Köngen in alten Ansichten

Köngen in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Sonn
Gemeente
:   Köngen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1740-1
Pagina's
:   88
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Köngen in alten Ansichten'

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40. Das war die alte Apotheke von Köngen. Sie stand an der heutigen Kreuzung Plochinger-Nürtinger/ Kirchheimer-Bahnhofstraße, auf der Seite zum Neckar. Daß sie am untersten Zipfel von Köngen lag, war die Folge der amtlichen Apotheken-Lizenzierung für bestimmte Bezirke. Die Köngener Apotheke hatte gleichzeitig auch Wendlingen, Unterboihingen (damals noch selbständig) und Unterensingen zu versorgen, also diesen Orten näher zu sein. Die Nürtinger Straße gab es damals noch nicht und die Straßen waren noch nicht geteert. Am Eingang vorbei führte ein Fußweg, quer durch die Mühlwiesen, zum Mühlehof. Die Einrichtung der Köngener Apotheke war ein besonderes Schmuckstück. Die Regale mit unzähligen Schubladen, Schublädchen und Stellfächem für Glaskolben und Fläschchen waren himmelblau gestriohen. Darauf waren in bunten Farben wunderschöne Blumen und Ornamente gemalt. (Bild: 1908.)

Umerbotbtngan mit Bahnhof

41. Als Autos noch eine Seltenheit waren und in Köngen noch kaum jemand eines besaß, hatte der Bahnhof eine viel größere Bedeutung. Und der Bahnhof für Köngen war der in zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten zu Fuß erreichbare in Unterboihingen. Am 'Schwanen' vorbei fiihrte der Weg über den beschrankten Bahnübergang und dann nach rechts, zum Bahnhof. Wegen des vor dem Gebäude entlangführenden Gleises zum Güterschuppen war in der Straßenrnrtte eine Abschrankung. Rechts neben dem Bahnhof ist noch die Endstation rnit Verladeeinrichtung zu sehen, an die das aus den heutigen Unterensinger Baggerseen ausgebaggerte Kies per Seilbahn in Gondeln, über den Neekar hinweg, befördert wurde. Der Wegzeiger im Vordergrund an der Gabelung weist nach WendlingenKirchheim und nach Köngen-Plochingen. (Aufnahme von 1908.)

42. Im Jahre 1912 wurde die Köngener Brücke umgebaut. Sie sollte ihre von Fuhrleuten gefürchtete steile Auffahrt verlieren und darüberhinaus verbreitert werden. So wurden aus den vier sechs Brückenbogen. Dem großen Bauvorhaben gemäß wurde eine Lorenbahn mit Dampflokomotive eingerichtet. Unter den zahlreichen am Bau beschäftigten Arbeitern waren damals schon Italiener als Gastatbciter. Der Bau wurde stilgerecht ausgeführt und es war eine harte Arbeit, die schweren Steine zu behauen und an Ort und Stelle zu bringen. Hier im Bild die am Brückenbau beschäftigten Bauarbeiter über einem verschalten Brückenbogen. Es war kaum möglich, noch irgendwelche Köngener auf dem Bild zu identifizieren, insbesondere, da kaum noch jemand davon leben wird.

43. Hier noch ein Bild vom Brückenbau. Stolz stellten sich die Bauarbeiter vor 'ihrer' Lokomotive dem Fotografen. Für die Aufnahme schrieben sie darauf das Datum: 8.10.1912. Die grofsen Steinblöcke im Vordergrund lassen ahnen, wie mühevoll die Arbeit war. Und damals gab es noch keine VierzigStunden-Woche!

44. Oberes Bild: So sah die veränderte fertige Brücke aus.

Unteres Bild: Nach der Fertigstellung sieht man hier die nunmehr viel flachere Auffahrt. Links im Hintergrund die auch zu diesem Zeitpunkt gebaute Möbelfabrik Erwin Behr, die damals modernste Möbelfabrik überhaupt. Rechts im Hintergrund der Bahnhof Unterboihingen und im Vordergrund der württernbergisch-schwarz-rote Wegzeiger mit den Richtungsaufschriften in gotischer Schrift Unterboihingen-Kirchheim, Köngen-Plochingen und am Straßenwarthäuschen vorbei die Abgabelungsaufschrift Unterensingen.

Köngen.

45. Diese Postkarte aus dem Jahre 1911, im Verlag des Köngener Akzisers Andreas Flaig erschienen, läßt das ganze Ausmaß des Neckarwehrs erkennen, mit dem das Wasser fur den Mühlekanal gestaut wurde. Das überschüssige Wasser floß über die Fallen, die einzeln geöffnet werden konnten, in das alte Neckarbett. In dieser Umgebung herrschte im Sommer reger Badebetrieb. Oberhalb des Wehrs war es ganz nett tief, ein Paradies zum Schwimrnen. Wem die Strecke vom unteren Badeplatz (links der Linde) zum oberen zu weit war, der konnte sich auf dem Betonsockel vor den Fallen, auf dem nur zirka ein Meter Tiefe herrschte, ausruhen, bis er weiterschwamm. Zum Baden an den Neekar nach Köngen kamen viele von Kirchheirn, Ötlingen, Denkendorf und so weiter, weil es damals dort noch keine Freibäder gab.

46. Hier am einstigen Mühlekanal befand sich der Köngener Badeplatz (Einschrankung rechts). Eine Zementtreppe führte in das damals noch bebadbare Naß. Die Wassertiefe war so, daß Kinder im Schulalter noch stehen konnten. Die Linde auf der Insel, zwischen Neekar und Mühlekanal, war als Schattenspender für einen Liegeplatz sehr begehrt. Das Wehr, das den Wasserstand im Mühlekanal regelte, war ein großer Anziehungspunkt. Beliebt war es, sich in der großen Sommerhitze Kühlung zu verschaffen, indem man sich in den Hohlraum setzte, der zwischen der senkrechten Fallenwand und der darüber hinwegschießenden Wasserkaskade entstand. Wer so saß, der konnte darunter ruhig atmen und war nur durch die an dem Wassersturz unten herausragenden Beine zu sehen. Auch das Gehen über den schrägen, durch seinen Algenbewuchs glitschigen Wasserabfluß machte viel Spaß. (Bild von 1933.)

47. Der Rathausplatz im Jahre 1919. Die beiden Kinder im Vordergrund sitzen auf dem Podest vor der Ladentreppe zum Eingang in das Gernischtwarengeschäft des Akzisers Andreas Flaig, Der Holzstoß und die überdachte Bandsäge am Haus gehören zu der dort ansässigen Holzdrechslerei Josef Maier, die mit mehreren Gesellen arbeitete. Dahintcr, mit den zwei Fenstern, die Schmiede von Karl Reinhardt. Rechts die Bäckerei Zimmermann, an der eine Kutsche ohne Pferde abgestellt ist, Das Rathaus selbst besaß damals noch eine Scheune. Der Sitzungssaal befand sich im ersten Stock, über die Ecke zur Golterstraße. Das Schultheißen-Dienstzimmer lag über der Scheune und das Bezirksnotariat residierte hinter den vier Fenstern im zweiten Stock. Hinter dem gewölbten Fenster darüber befand sich der Ortsarrest, in dem örtliche Strafen verbüßt werden konnten.

48. Das Köngener Schloß in der Zeit, als in ihm noch eine Jugendherberge war. Es war die Zeit des Wandervogel und der Romantik unter der Jugend. Im Schloßhof herrschte, besonders an Wochenenden, oft buntes Treiben, wenn die Wandervögel ihre lustigen Spiele machten, mit Gitarren, Fidel und Blockflöte begleitet, ihre Schnadahüpferl zum Besten gaben, Volkstänze aufführten oder gemeinsam die schönen alten Volkslieder sangen. Uns Köngener Kindern von damals, als Zaungäste öfters dabei, blieben davon manche Erinnerungen haften. Da es nach dem Ersten Weltkrieg in der Jugend gärte und sie eigene, jugendgernäße Wege suchte, trennten sich auch die jüngeren Mitglieder der schon um die Jahrhundertwende entstandenen Bibelkreise (BK) im Zuge der geistigen Auseinandersetzung von der älteren Generation zu einem eigenen Zusammenschluß. Weil sie sich zu ihren Diskussionen in der Köngener Jugendherberge zusammenfanden, nannten sie die Vereinigung 'Köngener Bund', Dieser erlangte in ganz Deutschland Bedeutung und besteht heute noch.

49. Im Jahr 1852 übernahm Dr. Otto Weishaar von seiner Mutter, der Witwe des früheren Präsidenten der württembergischen Abgeordnetenkammer und späteren Staatsministers Jakob Friedrich Weishaar, das Schloßgut. Seine Mutter hatte Sinn für herzliche Wohltätigkeit. Nachdem durch das Aussterben des Korsettwebens in Köngen und große Mißernten, insbesondere im Jahr 1853, große Not herrschte, schuf sie im Schloß eine Klöppelschule, um den Einwohnern durch Spitzenklöppelei wieder etwas Verdienstmöglichkeit zu schaffen. Sie war auch unermüdlich im Ausfindigmachen von Absatzgebieten, wobei ihr auch Gustav Werner mithalf. Im Jahr 1873 heiratete Otto die Tochter des Köngener Lindenwirts Joh. Michael Gunzenhauser, neunzehnjährig. Nach dem Tode ihrer Schwiegermutter, 1886, führte sie die Verwaltung in deren Sinne weiter. Sie förderte viele Dinge. Der Jünglingsverein (heute CVJM) fand 1905 im Schloß Heirnstatt und 1920 entstand im Rittorsaal eine Jugendherberge. Für das auch von ihr geförderte Klöppeln schwand nach dem Ersten Weltkrieg das Interesse. Hier im Bild Frau Berta Weishaar, Besitzerin und Verwalterin der Schloßerbes, gestorben 1935.

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