Köngen in alten Ansichten

Köngen in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Sonn
Gemeente
:   Köngen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1740-1
Pagina's
:   88
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Köngen in alten Ansichten'

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50. Was mit Idealismus erreicht werden kann, zeigte als erster der Gesangverein 'Eintracht'. Die vorhandene kleine Turnhalle gegenüber dem 'Hirsch' reichte für die Zwecke des Gesamtvereins nicht mehr aus und man beschloß, fast ohne Geld, einen größeren Anbau. Jedes Mitglied verpflichtete sich, mindestens zwanzig Stunden unentgeltlich mitzuarbeiten. Darüberhinaus erschien bei jedem jede Woche ein Kassierer, der, was zu erübrigen war, einsammelte und in einer Karte vermerkte. Die Anteile der Mitglieder wuchsen und mit ihnen gleichzeitig auch der Bau. Im Jahre 1926 konnte Richtfest gefeiert werden und 1927 fand die feierliche Einweihung statt. Lange Jahre später wurde auch der vordere alte Teil durch Umbau dem neuen angepaßt und so die heutige Eintrachthalle geschaffen. Unter ähnlichen Schwierigkeiten und Opfern wurde etwas später vom TSV die Linden-Turnhalle erbaut.

51. Dieses Bild zur Erinnerung an das 40. Stiftungsfest des Gesangvereins 'Liederkranz Köngen', aus dem Jahre 1903, stammt von dem Fotografen W. Mayer in Esslingen. Es ist eine sehr gute Kemposition und ein beredtes Zeugnis der damaligen Fotokunst. Zuerst wurden die einzelnen Gruppen für sich fotografiert. Dann wurde ein entsprechender Hintergrund geschaffen, in den diese dann harmonisch eingefügt wurden. Der Hintergrund wurde auf den Gesamtzweck eingestimmt. Hier zum Beispiel weist die Peter- und Paulskirche, daneben die alte Ulrichs-Brücke und das alte Schulhaus (hinten oben) auf Köngen hin. In der rechten, unteren Gruppe sind unter anderen, in der Mitte stehend, der Gärtnermeister Ferdinand Lang und Rektor Johannes Kuder zu erkennen.

52. Der Kleintierzuchtverein Köngen gehört zu den ältesten Vereinen des Orts, Er wurde bereits 1896 gegründet. Das Interesse und die Freude an der Züchtung und Haltung von Kleintieren wie Kaninchen, Geflügel, Tauben und Ziegen hatte die Mitglieder zusamrnengeführt. Jedoch wurde auch die Geselligkeit besonders gepflegt. Die bis heute noch durchgeführten zahlreichen Kleintierausstellungen zeugen von den Erfolgen der Züchter, die durch zahlreiche Preise und Urkunden dokumentiert sind. Die Schauen finden allgemein großes Interesse bei der Bevölkerung. In besonderer Erinnerung von früher sind noch die mit Gartenfest verbundenen in Erhardts Garten. Es sind noch Bilder aus der Gründerzeit vorhanden, die sich leider hier zur Veröffentlichung nicht eigneten. Dieses Bild von 1936 wurde anläßlich des 40-jährigen Vereinsjubiläums mit Fahnenweihe gemacht. Auf ihm sind unter anderen auch viele alte Kongener zu erkennen, die nicht mehr unter den Lebenden weilen.

53. Nach dem Ersten Weltkrieg taten sich in Köngen junge Männer zusammen, um das vorher fast unbekannte Fußballspiel zu betreiben. Man kannte noch keinen Dreß und spielte deshalb so, wie es einern am bequemsten war, natürlich mit den Schuhen, die man als Alltagsschuhe eben gerade besaß. Da es keinen Sportplatz gab, spielte man eben auf abgemähten Wiesen, einmal hier, einrnal da. Als Tore wurden Stangen in den Boden geschlagen und oben eine (manchmal zusammengesetzte) Querlatte draufgenagelt (siehe unser Bild, rechts oben). Nach dem Spiel nahm man die Stangen wieder mit. Hier aus dem Besitz von Herrn Robert Dolde eine Aufnahme, die wohl das älteste Bild einer Köngener Fußballmannschaft ist, Von links: Otto Reinhardt, Karl Schöllhorn, Ernst Flaig, Otto Zimmerman, Hugo Blessing, Karl Klein, Lehrer Fischer, Julius Zaiser, Karl Dolde, Hermann Heinzelmann und Gottlieb Deuschle, (Aufnahme von 1919.)

54. Aus der Turnerabteilung hervorgegangen, wurde im Jahre 1927 die Kraftsportabteilung des Sportvereins 'Eintracht' gegründet. Mit Enthusiasmus ging man ans Werk. Für die erste Ringermatte wurden leere Kaffeesäcke gekauft, aus denen dann Sattlermeister Schopper das Requisit fertigte. Nach harter Trainingsarbeit stellten sich auch die sportlichen Erfolge ein. 1932 wurde die 1. Mannschaft Bezirksmeister und in der Saison 1957/1958 schaffte sie sogar die Meisterschaft in der Landesliga. Hier das Bild von der Gründermannschaft 1927. Oben von links: Name nicht mehr zu erfahren, da bald darauf weggezogen, dann Hermann Steinhilber, Hermann Wisst, Ernst Fallscheer, Karl Limbächer, Robert Deuschle, Kar! Brucker, Karl Käser und Alfred Scheuring. Mitte: Robert Weiler, Gottlob Müller, Karl Haspel, Adolf Spohn und Robert Flaig. Unten links: Frieder Fallscheer, rechts: Otto Wisst.

SS. Im Jahre 1927 taten sich verschiedene junge Männer zusammen, um das in kurzer Zeit so bekanntgewordene Handballspiel auch in Köngen zu betreiben. Sie kamen aus den Reihen der Turner. Zu den Hauptinitiatoren gehörten Albert Eppinger und Eugen Zaiser, Große Schwierigkeiten waren anfangs die Überwindung der Spielplatz- und Ballfrage. Zuerst wurde mit einem Gummiball gespielt, bis dann durch Umlage ein Lederball gekauft werden konnte. Die den 'Freien Turnern' angeschlossene Abteilung trainierte und spielte anfangs mit auf- und abmontierbaren Toren, ohne Netz, meist in der Nähe der Schloßmauer, in Gewand 'Winkel'. Bald kam es auch zu entsprechenden Spielrunden. Dieses Bild von 1927 zeigt von links nach rechts die Handballpioniere Wilhelm Wörz, Otto Klein, Otto Spohn, Richard Vogel, Karl Kessler, Karl Lirnbächer, Albert Eppinger, Gustav Stoll und Eugen Zaiser. Unten:

Hermann Bauknecht, Walter Deuschle, Willy Wörner, Ernst Gorgus und Erwin Wisst.

56. Unvergessen bei der älteren Generation ist noch der Winter 1928. Über längere Zeit herrschte damals sibirische Kälte. Der Boden war, mehr als metertief, steinhart gefroren. Kaum eine Wasserleitung widerstand dem Frost. Selbst die Hydranten waren eingefroren. Das Eis auf dem Neekar war meterdick. Als es dann endlich zu tauen begann und der Eisgang einsetzte, trieb es dicke Eisschollen bis auf die an den Neekar angrenzenden Wiesen (siehe Bild bei der oberen Orto'senen Fabrik). An vielen Stellen oberhalb des Wehrs und unterhalb des Mühlestegs mußte die Eisdecke gesprengt werden, was vielen Fischen das Leben kostete. Bei den Sprengungen waren stets viele Neugierige zugegen. Das Bild von einer Sprengung entstand unterhalb des Mühlestegs, mit Blickrichtung neckarabwärts,

57. Wie das alte Köngen verschwand, so mußten auch manche damals wichtige Berufe der Entwicklung weichen, So gab es mehrere Sattlereien, die Kuh- und Pferdegeschirr fertigten und reparierten, auch Kummete und Riemenzeug dazu. Die Sattlerei Schopper, über dreihundertfünfzig Jahre im Farnilienbesitz, war eine von ihnen. Sie wurden als reine Sattlereien alle ein Opfer der Zeit. Es gab auch mehrere Seilereien, zum Beispiel die von Christoph Maier am Berg (Unterdorfstraße 33), später Albert Maier, und die von Seiler Christian Müller in der Plochinger Straße, der seine Seilerbahn entlang der Friedhofsmauer bis zum Schulberg hatte. Er gab schon 1923 altershalber auf. Besenders wichtig waren der Wagner und der Huf- und Wagenschmied. Die Wagner fertigten neben anderen Arbeiten ganze Truhen- und Leiterwagen, für die der Schmied die Reifen und das Beschlagzeug herstellte. Der am längsten noch seinen Beruf ausübende ist der Wagnermeister Paul Zimmerman, hier im Bild, mit einem von ihm hergestellten Wagenrad.

58. Das allgemeine Fahrzeug der Bauern war das Kuhfuhrwerk. Selten konnte sich einer ein Pferd als Zugtier leisten. Mit dem Kuhfuhrwerk ging es gemächlich von dannen, Wenn man bedenkt, wie weit die Felder der Einzelnen verstreut waren, dann kann man sich ausmalen, wieviel Zeit auf dem Weg von einem Feld zum anderen verlorenging. Da lag ein Acker 'vorm Roth' (heute Nähe der Erlenhöfe), der andere 'im Hageloch' (oberhalb der Friedenslinde), eine Wiese 'am Rank' (auf den Wörthwiesen, in der Nähe der Autobahn) und so weiter. Das Grünfutter, das Heu, das Getreide und das Öhmd sowie die Hackfrüchte wurden mit dem Kuhgespann auf den Leiterwagen und Truhenwagen nach Hause gefahren. Hier Frau Pauline Eppinger aus der Goltergasse mit einem Garbenfuhrwerk, die unerläßliche Peitsche in der Hand, beim Heimfahren, in der Oberen Neuen Gasse kurz vor dem 'Adlerbuckel'. (Bild: dreîßiger Jahre.)

59. Diese beiden Bilder (59 und 60) geben Zeugnis davon, wie schwer damals noch in der Landwirtschaft gearbeitet werden mußte. Wer weiß noch, wie zum Beispiel in der Heuernte die Bauern morgens um drei Uhr auf die Wiesen zogen, um das dann noch feuchte Gras mit der einfachen Sense zu mähen, und wie es in der Abenddämmerung im Ort überall melodisch klang, wenn sie fur den nächsten Morgen ihre Sensen dengelten. Die einfachen, meist von den Kühen gezogenen Mähmaschinen brachten dann den ersten Fortschritt. Mit einem Zusatzgerät konnten diese auch zum Schneiden beim Getreide eingesetzt werden, was vorher mit der Sichel und der Sense mit Aufsatz gemacht werden mußte, Hier der Fallscheere David vom Schafstall rnit seiner Frau Rahel am Seebuckel beim Weizenschneiden. Am Rand Tochter Helene, heute Frau Flaig.

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