Kronberg im Taunus in alten Ansichten

Kronberg im Taunus in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Jung
Gemeente
:   Kronberg im Taunus
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3079-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kronberg im Taunus in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Kronbergs Entstehung begarm mit seinem Wahrzeichen, der den Hang beherrschenden Burg auf der Kuppe. Sie war vermutlich 1230 im ersten Bauabschnitt fertig. Denn in einem so datierten Dokument ist erstmals ein Ritter 'Otto de Cronenberg' erwähnt. Der Ort erhielt am 25. April 1330 Stadtrechte, 1367 Marktrecht wie Frankfurt und Blutgerichtsbarkeit. Ritter, Kastanien, Obstzucht, Maler, Mineralwasser, Erdbeeren, Eisenbahn und eine Kaiserin gaben dem Städtchen ihr Gepräge, brachten es voran. Im Gegensatz zu andern wechselvollen Herrensitzen waren hier über Jahrhunderte gleiche Herrschaft und Bürger in enger Bindung zusamrnengewachsen. Das fand ersten Niederschlag 1344 in einer Verfassung, die alle gegenseitigen Rechte und Pflichten enthielt. Aus dem Rittergeschlecht gingen im 16. und 17. Jahrhundert bedeutende Persönlichkeiten hervor, die auch in der deutschen Geschichte eine gewisse Rolle gespielt haben: Hartmut XII. (der Reformator), sein Vetter Walter XI. (Deutschordensmeister und Administrator des Hochmeisteramtes in Preußen), Johann Schweikart (Erzbischof Kurfürst von Mainz und Erbauer des Asehaffenburger Schlosses), sowie sein Neffe Adam Philipp, der unbesiegte kaiserliche Reiterführer im Dreißigjährigen Krieg, dem die Pappenheimer ihren Ruhm verdankten.

Im Jahre 1704, nach dem Aussterben des ritterlichen Mannesstammes, wurde die Stadt dem Kurfürstentum

Mainz einverleibt. Im Zuge der politischen Landkartenveränderung gehörte Kronberg von 1802 bis 1866 zum Großherzogtum Nassau, von 1866 bis 1945 zu Preußen, um dann schließlich hessisch zu werden. Dennoch behielten die Kronberger ihre Eigenart, blieben eigenwillig und spottlustig, bedachten Mitbürger und Fremden gern mit treffsicheren Spitznamen. Der Marktplatz im Mittelpunkt des Städtchens war früher ein unterhaltsamer Treffpunkt, von dem solche Wortprägungen oft ihren Anfang nahmen. Deshalb hieß es auch in einem, hier hochdeutsch wiedergegebenen Sprichwortreim: 'Wer über die Schim geht und fühlt keinen Spott, steht in der Gnad' von Gott!' Kronberg war lange von Mauern umgürtet, lag an keiner Poststraße, führte also ein ziemlich abgeschlossenes Leben. Auch das prägte den Charakter seiner Ackerbürger und Handwerker, unter denen die Büchsenmacher bei den Schützengilden einen besonderen Ruf genossen. Mit der 1874 eröffneten Bahnverbindung mit Frankfurt erhielt der Fremdenverkehr mächtigen Auftrieb. Das Städtchen wurde ein beliebter Ausflugsort. Der Bahn verdankten auch viele Kronberger den Arbeitsplatz in Frankfurt.

Am Südhang des Taunus gelegen, von seinem Hausberg, dern 798 Meter hohen Altkönig klimatisch geschützt, konnten in der Kronberger Flur südländische Bäume wie die schwarze Maulbeere und die Edelkastanie heimisch werden. Die Kastanien, irn Vo1ks-

mund Käste genannt, haben hier ihre nördlichste Reifegrenze. Sie lassen sich über 600 Jahre nachweisen und sind noch jetzt, vor allem in geschlossener Waldung, ein charakteristisches Merkmal Kronbergs. Bis zum Bau der Brennerbahn, als noch keine italienischen 'Maroni' auf den Markt kamen, waren sie von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Auch im Hause Goethe wurden sie sehr geschätzt und zwischen 1796 und 1807 regelmäßig von Frau Aja an den berühmten Sohn nach Weimar versandt. Darüber gibt es im Briefwechsel zwischen beiden zahlreiche Hinweise.

Einen guten Ruf hatte Kronberg als Stadt des Obstbaues, der eine beträchtliche Erwerbsquelle war. Das steigerte sich noch bedeutend, als der evangelische Pfarrer Johann Ludwig Christ nach Kronberg versetzt wurde, wo er bis 1813 wirkte und als Pomologe von Rang dem Obstbau mächtige Impulse verlieh. Die Obsternte erbrachte bereits 1800 einen Erlös von 70000 Gulden. Ab 1882 begann die Erdbeerzucht. Sie entwickelte sich rasch zu einem wirtschaftlichen Faktor ersten Ranges. In günstigen Jahren brachten die Erdbeeren mehr ein als die gesamte sonstige Obsternte. Kronberger Erdbeeren wurden zu einem festen Begriff und Markenzeichen. Zuvor hatten die Mineralquellen durch den hier von 1818 bis 1854 praktizierenden Medizinalrat DI. Ferdinand Küster und sein Bad Cronthal vorübergehend die Stadt als Kurort weithin bekannt gemacht. Und durch seine berühmte

Malerkolonie ist ihre Schönheit in vielen Bildern festgehalten und weitergegeben worden.

Zu internationaler Bedeutung und größtem Aufschwung verhalf Kronberg aber Kaiserin Friedrich, die Gattin des 99 Tage Regenten, durch die Wahl und Erbauung (1888/1894) ihres Witwensitzes Schloß Friedrichshof (jetzt Schloßhotel) in hiesiger Gemarkung, Machten die Maler Kronberg zum Kunstzentrum, so erhielt es durch jene Ära und ihre nicht mehr erreichten großen Auswirkungen Glanz, wurde zur Park- und Villenstadt.

Kronberg besitzt noch viele seiner alten Reize. Hinzu kamen einige neue Anziehungspunkte: Schwimmbad, moderne Sportstätten, Opel-Zoo und TheodorusHeilq uelle im KronthaI. Seit 1966 ist es staatlich anerkannter Luftkurort. Die Bevölkerungszahl ist in den 50 Jahren unseres Rückblickes von 2417 im Jahre 1875 nach dem Zusammenschluß mit Schönberg und Oberhöchstadt bis 30. April 1978 auf 17 764 gestiegen. Wieviel werden es 1980 sein, wenn Kronberg seine 650-Jahrfeier als Stadt begeht?

Die nachfolgenden Ansichten und Fotos umfassen mit wenigen älteren Ausnahmen den Zeitraum von 1880 bis 1930. Allen Ausleihern dankt der Verfasser für ihre freundliche Bereitschaft. Zweck dieses Bildbandes soll sein, Wandel und Entwicklung Kronbergs in Ausschnitten zu veranschaulichen, Gewesenes mit der Gegenwart durch Bild und Wort zu verbinden.

1. Diese Originalzeichnung des Tier- und Landschaftsmalers Adolf Chelius, der dem Ruf der Malerkolonie folgend 1882 von München nach Kronberg kam und Burger-Schüler wurde, setzten wir an den Anfang dieses Bildbandes, weil sie den zu damaliger Zeit so ländlichen Charakter der kleinen Stadt trefflich wiedergibt. Chelius hat diesen Bliek auf die Burg vermutlich vom Hohlweg rechts am neuen Friedhof Thalerfeld aus gezeichnet. Weit und breit noch kein Haus, links wie rechts Freigelände, recht geeignet für einen Schäfer zum Weidegang.

2. Etwa um 1880 nahm C. Hertel aus Mainz diese 'Schloßruine l' auf, wie die Unterschrift besagt, Dabei sieht die Ansicht mit Freiturm, Burgkapelle und den Stammhäusern wohlerhalten aus. Wie es bei näherer Betrachtung war und der Zustand im Innern, blieb dabei verborgen. Die Kapelle ist nach dem durch Fliegerbomben verursachten Brand im Oktober 1943 nur in verkleinerter Form und ohne das grazile Türmchen instandgesetzt worden. An ihr und der ganzen Burgrnauer entlang verläuft auf dem Bild noch der schmale Verbindungspfad zum Burgweg, der ursprünglich hinauf zur ersten Burgpforte führte.

3. Das Frankfurter Tor, Ausschnitt aus einem Aquarell von e.M. Meyer 1846, auf dem dieser es von der Frankfurter Straße her gesehen, gemalt hat. Wir nahmen dieses im Rahmen unserer Ansichtenreihe weiter zurückblendende Bild auf, weil es einen gewissen Seltenheitswert besitzt, und um zu zeigen, wie sehr sich nach dem Abbruch des Tores an dieser Stelle alles verändert hat.

4. Ein Idyll, wie es der 1885 verstorbene Mitgründer und Senior der Malerkolonie J.F. Dielmann in der Eichenstraße zwischen den Häusern Nummer 18 und Nummer 20 sah und in einem stimmungsvollen Ölgemälde darstellte. Wie anheimelnd kommt das Treppchen mit Absatz und Fortsetzung zur Geltung, das nunmehr, auch unten zugebaut, wie eine hohle Gasse wirkt. Das dargestellte Anwesen Nummer 18 ist verschwunden. Auf seiner Grundfläche erhebt sich ein prosaischer N eubau. Obwohl seinem Gegenüber jetzt das Giebelchen fehlt und es auch sonst etwas verändert erscheint, ist es mit seiner hübschen Bemalung reizvoll geblieben.

5. Das Steighaus der 1874 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr. Es wurde im Jahre 1876 auf dem Gelände des jetzigen Kinderspielplatzes an der Jaminstraße erstellt. Die zur Ubung versammelten Feuerwehrmänner tragen noch Messinghelme. Ihre alte Feuerspritze mit Handpumpe ist noch erhalten und hat Museumswert.

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6. Das 1885 errichtete Christ-Denkmal für den berühmten Pomologen vor der katholischen Kirche hat nichts mit dessen Konfession zu tun. Christ war ja im Hauptberuf evangelischer Pfarrer. Doch eine seiner Baumschulen lag auf diesen Gelände. Es trägt deshalb noch die Bezeichnung Pfaffenstück. Erst angefeindet, weil er mehr an den Bäumen als auf der Kanzel stand, brachte Christ, dann anerkannt, den Kronberger Obstbau zur höchsten Blüte. Er schrieb mehrere Standardwerke und starb an Ehren reich 1813. Im Jahre 1913 zählte man in Kronberg 31 612 Obstbäume.

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7. Der ehemalige Schirnbrunnen nach einem Gemälde von Alfred von Schönberger aus dem Jahre 1887 etwa, Sein Standort war zuvor lange Zeit auf dem Tanzhausplatz. Beim Bau der Streitkirche (Apothekengebäude), durch den es zu einem fast 30-jährigen konfessionellen Hader kam, wurde der Brunnen 1737/1738 entfernt und auf der Schirn wieder erstellt. 1889 legte man ihn dort nieder, weil es seit zwei Jahren eine WasserRohrleitung gab und man eine Ladestelle für die Erdbeeren brauchte.

8. Stadtansicht von 1881 mit der Hainstraße, damals noch nicht ausgebaut. Ganz rechts unten das jetzige Haus Schultz. Das Haus stand ursprünglich in Frankfurt, wurde beim Ausbau der Bockenheimer Landstraße abgetragen und von Postverwalter August Haagner 1872 in Kronberg an dieser Stelle wieder errichtet. So soll es auch mit dem ganz links zu sehenden Haus Ostertag/Großmann gewesen sein. Neben diesem rechts das kleinere Anwesen ist wohl die berüchtigte Wirtschaft 'Krawallschachtel' , die später dem Postbau weichen mußte.

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