Königswinter in alten Ansichten Band 3

Königswinter in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Herbert Menden
Gemeente
:   Königswinter
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6135-0
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Königswinter in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Jahrelang lagen sie im Vertiko ganz hinten oder im Pappkarton. Sie haben in der Truhe überdauert - hübsche Fotos aus der Vergangenheit der Altstadt Königswimer. Foto- und Postkartenalben aufbewahrt aus Gründen der Sentimentalität, um die eigene Lebensgeschichte zu dokumentieren. Überrascht von der Fülle und dem Reiz des zusammengetragenen Bildmaterials entschloß ich mich, die lokalhistorische Bildersammlung von Alltäglichem und Besonderem, ja vom Leben im alten Königswinter, den heutigen Bewohnern der Stadt zu zeigen und bei den älteren Erinnerungen wieder zu wecken.

Kann man da nicht verstehen, daß in der Hektik unsererTage bei den Älteren die' gute alte Zeit' beschauliche Erinnerungen wachruft, und diesen Gefühlen man sogar nachtrauert.

Doch romantische Gefühle allein, auch wenn sie von vielen geteilt werden, taugen nicht, um die' gute alte Zeit' korrekt zu beschreiben. Hier gilt es auch Lebensbedingungen und Situatienen, die manchmal unlösbar erschienen, aufzuzeigen.

Nur wenn man bei einem solchen Rückblick ungeschminkt die Vergangenheit betrachtet, werden unsere Kinder ihre Herkunft und die ihrer Eltern und Großeltern als ihre eigene erkennen und akzeptieren können, um dann mit ihnen zusammen den Weg in die Zukunft zu suchen. Somit möge das hier gezeigte Angebot der alten Ansichten mit ihren kurzen Erläuterungen, Freude bereiten und allen gerecht werden.

I Bliek in den Innenhof des ehemaligen Weingutes 'Wûlsdorfer Hof' um 1900. Seine Geschichte läßt sich bis in die erste Hälfte des 12. Iahrhunderts verfolgen. Zunächst war es gräfliches Gut, dessen erster Besitzer Hermann Graf zu Lindberg und Meer war, und der in Meer bei Neuß ein Schloß besaß. Später dann, bedingt durch Erbstreitigkeiten. wurde es klösterliches Gut. 1304 erscheint der Name Wolsdorfin einer Urkunde in der es heißt: 'Randerodc' (Rüdenett) bei 'Wolsdorf'. Die auswärtigen Höfe wurden durch Halbwinner, Halfen bewirtschaftet. So auch der Wülsdorfer Hof in Königswinter. 1803, infolge der Säkularisation, wurde der Hof eine staatliche Domäne, die später durch Verkauf in Prrvatbesitz überging. Im zweiten Drittel des letzten Jahrhunderts noch als beliebtes Ausflugsziel der Königswinterer beschrieben, wird der

Hof in den dteißiger Iahren schon als heruntergekommen und zerfallen dargestellt. Das Weingut war eine viereckige Anlage, die auf der Bergseite in den Hang des Drachenfelses hineinragte, mit einem Eingangstor auf der Rheinseite. Das Erdgeschoß des Hauptgebäudes bestand aus

einem Bruchsteinmauerwerk, während der erste Stock Fachwerk zeigte. An der Bergseite stand die Kapelle, zu der vom Innenhof eine zehnstufige Treppe hinaufführte. Unter der Kapelle befand sich der Weinkeller. An der Südseite schloß sich das Kelterhaus an und an der Rheinseite

das Remisenhaus aus dem Iahre 1792. Heute erinnert nichts mehr an das, ehemals am Sirdende der Stadt gelegene, geschichtsträchtige Weingut. Der Bau der Umgehungsstraße in den sechziger Jahren bedeutete schließlich das Ende des Hofes.

2 Fotografen zogen als ambulantes Gewerbe durch die Straßen immer auf der Suche nach Motiven, die sie schnell an möglichst viele Leute verkaufen konnten. Häufig fotografierten sie Geschäfts- und Wohnhäuser, um die Bilder dann an den Kunden oder die Mieter zu verkaufen.

Gutes Geld verdiente man auch, wenn man die Geschäftsleute mit ihrem Personal und ihren Kunden fotografierte. Unsere Aufnahme entstand 1897 und zeigt den Hotelier auf dem Drachenfels Carl Harmening mit Familie und Personal,

3 'Gruss vom Drachenfels' , eine Ansichtskarte ganz im Schnörkelstil der Iahrhundertwende. Sie zeigt neben den schon bekannten Sehenswürdigkeiten des Siebengebirges, auch das Hotel und Restaurant 'Zum Drachenfels' gegenüber derTalstation der Zahmadbahn. Hier war das Zuhause des Alfred Lingen, einem Königswinterer Original, den man wegen seiner Statur scherzhaft den 'Linge- LangeAlfred' nannte. Sein Attribut war ein überlanger Spazierstock mit

einer großen Eisenspitze. 'Alfred' war ein religiöser Mann, der immer wieder Fußwallfahrten zur 'Consolatrix Afflicatorum' der wundertätigen Frau von Kevelaer unternahm. Ebenfalls pilgerte er alljährlich am Heiligen Abend zur mitternächtlichen Christmette in den Kölner Dom.

So ging dieser Königs v: rinterer Bürger in das Reich der Erinnerungen ein, während sein Zuhause dem sogenannten baulichen Fortschritt weichen mußte.

4 Vom 1. Mai 1880 bis Ende Oktober des gleichen Iahres wurde auf dem Drachenfels eine Postagentur luit Telegrafenbetrieb eingerichtet. Gleichzeitig erhielt sie als Verbindung eine zweimal tägliche Botenpost von Königswinter aus. Postagent war der Hotelier des Drachenfelsrestaurant Moritz Mattem. Den Postdienst aber versallen Postbeamte, die im Hotel wohnten. Die Postagentur blieb meist nur für die Sommermonate offen. Während der Wintermonate ging der

Landbriefträger von Königswinter zum Drachenfels, um dort die Postsachen zuzustellen.

Die ersten Ansichtskarten vom Drachenfels wurden bei A. Tillewein gedruckt.

Die hier gezeigte, äußerst seltene Originalkarte stammt noch aus der Eröffnungszeit des Post betriebes auf dem Plateau.

5 'Eduard Fischers Momentphotographie, nur auf dem Plateau Drachenfels 325m über dem Meeresspiegel. Anerkannt gute Herstellung von Photographien bei reeller und preiswerter Bedienung.

Die Erinnerungs-Photographien sind die schönsten Andenken für das den Drachenfels besuchende Publikum.

Aufnahme von Personen in Gruppen, aufPferd und Esel, bei jeder Witterung.

Dem reisenden Publikum, sowie meiner langjährigen, alten und treuen Kundschaft halte ich mich bestens empfohlen.' Inserat und Foto aus dem [ahre 1908.

6 So sah Ende der dreißiger Jahre der Reittierstand am Fuß des Eselsweges aus.

Eine aufwendige Treppenanlage führte zu einem in Bruchstein eingefaßten, ringförmigen Plateau mit seitlichem Zugang und Verbindung zum Eselsweg.

Im Halbkreis stehend, erwarteten hier Treiber und Reitriere die Gäste zum Ritt auf den Drachenfels. Das Foto zeigt weiter links oben die Villa Stempel und in der Mirte das Haus des Fotografen Kern. Weiter ist deutlich der gut befestigte Eselsweg erkennbar.

7 Es galt schon als erwas Besonderes, eine Droschkenfahrt auf den Drachenfels oder gar durch das Siebengebirge zu unternehmen. Um die Jahrhundertwende, als generell der Fremdenverkehr am Rhein wieder zu neuem Leben erwachte, sahen auch die Kónigswinterer Lohnkutscher ihre Zeit gekommen. So wuchs die Konkurrenz unter ihnen ständig, sodaß schließlich im Iahre 1902 die Stadtverordnetenversammlung sich diescr Situation annahm und ein 'Reglement' statuierte, in dem unter

anderem die Gesamtzahl der Gespanne auf 34 und gleichzeitig Standplätze festgelegt wurden. Doch dieseArt Probleme existieren heute längst nicht mehr, da es keinen ortsansässigen Droschkenkuiseher mit seinen gepflegten pferden und Landauer mehr gibt.

Die heute noch fahrenden Kutschwagen kommen van außerhalb der Stadt, zum Beispiel aus dem Honnefer Stadtgebiet. Diese Tatsache dokumentiert auch die täglich frische 'Pähdsköttelspur' auf der südlichen

Hauptstraße.

Das Foto aus dem Ende der zwanziger jahre zeigt den Kutscher Heinrich Sonntag mit seinem Gespann in Positur für ein Erinnerungsfoto der beiden Damen.

8 Nach einem Reglement vom 27. Juli 1841, vom Königswinterer Bürgermeister Mirbach unterzeichnet, mußten die Eselsführer schon fünfzig Iahre früher als ihre Kutscher-Kollegen ihre Tätigkeit nur nach strenger Vorschrift verrichten. In einer aus sechs Paragraphen bestehenden Anordnung heißt es unter anderem:

1. Das Aufstellen der Esel zur Besteigung der Gebirge bei Königswinter darf nicht auf den Straßen in und um Königswinter, noch an dem hiesigen Rheinufer stattfinden.Auch dürfen dieselben dem Publikurn weder angeboten oder gar aufgedrnngen werden.

2.Die aufzustellenden Esel müssen zum Bergbesteigen tauglich nnd dürfen nicht bösartig sein, die nntauglichen sollen zurückgewiesen werden.

3. Dieselben müssen mit einer laufenden Nummer, die auf der Stirne heim Gebrauche frei und sichtbar zu jeder Zeit angeheftet bleiben muil mittels eines kleinen kup-

fernen Schildes. worauf'Königswinter' zu lesen ist, versehen sein.

4.ZurVerhütung von Überforderungen des Lohnes für Befördernngen wird bestimmt, dass für jede Tour hin nnd zurück incl. Führer a) nach dem Drachenfels 10 Silbergroschen, b) nach Heisterbach IS Silbergroschen, c) nach dem Ölberg oder Löwenburg 20 Silbergroschen, d) für einen

ganzen Tag 30 Silbergroschen gefordert werden darf.

5. Die Eselsführer sind verpflichtet, sich ruhig und anständig gegen das Publikurn zu benehmen.

6. Zuwiderhandlungen gegen dieses Reglement sollen nach Umständen mit einer Polizeistrafe von I bis 2 ThuJer belegt werden.Auch bleibt es der Polizeihehêrde

überlassen, die vor mvähnte Erlaubnis zum Aufstellen der Esel zurückzunehmen.

9 Blick ûber Stadt und Strom vom Hardtberg aus. Schnell erkennt der Betrachter an diesem Fotodokument von 1938, welche großen Veränderungen sich an Stadt und Landschaft vollzogen haben und die vielfach zu Ungunsten beider ausfielen.

1 0 Diese fotografische Aufnah me aus demAnfang der dreißiger [ahre zeigt eineTraubenlese im Mülhenschen Weinberg an den Hängen des Saurenberges. Bemerkenswert ist, daß hier schon der Übergang von der Pfahlanlage zur Drahtrahmenerziehung erfolgt war. Fand zur früheren Zeit hier in dieser Gegend fast nur die Pfahlanlage Verwendung, so bevorzugt man heute aus rationellen Gründen die Drahtrahmenanlage. Doch gänzlich ohne die Pfahlerziehung geht es nicht, denn dort wo die Lagen sehr steil sind, ist ein maschinelles Arbeiten aus Sicherheitsgründen nicht gegeben und muß dementsprechend manuell vorgenommen werden. So umgeht der Winzer weiterhin den Rebstock jährlich 'zwanzigmal', bis er das Norwendigste daran getan hat.

11 Der aus Düsseldorf stammende und in Königswinter wolmende Rentier Jakob Biesenbach, ein Schwager des Barons Stephan vonSarter (1833-1902), der Erbauer der Drachenburg, hatte 1885 am Südwesthang des Hirschberges die 'Hirschburg' erbauen lassen, die allgemein bei den Königswinterer Bürgern als 'Abfallburg' galt, da sie angeblich aus den Resten des Stemernatenals der Drachenburg entstand. Das Waldgelände an der Burg ließ Biesenbach zu einern prächtigen Park urngestalten. 1900 verkaufte er die Burg an den geheimen Rat Freiherr von Mallinckrodt. Seit

1 939 ist die Mannesmann AG aus Düsseldorf Eigentümerin der Hirschburg.

Eine Urenkelin von ihm schrieb diese Ansichtskarte 191 7 an ihren Vater nach Philippeville/Belgien.

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