Kochel a. See in alten Ansichten

Kochel a. See in alten Ansichten

Auteur
:   H. Demleitner sen.
Gemeente
:   Kochel a. See
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4817-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kochel a. See in alten Ansichten'

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9. So hat noch kurz vor der Jahrhundertwende der Dorfplatz von Koehel ausgeschaut, ein Bild, das doch etwas nachdenklich stimmt. In den Jahren 1867/68 wurde der Dorfbach zur 'Abwendung fernerer Vermurungen' außerhalb des Dorfes verlegt (Neuer Bach), Das kgl. Bezirksamt gab dazu einen Zuschuß. Zur Aufschüttung der Schlehdorfer Straße wurde 1875176 das Material des Dorfbachdammes weggebracht. Das Dorf, nun hochwasserfrei. bekam damit auch große Flächen in Dorfmitte. Ein kleiner Dorfbach versorgte die Leute mit Brauchwasser. Hier auf dem Bild im Vordergrund die WasserentnahmestelIe beim Postwirt.

10. Über 1 000 Jahre, seit der Besiedlungszeit, hat es kaum bei den Bauern Kamine gegeben. Der Rauch zog von der offenen Feuerstelle hinauf in den Dachboden, kühlte sich dort ab und entwich durch den Giebel des einstigen Schilf- oder Schindeldaches, Überbleibsel davon fanden sich noch beirn Hodererhof (Glentleite) wo man in der 'Duin' auch die Fische räucherte. Hier auf dem Bild sieht man, wie beim Denggnsacherl der Rauch durch ein 'Luck' im Dach entweicht. 1880 wurde da ein 'russischer' und in den dreißiger Jahren ein deutscher Karnin gebaut. Mit den ehemaligen Rauchabzugsgepflogenheiten ist es verständlich, daß es damals im Dorf oft 'gebrannt' hat.

11. Unter den vielen verdienstvollen Männern von nun Koehel a. See, kann in Verbindung mit diesem Bildband der Geistl, Rat Josef Demleitner genannt werden, aus dessen Postkartensammlung, die in das Gemeindearchiv gegeben wurde, etwa die Hälfte hier Verwendung fand. Er ist der erste und bisher wohl einzige Kochler, der im 'Boslschen Kalender' - 8 000 Persönlichkeiten aus 1 500 Jahren der bayrischen Geschichte - mit folgendem Text aufgeführt wird: Josef Demleitner, Geistl. Rat, Volksgenealoge, Kunsthistoriker, Heimat-, Familien- und Namensforseher. Vater der Volksgenealogie und Altmeister der Familienforschung in Bayern ...

12. Mit der Erfindung des Otto- und des Dieselmotors schwelgte man Ende des 19. Jahrhunderts in Zukunftsträumen. Schon urn 1890 wurden bei Autorennen Geschwindigkeiten bis zu 20 kwh erreicht. Die Alte Kesselbergstraße war mit ihrer Steilheit von 25% und dem damit verbundenen Vorspanndienst schon für die Pferdefuhrwerke zum Hindernis geworden. 400 Jahre hatte sie ihren Dienst getan. Jetzt aber plante man hier die modernste Bergstraße Europas. Es war damals ein technisches Wunder, was hier geleistet wurde. Mit präzisen Berechnungen und hervorragender Kalkulation hielten sich Trassenführung und auch die Kosten im berechneten Rahmen. Enorme Geländeschwierigkeiten waren dabei zu überwinden.

13. Weiterhin Bau der Kesselbergstraße! Seit 1890 stehen uns jetzt in Kachel a. See oft sehr gute Fotos zur Verfügung. Es waren zwei junge Burschen im 'Loachmohäusl' (jetzt Kirste), die es halt gar nicht mit der Handarbeit hielten, doch das Fotografieren beherrschten und ab und zu mit einem Fernrohr zu den Sternen schauten. Ihnen haben wir viele Aufnahmen aus dieser Zeit zu verdanken. Auf dem Foto sieht man, daß die ganzen Arbeiten nur mit den Händen durchgeführt werden konnten, Auch Sprenglöcher wurden mit Stangen in den Fels gestoßen. Es gab ja noch keinen Kompressor. Die einzige Maschine die hier Verwendung fand, war eine Dampfwalze.

14. Das Foto zeigt die enormen Schwierigkeiten rnit denen man sich während der Bauzeit herumschlagen mußte. Trotzdem hatte man während dieser fünf Jahre von 1893 bis 1897 keinen Toten und auch keinen Schwerverletzten zu beklagen. Dem Staatsbauassistenten bei der kg!. Oberbaubehörde Theodar Freytag gebührt heute noch Bewunderung und höchstes Lob für diese Leistung. Mit einem festen Betrag von 700 000 Mark hatte er die Arbeiten übernommen und sich auch an diesen Betrag gehalten. Bis auf kleine Verbesserungen entspricht diese Straße auch heute noch den Verkehrsansprüchen.

15. Es dauerte aber nur wenige Jahre, bis man Nutzen und Vorteil dieses neuen Verkehrsweges voll erkannt harte. Hier zwei Autos der 'AutomobilWagenverbindung im bayrischen Hochland, Partenkirchen, Mittenwald, Walchensee - Kocher. 'Partie am Kesselberg mit Joeherwand. '

16. Auch damals gab es schon Menschen, die sich mit den Autos nicht so recht anfreunden konnten. Eine Erinnerung an das Autorennen anno 1905.

17. Seit der Jahrhundertwende wurden Rennen auf der Kesselbergstraße abgehalten um die Leistung der Motoren und des Fahrwerks zu verbessern. Manches Fahrzeug wurde dabei auch Schrott. Mit Beginn der dreißiger Jahre aber wurden diese Bergprüfungen auf den 'Schau ins Land' bei Freiburg verlegt. Die Anforderungen waren dort wegen der größeren Steilheit weit schwerer. Auf dem Foto der Renmvagen von SappJ München kurz vor seinem Sturz anno 1929.

18. Eigentlich sollte man sich Gedanken machen, warum das Schmied-von Koehel-Denkmal bereits zur 195. Wiederkehr der Sendlinger Mordweihnacht errichtet wurde und nicht erst zum 200jährigen Jahrestag des Geschehens. Wer aber die damalige Zeit, verbunden oft mit überschäumender Begeisterung, Heldenverehrung und Fürstentreue, kennt, findet hier eine Antwort. Der Schmied VOll Koehel galt immer schon als Symbol für Freiheit, der Heimatliebe und der Heimattreue. Auch eine verirrte Zeit wird das kaum ändern.

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