Königswinter in alten Ansichten Band 1

Königswinter in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Elmar Heinen
Gemeente
:   Königswinter
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1329-8
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Königswinter in alten Ansichten Band 1'

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89. Weil die 1894 angelegte Kaiserstraße an ihrem östlichen Ende über bahneigenes Gelände führte, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Staatsbahn. Dabei ergriff die Bahn eine drastische, geradezu wildwestlich anmutende Maßnahme: Mit Hilfe ausgedienter Eisenbahnschwellen errichtete sie am Ende der Straße eine mannshohe Palisade. Hinter der Palisade erkennen wir den Bahnhof, dessen Ernpfangsgebäude heute noch steht. Die hohen Ulmen, die bei der Anlage des Bahnhofs von dort bis zur Bahnhofstraße gepflanzt waren, sind im Lauf der Zeit alle an der holländischen Ulmenkrankheit eingegangen.

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90. Dieses Bild vom Unwetter des Jahres 1903, das uns schon auf Bild 70 begegnet ist, zeigt uns nicht nur, in welchem Ausmaß der kleine Mirbesbach angeschwollen war, sondern auch, wie die Gegend aussah, in der in den 1920er Jahren die Von-Claer-Straße angelegt wurde. Dort gab es nur freies Feld und Bäume, insbesondere eine Baumreihe, die das Bachbett markiert. Der Bliek geht gegen Osten.

91. Zur Versorgung der Stadt mit Gas richtete 1863 der Apotheker Koldewey eine Gasanstalt ein. Im Jahre 1902 wurde sie von der Stadt übernommen, die dann am nördlichen Stadtrand, am Oberdollendorfer Weg, eine Gasfabrik errichtete. Diese war in Betrieb, bis Königswinter 1937 an die Ferngasleitung der Ruhrgas-AG angeschlossen wurde. Unser vom Hang des Herberges aus aufgenommenes Foto zeigt das unter Verwendung neugotischer Stilelemente erbaute Gaswerk im Jahr 1908. Zwischen Bahnstrecke und Dollendorfer Straße stand nur ein einziges Haus, das des Bürgermeisters Kreitz. Zwischen Dollendorfer Straße und Rheinallee sind einige Villen zu erkennen, die diesem Stadtviertel ein herrschaftliches Gepräge gaben.

92. Wie es in der Gasfabrik aussah, zeigt dieses 1912 aufgenommene Foto. Die Arbeiter sind, von links nach rechts, Schultes, Neffgen, Bott und Euskirchen. Rechts, mit Hut, steht Gasmeister Lohse. Gegenüber dem Gaswerk baute die Stadt nach dem Ersten Weltkrieg Sozialwohnungen. Ironisch nannte man diese Siedlung 'Gesolei' , nach einer damaligen Düsseldorfer Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, und man rief den Spottvers:

In der Gesolei, da ist noch Platz für uns zwei.

Da wohnt man im Frieden, da wohnt man im Glück an der Gasfabrik.

93. Von den - noch rebenbestandenen - Hängen am Fuß des Petersberges, dem sogenannten Herberg, schauen wir im Jahr 1913 nach Süden über die Silhouette von Königswinter. Die beiden Kirchtürrne heben sich in der Ferne hervor. Vor dem Turm der katholischen Kirche ist der Bahnhof zu sehen, davor rechts mit zwei hohen Schornsteinen die Graphittiegelfabrik Wilisch, später Morjan, die im Volksmund 'Schwarze Fabrik' genannt wurde. Links vom spitzen Turm der evangelischen Kirche liegt das Quarzitwerk Lemmerz. Alle diese Anlagen sind längst verschwunden. Heute wird fast das ganze Gelände am Fuß dieses Abhangs von den Lemmerzwerken, Fabrik für Autoräder, ausgefüllt.

94. Ein halbes Jahrhundert lang, von 1841 bis 1890, war der 1808 in Königswinter geborene August Mirbach Bürgermeister seiner Vaterstadt. Er lenkte die Geschicke der Gemeinde mit viel Tatkraft, Energie und Pflichtbewußtsein und machte sich sehr verdient insbesondere um das Schulwesen, den Ausbau der Rheinallee und die sonstige Entwicklung zum Fremdenverkehrsort. Wir sehen ihn hier, um 1880, im Kreis seiner Familie. Von den beiden Töchtern hat die rechts, hinter ihrem Vater, stehende Maria Mirbach mit der 1891 anonym erschienenen Schrift 'Königswinter sonst und jetzt' eine beachtenswerte Darstellung der Geschichte Königswinters herausgegeben.

95. Das Vereinsleben spielte in dem alten rheinischen Städtchen, in dem fast jeder jeden kannte, eine überaus große Rolle. Einige der vielen Vereine sind uns bereits begegnet. Hier stellt sich uns in dem vom Winzerverein betriebenen Winzerhof in der Drachenfelsstraße die Lotterie-Gesellschaft 'Pläte-Köpp' vor. Der Name zeigt, daß es den gewichtig aussehenden und würdig dreinschauenden Herren nicht am rheinischen Humor fehlt, sich über sich selbst lustig zu machen. Die Aufnahme stammt von 1907.

96. Der rheinischen Neigung zu Geselligkeit und Spiel entsprach es, daß einige der Königswinterer Vereine jährlich ein Laienspielstück einübten und öffentlich aufführten. Häufig wählte man Themen aus der Bibeloder aus alten deutschen Sagen. In unserern Bild ist es 'Judah', das der katholische Gesellenverein 1910 aufführt. Wie konnte man da im Flitterglanz der Kostüme agieren und posieren! Wieviel Überlegenheit etwa strahlt auf unserem Bild der römische Hauptmann auf Socken und mit Schnäuzer zwischen seinen griesgrämigen Legionären aus! Was an schauspielerischem Können fehlte, wurde durch Eifer und Begeisterung ersetzt, und für die Zuschauer war es eine besondere Freude, ihre Nachbarn und Verwandten auftreten zu sehen.

97. Im Jahre 1925 wurde überall im Rheinland - unter deutlichem Bezug auf die eben erst niedergeschlagenen separatistischen Umtriebe - feierlich der tausendjährigen Zugehörigkeit des Rheinlandes zu Deutschland gedacht. Königswinter bot einen besonders großen und prächtigen historischen Festzug auf, an dem sich fast alle Königswinterer Vereine und der Bund Deutscher Radfahrer beteiligten. Die Vorarbeiten für diesen Festzug waren der Ausgangspunkt für die Gründung des Heimatvereins und die Einrichtung des Siebengebirgsmuseums. Unser Bild zeigt einen von vier blumengeschmückten Rappen gezogenen Festwagen mit einem Modell der alten erzbischöflichen Burg Drachenfels.

98. Ein weiteres Bild aus dem Festzug der Jahrtausendfeier von 1925 zeigt, auf einem Esel reitend, den Archipoeta oder Erzpoeten, einen fahrenden Sänger und Schelm des Mittelalters. Wie der berühmte Heisterbacher Chronist Caesarius (1180 bis 1240) schreibt, fand sich der Archipoeta an einem Herbsttage, siec

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