Kochel a. See in alten Ansichten

Kochel a. See in alten Ansichten

Auteur
:   H. Demleitner sen.
Gemeente
:   Kochel a. See
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4817-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kochel a. See in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Dieser Bildband 'Kochel a. See in alten Ansichten' soll in leichter und verständlicher Art den Leser in die Geschichte und in das Wesen des Dorfes einführen. Gedacht war zunächst nur Fotos aus der Zeit von 1880 bis 1930 zu verwenden. Da aber im Buch 'Kochel a. See' (1983, seit langem vergriffen) bereits schon 290 Fotos und ähnliches Verwendung gefunden haben und der jetzige Bildband wiederum eine Gesamtschau der Dorfgeschichte werden sollte, wollte man eine Doppelverwendung möglichst vermeiden. Nur in Ausnahmefällen, um den Geschichtsablauf nicht zu unterbrechen, griff man dabei zurück.

Dank an alle, die mitgeholfen haben mit Bereitstellung alter Ansichten des Dorfes um diesen Bildband zu ermöglichen. Besonderen Dank aber dem Maler Rudolf Fuchs, der Skizzen des einstigen Malers Lossow vor 1850 und des Studenten Demleitner um 1900 zeichnerisch vervollständigte und so die Dorfgeschichte des 19. Jahrhunderts lebendig werden ließ.

DIE VORGESCHICHTE!

1. Viele Versteinerungen in unserer Gegend weisen auf das geologische Werden hin. Den ältesten Fund tierischer Herkunft fand Franz Geiger im Aushub des Schulhauses am Bergfeld, im Schlick der Eiszeit, einen Mastodonzahn, etwa 1 Million Jahre alt, der in der Sparkasse zu besichtigen ist. Sepp Schleich aus Wallgau fiel bei Uferbefestigungsarbeiten in der Zwergernbucht am Walchensee ein eigenartiger Stein auf. Es war ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit, etwa 5 000 Jahre alt. Ein Hinweis auf eine einstige Besiedlung dürfte es aber nicht sein, wahrscheinlich hat es ein Jäger verloren.

.c=:::::=r Wälle, deutlich erhalten ==~ Wälle, verfallen

L::I:IJ künstlich geebnete Flächen ~ Felsen

___ Wege

ALTJOCH

ca. 1200 v. Chr.

Befestigung der Umenfelderbronzezeü

Maßstab 1: 7500

o l> 10 100 110m

2. Dem Studenten Josef Demleitner fielen um 1900 auf der 'Jocher Birg' (vor dem Walchenseekraftwerk rechts) ebene Flächen auf und er meinte, daß diese nicht durch die Natur, sondern von Menschen geschaffen worden seien. Er meldete dies dem Landesamt und Grabungen in 1902, 1911 und 1937 bestätigten, daß die locher Birg in der frühen Hallstatt bis zur Latènezeit (1200-400 v. Chr.) eine Fliehburg, ähnlich der von Mykene in der Ägäis gewesen ist, auf die sich die Siedler um den See zurückzogen, wenn Feindüberfälle drohten. Der Seespiegel war damals zwischen 9 und 7 m höher, die Birg also (den Geschiebekegel des Kesselbaches abgezogen), noch größtenteils eine Insel.

3. Das nächste Glied in der langen Kette der Geschichtsforschung von Koehel a. See könnten die Pfähle in der Zwergernbucht am Walchensee sein. Man rätselt immer noch herum, wer sie wohl einst in den Seeschlick eingebracht hat. Es gibt da die Meinung daß sie zurückgehen könnten bis zur Besetzung der Römer und daß dies hier ein Pionierübungsplatz gewesen sein könnte. Nur so kann die präzise Arbeit erklärt werden. In den nächsten Monaten - so hofft man - dürfte dies wissenschaftlich geklärt werden.

4. Nun aber liegen wieder viele Jahrhunderte der Geschichte des Dorfes im Dunkel. Mit der Gründung eines Nonnenklosters, gedacht für 25 Töchter adeligen bayrischen Geschlechtes, von den Grafen von Antdorf gestiftet, das Bonifatius 739 weihte, wird die Fischersiedlung Ascahi - später Koehel - zum erstenmal erwähnt. Der Maler Rudolf Fuchs hat die damalige Situation - das Kloster zwischen den zwei Bächen, wie in alten Aufzeichnungen beschrieben, den 'Moarhof' und die sechs Fischerhütten am See - zeichnerisch testgehalten. Das Kloster wurde, so wie auch das von Benediktbeuern, 955 beim Ungarneinfall zerstört. Während Benediktbeuern 1031 wieder errichtet wurde, blieb das Kochler in Schutt und Asche, wurde während des vergangenen Jahrtausends vergessen, erst in jüngster Vergangenheit kam etwas Licht in das Geschehen.

5. Leider fehlen uns wieder bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts Stiche oder Gemälde, die über das damalige Leben und die Gepflogenheiten der Vorfahren Aufschluß geben könnten. Die Salbücher des Klosters Benediktbeuern, in denen alle Abgaben und die Frondienste festgehalten sind, berichten über die wirtschaftliche Vergangenheit. Besonders aber sind es die Urteile des Klostergerichtes, die uns einen Bliek in den Alltag gewähren. Erst aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben wir Skizzen des Malers Lossow die die Dorfgestaltung festhielten und die der Maler Rudolf Fuchs zeichnerisch vervollständigte. Hierim Bild die Kirche, der Reiserhofund der Illn (Daser).

6. Ein bemerkenswertes Dokument aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Links der Laischenhof, im Vordergrund das damalige Heimbringen der Heuernte. Das kleine Häuschen dahinter war die Backstube derer vom Unterdorf, wo erwähnt ist, daß die Falterbäurin besonderes Geschick zum Brotbacken hatte, dann die Kirche, der Giebel vom Reiser, der Illn (Daser) und der Troadkasten vorn Laisch in dem in einem dicht gezimmerten Raum das Getreide gegen Mäusefraß gelagert war.

7. Seit der Besiedelung von Kochel, die man bis in die Zeitenwende verfolgen kann, wurden durch die beiden Wildbäche, dem Lainbach und dem Kalmbach (Colomonbach) Flur und Dorf immer wieder vermurt. Um 1780 ließen die Klosterherren durch Ingolstädter Pioniere die Felsen am Zimmermoos durchsprengen und leiteten den Lainbach direkt in den See. Die Zeichnung. wieder von Rudolf Fuchs, zeigt den Dorfbach um 1850 mit der Wasserführung des Kalmbaches, auf der jetzigen Straßenführung der B 11. Links der Zollbauer, der Ende des 15. Jahrhunderts die Zollgebühren für die Alte Kesselbergstraße einhob, dann der Christlbauer und das Denggensacherl.

8. Der Laischenhof, sein Troadkasten, die Kirche, der I1Inhof (Daser) und der Schusterhans (Linner) (Zeichnung des Malers Rudolf Fuchs, nach einer Skizze des Studenten Jos. Demleitner vor der Jahrhundertwende). Das Sträßlein im Vordergrund ist die Straße nach Schlehdorf , die 1876 gebaut wurde, allerdings bis zur Jahrhundertwende durch Setzungen sehr oft unter Wasser war. Bei den Melorationsarbeiten 1901-1903 wurde sie wesentlich verbessert und dadurch bis auf größere Hochwasser das ganze Jahr befahrbar. Der Troadkasten vorn Laisch mußte bei einer weiteren Straßenverbreiterung in den dreißiger Jahren abgerissen werden und verkam.

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