Korb in alten Ansichten Band 2

Korb in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gotthold Schwarz
Gemeente
:   Korb
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5936-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Korb in alten Ansichten Band 2'

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29. Der Gesangverein 'Liederkranz' veranstaltete 1919 einen Ausflug nach Marbach. Ein Teil fährt mit dem Einspännerwagen von Adolf Killinger. Die meisten Teilnehmer bewegten sich auf Schusters Rappen über das Schwaikheimer Feld zum Schillermuseum. Vielleicht beherbergte der Wagen auch etwas Reiseproviant. In den zwanziger Jahren konnte der Verein viele Erfolge verzeichnen. In der Festschrift zum 150. Jubiläumsjahr ] 994 ist die Vcrcinsgeschichte in vortrefflicher Weise fortgeschrieben. Im grünen Bildband von 1982 findet sich auf Seite 99 die Vereinsfahne von 1872. Anläßlich einer Kür der Fesidamen um 1925 fällte Schultheiß Schlienz das salomonische Urteil: 'Alle Damen sind aufihre eigene Art gleich schön', undjede erhielt als Auszeichnung eine Haarbürste, 'Und diese habe ich lange Zeit benützt', erzählte eine Teilnehmerin noch 56 Jahre danach.

30. Das alte Rathausfenster wurde 1656 zur Einweihung des nach dem Dreißigjährigen Kriege wieder aufgebauten Rathauses angefertigt. Leider hat es sein Dasein irn Luftschutzkeller nicht heil überstanden. Die sogenannte Gerichtsscheibe konnte aber repariert werden, und sie hat nach 333 Jahren seit 1989 im Trauzimmer - gerahmt und beleuchtet - wieder einen würdigen Platz gefunden. In den 'Heirnatglocken . vom Mai 1935 ist das Fenster von Lehrer Beek beschrieben, und die Chronik von Rektor Ernst berichtet 1970 darüber. Die bunte Scheibe stellt auf einer Seite das Urteil Salomons dar. Auf der anderen Seite hat sich die damalige Korber Obrigkcit verewigt. Diese waren: Schultheiß Georg Weber, Amtsverweser und 'Burgermeister' Hans Heinrich, die 'Burgermeister' Hans Georg Leyplin und Hans Bog, und die Dorfrichter Hans Gaßrnann, Michel Zwiebel, Joseph Obser, Michel Breinlin und Georg Hadermann. Gericht und Rat wurden ständig daran erinnert, unbestechlich zu sein und ohne 'ansiehen der Persohn' zu urteilen und jegliches 'annernen des geschenckhs' zu unterlassen.

31. Bliek durch die untere Fritz-Klett-Straße im Schnee. Ein herrlicher Anblick während der Büroarbeit in der gewaltigen Sommerhitze 1994. Die Straße hieß ab 1906 Kelterstraße. Anläßlich der Gemeinclereform erfolgte eine Umbenennung 1972. Vor 1830 lebte im Haus Nr. 8 einJohann Georg Hauth in der hinteren Leimengasse (Lehmgasse). Die Bezeichnung Leimen- oder Leclergasse galt früher eigentlich nur für die Neustädter Straße. 1874 erbaute der Zimmermann David Beek Haus Nr. 13 in der 'Hautergasse'. So hatte man zur Unterscheidung einfach den Namen des ersten Bewohners in der Gasse gewählt. Der erste zum Pfarrbezirk Korb gehörende Bürger namens Haut lebte als 'Waldschütz' im Forsthaus Immerich. Er wurde am 18. Dezernber 1678 in Korb begraben. Das Haus mit dem Torbogen irn Hintergrund mußte dem Ausbau der Winnender Straße 1956 weichen. 1885 harte die Gemeinde das Gebäude von dem Auswanderer Daniel Merz gekauft.

32. Der Handharmonikaclub wurde am 2. Mai 1932 gegründet. Die Firma, die die ersten Musikinstrumente lieferte, garantierte für ein Vierteljahr kostenlosen Unterricht durch einen Dirigenten. Diese Zeit war allzuschnell abgelaufen, und die weitere Finanzierung war schwierig. Allein für den Dirigenten mußten sechs Reichsmark pro Abend aufgebracht werden. Sechs unentwegte Idealisten hielten die Durststrecke durch, und allmählich erwachte das Interesse weiterer Kreise. Die öffentlichen Auftritte begeistertenjung und alt, und im Laufe der Zeit sind mehrere Orchester entstanden. Das Bild entstand bei einem Spaziergang zum Sonnenberg. Der Weg dorthin durch den Wald und die Hanweiler Wiesen mit Handharmonikabegleitung war abwechslungsreich und wurde gerne begangen. Zum Leidwesen vieler ist das idyllische Ausflugslokal 'Sonnenberg' abgebrochen worden.

33. Einer der Festwagen vom Umzug anläßlich der Keltereinweihung der Weingärtnergenossenschaft Steinreinach am 27. September 1931. Das Bild entstand in der Nähe der Kreuzlache, Um 1930 sind im Remstal viele neue Keltern entstanden. Der Gärungsprozeß der Traubenmaische sollte unter Dach und nicht mehr im Freien stattfinden, Die zum Aufstellen der Gärzuber in der Ortsrnitte bereitgehaltenen Sandsteinquader sind allmählich verschwunden. Sie wurden viellach als Mauersteine verarbeitet. Im Jahr zuvor am 5. Oktober 1930 hat die Weingärtnergenossenschaft Korb an der Winnender Straße 31 ihre Kelter eingeweiht. Das Stuttgarter 'Neue Tagblatt' hat damals berichtet, daß nun auch Korb eine neue Kelter habc, in der Iür etwa 84 Zuber Platz sei. Die gegenüber liegende Kelter von 1814 wurde von der Gemeinde zur unentgeltlichen Benutzung überlassen. Seit 1982 fließt der Wein in der neuen Kelter am Viehtrieb der Weingärtnergenossenschaft Korb und Steinreinach.

34. Der alte Friedhof war mit einer Mauer ringsum eingefriedet. Die erste Begräbnisstätte ab 1482 befand sich östlich vom Kirchturm auf dem Platz, auf dern 1832 die heutige evangelische Kirche erbaut wurde. Bei den Erneuerungsarbeiten im Jahr 1962 kamen noch an verschietlenen Stellen Gebeine zum Vorschein. Mit dem Bau einer Leichenhalle im Jahr 1949 wurde einem dringenden Bedürfnis abgeholfen. Trotz der damaligen, heute nicht mehr vorstellbaren Geldknappheit entstand noch ein Glockentürmchen. Die Gemeinde Iieterte das Holz, und die Zimmerleute Brech ließen den Arbeitsaufwand unberechnet. Die angebaute AussegnungshalJe und das Ehrenmal mit dem ehernen Buch mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs wurde im November 1962 seiner Bestimmung übergeben. Am 26. April 1987 wurde der neue Friedhof im SchaJtenberg feierlich eröffnet.

35. Zur Glockenweihe am 6. August 1899 war Korb festlich geschmückt. Unter einer Girlande, die vom 'Hirsch' zum 'Rebstöckle' gespannt war, entstand ein Gruppenbild, das im grünen Bildband von 1982 auf Seite 56 enthalten ist, Die Farben der Fahnen waren damals schwarz-weiß-rot. 'Der Herr segne sein Haus und seine Genieinde war die Inschrift des Kranzes. Die Restauration 'Zum Rebstöcklc' mit Most-, Wein- und Bierschank wurde ab 1896 bis 1903 von dem Steinhauer Albert Laich geführt. Vor dem Haus liegen die Sandsteinquader. die im Herbst zum Aufsetzen der Weingärzuber dienten. Das Mädchen links im Bild war Julie Singer, geboren 1889. Sie erzählte gerne von der Glockenweihe, Zum Festessen in die 'Krone' durfte sic nicht mit. Der aus Korb gebürtige Glockenstifter Gortlob Beek war mit Frau und Tochter anwesend. Schultheiß Schlienz war erst seit dem 1. April 1899 irn Amt.

36. Familienbild der Ruoffs vor dern 'Hirsch' in Korb um 1912. Christian Ruoff, gebürtig aus Erbstetten, hat sich 1879 in Korb niedergelassen. Im Hirsch war lange Zeit die Postagentur mit öffentlicher Telefon- und Telegrafenstelle untergebracht, und das 'Postpäule' besorgte die Geschäfte. Eine Tochter wurde Lammwirtin, und eine andere ging nach Amerika. 1926 begann vom 'Hirsch ' aus das weltweit bekanntgewordene Omnibusunternehmen und Reisebüro, das die Söhne Alfred. Richard und Ernst führten. Ernst war 1918 der letzte königlich-württembergische Postkutscher. Paul übernahm den 'Hirsch' und der Sohn Eugen zog nach Detroit. Seine Verbundenheit zur Heimat. die er durch seine Besuche und finanziellen Zuwendungen zum Ausdruck brachte, ist vielen in guter Erinnerung. 1958 erhielt er die Ehrenbürgerwürde verliehen, Er verstarb hochbetagt im 93. Lebensjahr im Oktober 1988. Von 1575 bis 1606 war ein Sixtus Ruoff Schultheiß in Korb. Im Taufbuch ist er über hundert Mal als Taufpate genannt.

37. Gruppenbild bei Firma Scheef in Waiblingen um 1912. Fast die Hälfte der Mitarbeiter waren gebürtige Korber. Die Arbeitsstätte war wegen ihrer Lage am östlichen Stadtrand und dem kurzen Anmarschweg interessant. Zudem kam das Essenshäfele um die Mittagszeit hier zuerst an. Das Gelände gehört heute zum Kreiskrankenhaus. Ab Oktober 1911 hatte die Gemeinde Korb eine Omnibuslinie zwischen Korb und dem Bahnhof in Waiblingen eingerichtet. Vor dieser Zeit liefen nur Pterdekutschen, Die anfängliche Begeisterung für das Omnibusfahren legte sich mit den Fahrpreiserhöhungen zusehens. Die Zeit spielte keine so große Rolle, und viele Fußgänger verzichteten auf den Luxus des Fahrens und behielten das Geld auf ihrer Seite. So blieb das Omnibusunternehmen bis zum Kriegsbeginn 1914 ein Zuschußbetrieb, und erst 1926 nahmen sich Privatunternehmer dieser Dienstleistung wieder an.

38. Für die Haus- und Gartenarbeit wurden laufend Unterrichtskurse abgehalten. Für die praktische Arbeit und einen Anschauungsunterricht bot sich der große Garten der Frau Schlienz an. Als Gegenleistung nahmen die vielen fleißigen Hände der Gartenbesitzerin ein Stück Arbeit ab, und es blieb für den Gedankenaustausch und die Pflege der Geselligkeit noch ein wenig Raum. Für die Abhaltung von Kochkursen und die Hauswirtschaftslehre ergaben sich Möglichkeiten in den Gasthäusern. Nach Fertigstellung der Urbanschule im Jahre 1930 bemühte man sich, den Frauen in der neuen Schulküche den Umgang mit elektrischen Geräten nahezubringen. Die ersten Waschmaschinen mit Strornantrieb kamen in dieser Zeit auf den Markt. Die seit 1911112 zur Verfügung stehende Elektrizität benötigte längere Zeit, um angenommen zu werden. Ein Grundsatz galt auch früher: Man muß die Leute davon überzeugen, daß sie die angebotenen Dinge ganz dringend brauchen!

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