Korb in alten Ansichten Band 1

Korb in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gotthold Schwarz
Gemeente
:   Korb
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4782-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Korb in alten Ansichten Band 1'

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49. Eine der letzten Aufnahmen vom ersten Korber Omnibus. Bahnhofsaufseher Mohr, Bedienung und Bahnhofwirtstochter Lydia Groß stellten sich dazu. Man erzählt, dem 20jährigen Fahrer Bareiß habe der rechte Daumen gefehlt, und die Mädchen hätten sich gerne zu ihm ins Führerhaus gesetzt. Die Omnibusverbindung blieb bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg erhalten. Nach Kriegsausbruch kam der Bus in Militärdienst. Es dauerte rund zwölf Jahre, bis wieder eine Linie eingerichtet wurde. Zunächst richteten einige Unternehmer ihre Lastwagen für die Personenbeförderung ein. Die Familie Ruoff blieb dauernd im Geschäft. Seit 1926 unterhält die Firma die Busverbindung Korb- Waiblingen. Die früheren, um 1905 gestarteten Versuche, eine Straßenbahn nach Korb zu bekommen, sind an dem ungünstigen Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsberechnung gescheitert.

50. Der Schützenverein Korb-Steinreinach bei seinem Ausflug in den Schwarzwald. Gefahren wurde mit dem Lastwagen des August Schwarz, Rosenstraße 5. Zur Personenbeförderung wurde der Wagen mit einem verglasten Aufsatz und mit Sitzbänken versehen, und Iertig war der Omnibus. Bei diesem Ausflug soll der gesamte Kassenbestand verbraucht worden sein. Der Verein wurde 1933 aufgelöst. Zum Bauerntag in Großheppach um 1924 machte der Verein vier Festwagen nach den vier Versen des Volksliedes 'Im Holderstrauch' . An das weinende Mägdelein nach Vers vier erinnern sich die Teilnehmer noch heute. Die Kleinheppacher hatten an diesem Bauerntag ebenfalls teilgenommen. Oben auf Foto Nummer 31 und im Kleinheppacher Heimatbuch von 1967 ist auf Seite 163 ein Bild des Festwagens und der Teilnehmer enthalten.

51. Autounfall 1927. Ein Korber hatte einen Mèreedes PKW zu einem Kleinlastwagen umgebaut. Zur technischen Prüfung sollte das Fahrzeug nach Stuttgart Iahren. Zwischen Waiblingen und Fellbach kam es zu einem Zusammenstoß mit einern PKWeiner Esslinger Brauerei. Wilhelm Schmaltzried holte den verunglückten Wagen mit seinem Lastwagen ab. Dieser Opel LKW war bis 1918 im Krieg verwendet worden und war noch mit Vollgummirädern ausgerüstet. Die Wasserzuleitung zu den CarbidAutoleuchten fror im Winter ein. Über Pirmasens war der LKW um 1925/26 nach Korb vermittelt worden. Die Kraftfahrzeughalter erhielten am 24. Februar 1927 eine feuerpolizeiliche Auflage wegen der vorschriftsmäßigen Unterbringung und die vorhandenen sechs Standplätze wurden am 5. März 1927 durch die Feuerschau und den Polizeidiener geprüft. In bestimmten Räumen war das Benzin über Nacht abzulassen.

52. In Geschäften unterwegs mit dem Tourenwagen 'Wanderer'. Die Gastwirte Adolf Schmalzried und Paul Ruoff hatten Eugen Hermann angeheuert, um ins Unterland zu fahren. Weil auch Jonathan Heinrich einen Platz im Auto belegt hatte, fand eine rnitfahrende Bäcker- und Gastwirtsfrau kaum ausreichenden Sitzplatz. Dabei war dieses Auto gegenüber früheren Modellen schon reichlich breit gebaut. In dem zuvor gehaltenen Fahrzeug konnte eine dritte Person nur behelfsmäßig im Kofterraurn untergebracht werden. Die Motorisierung ging zwischen den Jahren 1920 und 1930 nur langsam voran, und es gab nur wenige Autos im Ort. Man war froh, als man endlich einen Wagen im Ort mieten konnte, um vor allem die Mütter rechtzeitig zur Entbindung nach Stuttgart zu fahren.

53. Besuch aus Oßweil mit den Kennzeichen III D Oberamt Ludwigsburg bei Häußermanns in Steinreinach. Ein solches Gefährt war anfangs der zwanziger Jahre noch nicht im Ort. Die Motorräder hatten Keilriemenantrieb und waren für alle Fälle dazu noch mit einem Tretlager ausgerüstet. Eine Beleuchtung hatte nur das eine Rad. Vielleicht war dieses bei Dunkelheit voraus gefahren. Bei Lichtausfall konnte man sich notfalls noch mit einer Handlampe behelfen. Im übrigen bewegte man sich des nachts nur ausnahmsweise übers Land, denn die eingeschotterten Straßen bargen so manche Gefahren in sich. Es gab viele Schlaglöcher, die sich bei Regen zu milchigen Pfützen ausbildeten. Mit Hupen waren beide Motorräder versehen, obwohl man deren Rattern seinerzeit sicher schon von weit her hören konnte. Die Zeit, in der die 'bösen Buben' noch mit Steinen nach den Autos warfen, war damals schon Vergangenheit.

54. Das 'Kinderschüle' im Jahr 1926 vom Herbstlaub der Weinreben, einer 'Karnrnerz' , umrahmt. Der Jahrgang 1919/20 war bereits entlassen und in die oberen Reihen sind die 1920 und 1921 geborenen Kinder nachgerückt. Rund 100 Köpfe sind im Bild zu finden, Mütter, Großmütter und 'Kindsmägde' mitgezählt. In Anbetracht dieser großen Kinderschar ist es wohl verständlich, daß die Schwester Emma dankbar war, wenn sich ab und zu eine ehrenamtliche Helferin ihr zur Seite stellte und sich einiger unruhiger Geister annahm. Beim Vergleich von drei verschiedenen Aufnahmen, die zum gleichen Zeitpunkt gemacht wurden, kann man erahnen wieviel Umsicht erforderlich war, die vielen Gesichter der wuseligen Schar erkermbar irn Bild festzuhalten. Die Spielzeugkiste war noch nicht so voll wie heute. Gemütlich war es aber trotzdem.

55. 'Kinderschüle' in Kleinheppach. Die Kleinen machen einen Spaziergang durch die Küfergassc mit Schwester Emma. Um 1917 war eine Schwester Klara da. Beide kamen vom Mutterhaus Großheppach. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war der Kindergarten verwaist. Die Kinderzahl war stark zurückgegangen. In einem kleinen Haus, Endersbacher Straße 3 zwischen Korber Straße 13 und Endersbacher Straße 5, war das 'Kinderschüle' untergebracht. Das Haus wurde verkauft und die Fläche den Nachbargrundstücken zugeschlagen. Viele Jahre betreute Tante Sofie Klingier die Kleinen in einem angemieteten Privathaus. Nach einer längeren Behelfszeit konnte 1968 der neue Kindergartenbau bezogen werden. Zunächst war wieder eine Diakonisse vom Mutterhaus die führende Kraft. Wegen des Schwesternmangels mußten später andere Erzieherinnen für die Kindergartenarbeit gewonnen werden.

56. Kindergartenbild um 1919. Während des Ersten Weltkriegs wurden keine Erinnerungsaufnahmen im 'Kinderschüle' gemacht. Dieser Mangel sollte behoben werden, und man gab den Interessierten Gelegenheit, mit auf ein Bild zu kommen, auch wenn einige Jahrgänge schon die Schule besuchten. 119 Köpfe bereichern das Foto. Zur Aufstellung hatte man die Nordostecke an der Roßbergkelter im Neusatz schräg gegenübervon Lehrer Kimmichs Garten beim Schlammfang gewählt. Die Schwester Emma war 1908 nach Korb gekommen und sie betreute das 'Kinderschüle' 47 Jahre lang. Mit über 90 Lebensjahren verstarb sie in ihrem Geburtsort in Weikersheim. Der Anbau an der Ostseite der Kelter diente bis Ende der zwanziger Jahre zur Abhaltung von Vereinsfesten.

57. Geburtsjahrgang 1919 und Jüngere um 1925. Zur Verabschiedung der schulpflichtig gewordenen Kinder wurde fast alljährlich im 'Kinderschüle' ein Erinnerungsfoto gemacht. An der südlichen Hauswand, die mit Reben bewachsen war, konnten sich die Kinder in gewohnter Umgebung aufstellen und mußten mit allerlei Überredungskünsten dazu gebracht werden, während der langen Belichtungszeit stillzuhalten. Die damalige Kinderschar war verhältnismäßig klein und für die Schwester Emma noch gut überschaubar. Später war das Haus zeitweise überfüllt und die Geburtsjahrgänge nahmen zu, je länger der Krieg zurücklag. Um die Weihnachtszeit zählte man um die 110 Kinder und für alle gab es nur einen einzigen Raum im Erdgeschoß. Ein sehr unruhiger Bub, der gar nicht sitzen konnte, mußte zeitweise an einen Stuhl gebunden werden, damit er die anderen nicht zu sehr störte.

58. Schwester Emma in jungen Jahren mit ihrer Kinderschar. Wahrscheinlich war die Sonne an der Südwand im 'Kinderschüle: zu stark. Es wurde deshalb ein Standort an der Kirche mit einem der 1902 eingebauten Buntglasfenster im Hintergrund gewählt. Die Kinder gehören zu den Jahrgängen 1906 bis 1909. Das Bild ist um 1913 entstanden. Wenn in diesen Jahren die Belichtungszeiten vielleicht auch nicht mehr so lange waren, so bedurfte es doch sicher einiger Überredungskunst alle 83 Kinderköpfe in eine Blickrichtung zu bringen. Manches der Kinder hätte viellieber etwas anderes getan, als sich lammfromm an die Mauer zu stellen.

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