nun gezielt viele Städte des Reiches einschließlich Berlin mit Erzeugnissen der Etwashäuser Gärtner beliefert werden. Die Farbmühle im Hintergrund vor der Silhouette der Gärtnervorstadt zeigt ein unverändertes Bild.

31739 Kitzingen a. M.

,erlag v. Arthu.r Wirth, Kitzingen.

62. Der bedeutende Wirtschaftszweig der Flößerei gehört auch in unserer Gegend zur Vergangenheit. So flößte der Kitzinger Unternehmer Ernst Schuhmann 1948 das letztemaI. Durch das von Kaiser Maximilian 1. 1487 bestätigte uralte Holzstapelrecht entwickelte sich reger Handel; man benötigte Holz unter anderem für Weinbergspfähle und Bohnenstangen. Ab 1880 wurden die Stämrne mit der Eisenbahn angeliefert und hier zu Flößen zusammengebaut. Die 18 Meter langen Stämme, die für Holland zum Schiffs- und Hausbau (auf Pfählen) bestimmt waren, wurden bis zum Bau der Mainländebahn gegenüber dem Bahnhof auf Pferdefuhrwerke verladen und am Bahndamm entlang - dem 'Holländer Weg' - zum Mainufer gebracht.

63. Die Gerolzhöfer Eisenbahnbrücke mit ihren vier Flußpfeilern und das 'Gerolzhöfer Schnäfterle', gezogen von einer Dampflokomotive des Typs BB Il, geben ein unwiederbringliches Bild, das bei manchen Kitzingern wehmütige Erinnerungen hervcrruft. Mit dem Bau der Brücke, die 1891 begonnen wurde, konnte am 17. November des gleichen Jahres die Eisenbahnlinie Kitzingen-Gerolzhofen eröffnet werden. Die Brücke wurde beim Rückzug der deutschen Truppen 1945 gesprengt. In nüchternen Worten schlug sich das Ereignis in der Eisenbahn-Chronik nieder: 4.4.45 Stillegung des Gesamtverkehrs Kitzingen-Etwashausen.

panorama Y. litzir çen.

64. Die noch bestehende Eisenbahnlinie Frankfurt-Nürnberg führt hier über die Nürnberger Eisenbahnbrücke in ihrer alten Eisenkonstruktion. Durch den Anschluß an den Schienenverkehr im Jahre 1864 wurden Kitzingens Handel, Gewerbe und Industrie begünstigt, Das Mühlberggebiet ist noch weitgehend unbebaut, die Mainwiesen vor Etwashausen erstreeken sich unberührt bis zur Alten Mainbrücke. Rechts im Vordergrund führt die pappelumsäumte alte Landstraße nach Hohenfeld. Als Zusatz befinden sich auf der Postkarte das Kriegerdenkmal von 1871 und die im gleichen Jahre erbaute Königliche Realschule.

65. Mühlen besaß die Stadt durch Jahrhunderte hindurch eine stattliche Anzahl. Die meisten stehen nicht mehr, so die Spatzer Mühle der Würzburger Straße 29 auf unserem Bild. Sie lag an der äußeren Stadtmauer am Klostermühlbach zwischen äußerem und innerern Spatzertor, Die Stadtväter unserer Zeit ließen das im Jahre 1877 renovierte Gebäude einer baulichen Notwendigkeit wegen 1968 abreißen. Der fromme Spruch in Stein über der TÜTe, in dem der Besitzer Lorentz Schmidt anno 1722 Gottes Segen für das Haus erbittet, befindet sich heute im Städtischen Museum. Unsere Fotografie zeigt den letzten Müller, JosefGegg, am Eingang seiner Mehl- und Kolonialwarenhandlung.

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66, Im Süden der Stadt entstand außerhalb der Mauern die 1448 von Kaiser Friedrich lIL privilegierte Mainmühle mit sieben Mahlgängen. Das Schicksal der Mainrnühle war mit dem Wasserstand eng verknüpft, wie uns die Chroniken berichten: 1766, Das Wasser war so klein, daß kein Fremder in der Mainmûhle mahlen lassen durfte. 1784. Überschwemmung nach Eisgang. Der Mainmûller mußte 36 Stunden auf dem oberen Teil der Mühle mit Weib und Kindern in der großen Angst ausharren, bis man denselben den 29. Februarii herausbringen konnte. 1884 wurde von August Wildhagen auf dem Gelände der ehemaligen Mühle eine Dampfrnühlen- und Confiseriewarenfabrik gegründet, die bis 1969 existierte. Links auf dem Foto ist das Zeughaus der Mühle zu sehen, das heute als Wohnhaus dient. In der Mauer ist die Steminschrift aus dem Jahre 1544 eingelassen.

67. Das Gut der Jungfernmühle mit seiner Roggenbrot-Bäckerei und Wirtschaft war einst ein beliebtes Ausflugsziel der Kitzinger. Es gehört wie die meisten Mühlen zur Vergangenheit. 1922 wurde auf den Liegenschaften ein Gußwerk errichtet, das neben der bereits 1875 gegründeten 'Etsten Kitzinger Dampf-Roßhaarspinnerei' heute zu den größten Industriebetrieben der Stadt zählt, Es war früher nichts Ungewöhnliches, daß Kitzinger Familien zu Fuß zum Schwanberg wanderten und am gleichen Tage zurückkehrten. Dagegen war ein Besuch der Jungfernmühle lediglich ein bequemer Spaziergang. Das Haus links am Rande der Fotografie steht heute noch und beherbergt den Sitz der Verwaltung,

68. Den Bimbach aufwärts lag die nächste bewirtschaftete Mühle, der Reubelshof. Das große Gut mit der Mühle, dem Ökonomiegebäude und der Scheune war im Besitz des Juliusspitals Würzburg. Das gesamte Anwesen fiel dem Projekt des Fliegerhorstbaues anheim. Der Weg zum Gut von der Großlangheimer Straße - der spateren Richthofenstraße - blieb als Kaserneneinfahrt erhalten. Die Gebäude wurden durch die Bombardierung der Militäranlagen beim zweiten Luftangriff auf Kitzingen am 22. März 1945 zerstört. Die alte Bahnstation 'Reubelshof" - eine Unterstellhalle aus Holz - behielt ihren historischen Namen, bis auch sie durch mangeinden Bedarf in unseren Tagen aufgelöst wurde.

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