Korb in alten Ansichten Band 1

Korb in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gotthold Schwarz
Gemeente
:   Korb
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4782-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Korb in alten Ansichten Band 1'

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29. Herbstbetrieb in Kleinheppach. Der hervorragende 1921er Tropfen wird auf einen Transportwagen verladen. Vorausgegangen war, nach dern Ablassen des Weines vorn Gärzuber und dem Abpressen der Trester, die Bereitstellung zum Verkauf. Viele Weingärtner hatten ständige Abnehmer für den gesamten Ertrag - ihre 'Weinherren' -, andere mußten sich immer wieder neue Käufer suchen und auch in kleineren Mengen verkaufen. Für die Weinherstellung wurden fast ausschließlich Holzgefäße benutzt. Die 'Eich', mit einem Fassungsverrnögen von 150 Litern, diente als Meßgefäß. Daneben standen auch kleinere Gefäße wie die 'Stütze' oder der 'Schöpfkübel' zur Verfügung. Die Richtigkeit der Inhaltsangabe bezeugte ein Einbrennstempel des Eichamts. Ein Gärspund auf dem Faß ließ dem Wein die nötige Freiheit zum 'Schaffen' während der Fahrt. Mit Herbstblumen geschmückt wurde das Herbstgefährt auf den Weg gebracht.

30. Kelterbetrieb ab 1930. Nach langwierigen Vorberatungen traten die Korber Weingärtner am 15. Juni 1930 zu einer Genossenschaft zusammen. Der Baubeschluß vorn 27. Juli zum Bau einer Kelter wurde mit Nachdruck in die Tat umgesetzt, und die Einweihung des neuen Hauses Winnender Straße 31 mit zirka 84 Zuberplätzen wurde am 5. Oktober 1930 gefeiert. Der Wein wurde aus der Bütte verkauft. Eine Weinlagerung war nicht vorgesehen. Die Lagerplätze mit den schweren Setzsteinen an verschiedenen Plätzen im Ort und in den Scheunen waren damit überflüssig geworden. Der Rut, keinen 'Scheuerleswein' mehr zu kaufen, kursierte im Land. In einer kleinen Notiz des Bürgermeisters aus dieser Zeit ist zu lesen: 'Keltern überall, aber nicht gleichzeitig mit Schule und Straßen wie in Korb.' Deutlich zeigt sich hierin die bestehende Finanznot der Gemeinde.

31. Festwagen zum Landesbauerntag 1924 der Ortsgruppe Kleinheppach. Es wurde mil mehreren Wagen zum Landesbauerntag nach Großheppach gefahren. Insgesamt waren rund WO Festwagen dorthin gekommen, und auch der Hohenloher Adel war vertreten. Eine damals 14jährige Teilnehmerin erinnert sich, daß die Festwiesen sehr feucht waren. Berta Lorenz berichtet, daß es tags darauf großes Hochwasser gab. Die jungen Leute hatten das Fest verlängert und machten am Montag mit einem Festwagen eine Spazierfahrt nach Schorndorf. Das Hochwasser an der Rems und der Schrecken über den versperrten Heimweg blieb lange in der Erinnerung der Kleinheppacher Ausflügler.

32. Der Gesangverein 'Liederkranz' Korb feierte am 14. Oktober 1928 ein Winzerfest. Die Idee dazu hatte man aus einem Ausflug ins Rheinland mitgebracht. Als Festplatz diente der Vorplatz an der Roßbergkelter. Das Ochsengespann im Festzug, die Kalebstraubenträger und anderes wurden von der Illustrierten der Württernbergischen Zeitung aufgenommen und veröffentlicht. Trotz des Verbrauchs irn gut gelungenen Fest war am 19. Oktober 1928 in derselben Zeitung zu lesen: 'Die Weinlese ist beendet. Das Ergebnis ist in jeder Beziehung sehr befriedigend. Noch einige schöne Posten Wein sind erhältlich, und Käufer sind erwünscht.' Auch hier fanden die Trachten von 1924 ihren Einsatz. Eine später versuchte Wiederholung eines solchen Festes hatte wegen der naßkalten Witterung keinen Zulauf, und wegen der eingetretenen Arbeitslosigkeit war das Interesse daran allgemein verlorengegangen.

33. Beim Cannstatter Trachtenfest 1925 auf dem Wasen und im Rosensteinpark. Julius Schwarz trug das Täfele mit dem Titel: 'Weinlese in Korb.' Links und rechts am Täfelchen hing je ein Korber Speidel herunter. Schon 1924 hatte die Korber Gruppe dort einen ersten Preis erzielt, Fritz Zerrer und Eugen Hermann riefen die Trachtengruppe nach der Inflation ins Leben. In der 'Krone' halfen Lydia Fischer und Anna Reichert als Zuschneiderinnen, und das Nähen war Aufgabe der Mädchen. Die Trachten wurden auch zu den Keltereinweihungen 1930 in Korb und 1931 in Steinreinach getragen. Zur Finanzierung wurden Trauben und roter Bratbirnensaft verkauft. Dazu hat man 'Luggeleskäsbrot' angeboten, Ein Begleitvers lautete: Trinket mit uns Korber Wein, auf daß ihr könnet fröhlich sein. Eilet, feuchtet eure Kehlen, heimwärts gibt's ein froh Krakeelen.

34. Ein hölzerner Mahltrog aus KuhnIes Haus (Buocher Straße 20) diente einst zur Mostherstellung. Die modernen Obstzerkleinerungsmühlen haben die Mahltröge abgelöst. Die in den Holztrog geschütteten Äpfel wurden durch den schweren, darüber rollenden Stein, den in der Regel zwei Personen hin- und herbewegt haben, zerquetscht. Man erkannte eine neue Verwendungsmöglichkeit: Der Ranschaub - das knotenlose Pfeifengras aus dem Wald - ließ sich damit zum Gebrauch geschmeidig machen, und man konnte das für die Reben verwendete Bindemirtel während der vegetationslosen Zeit vorbereiten. Der Lammwirt und die Weingärtnergenossenschaft Steinreinach legten je zehn Reichsmark an, und der Mahltrog wurde in der Kelter in der unteren Gaß (Buocher Straße 47) zum Betrieb eingerichtet. Mahltröge in Kreisform oder solche aus Stein waren selten. Wohl aus Platzgründen wurde rneist nur ein Halb- oder Viertelkreis angelegt.

35. Pfarrer Gottfried Golder mit seiner Tochter Ruth in der unteren Korber Steige. Die große Pfarrersfamilie belebte das Pfarrhaus in Korb von 1908 bis 1928. Das 'Pfarr-Röslc' hatte beide früh verstorbenen Mütter zu vertreten. Auf dem Bild sind deutlich die Ausspülungen zu erkennen, welche durch starke Gewitterregen entstanden sind. Die Steige war lange Zeit der Hauptabfahrtsweg aus dem großen Steinbruch in der Wanne und im Nebelberg am Fuß des Korber Kopfes. Zum Bau des einstigen Kronprinzenpalais in Stuttgart wurden Steine aus diesem Korber Felsen verwendet. Die 'Rote Wand' ist als Naturdenkmal erhalten.

36. Im Steinbruch um 1903. Unten rechts sitzt Pflasterer Schwarz und richtet geeignete Steine zu, welche für Straßenkandel und ähnliche Zwecke benötigt wurden. Die Aufnahme muß um die Mittagszeit entstanden sein. Einige Jungen, darunter Albert Schwegler, sind dabei mit den Essenhäfelchen, mit denen die hungrigen Männer von zu Hause versorgt wurden. Mit Pferden und Hund sind etwa 56 Köpfe sichtbar. Fast alle Männer sind mit einem Brecheisen ausgerüstet. Die Steine wurden von Hand auf den eisenbereiften Zweispänner-Holzwagen aufgeladen. Eine weitere Bearbeitung erfolgte auf Lagerplätzen oder Baustellen je nach Verwendung im Straßenoder Hausbau wieder vielfach durch Handarbeit. Die Kleidung einiger im Vordergrund stehenden Personen läßt darauf schließen, daß sie nicht direkt die Hand angelegt haben. Leider sind Einzelheiten zu dern Bild nicht mehr zu erfahren.

37. Altmeister Christian Brech. Im Volksmund nannte man den Maurer und Steinhauer den 'Brechten Dadde'. Er zeigte noch 1934 an1äßlich einer Gewerbeschau, fast 76jährig, seine Kunst im Behauen von Sandsteinen. Man erzählt, daß er einmal einen Kirschbaum angerüstet habe, um die Früchte des riesigen Baumes leichter erreichen zu können. Man berichtet auch, daß er sich mit Schultheiß Schlienz auseinandergesetzt habe, ob es nicht richtiger sei, den 'Schaffschurz' hängen zu lassen, wenn man aufs Rathaus komme, oder ob es unbedingt zweckmäßig wäre, denselben aufzukrempeln. Christian Brech und sein aus der Gaildorfer Gegend stammender Vater Georg haben mehrere Häuser in Korb erbaut. Georg Brechs Devise war: Mein Haus muß so groß gebaut werden, daß alle meine Kinder darin Platz finden.

38. Haushaltungskurs, abgehalten um 1929 in der 'Krone' in Korb. Um den jungen Frauen eine perfekte Haushaltsführung nahezubringen, wurden auch in den zwanziger Jahren immer wieder Kurse abgehalten, in denen das Koehen und Backen gelehrt und die neuesten Kentnisse über die Lebensmittel vermittelt wurden. Wohnung, Wäsche, Garten, alles wurde angesprochen. Die Emanzipation des Mannes war zu dieser Zeit noch nicht so fortgeschritten, daß er an solohen Veranstaltungen teilnehmen konnte. An einen Scherz erinnert man sich heute noch. Man wollte wissen, ob eine der Lehrerinnen ihre resolute Art in allen Situationen bewahren konnte. In weiße Leintücher gehüllt, erwarteten zwei Mädchen am späten Abend deren Heimkehr vor ihrem Haus ab. Nach einiger Zeit der Ängstigung schwebten die Geister davon, und sie hörten noch, wie ihnen heroisch und erleichert nachgerufen wurde: 'Hebe dich weg von mir, Satan!'

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