Korb in alten Ansichten Band 1

Korb in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gotthold Schwarz
Gemeente
:   Korb
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4782-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Korb in alten Ansichten Band 1'

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19. Pferd und Kuh, die treuen Helfer als Zugtiere, stellten sich mit ihren Begleitern dem Fotografen. Man hat den Eindruck, daß die Arbeit bereits getan ist. In der Ortsmitte ist noch Platz für alle. Die früheren Eigentümer des Hauses im Hintergrund, Winnender Straße 26, beim See, wanderten um 1881 nach Rußland aus. Zu diesem Haus gehörte einst die 1812113 erbaute Scheune, Winnender Straße 44 (Chronik Seite 104). Dieses Gebäude neben der alten Kelter hatte die Bezeichnung 'Zehntscheuer'. Im Jahre 1885 wurde es von der Gemeinde übernommen, nachdem es mehrere Jahre lang keinen Liebhaber gefunden hatte. 1956 wurde die Winnender Straße zwischen dem Fleckenbrunnen und der Ettergrenze neu angelegt, und der im Weg stehende Sandsteinbau mußte abgebrochen werden.

20. Der Obstanbau war während der Kriegsjahre 1914-1918 etwas vernachläßigt worden. Mit dem Ziel, den Obstanlagen wieder die notwendige Pflege angedeihen zu lassen, wurden unter Leitung des damaligen Oberamtsbaumwarts Klenk Obstbaukurse abgehalten. Die vielen um die Jahrhundertwende gepflanzten Obstbäume versprachen gute Erträge. Neben dem Tafelobst war insbesondere das Mostobst gefragt. Die allermeisten Haushalte besorgten sich mindestens einen Jahresvorrat an Most (Apfelmost). Sofern Faßraum im eigenen oder angernieteten Keller zur Verfügung stand, wurde auch über einen Jahresbedarf hinaus ein Hausgetränk hergestellt. Ein Faß voll 'Bittenfelder' im Hinterhalt konnte eine Mißernte überbrücken. Wichtig war der 'Kern' - ein guter Keller -, der mit die Haltbarkeit des Lebenselixers garantierte.

21. Schlittenfahrt nach Beutelsbach im kalten Winter 1928/29. Eine Kältewelle mit mehr als 20 Grad C unter Null im Februar 1929 richtete große Frostschäden an. Besonders die Weinreben waren in Mitleidenschaft gezogen. Manche Bäume platzten bei den großen Temperaturschwankungen regelrecht auf. Bei solchen winterlichen Ausfahrten erhielten die Pferde gleichzeitig ihr tägliches Training. Um das Jahr 1910 gab es fast 100 Zugpferde in der Gemeinde, 1949 waren es noch 26. Mit der Einführung der landwirtschaftlichen Zugmaschinen sind die Zugpferde überflüssig geworden. Nach starkem Schneefall wurde mit dem von Pferden gezogenen Bahnschlitten durch den Ort und über die Nachbarschaftsstraßen gefahren. Der Bahnschlitten erhielt sein nötiges Gewicht durch eine Anzahl Mitfahrer, die gleichzeitig für einen gemütlichen Verlauf des Tages sorgten.

22. Die beiden halbhohen Pferde des Sandfuhrmanns Friedrich Layer haben Sonntagspause. Der Sandhandel wurde von mehreren Familien betrieben. Mit dem Pferdewagen und Handkarren fuhr man weit ins Land. Der Silbersand diente als Putzmittel und als Aktensand, ehe man Fließpapier hatte. Man verkaufte in Kübeln und kleinen Säckchen. Der Fegsand wurde zum Händewaschen benutzt, und die Stubenböden und Flure wurden damit gesandelt. Besonders Geschäftstüchtige sagten den Leuten: 'Kaufet Sand, für heute und auf Vorrat, dr Saad ischt des Johr et groda' (der Sand ist in diesem Jahre wegen ungünstiger Witterung schlecht gewachsen). Der Bausandhandel lief im kleineren Rahmen. In einem Bericht von 1866 wird neben verschiedenen anderen Dingen, welche 'den städtischen Leichtsinn befördern', auch auf den Sandhandel hingewiesen.

23. Einspännerkuhwagen im Familienbetrieb. Die Kuh hat ein Stirnblatt besonderer Art, das mit Riemen ohne Schnallen befestigt ist. Das Joch für die Befestigung der Zugstränge besteht noch aus Holz, Später wurde den Kühen ähnlich wie den Pferden ein Kummt oder Kummert über die Schultern gelegt. Diese Methode hat sich allmählich überall durchgesetzt. Der Kopf der Kuh blieb frei, und der Schulterzug soll gegenüber dem Stirnband eine bessere und bequemere Zugleistung mit sich gebracht haben. In den fünfziger Jahren hielt die Zugmaschine auch im kleinbäuerlichen Betrieb Einzug und die Kuhfuhrwerke verschwanden in rascher Folge. Am 26. September 1980 löst sich die Milchverwertungsgenossenschaft Korb-Steinreinach auf, und Bürgermeister Müller stellt bei der LiquidatiensSchlußversammlung fest, daß sich damit auch ein Stück Korber Geschichte schließt.

24. Kuhfuhrwerk mit den Kühen 'Bläß' und 'Ros!' um 1929/30 unterwegs zur Frühjahrsbestellung ins Erbachtal. Im Hintergrund parkt ein damals noch verhältnismäßig seltenes Auto direkt vor der Kronenstaffe!. Die Autofahrer sind noch nie gerne ein Stück weit gegangen. In der Oberamtsbeschreibung von 1850 ist festgehalten, daß in Korb im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Kühe gehalten werden. Korb hatte bei der Volkszählung am 16. Juni 1933 2404 Einwohner. Am 17. Mai 1939 wurden 2649 gezählt. Die Kleinheppacher Zahlen stiegen um 20 von 359 auf 379 in derselben Zeit. Zur Berechnung des Wasserbedarfs legte man im Jahre 1900 in Korb 2 236 und in Kleinheppach 362 Personen zugrunde. Am 26. Juni 1902 wurden in Korb 300, in Steinreinach 160, und in Kleinheppach 70 Kühe gezählt. Dazu wurden in drei Ställen sechs Farren gehalten. Die 1953 probeweise eingeführte künstliche Besamung für das Rindvieh wurde ab 1954 eine ständige Einrichtung. Im Jahre 1947 gab es in Korb immer noch 556 Stück Rindvieh.

25. Kuhgespann mit Ackerwalze. Zur gemeinschaftlichen Benutzung hatte die Gemeinde für die Landwirte Ackerwalzen aufgestellt. Gegen eine Gebühr, welche an die Verwalter zu entrichten war, konnte eine der Walzen gemietet werden. Nach der Einsaat von Rüben oder anderen Sämereien wurde mit dem Gerät über das Feld gefahren. Unter den Rillenwalzen wurden die Erdschollen zerdrückt und der Boden wurde krümelig und fein. An den für den Einsatz der Walzen geeigneten Tagen war Hochbetrieb und es mußte über die Benutzeranträge regelrecht Buch geführt werden. Allmählich haben andere Bodenbearbeitungsgeräte eine Umstellung mit sich gebracht und eine Walze ist nur noch selten zu sehen.

26. Dreschmaschine im Haus Barchet, Waiblinger Straße 27. Zum Ausdreschen des in den Scheunen eingelagerten Getreides kam auf Bestellung ein Unternehmer ins Haus. Teilweise wurde die Arbeit schon während der Erntezeit auf einem besonders eingerichteten Dreschplatz vorgenommen. Karl Haug berichtete aus dem Jahre 1910 über einen Motor mit Abreißzündung, den sein Vater als Antriebsmaschine hatte. Man habe sich 'elendiglich schinden' müssen, bis das Ding mit der Handantriebskurbel zum Laufen gebracht worden sei. Nach dem Krieg 1918 sei infolge der Erfindung der Boschzündung die Arbeit wesentlich erleichtert worden. Die Kraftfahrer der Anfangszeit hatten dieselben Nöte. Nach Einführung der verschiedenen Dreschmaschinen und Strohbinder wurde mit Flegeln nur noch in besonderen Fällen gedroschen. Insbesondere das für Strohbänder und Matten benötigte Flechtstroh mußte entsprechend behandelt werden.

27. Der ÖI- und Fetthändler Wilhelm Spohn mit seiner Frau Georgia bei der Fahrt durch die Poststraße. Ein Dreirad löste später das Pferdegespann ab. Rechts am Postgebäude ist das Hinweisschild auf einen öffentlichen Fernsprecher zu erkennen. Das 1928 erbaute Posthaus wurde 1984 abgebrochen. An seine Stelle trat ein Erweiterungsbau der Kreissparkasse. Der ambulante Handel rnit Öl hielt sich sehr lange. Spohns Witwe war noch mit einem Handwagen auf Kundenbesuch. Böse Buben wechselten die Räder und steekten die hohen Hinterräder auf die vordere Achse. Das Speiseöl wurde in der Regel vom Transportgefäß in eine Verkaufskanne unterwegs umgefüllt. Als nächste Station diente ein Meßbecher, danach erst floß das Öl in eine bereitgehaltene Haushaltsflasche.

28. Ehemalige Kelter der Weingärtnergenossenschaft Korb. Das 40 Meter lange und 18 Meter breite Haus war 1930 erbaut worden. Der Abbruch erfolgte im Mai 1982. Das Keltertürmle wurde erhalten und hat bei der neuen Kelter im 'Viehtrieb' einen Platz gefunden. Die Gemeinde hatte 1895 von den Kaufmann Erben die links im Bild sichtbare, große Scheune rnitsamt dem dazu gehörenden Gelände erworben. Urn einen Kelterbau zu ermöglichen, stellte die Gemeinde den erforderlichen Platz zur Verfügung. Andere finanzielle Unterstützungen aus öffentlichen Mitteln waren nur zu erwarten, wenn eine Genossenschaft gebildet war. Dieser 'goldcne Zügel' veranlaßte die Weingärtner, sich umgehend zu einer solchen Vereinigung zusammenzutun.

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