Köngen in alten Ansichten

Köngen in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Sonn
Gemeente
:   Köngen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1740-1
Pagina's
:   88
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Köngen in alten Ansichten'

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60. Wenn das Getreide geschnitten war, wurde es nach einiger Zeit gewendet, um dann, wenn es trocken war, auf ausgelegten Garbenseilen in Bündeln gehäuft zu werden, worauf diese dann zu Garben gebunden wurden. Hier am Seebuckel Helene Fallscheer und eine Helferin beim Garbenlegen, wobei die Sichel zu Hilfe genommen wurde, Frau Fallscheer beim Garbenbandlegen und David Fallscheer beim Binden. Das Kuhfuhrwerk wartet im Hintergrund schon auf das Beladen der Wagen. Das saubere, hohe Beladen war eine Kunst, denn unsachgemäß aufgeschichtet, konnte so eine Garbenfuhre auf den damaligen Wegen unter Umständen einmal umkippen. Auf dem Feldweg im Hintergrund streben schon vier beladene Garbenfuhrwerke heimwärts. Die Linde rechts ist die Friedenslinde. An der Kurve vor ihr am Bildrand befindet sich noch weiter rechts heute das Köngener Stadion.

61. Wie es im einstigen Köngen zuging, zeigt am besten dieses Bild. Hier füttert Frau Spohn, vor ihrem Haus Kiesweg 12, also praktisch auf der Straße, ihre Gänse. Überall bevölkerten Hühner, Gänse und Enten die Straßen und Wege. Gar manches Kind wurde von dem zuständigen Gänserich (Gansger) aus seinem 'Revier' gejagt und manchmal in die Verlängerung des Rückens gezwickt, und wenn in der Morgendämmerung in irgendeinem Stall ein Hahn zu krähen anfing, wurde sein Ruf von allen Seiten erwidert. Verkehr war in der Hauptsache nur mit Kuhfuhrwerken, selten mit Pferdezug, und das Federvieh ging dem aus dem Wege, um dann hinter den Fahrzeugen sich um so mehr auf etwa angefallene Kuhfladen oder Pferdemist (Roßbollen) piekend zu stürzen. Kaum ein Federvieh kam durch Verkehr zu Schaden. (Bild von 1928.)

62. Nicht wegzudenken aus der Zeit der dreißiger Jahre sind die beiden damaligen Köngener Briefträger Max Zeitler und Adolf Rieg. Max Zeit1er (Bild 62a) war ein lustiges Haus mit auf der anderen Seite empfmdsamem Gernüt, Er war im Ersten Weltkrieg bei den Ulanen gewesen und sein höchster Stolz war es, wenn er einen Gaul erwischen und sich auf dessen Rücken schwingen konnte. Sein spitzbübischer Humor war ohnegleichen. Seine zarte Seite zeigte sich insbesondere im Zweiten Weltkrieg, wenn er Todesnachrichten von Gefallenen überbringen mußte und dies bei seinem Gang oft auf zuletzt hinausschob, um für die Betroffenen die Schreckensnachricht noch etwas hinauszuzögern. Ihm in der Beliebtheit stand nicht nach, der zweite aus dem Gespann, der zuverlässige, immer freundliche, unverwüstliche Adolf Rieg (Bild 62b).

63. Ein für das alte Köngen besonders charakteristisches Haus war der Köngener 'Königsbau' an der Unterdorfstraße, erst vor ein paar Jahren, verfallen und unbewohnbar geworden, abgerissen. Den Namen 'Königsbau' erhielt das Haus im Volksmund deshalb, weil es, wie beim Königsbau in Stuttgart, den Durchgang hinter den wunderschönen Säulen hatte. Er führte an die an der Seite des Hauses steil ernporführende, ausgetretene schmale Steintreppe, die den Steilhang hinauf zu den dort hecken gesäumten Baumwiesen führte. Diese sind durch vollständige Überbauung längst verschwunden. Die schön gearbeiteten, aber schon etwas verwitterten Eichensäulen am 'Königsbau' gaben dem Gebäude ihr besonderes Gepräge. Im Haus selbst wohnte unter anderen einsam der körperlich etwas kleine Karl Deuschle, der 'Lumpensarnmler' genannt. Er betrieb einen Handel mit Lumpen und Alteisen.

64. Der heute verschwundene Mühlekanal lieferte das Wasser zum Antrieb des großen Wasserrads, das rechts in dem Anbau am Mühlenhauptgebäude untergebracht war. Es war der Antrieb für die ganze Mühle. Der Kanal erhielt sein Wasser durch die Stauung des Neckars mit dem großen Neckarwehr. Ließ man am Wehr die Fallen herunter, lief der Kanalleer. Die blühende Wiese, rechts des Kanalufers, war auf der Insel, die durch den Bau des Kanals zwischen ihrn und dem Neekar entstanden war. Wenn Heuet war, schlug der Müller jeweils eine hölzerne Fahrbrücke nach drüben, um das Heu auch abfahren zu können. Die Insel rnit ihrem Gebüsch an der Neckaruferseite war ein beliebter Liegeplatz für Badende, die allein sein wollten. Heute ist dort alles eingeebnet.

65. Eine leider völlig verschwundene Idylle. Der Neekar mit dem Mühlen-Hauptgebäude, Hier, unterhalb des Wehrs, hatte der Neekar eine ziemliche Breite und hier war auch der beliebte Tummelplatz für die Gänse und Enten des Müllers. Am Ende des Mühlekanals war ein kleines Überlaufwehr, über das das überschüssige Wasser ablaufen konnte. Durch die Tür am Hauptgebäude konnte man über eine Treppe auf den Vorplatz vor dem Wasserrad-Anbau gelangen. Es war mir immer ein besonderes Erlebnis, wenn ich dann weitergehen, durch die seitliche Tiir ins Innere gelangen und ehrfürchtig den gemächlichen Lauf des riesigen Wasserrads bestaunen durfte.

66. So war der Mühlehof um etwa 1930. Hier vereinigte sich das von der Mühle herkommende Wasser wieder mit dem Neckar. Der Fußgängersteg, an der überdachten Laderampe der Mühle vorbei über eine Treppe erreichbar, wurde täglich sehr stark frequentiert, insbesonders von den Arbeitern, die täglich über ihn, auch zur Mittagspause heim und zurück, zu Fuß ihre Arbeitsstätte bei der Firma Otto in Unterboihingen erreichten. Das kleine Gebäude neben dem Kastanienbaum, in der Mitte des Bildes, war rechts als Schweinestall, in der Mitte als Gänsestall und im linken, offenen Teil als Unterstellplatz für die Fuhrwerke der Müller genutzt. Im Mühlehof schnatterten damals stets viele Gänse und Enten und dazwischen stolzierten radschlagende Truthähne und beschützten ihre Truthennen.

67. Auch damals gab es schon Hochwasser, Wenn nach langanha1tenden Regenfällen oder nach Unwettern der Neekar anschwoll, war der Mühlehof stets in Hochwassergefahr, Dann strömte eine reißende, lehmgelbliche Brühe talabwärts. Das Wasser stieg und überschwemmte rechts und links die Ufcrlandschaft. Dann konnte man im Mühlehof oft nur noch mit dem Boot oder auf breiten Brettern rudernd, zueinander gelangen. Wenn Hochwassergefahr bestand, war man dort schon immer in Bereitschaft. Trotzdem kam es vor, daß man auch völlig überrascht werden konnte, Da Hochwasser stets auch vielerlei Dinge, wie Balken und so weiter, mit sich riß, wurde dies von manchen auch genutzt, indem sie mit langen Enterhaken vom Steg aus allerlei Nützliches, vor allem Holz, an Land holten. Die beiden Bilder zeigen ein Hochwasser beim Schweinestall des Mühlehofs.

68. Diese Postkarte aus dem Jahre 1930 gibt einen interessanten Überblick über den Kern des damaligen Köngen. Die Plochinger Straße im Vordergrund endete damals noch an der Kirchheimer- beziehungsweise Bahnhofstraße. Geradeaus (heute Nürtinger Straße) führte nur ein Feldweg weiter, der unterhalb des Alten Berg in einen Fußweg überging. Die Flächen Hausacker (rechts der Kirche) und zwischen Schulhaus und Kirchheimer Straße waren noch Felder und Gärten. Am rechten Bildende, beim Beginn der Unterdorfstraße, sind die 'Germania' und die Bäckerei Flaig (heute Mauz) sichtbar. Links der Kirchheimer Straße standen erst wenige Häuser. Die Äcker rechts der Kirche, in denen an der Spitalgartenstraße das alte Evangelische Gemeindehaus schon stand, gehörten dem Schloßgut.

69. So WlU die heutige verampelte Kreuzung Plochinger-/Nürtinger Straße und Kirchheimer-rßahnhofstraße am Anfang der dreißiger Jahre, als die Nürtinger Straße noch ein Feldweg war. Der Anbau an der Ziegelhütte WlU vorher das erste Domizil der Firma Ehmann. Aus dem Nebengebäude war das Wohn- und Geschäftshaus Plochinger Straße 1 geworden, in dem Eugen Lorch eine KFZ-Werkstätte mit Tankstelle betrieb. Die Kurve von der Kirchheimer Straße in die Plochinger Straße war noch sehr eng und die letztere führte noch dicht an den Häusern entlang. An der Gartenecke vor dem A-Mast steht noch der Wegzeiger mit den Aufschriften Denkenderf und Plochingen. Daß man auch schon damals etwas für die Vögel tat, zeigt die lange Stange im Garten, rechts des Mastes, mit dem oben befestigten Starenkasten.

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