Koblenz in alten Ansichten Band 1

Koblenz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans-Josef Schmidt
Gemeente
:   Koblenz
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0788-4
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Koblenz in alten Ansichten Band 1'

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Hans-Josef Schmidt

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EINLEITUNG

Nach 2 OOOjähriger Geschichte ist Koblenz, die Stadt am Zusammenfluß von Rhein und Mosel, heute wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum am Mittelrhein. So spannt die traditionsreiche Geschichte unserer Stadt einen weiten Bogen vom römischen Kastell 'Confluentes' bis hin zur Großstadt modernen Gepräges. Nach der Zerstörung des römischen Koblenz durch die Franken errichteten die neuen Herren des Landes hier einen Königshof, der den Königen und Fürsten wiederholt als Ort für Versammlungen und Fürstentage diente. Mit der Schenkung des Königshofes Koblenz irn Dezember 1018 durch Kaiser Heinrich n. an Erzbischof Poppo von Trier ging die bis dahin freie Stadt in den Besitz des Trierer Erzbistums über. Während der fast 800jährigen Zugehörigkeit zum Erzstift Ttier entwickelte sich Koblenz zu einem Verwaltungs- und Handelszentrum und gewann immer mehr an Bedeutung durch seine Funktion als Hauptort des Niederen Erzstifts beziehungsweise später als Residenz der Trierer Kurftirsten.

Der Sturm auf die Bastille in Paris im Jahre 1789 bereitete dem idyllischen Leben 'unter dem Krummstab' ein Ende. Französische Emigranten zogen von der Seine an den Rhein und machten ihr Hauptquartier Koblenz zum 'Klein-Paris', Als schließlich am 23. Oktober 1794 die französischen Revolutionsheere unter General Marceau die Stadt einnahmen und besetzten, konnte die Bürgerschaft nur durch freiwillige Übergabe der Stadt Schlimmeres verhüten. Es war vorbei mit dem Glanz der fürstlichen Residenz, Koblenz wurde Hauptstadt des französischen Rhein-Mosel-Departements und blieb es bis zum Jahr 1814, als die Russen mit der B1ücherarmee den Rhein überschritten und die Franzosen aus der Stadt verdrängten. Nach einer kurzen Übergangsverwaltung kam Koblenz dann 1815 an Preußen, gehörte von 1816 bis 1822 zur Provinz Großherzogturn Niederrhein, ab 1822 zur Rheinprovinz und wurde 1830 Hauptstadt der Rheinprovinz, Nach

verschiedenen, durch die Besatzungsmächte bestimmten Übergangslösungen wurde Koblenz am 30. August 1946 dem Land Rheinland-Pfalz angegliedert, war bis 1950 sogar Sitz der Landesregierung und zählt seit dem 27. Juni 1962 zu den Großstädten der Bundesrepublik.

Mit dem hier vcrliegenden Band 'Koblenz in alten Ansichten' soll nur ein Mosaikstein aus der Geschichte der Stadt dokumentiert werden. Hierbei handelt es sich aber gerade um die Epoche der Jahre 1890 bis 1930, die sich wohl wie keine andere, sieht man einmal von der Entwicklung nach 1945 ab, auf die wirtschaftliche und räumliche Expansion der Stadt ausgewirkt hat.

Während andere Städte sich bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu größeren Industrie-, Wirtschafts- und Handelszentren entwickeln konnten, verharrte Koblenz, eingeengt durch die Befestigungsanlagen und die damit zusammenhängenden Bauverbote, in seinem 'Dornröschenschlaf". Dieser Zustand änderte sich erst, als 1888 die Baubeschränkungen aufgehoben wurden und durch Kabinettsordre vom 13. März 1890 die vollständige Schleifung der Festung Koblenz mit ihren Wällen, Gräben, Mauern und Toren verfügt wurde. Zwar mußte die Stadt einerseits erhebliche finanzielle Belastungen durch den Kauf des Festungsgeländes auf sich nehmen, sie hatte aber dadurch die Möglichkeit, nach Süden und Westen zu expandieren,

Nach Abriß der Festungsmauern konnten die großen Ringstraßen, heute Friedrich-Ebert-Ring/Moselnng, angelegt werden. Repräsentative Gebäude wie die Festhalle, das Kreishaus, das Polizeipräsidium und die Oberpostdirektion wurden errichtet. Weiterhin erfolgte der Ausbau der südlichen Vorstadt, die Erschließung des Oberwerths und die gärtnerische Gestaltung des Rheinufers durch die Anlage der Rhein- beziehungsweise Augusta-Anlagen. Große Hotelbauten, neben dem alten Riesenfürstenhof der neue

Koblenzer Hof, ergänzten die Rheinfront. Außerdem wurde das Stadtgebiet durch die Eingemeindung von Neuendorf und Lützel (1891) sowie Moselweiß (1902) noch vergrößert.

So war Koblenz also zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine aufstrebende Stadt, in der die Industrie zwar noch fehlte, aber die Garnison und die Beamten sowie der immer stärker ansteigende Fremdenverkehr für einigermaßen gesunde Steuerverhältnisse sorgten. Koblenz war Verwaltungsmetropole der Rheinprovinz, eine der größten Garnisonen des Reichs und darüberhinaus noch Markt-, Handels- und Einkaufszentrum für das Hinterland. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Einwohnerzahlen wieder. Von 10286 Einwohnern im Jahr 1817 über 30548 Einwohner im Jahr 1880 stieg die Bevölkerungszahl 1890 auf 32 661, 1900 auf 45147 und 1914 auf 61512 Einwohner. Allein in den Jahren 1864 bis 1912 wuchs die Bevölkerungszahl um 117,9 %. Die berechtigten Hoffnungen, Koblenz werde sich nun zu einer wohlhabenden Stadt entwickeln, wurden durch den Ersten Weltkrieg jäh zunichte gemacht. An den Fronten fielen 800 Koblenzer und die Verluste der Garnison betrugen insgesamt 21 000 Mann. Insgesamt wurde Koblenz, wo sich Anfang des Krieges auch das Große Hauptquartier befand, acht mal aus der Luft angegriffen. Der erste Angriff erfolgte am 1. Oktober 1917 und beim zweiten Angriff am 12. März 1918 gab es sogar zwölf Tote. Besonders hart wurde die Koblenzer Bevölkerung vom 'Steckrübenwinter' 1917-1918 getroffen.

Auf die letzten deutschen Truppen, die am 7. Dezember 1918 die Stadt verließen, folgten vier Jahre amerikanischer Besatzung, bis die Franzosen am 24. Januar 1923 in Koblenz einrückten. Der Ausbruch des passiven Widerstandes, die Vertreibung der Koblenzer Verwaltungsspitze und die Besetzung des Schlosses durch die Separatisten am 23. Oktober 1923 mit den entsprechenden Begleitumständen verursachten

in Koblenz wirtschaftliche Zustände, die sich fast zum Chaos entwickelten. Infolge finanzieller Belastungen durch Reparationsforderungen konnte daher auch auf dem Sektor des Städtebaues nicht allzuviel geleistet werden. In dieser Zeit en tstanden allerdings die Wohnviertel für die Familien der Besatzung in der Roonstraße, Emil-Schüller-Straße, Moselweißer-Straße und Südallee. Größere Siedlungen für Koblenzer Familien wurden auf dem Oberwerth, in der Goldgrube und im Rauental gebaut. Die Bemühungen der Stadtverwaltung erstreekten sich daher in der Folgezeit vor allem auf eine umfassende Eingemeindung, um so Gelände für die Industrieansiedlung und die Anlage eines ausgedehnten Hafengebietes zu gewinnen. Von dieser weitgehenden Planung konnte aber auf Grund der politischen Verhältnisse und der wirtschaftlichen Notlage bis auf die Eingemeindung von Wallersheim (1923) nur wenig in die Tat umgesetzt werden.

Eine Änderung der politischen Verhältnisse trat dann im Jahr 1929 ein. Am 30. November konnte auf dem Ehrenbreitstein die Trikolore eingeholt werden und Koblenz war damit endlich wieder frei von jeglicher Besatzung. In den Rheinlanden wurde dieses Ereignis mit großen Befreiungsfeierlichkeiten gewürdigt, in deren Rahmen Reiehspräsident Paul von Hindenburg am 22. Juli 1930 mit großem Jubel in Koblenz empfangen werden konnte.

Die im vorliegenden Band abgebildeten Postkarten und Fotografien stammen zum größten Teil aus Privatbesitz und wurden dem Stadtarchiv für diese Publikation freundlicherweise von den Besitzern zur Verfügung gestellt. Ich möchte daher an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich allen danken, die zum Gelingen dieses Bandes beigetragen haben. Mein besonderer Dank gilt Herrn Heinrich Wolf, dessen freundliche Unterstützung und Mithilfe ich hier hervorheben möchte,

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1. Der Plan.

Von den Gebäuden um den Plan, den 1699 "fürnaembstenPlatz der Statt", sind eine Reihe mit der Geschichte der Stadt aufs engste verbunden. So befand sich zum Beispiel in dem Haus Nummer 9, rechts neben der Seifenfabrik Fischer, die Wohnung des jeweiligen Stadtkommandanten. 1805-1895 diente das Haus als Stadthaus und bis 1888 zugleich als Dienstwohnung des jeweiligen Oberbürgermeisters. Hier und in den danebenliegenden ehemaligen 'Städtischen Schulen bei Liebfrauen' war bis zum Jahr 1973 die Städtische Feuerwehr untergebracht, Im Haus Nummer 13 hatte die 1846 gegründete Likörfabrik und Spirituosenhandlung Jacob Drouven ihren Sitz. In dem sich anschließenden Haus Entenpfuhl1 wurde am 3. Januar 1806 die weltberühmte Sängerin Henriette Sontag geboren.

2. Markt an der Liebfrauenkirche.

Im Mittelalter fanden in Koblenz, wo schon für das Jahr 1042 ein Markt bezeugt ist, die Jahrmärkte im Herbst, vorübergehend auch im Frühjahr, statt. Außerdem war an jedem Dormerstag Wochenmarkt. Für den Verkauf der einzelnen Waren wurden bestimmte Plätze vorgeschrieben. So befand sich etwa seit 1770 der Kornmarkt auf dem heutigen Florinsmarkt, der deswegen früher auch Fruchtmarkt genannt wurde. Mitte des vorigen Jahrhunderts waren die Töpfer am Braugäßchen an der Seite zur Liebfrauenkirche untergebracht. Dies war der s.ogenannte 'Dübbemart". Gegenüber, an der Mehlgasse, wurde steinernes Geschirr verkauft.

3. Dieses Haus steht in Gottes Hand, Zum Joseph Gorres ist's genannt.

Das Vereinshaus des 1863 gegründeten 'Katholischen Lesevereins' trug offiziell den Namen 'Görresbau' in Erinnerung an einen der großen Söhne der Stadt:

Joseph von Görres (1776-1848). Im großen Saal des Görresbaues tagte von 1948 bis 1951 der rheinlandpfälzische Landtag. Hier stimmte der Landtag am 18. Mai 1949 dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu und Bundespräsident Theodor Heuß sprach hier am 11. Januar 1950 anläßlich seines ersten ~ Staatsbesuches in Rheinland-Pfalz. Am linken Bildrand "' ist das Koblenzer Wappen abgebildet: In Silber ein ,':... rotes Kreuz, belegt mit goldener Krone.

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4. Eisstau im Februar 1929 auf der Mosel.

Im Februar 1929 überraschte ein Kälteeinbruch ganz Mitteleuropa. Über die Zustände in Koblenz berichtete der Koblenzer General-Anzeiger vom 27. Februar 1929: 'Man sieht die gewaltigen Eismassen vorübertreiben und lernt begreifen; man steht auf der alten Moselbrücke und sieht erstaunt, wie die schweren Eisblöcke durch den ungeheuren Druck der Strömung gegen die Brückenpfeiler geschleudert und wie die ungeheuren Eismassen in die Strombögen gepreßt werden.'

Auf diesem Bild sehen wir die zugefrorene Mosel mit Balduin-Brücke, Alter Burg und, rechts im Bild, dem Bassenheimer Hof, auf dessen Gelände sich heute das Städtische Hallenbad befindet.

5. Hochwasser im Oktober 1930.

'Gestern waren auf dem ... zum Teil überfluteten Moselwerft zahlreiche Arbeiter rnit dem Bergen der Güter aus den Lagerschuppen beschäftigt, Mit Autos und Pferdefuhrwerken fuhr man durch das Wasser. Fässer wurden aus den Fluten gehoben und verladen. Der gesamte Werftverkehr an der Mosel mußte wegen der Überflutung eingestellt werden, da auch das Werftbahngleis fast ganz unter Wasser steht, die elektrischen Werftkräne stehen ebenfalls alle im Wasser.' (Coblenzer Volkszeitung 11./12. Oktober 1930.) Die Aufnahme wurde am 17. Oktober am Moselufer gernacht, als das Hochwasser bereits zurückging. Im Hintergrund ist der Landbogen der Balduinbrücke zu sehen.

6. Eltzerhofstraße 20 um 1910.

In diesem Haus befand sich damals die Brot- und Feinbäckerei Wilhelm Wingen. In den Fenstern im zweiten Stock ist die Familie des Schnciderrncisters Miehels zu sehen, die nach dem Ersten Weltkrieg nach Amerika auswanderte. Das Haus Nummer lIS, von dem ein Teil am rechten Bildrand zu erkennen ist, wurde mit dem Dannedurchbruch im Jahre 1976 abgerissen,

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