Korb in alten Ansichten Band 1

Korb in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gotthold Schwarz
Gemeente
:   Korb
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4782-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Korb in alten Ansichten Band 1'

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39. Schlittenbahn in der Vorderen Straße. Trotz der Kälte des Winters 1928/29 nutzte die Jugend die Gelegenheit zum Schlittenfahren. Die gepflasterte Vordere Straße war für den Wintersport besser nutzbar als eine Schotterstraße. Das Pflaster reichte hinauf bis zum Haus Reinhard. Darüber floß das Wasser aus den Weinbergen zum 'Heppach' in der Ortsmitte. Beim Niedergang eines Gewitters kam es immer wieder vor, daß die gewaltigen Wassermassen das große Pflaster unterspült und aufgerissen haben. 1936 benötigte man den Pflästerer während des Sommers dreimal zur Reparatur des Straßenbelags .

40. Eine Kindergruppe in froher Runde vor dem Gasthaus 'Lamrn' inmitten einer Hühnerschar. Ein Lehrer aus Stuttgart war zu Gast, und es reizte ihn, dieses Idyll festzuhalten. Die Ente im Vordergrund bewegte sich nicht nur im Hof. Sie war so frei und begab sich auch in die Wirtschaft. So erheiterte sie mit ihrer Anwesenheit die Gäste. Die abfallenden Häppchen blieben ihr so gut in Erinnerung, daß sie bestrebt war, in unbewachten Augenblicken die Gastwirtschaftsbesuche zu wiederholen. Auch die Kinder waren geschäftstüchtig. Im Frühjahr zur Veilchenzeit hielt man ein paar Sträußchen parat und versuchte diese mit Hilfe der Lammwirtstöchter zu verkaufen. Fünf oder zehn Pfennige betrug meist die unversteuerte Einnahme.

41. Eine Kinderschar tummelt sich auf dem Platz um die Kirche, das Rathaus und Küfer Reinhardts Werkstatt mit einem Handwagen. Die Kleinsten haben Sitzplätze, die anderen bewegen den Handwagen mit der ihnen eigenen Energie. Umstand und Gefahr, daß auch andere Verkehrsteilnehmer mit Kuh, Pferd oder gar mit Maschinenkraft unterwegs sein könnten, waren gering. Das Schlittenfahren war bei geeigneter Witterung noch innerhalb des Ortes auf den abfallenden Straßenstücken möglich. Eine besonders beliebte Strecke führte über den Platz, auf dem die Kinder stehen, vom Oberdorf bis zum See, und die Jugend vergnügte sich bis in die späten Abendstunden. Schon 1866 wurde der 'Unfug des gemeinsamen Schlittenfahrens' angeprangert, aber die Gelegenheiten an den wenigen Tagen im Jahr wurden anscheinend trotz Verwarnungen und Bestrafungen ausgenutzt. Die Verbote hielten die Kinder nicht davon ab, diesen Spaß auszukosten.

42. Kinderbild aus dem Jahre 1898: Martha Brech, Ernst Brech, Albert Schmid, Hermann Kunze, Robert Klink, Hermann WinkIe und Paula Kunze mit drei weiteren Geschwistern waren dabei und fühlten sich mit den beiden Hunden auf dem Strohhaufen, bei dem großen Birnbaum in der Hofstatt, sichtlich wohl. Im Hintergrund der Hörnleskopf mit dem hohen Baum, dem 'PappeIe'. Dort oben war ein beliebter Treffpunkt der jungen Leute. Die Sandsteinhöhlen in unmittelbarer Nähe boten reichliche Abwechslung. Zwischen Korb und Steinreinach lag noch ein breiter, unbebauter Freiraum. Auch in der 'Hohlgaß', der späteren Waiblinger Straße , gab es nur wenige Häuser. Johann Michael Gruber erbaute 1876 die Gastwirtschaft 'Zur Rose', Waiblinger Straße 35. Der Wundarzt und Gastwirt Schallenmüller hatte seine 'Eintracht' seit 1874 in der Waiblinger Straße 16 eingerichtet.

43. Der Fleckenbrunnen, ein Wahrzeichen inmitten des Ortes, hat schon sehr früh eine Überdachung erhalten. Beim Wasserholen konnte man hier ein Schwätzle machen. Das Brunnenhaus wurde 1894 instandgesetzt und mit einer Wetterfahne versehen. 1950 erfolgte ein Umbau. Das Schwäbische Bilderblatt im Stuttgarter Tagblatt veröffentlichte am 1. März 1929 auf der Titelseite dieses Bild. Links im Hintergrund ist das 'Rebstöckle' zu erkennen. Bis zur Behebung der Wasserknappheit durch Fernwasserleitungen im Jahr 1960 tat der Brunnen gute Dienste. Besonders in dem trockenen Sommer 1948 versorgten sich die Bewohner der höher gelegenen Häuser von hier aus mit Wasser. Vermutlich sind die Kanalisationen die Ursache, daß das Wasservorkommen zurückgegangen ist. Der offene Ortsbach und der See sorgten in früheren Zeiten für einen gewissen Wasserrückstau.

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44. Dies ist eine der ältesten Aufnahmen vom Korber See. Sie hat sich im Album der einstigen Kinderschwester Mariele Merz in Korntal gefunden. Die Kirche reicht noch nicht bis zum Dachtrauf des Turmes. Der Aufbau erfolgte im Jahr 1902. Der See wurde früher zur Osterzeit abgelassen, ausgefischt und gereinigt. Karpfen und Schleien gab es reichlich. Das Schicksal des einst 39 Ar großen Sees wurde 1928 besiegelt. Der 'Angler', eine Fasnetzeitung, hat den Vorgang 1929 ausführlich glossiert. Mit einer Eingabe vom 15. Juli 1928 wollten 43 Einwohner den See vor der Trockenlegung retten. Der Zulauf vom Ortsbrunnen sollte wieder hergestellt werden. Der 1927 gefaßte Beschluß wurde aber nicht mehr geändert. Man wunderte sich über die Sinneswandlung, weil dieselben Leute Jahre zuvor die Beseitigung des lästigen Sees energisch verlangt hatten.

45. Der See ist zugefroren. Die Jugend war mit und ohne Schlittschuhe, kaum daß sich eine tragfähige Schicht gebildet hatte, auf dem Eis. Dieses Bild, aufgenommen von Alfred Haug im Winter 1927/28, zeigt das vermutlich letztmals mögliche Eislaufvergnügen auf dem See. Die Trockenlegung und Auffüllung wurde 1927 beschlossen und 1928 begonnen. Ernst Krug wurde 1927 konfirmiert und trug daher eine lange Hose. Karl Singer hatte noch eine kurze Hose an. Seine Konfirmation war erst 1928. 1933 war die Auffüllung größtenteils abgeschlossen. Ein neuer Auffüllplatz wurde im Hohlweg, südlich des Ortes, eingerichtet. Das Wasser der früheren Quellen hat sich einen anderen Weg gesucht. Bei Probebohrungen bis zu 13 Meter Tiefe im Jahre 1989 zeigte sich kein nennenswertes Wasservorkommen.

46. Bliek auf den Korber See von Nordwesten her um das Jahr 1926. Die Verschlammung und die Auffülung sind schon weit vorangeschritten. Die gegenüber in der Schillerstraße spielenden Kinder überlassen die restliche Pfütze den Gänsen und Enten. Zum Baden lädt der See nicht mehr ein. In der Zeit vor der Jahrhundertwende war der See noch ein beliebter Badeplatz. Der 'Unfug' des gemeinsamen Badens beiderlei Geschlechter wurde scharf gerügt und alsbald gab es entsprechende Vorschriften. Eine Ortsbescheibung von 1850 berichtet über den See mit folgendem Satz: 'Mirten im Orte liegt ein etwa eineinhalb Morgen großer, von 5 Quelen gespeister Fischteich, worin von Privaten eine künstliche Karpfenanlage unterhalten wird, und der zugleich als Feuersee für Steinreinach und Kleinheppach dient.'

47. Der Korber Seeplatz diente eine Zeit lang als Sportplatz. Der nördliche Teil des Platzes erhielt anläßlich des 100. Todestages von Friedrich Schiller am 9. Mai 1905 den Namen Schillerplatz. Die Schillerfeier in diesem Jahre mit Höhenfeuer auf dem Korber Kopf wurde durch Vorträge des Liederkranzes umrahmt. Zum 150. Geburtstag Schillers am 10. November 1909 erhielten die Schulkinder eine Brezel. Geblieben ist nur die 'Schillerstraße'. Die Veränderungen der Bausubstanz um den Seeplatz sind vielfältig. Gegenüber dem östlichen Teil befand sich der Kegelplatz. Dort wurden 1884 die große Bodenwaage und eine kleinere Viehwaage angelegt. 1908 gab es ein neues Waaghäusle. Daran anschließend wurde von der 1913 gegründeten Darlehenskasse ein Lagerhaus angebaut. Auf der übrigen Fläche lagerten bis in die dreißiger Jahre Steine für den Straßenbau. An die Zeiten, als der Kegelplatz noch öffentlicher Spielplatz war, gibt es kaum noch Erinnerungen.

48. Der erste Korber Linienbus erwartet vor der Restauration am Bahnhof in Waiblingen seine Fahrgäste. Daneben steht die Privatkutsche Otterbach. Der Chauffeur Kar! Wied, geboren 1883, früher Heppacher Straße 5, fuhr damals diesen am 4. Januar 1912 auf die Gemeinde Korb zugelassenen Wagen. Zur Ausbildung mußte Kar! Wied bei der Herstellerfirma Büssing in Braunschweig einen Lehrgang absolvieren. Danach konnte er beim Braunschweiger Dampfkesselüberwachungsverein die Fahrprüfung ablegen. Die Gebührenrechnung vom 30. März 1912 über 15 Mark ist bis heute erhalten. Mit Vollgummirädern und Kettenantrieb ratterte das Gefährt über die geschotterte Straße nach Waiblingen, vorbei an einigen Haltestellen in der Stadt, zum Bahnhof. Die Fahrten verliefen nicht immer glatt. Der Wagen mil 32 PS bot zwanzig Sitzplätze. Während der Probezeit ab 29. Oktober 1911 lief ein größerer Firmenwagen.

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