Korb in alten Ansichten Band 2

Korb in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gotthold Schwarz
Gemeente
:   Korb
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5936-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Korb in alten Ansichten Band 2'

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49. Unglückstag am 14. August 1932. Der Musikverein Korb hatte sich verpflichtet, an einem Fest in Schnait teilzunehmen, und war mit einem gemieteten Fahrzeug unterwegs. Kurz nach der Abfahrt in Korb kam das zu einem Lieferwagen umgebaute Auto in einer Linkskurve unter dem 'Schaltenberg' ins Schleudern. Nach einigen Überschlägen blieb das Wrack im Straßengraben liegen. Die Abdeckplane und das Führerhaus waren abgerissen. Kurze Zeit nach dem Unfall kam der Linienbus der Firma Ruoff. In diesen wurden die Verletzten eingeladen. Ein Motorrad fuhr voraus und meldete den Transport im Krankenhaus an. Neben den erlittenen Verletzungen hatten auch die Musikinstrumente ihren Teil abbekommen. Mit Hilfe von Spenden gelang es dem Verein, wieder auf die Beine zu gelangen. Eine Reihe widriger Umstände hatte es verhindert, daß eine Versicherung in Anspruch genommen werden konnte. Alles blieb an den Verunglückten selbst hängen. Ein Steinreinacher soll gesagt haben: 'Wäret ihr bei unserem FestIe geblieben, da wär euch nigs passiert!'

50. Stiftungsfest des Arbeiter-Radfahrervereins Korb-Steinreinach im Juni 1928. Im Jahr zuvor war der Verein gegründet worden. Zu der Standartenweihe hatten sich die Festdamen fein gemacht. Die Motorräder begleiteten den Festzug, der auch über Steinreinach führte. Der Festplatz war im 'Täle'. Am Gasthaus 'Zum Löwen' befand sich das Schild 'Radfahrerhilfsstation' . Erst ab 1932 stand auch die neu erbaute Turnhalle zur Verfügung. Durch großen Fleiß hatte sich der Verein rasch einen guten Namen gemacht und war im einstigen Neckarkreis viel unterwegs. Geübt wurde viel auf der Straße. Ein Auto kam selten vorbei, und die Kuh- und Pferdegespanne, in der etwa 2 300 Einwohner zählenden Gemeinde, ließen sich umgehen. Der Verein wurde 1933 aufgelöst. Zu einer Neugründung kam es später nicht mehr.

51. Freiwilliger Arbeitsdienst beim Sport am Kelterplatz. Um der großen Arbeitslosigkeit zu begegnen, beschloß der Gemeinderat am 18. November 1932, einen freiwilligen Arbeitsdienst einzurichten. In das halboffene Lager konnten ausgesteuerte junge Männer aufgenommen werden. Zunächst waren drei Trupps tätig. Im Gemeindewald wurden Steine für den Wegebau gebrochen. Der Erbachhofweg bekam einen neuen Belag, und im Abelhansen wurde ein Waldweg befestigt. Arbeitsdrillich und Knobelbecher mußten selbst beschafft werden. In der Schulküche der Urbanschule gab es ein Minagcssen. Der Tageslohn betrug eine Reichsmark. Für die Küche kosteten zu dieser Zeit je ein Pfund Schweinefleisch 65 Pfennige; Kartoffeln 3 Ptennige: Nudeln 36 Pfennige; Sandzucker 40 Pfennige und 1 Laib Schwarzbrot 32 Pfennige; 1 Liter Milch 17 Pfennige und 1 Liter Most 15 Pfennige. 1 Ei galt 9 Pfennige. Am 15. Juni 1933 wurde das Lager aufgelöst.

52. Besuch der Amerikaner aus dem Hauser Singer im Oberdorf, l-f.- Weishaar-Straße 37 im Jahre 1905. Drei Söhne waren schon um 1860 nach Amerika gezogen. Einer davon starb als Soldat an Typhus in Washington. Joseph Singer, Weingärtner und Gemeinderat, wohnte im Pfarrhof. Er zeigte seinen Brüdern die heimatlichen Gefilde. Christian Heinrich, einer der Auswanderer, war mit seiner Kleinheppacher Braut ausgezogen, Diese fand drüben etwas Passenderes. Henry kam zurück und heiratete die Schwester, diesmal vor der Überfahrt, Die Stuttgarter Nachkommen besitzen ein Rechenbuch der Familie, begonnen im Jahre 1812, in dem sich viele Einträge über Geldverleih, Geburtsstunden der Kinder und anderes befinden. Gottlob Singer am See hat vieles in das Büchlein geschrieben. Er war unter dem Namen 'Rothschild' bekannt. Im Bild links ist der Anfang der Korber Steige sichtbar, rechts der Hüttenweinbergweg. Der Steinwengert ist mit Trockenmauern urngeben.

53. Der Jahrgang 1924 verabschiedet sich vom Kinderschüle. Einige von 1925 sind mit dabei. Einschulung war im Frühjahr in der Regel für die zwischen dem 1. April und 31. März geborenen Kinder. Das Interesse am Besuch der früheren Kinderschule war sehr unterschiedlich. Viele Eltern legten keinen Wert darauf, daß ihre Kinder schon vor dem schulpflichtigen Alter mit dem 'Stillesitzen' geplagt wurden. Andererseits beneideten sich manche der Kinder gegenseitig, weil die einen ins 'Schüle' mußten und die anderen gar nicht durften. Schon in der Zeit vor der Jahrhundertwende war es möglich und üblich, ausgebildete Kinderschwestern, in der Regel Diakonissen vom Mutterhaus Großheppach, anzustellen. Auf frühere Fragen nach Betreuer oder Aufsichtsperson lautete die Antwort einfach: 'Jungfrauen aus dem Ort.' Man war zulrieden. wenn sich eine unbescholtene und geeignete Person der Kleinen angenommen hat.

54. Kinderschüle Kleinheppach. Eigentlich ist es noch gar nicht lange her, als die Tante Sofie Klingler, eine Försterstochter vom Immerich, die Kinderbetreuung besorgte. Sie verstarb 1976 in Stuttgart. Ab 1930 hatte sie in Kleinheppach gelebt. Bei Tante Sofie lernte man, daß ein Apfel vollständig aufzuessen ist, weil der liebe Gott es nicht gerne sehe, wenn man große Butzen wegwerfe. Das Kleinheppacher Kinderschüle hatte viele Stationen. bis im Jahre 1968 eine endgültige Bleibe gefunden wurde. Man behalf sich sogar im Kelterstüble und in Privathäusern. In den Zeiten um den Ersten Weltkrieg gab es eine Schwester Emma und eine Schwester Klara, beide vom Mutterhaus Großheppach. Eine Zeitlang war der Kindergarten auch verwaist. Als der Neubau entstanden war, übernahm nach der Tätigkeit von Tante Sofie wieder eine Diakonisse die Leitung für etliche Zeit. Für 1994 steht eine Erneuerung in dem über 25 Jahre unverändert gebliebenen Haus an.

55. Die Kleinheppacher Schule mit Lehrer Ernst Kehrer. Der Schulbetrieb wurde im Herbst 1945 wieder aufgenommen und danach lange Zeit einklassig geführt. 1949 war die Schülerzahl auf 92 angewachsen, und im Mai 1950 konnte endlich eine zweite LehrersteIle eingerichtet werden. Als Ausweiche diente zunächst einmal wieder das Kelterstüble. Lehrer Kehrer blieb mit Kleinheppach bis zu seinem Tode im April 1992 verbunden. In Aprilia, Italien, wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Das Schulhaus ist 1866 erbaut worden, und es erfüllte neunzig Jahre lang seinen Zweck. Im Jahre 1748 wurde ein Antrag auf einen Zuschuß zum Schulbau abgelehnt. Die Genehmigung zur Beschaffung einer neuen Kirchenglocke wurde erteilt. Man behalf sich eben und hielt die Schule an verschiedenen Plätzen, auch in Privathäusern, ab. Noch 1773 wurde festgestellt: 'Die Schule ist im feinsten Stand.' Dieser 'feine Stand' blieb über neunzig Jahre.

56. Kinderschüle Korb. Die älteren Kinder gehören zum Geburtsjahrgang 1929130. Es gibt kaum eine Betreuerin, die mit so vielen Jahrgängen aufs Bild durfte, wie die Schwester Emma Otto, gebürtig aus Weikersheim. Die Kinder durfte man bringen, sobald sie 'sauber' waren. Von Jahr zu Jahr läßt sich beobachten, wie die vorne sitzenden Kleinen als die Großen, zur Schule abgehenden, in die oberen Reihen aufrücken. Einmal sind es 83 und ein anderes Mal um die 70 Kinder. die zum Fototermin erschienen sind. Um die Weihnachtszeit wurden leider keine Bilder gemacht. Die Kinderzahl steigerte sich um diese Zeit auf über 100. Nach der Feier in der Kirche gab es ein Körblein mit ein paar Kleinigkeiten, die liebe Leute gestiftet hatten. Die leeren Körblein mußten fein säuberlich zurückgebracht werden.

57. Hier ist der Jahrgang 1877 im Alter von ungefähr zehn Jahren abgebildet. Am 12. April 1891 wurden diese Kinder. 22 Knaben und 22 Mädchen, konfirmiert. Ein August Rudolf Singer vom Jahrgang 1878 ist als Frühkonfirmand bezeichnet, der mit Erlaubnis des Königlichen Konsistoriums ein Jahr früher konfirmiert werden durfte. Vielleicht waren es wirtschaftliche Gründe, die die Ausnahme rechttertigten. Die Chronik berichtet von einem Lehrer Auwärter, der das 6. und 7. Schuljahr mit zusammen achtzig Kinder betreute. 1892 war Auwärter seiner Aufgabe wegen Krankheit und nachlassender Sehkraft nicht mehr gewachsen. Sein Stellvertreter wurde Immanuel Erhardt. ImJahr 1877 gab es am 19. September den ersten Reif, und am 26., 27. und28. September hatte es fünf Grad Kälte, die bewirkte, daß viele Trauben erfroren sind. Ein Eimer Wein kostete 80 bis 90 Mark. Er war von schlechter Qualität. Die Weinbergsfläche war 156 ha 73 ar 46 qm groß.

58. Der Jahrgang 1923/24 war zunächst im alten Schulhaus untergebracht. Im Frühjahr 1931 erfolgte der Umzug ins neue Schulhans. In dieser Zeit entstand das Bild. Die Jahreszahl1923 erinnert die damals aktive Generation an Verhältnisse, die sich heute fast schaurig anhören. Man ging mit Billionen um; das sind zwölf Nullen vor dem Komma. Ein Ei im Wert von 7 Pfennig im Jahr 1914 kostete 70 Milliarden, und für einen Anzug mußte man 250 bis 300 Billionen Mark bereithaben. Lehrer Alfred Beek war seit dem 1. Aprill927 in Korb ansässig, Nach der Gefangenschaft im Ersten Weltkrieg hatte er die zweiklassige Schule in Darmsheim mit 140 Kindern übernommen. Während seines rund zehnjährigen Aufenthalts in Darrnsheim har er dort eine Ortschronik verfaßt. Die Gemeinde Darnisheim hat ihm 1930 das Ehrenbürgerrecht verliehen und sich seiner 1993 zum 100. Geburtstag erinnert.

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