Königswinter in alten Ansichten Band 1

Königswinter in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Elmar Heinen
Gemeente
:   Königswinter
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1329-8
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Königswinter in alten Ansichten Band 1'

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19. Infolge seiner langgestreckten Lage unmittelbar am Rheinufer hatte Königswinter stets viel unter den - meist im frühen oder späten Winter einsetzenden - Hochwassern des Rheins zu leiden. Unsere Aufnahme zeigt das Hochwasser vom November 1930 vor dem Berliner Hof. Die Andenkenbuden in der Allee ragen nur noch mit ihren geschweiften Dächern aus dem Wasser. Der Berliner Hof, einst eines der führenden Häuser der Stadt, stand auf dem Gelände des ehemaligen Mylendonker Hofes, in dem jahrhundertelang das kurfürstliche Gericht getagt hatte. Im Jahre 1944 wurde der Hotelbau durch Bomben zerstört. Heute erinnert der Name 'Berliner Platz' auch an dieses einstige Luxushotel.

20. Um 1900 zeigte die Rheinallee die behäbige, bürgerliche Eleganz des blühenden Fremdenverkehrsstädtchens. Gegenüber der Einmündung der Marktstraße - heute Drachenfelsstraße - standen zwei Andenkenkioske mit geschweiften Dächern und lustigen Fähnchen. Der riesige, reichverzierte Gaskandelaber drückt den ganzen Stolz der Stadt auf ihre Rheinfront aus. Eine herrschaftliche Kutsche - der Kutscher vorschriftsmäßig livriert - belebt das Straßenbild. Der 1838 an dem Platz der einstigen Schule erbaute Europäische Hof war das älteste der Rheinhotels. Seine klassizistische Fassade mußte vor einigen Jahren dem Neubau des Rhein-Hotels weichen.

21. Von der Landebrücke der Köln-Düsseldorfer aus verabschiedet 1894 der Beigeordenete und Ehrenbürger von Königswinter Wilhelm Volkmuth Gäste auf einem ablegenden Dampfer. Solide Proviant- und Wäschekörbe stehen auf der Brücke. Wurden sie soeben ausgeladen oder warten sie auf den nächsten Dampfer? Zwischen Volkmuth und dem Gepäckträger ist in der Rheinallee der zweispännige Pferdeomnibus nach Honnef sichtbar, den wir schon von Bild 9 her kennen. Links von der Maueraufschrift 'Pension Loevenich' steht das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Union-Hotel, in dessen Mauer ein Kreuz an die dortige einstige Niederlassung des Kölner Johanniterklosters erinnert. Am linken Bildrand ist die Baustelle des Hotels 'Monopol' sichtbar.

22. Viel zylinderbehütete Prominenz, viel Volk und viele Fahnen sind aufgeboten für die Einweihung des 'Eisernen Siegfried' am 3. Oktober 1915. Es handelt sich um eine hölzerne, von dem Königswinterer Architekten Krings entworfene Statue, in die jedermann gegen Zahlung eines Kriegsopfers einen Nageloder sonstigen Beschlag einschlagen konnte. Unmittelbar rechts vom Runddach des Siegfrieds zeigt das Haltestellenschild 'Elektrische Bahn Bonn-Königswinter' die damalige Endstation der Bahn an. Links hinten ist die alte Landebrücke der Niederländer Rheinschiffahrtsreederei zu sehen. Heute steht der 'Siegfried' neben dem Verkehrsamt am Markt.

23. Helle Aufregung gab es in Königswinter am Samstag vor Kirmes, dem 30. September, des Jahres 1893. Mit großem Getöse stürzte der noch unfertige Riesenbau des Hotels 'Zum goldenen Drachen' ein. Unser Bild zeigt die Unfallstelle vom Rheinufer aus mit dem bizarren Gewirr von Gerüststangen und verbogenen Eisenträgern. Das Haus wurde mit seiner verschnörkelten, so ganz dem Zeitgeschmack der l890er Jahre entsprechenden Hausteinfassade wieder aufgebaut und erhielt den Namen 'Monopol', später 'MonopolMetropole', und heute heißt es 'Loreley'.

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I Weinh.ndlun~ und Weinproducent.

24. Die Ansichtskarte zeigt im Rundbild das Hotel 'Düsseldorfer Hof, wie es sich 1896 dem Beschauer darbot. Das ursprüngliche Hotelgebäude ist das rechte, kleinere. Das linke, der ehemalige 'Heisterbacher Hof, dessen Dach von einem schönen Flachgiebel mit dem Wappen der Abtei geziert wird, war 1764 als Absteigehaus der Mönche von Heisterbach erbaut worden. Anfang der 1890er Jahre erwarb der Besitzer des 'Düsseldorfer Hofes' dieses stattliche Haus, stockte es auf und erweiterte es für den Hotelbetrieb. Ein weiteres, noch höheres und weiter zurückliegendes Gebäude errichtete er um 1900.

Königswinter a. Rh.

Untere Rheinallee

25. Die 1922 entstandene Ansichtskarte zeigt die Rheinallee stromaufwärts. Bildbestimmend sind die Hotels 'Düsseldorfer Hof und 'Monopol-Metropole'. Die Siebengebirgsbahn, deren Wagen der abgebildeten Art bis in die Mitte der 1950er Jahre fuhren, war von Bonn aus nach langjährigen Vorbereitungen und Auseinandersetzungen 1911 bis Oberdollendorf, 1913 bis Königswinter und 1924 bis Honnef durchgeführt worden. Die Streckenführung durch Königswinter war besonders umstritten gewesen. Ein Witzbold meinte damals, man solle die Bahn sowohl durch die Hauptstraße als auch durch die Rheinallee führen und an jeder Gastwirtschaft eine Haltestelle einrichten.

Königswinter a. Rh.

Hab' immer Durst. das i t stadtbekannt

Et kleine "Hermännchetl werd iCh genannt. Bin gern geseh,n und beliebt bei die Leut' Steh auf den Kopf, uno mach andere Freud.

Prost l

26. Als altes Königswinterer Original war in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts 'Hermännche' bekannt, von dem kaum jemand wußte, daß er Hermann Schröder hieß. Er lebte von 1861 bis 1927, war von zwergenhaftem Wuchs und hatte stets riesigen Durst. Vor allem in der Rheinallee machte er vor den Gästen Kopfstand und trieb allerlei sonstige Possen, wofür man ihm ein paar Pfennige zuwarf. Studenten spielten ihm bisweilen den Streich, die Münzen vorher zu erhitzen. Verbrannte er sich dann die Finger, so quittierte er dies mit lautem Fluchen. Sein Grabkreuz auf dem alten Friedhof trägt die Inschrift: 'Hier ruht Hermännchen' . Die auf unserer Karte von 1912 als Staffage gemalte Rheinfront ist ein Phantasiegebilde.

27. Das von dem hiesigen Zeichenlehrer und Lithografen Karstein aufgenommene Foto zeigt Königswinter beim Hochwasser 1867 von der 'Hamrnerich' aus, dem am Nordende des einst mauerumwehrten Fleckens gelegenen Uferteil. Hier wurden im Siebengebirge gebrochene Steine behauen und verladen. Wir sehen die unter Tage gewonnenen Backofensteine verladebereit vor dem hölzernen Lastkahn. Gut hebt sich der Heisterbacher Hof heraus, bis zu dem die Allee reicht. In dem Haus mit Staffelgiebel vor dem Turm der katholischen Kirche wurde 1813 der Maler Franz Ittenbach geboren, ein Schüler Schadows und religiöser Historienmaler der Gruppe der Nazarener. Das Anwesen im Vordergrund trug den Namen 'In der Welt'.

28. Auch unseren zweiten Weg durch Königswinter beginnen wir im Süden, und zwar bei dem alten Kriegerdenkmal, der 'Germania', an der Gabelung von Rheinallee und Hauptstraße. Unsere Postkarte ist um 1900 hergestellt worden. Noch fehlt hinter der Germania und der dahinter sichtbaren Villa 'Emma' der neuere, zur Hauptstraße hin gelegene Bau des Hotels 'Mattem'. Die rechte Bildhälfte wird vom heute wieder bestehenden Hotel 'Germania' eingenommen. Gleich links davon führt der mit einem Bogen überspannte Eingang zum Hotel 'Rheinischer Hof. Von dem stattlichen Baumbestand der oberen Hauptstraße ist kaum etwas erhalten geblieben.

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