Königswinter in alten Ansichten Band 2

Königswinter in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Herbert Menden
Gemeente
:   Königswinter
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1305-2
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Königswinter in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Nachdem das erste Buch 'Königswinter in alten Ansichten' eine erfreulich gute Aufnahme gefunden hatte, soll diese zweite Veröffentlichung zwar wieder Königswinter zum Thema von Bild und Wort haben, der Rahmen soll aber räumlich etwas weiter, wenn auch nur gering, gesteckt sein. So werden einige Ansichten aus eingemeindeten Orten gezeigt, die gewiß Interesse finden werden, weisen sie doch aus, daß die Veränderungen von der 'guten alten Zeit' bis auf den heutigen Tag an ihnen nicht vorübergegangen sind.

Ein großer Teil der Bilder stammt von alten Postkarten, der übrige von Fotografien, die inzwischen Seltenheitswert hohen Ranges haben. Während die Fotografien noch mit beträchtlichen Kosten für den Gestalter und Erwerber verbunden waren, konnten Ansichtskarten schnell erworben werden, wurden sie doch an jedem Kiosk angeboten. Der stürmische Er-' oberungszug der Ansichtskarte beweist ihre große Beliebtheit als Mittel der Mitteilung an Verwandte, nahestehende Bekannte und wen auch immer. Was auf den Ansichten zu sehen war, etwa die dargestellte Landschaft, sollte beim Empfänger auch die eigene momentane Situation erhellen, und damit rückte die Darstellung auf diesem kleinen Karton an die wichtigste Stelle. Wißt Ihr, eine Ansichtspostkarte könntet Ihr doch manchmal an uns wenden; für mich ist das mit den Röntgenstrahlen die größte Erfindung und Errungenschaft des 19. Jahrhunderts! (Wilhelm Raabe).

Die wenigen Worte 'Gruß und Kuß Dein .. .', eigenhän-

dig geschrieben, zeugten davon, daß man dort gewesen ist, wovon der Betrachter sich nun ein reales Bild machen konnte.

War in der Zeit der Romantik, der Entdeckungszeit der rheinischen Landschaft, der kunstvolle, auch individuell gestaltete und oft idealisierte Stich das bewunderte Zeugnis für erlebtes Reisen und bewiesene persönliche Kermtnis von dem Gezeigten, so folgte mit dem Einsetzen einer größeren Bequemlichkeit und auch Möglichkeit des Reisens bald die ersten lithographischen Ansichtskarten und schließlich die in großen Mengen herstellbaren, gedruckten Karten. Diese nun wurden mit großer Begeisterung aufgenommen und füllten bald die wenigen Postkästen, die es damals erst an Straßen und Plätzen gab. Schon seit 1870 gibt es Bildpostkarten mit Ansichten und Kunstwerken als Darstellung. Die offizielle Zulassung bei allen Postverwaltungen erfolgte aber erst Mitte der l890er Jahre, da sie bis dahin von dieser neuen Idee nicht sonderlich begeistert waren. Doch alle verdienten an ihr sehr gut, denn 1899 wurden 88 Millionen Ansichtskartensendungen befördert und 1905 waren es bereits 300 Millionen.

Vielleicht wären uns die alten Ansichtskarten durch alle turbulenten Zeiten hindurch nicht erhalten geblieberr, wenn ein Grundzug des menschlichen Charakters, der des Aufhebens, Bewahrens und Sammelns sich dieser Kartons angenommen hätte. Die Sammler hoben sie auf, häuften sie in Alben an oder füllten Schubfächer und Zigarrenkisten mit ihnen. Heute

können wir, wie in diesem Büchlein, auf Sammelobjekte zurückgreifen, was, es sei geklagt, oft sehr schwer ist, denn sie werden wie Schätze gehütet und nur sehr ungern aus der Hand gegeben. Verschwiegen sei aber auch nicht ein gewisser Ortspatriotismus, der die Veröffentlichung mancher Ansicht in dieser vorliegenden Form verhindert hat, weil er selbst die Herausgabe ähnlicher Veröffentlichungen, aber leider nur für begrenzte Bereiche, zu planen scheint.

Ein fast ähnliches Schicksal erlebt man mit alten Fotografien, die meist Personen oder einmalige Situationen, Ereignisse oder Veranstaltungen zeigen. Dazu kommt, daß die Haltbarkeit damaliger Fotopapiere und der Farbnuancen des Bildes meist über den langen Zeitraurn hinweg sehr gelitten oder nachgelassen haben. Druckkarten und Fotografien aus alten Zeiten bewahren für uns heute wertvolle Dokumentationen, die mit Worten allein nicht hätten bewältigt werden können. Sie zeigen den Menschen in seinem Tun, Denken und Leben und machen uns die Vergleichsmöglichkeit von Bilddarstellung und heutiger Wirklichkeit in der Wandelbarkeit.sichtbar, seien es Städtebilder, Landschaften oder Personen. Diese Wandelbarkeit liegt in ihm, dem Menschen begründet, der seine Umwelt ständig verändert und sich in ihr.

Eine studierende Betrachtung der Bilder läßt in Verbindung mit dem noch Vorhandenen und Erlebbaren, Gedanken für die Weitergestaltung des Heute zum Morgen aufleuchten. Man kann Schlüsse ziehen in Bezug auf das, was vergangen, aber im alten Bild

sichtbar ist, und dem, was besteht und bei dem Vergleich oft nicht zu bestehen vermag. Die alten Bilder können so helfen notwendige Veränderungen der heutigen Situation, sei es durch Bauvorhaben oder Landschafts- und Gebäudegestaltung, in vertretbare, annehmbare Bahnen zu lenken, denn auch sie werden dereinst an alten Ansichten ihr Urteil finden. Ja, Fotos sind zum Erinnern da!

So versucht dieser Bildband in seiner Zusammenstellung die Eigenart unserer Stadt in ihren Bewohnern, den Traditionen und dem schaffenden, verändernden Leben durch einen Zeitraurn von etwa 100 Jahren zum Erinnern, zum Erfreuen, oft auch zum Bedauern vorzustellen.

Die Auswahl des Bildrnaterials aus den Archivbeständen des Heimatvereins Siebengebirge, aber auch aus privatem Besitz zur Verfügung gestellt, machte eine Entscheidung für die Auswahloft schwer, wobei die Begrenzung auf den Umfang des Bandes hinzukam. Im Vergleich mit dem ersten Band 'Königswinter in alten Ansichten' (1976) sind einige Sch werpunktverlagerungen im Gezeigten sichtbar, was aber hoffeutlich dazu anregen wird, beide Bücher als gegenseitige Ergänzung anzusehen.

Möge auch dieser Band Freude in die Häuser unserer Stadt bringen, dem Vergangenen ein Denkmal setzen, aber die Gegenwart mahnen, bei allem Zukünftigen den belehrenden Bliek zurück nicht zu vergessen.

1. Die Darstellung landschaftlicher Schönheiten, war von jeher eine der größten Aufgaben der Maler. Auch August Karstein (1829-1870), erst Fotograf, dann Zeichenlehrer und Grafiker, hat durch seine feinen Beobachtungen in der Natur uns Zeichen hinterlassen, in denen sîch seine große Liebe zur Schönheit seines Lebensraumes, 'Königswinter und das Siebengebirge' wiederspiegein. So läßt er in seiner lithographierten Sammelvedute von 1859, das Städtchen Königswinter mit Siebengebirge und Rheinstrom zu einer Einheit verschmelzen, die er noch zugüglich mit besonders markanten Einzelmotiven seiner Heimat umgibt, und von denen einige im Büchlein noch angesprochen werden.

2. Eisgang 1893, nach einer Zeichnung des Königswinterer Künstlers Jean Bachern. Sie zeigt neben den beiden Rheinhotels, dem Europäischen- und dem Berliner-Hof, die letzte der drei Holzfähren, eine sogenannte Gierponte. Sie leitet: ihren Namen aus dem Griechischen (gyros=Kreis) ab, bedingt von der Kreisbogenform ihres Fahrweges, da dieser durch die Verkettung der Ponte mit dem in der Strommitte eingeräumten Ankerpfahl vorgegeben war. Diese Gierkette (Bucht) wurde getragen von den Buchtnachen oberhalb der Wasserfläche, die aber später von den 'Döppern' unter Wasser gehalten wurde. Von der Tragstelle gingen zwei weitere Ketten aus, die zu den zwei an den Enden der Fähre aufgestellten Winden führten. Von dort aus konnte durch Aufwinden einer Kette und Nachlassen der anderen, die notwendige Schrägstellung der 'Fliegenden Brücke' erreicht werden. Bei solchem Eisgang allerdings war ein Übersetzen nach Mehlem nicht möglich.

3. Das Foto zeigt uns eines der ersten Personenboote, die mit einem Petroleummotor versehen waren, und von den Königswinterer Bootsbauern Arnold Passmann und Jean Schrnitz gebaut wurden. Die 'Arnold' lief am 24. Mai 1893 vom Stapel. Sie hatte eine Länge von 8,00 Meter und eine Breite von 1,80 Meter, sowie eine Transportzulassung über 18 bis 20 Personen. Hier präsentiert Arnold Passmann (stehend), zusammen mit einem Monteur der Motorenfabrik Daimler-Benz, einigen 'behüteten' Damen und Herren aus Königswinter sein neues Motorboot. Im Hintergrund sehen wir die letzte Ponte, die bis 1902 ihren Dienst versah und dann durch eine Dampffähre ersetzt wurde.

4. Auf dem aus den dreißiger Jahren stammenden Foto, sehen wir den Kutscher Josef Dahm, genannt 'Letsche Hüsje', in Dienstkleidung mit Melone und Lederbeinmanschetten. Im Hintergrund steht sein Gespann, der Wagen mit seinen beiden Braunen. Die am Baumschutz hängenden leeren 'Foodersäck' zeigen an, daß Mittagzeit ist, Der Kutscher selbst scheint nach seiner Mahlzeit und der Fütterung der Pferde, das Erreichen der ersten Tageshälfte, durch ein Nickerehen gebührend zu würdigen. Dafür scheint ihm die Alleebank der geeigneteste Ort zu sein, da sie sich direkt vor seinem Wagen befindet. Vielleicht träumt er dabei von neuen Gästen, denen er bei einer Tour durch das Gebirge, die Schönheiten seiner Heimat zeigen könnte.



5. Altes Rheinufer um 1900. Auf dem Ufer sehen wir die 'Camera-obscura' von Josef SchuItes. Weiter rheinaufwärts, das Wartehäuschen der Fährgesellschaft, davor die Landebrücken der Motorboote sowie die Rampe der Pon te. Links auf dem Bild ist der Garten des Berliner Hofes noch ohne Hallenbau zu sehen, gefolgt vom Hause des P.J. Bachem und ganz im Süden der Matterner Hof, der 1888 auf dem ehemaligen Bachem'schen Steinhauerplatz erbaut wurde.

6. Am Rheinufer, dort wo das alte Schulhaus hinter der Stadtmauer stand, erbaute 1840(41 Franz Groyen ein Hotel, dem er den Namen 'Hotel de I'Europe' gab. Das neue Hotel und das neben ihm liegende seines Oheims, des Peter Mäurers, 'Hotel de Berlin', bildeten die große Attraktion des immer stärker werdenden Fremdenverkehrs. Peter Mäurer, ein unangenehmer, eigensüchtiger Mann, hatte vorher mit allen Mitteln versucht, seinem Neffen diesen Neubau zu verhindern, der dann einer der schönsten Hotelbauten am Rhein wurde. Doch in allem zog er den Kürzeren. So baute der junge Hotelier, nicht nur sein neues Hotel, sondern ließ auch das Rheinufer davor mit einer Terrasse überbauen, die mit einer Anlegemöglichkeit für den Schiffstourismus versehen war. Nun liefen ihm die Gäste förmlich ins Haus. Das Foto ist die Wiedergabe einer Lithographie von einem Geschäftsbrief vom Jahre 1841.

7. Bis zum Bau der Drachenfelsbahn gehörten die Sänfteträger in das tägliche Bild von Königswinter. Der Berliner-Hof hatte zwei dieser Sänften, die von den Gebrüder Gelsdorf bedient wurden. Der eine wohnte auf dem Markt neben Lemmerz, der andere war seit 1847 Hausdiener im Hotel Berliner-Hof. Befand sich nun eine Dame im Hotel, die in der Sänfte zum Drachenfels getragen werden wollte, dann rief der Hausdiener Gelsdorf seinem Bruder zu: 'Komm mir hann en Madamrn!' Zur Empfehlung seines Hotels am Schiffsanleger und später auch am Bahnhof, wußte er zu sagen: 'Berliner-Hof, Hotel ersten Ranges, Balkon am Hause, Teppich op der Trapp, Aap em Jaade.' Jean Bachern hielt beide Originale bei Ausübung ihrer Tätigkeit, in einer Zeichnung fest.

8. Hochwasser auf dem Marktplatz. Am 1. Januar des Jahres 1926, meldete Koblenz einen Pegelstand des Rheins von 9,30 Meter. So stand auch in Königswinter das Hochwasser bis weit in die Rheingassen. Bohlenstege, wie hier am Anwesen Bachern, waren vielfach die einzigen Zugänge zu den betroffenen Häusern, während die rheinwärts gelegenen nur mit Nachen zu erreichen waren. Links steht noch der Pumpenständer der alten Marktpumpe, jetzt als Wegweiser zur Sparkasse weisend, während er vorher schon zum Aufstellen der Gaslaternen mit offenen Schnittbrennern diente. Im Hintergrund ist ein Teil des Hauses Kellerstraße 3, der frühere Mauritius-Hof, zu sehen, und in Bildmitte das Rathaus, einem 1906 umgebauten Privathaus.

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