Kronberg im Taunus in alten Ansichten

Kronberg im Taunus in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Jung
Gemeente
:   Kronberg im Taunus
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3079-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kronberg im Taunus in alten Ansichten'

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79. Hier sehen wir ein stadtbekannt gewesenes Original, den 'Huckeh' In der Tanzhausstraße, wo das Haus rechts nicht mehr so aussieht. Mit Elbkahnschuhen und Schaukelgang sah man ihn, als Spezialist für Grubenentleerungen, manche unbeliebte Arbeit verrichten. Die sauberste war Straßen kehren. 1918 hielt der Ungediente, einer scherzhaften Weisung des Soldatenrats folgend, hinter einem Maschinengewehr Wache am Frankfurter Hof. Die Wirte hoben ihm stehengebliebenen Apfelwein und Zigarrenschnipsel auf. Er handelte also schon damals nach der Devise: Kampf dem Verderb l

80. Kronberg fiel 1918 zum Brückenkopf Mainz und wurde im Dezember besetzt. An die Paß- und Zollkontrolle erinnert noch der Name 'Zollhaus' der Bushaltestelle an der Oberurseler Straße. Mit dieser französischen Einquartierung waren mancherlei Schikanen verbunden. Der erste Stadtkommandant, ein Elsässer namens Schnödecker, schrie morgens bei der Paroleausgabe auf der Schim die Bettzeug auslegenden Hausfrauen an. Sie mußten die Fenster schließen. Wegen seines stark behaarten Gesichts nannte man ihn 'de Buzzelbart'. Das Bild zeigt ein französisches Fuhrwerk im Marstall von Schloß Friedrichshof.

81. Am heiligen Abend 1919 kam es zu einer Auseinandersetzung mit randallerenden Besatzungssoldaten, die einige Passanten belästigten und im Gasthaus 'Zum neuen Bau' den Wirt bedrohten. Einige beherzte Männer verprügelten die Störenfriede tüchtig. Fünf der 'Haudegen' wurden am ersten Weihnachtstag verhaftet. Am 23. April 1920 wurden sie von einem französischen Kriegsgericht in Mainz freigesprochen. Diese hier abgebildeten Franzosen hatten das Verhalten ihrer Landsleute beobachtet und als Zeugen loyal für die Angeklagten ausgesagt. Ein gutes hatte der Zwischenfall. Kronbergs Innenstadt wurde von den Besatzungssoldaten möglichst gernieden,

82. Am 1. Februar 1920 veranstaltete der Kappenklub im Frankfurter Hof den ersten karnevalistischen Unterhaltungsabend nach dem Kriege. Dieser mußte schon nachmittags um 3 Uhr 11 beginnen, um die von der Besatzungsmacht verfügte abendliche Sperrstunde nicht zu überschreiten. Auf dem Foto sehen wir das damalige Ministerium mit Ministerpräsident Jakob Hembus in Bildmitte oben. Er trug einen Bart, den sein Witz aber keineswegs hatte. In gleicher Reihe neben ihm links Andreas Schrodt, die Zugnummer des Programms, ein urwüchsiger Humorist. Damals noch schmal und hager, wurde er unter dem Namen 'de lang Anderes' zu einem Lokalbegriff.

83. Der Kappenklub veranstaltete früher alljährlich Theateraufführungen. Am 20. und 21. März 1926 wurde die bekannte Lincke Operette 'Grigri' erfolgreich gespielt. Auf dem Foto von links nach rechts: Grigri (Liesel Weck), Konsul Gaston Delgny (Wilhelm Jung), Impressario Poivre (Walter Weissbach t), Madame Brocard (Rosel Gottschalk t) und Negerkönig Magawewe (Andreas Schrodt .f). Fast wäre bei der ersten Aufführung Magawewe in der Versenkung verschwunden. Als sich der Zweizentnermann auf eine erhöht stehende Chaiselongue warf, kippte diese nach hinten zum Bühnenprospekt. Sie konnte gerade noch von hilfreichen Händen hinter den Kulissen abgefangen werden.

84. Dieses Gruppenbild von 1920 hielt die Teilnehmer des Abschlußballes der Tanzstunde Heist im 'Frankfurter Hof' fest. Vorne zweiter von rechts Tanzlehrer Heinrich Heist. An seiner rechten Seite seine Frau. Es war die erste Nachkriegstanzstunde mit mehr als 50 Teilnehmern. Darunter auch ältere 'Tanzlehrlinge', die das kriegsbedingte Versäumnis nachholen wollten. Diese 'Veteranen' bildeten auch einen republikanisch zeitgemäßen Tanzrat. Wenn es echt kronbergerisch hieß: 'Gaschiern die Herrn emal aa', dann ging es nach dem heimisehen Sprichwort: 'Einz, zwei, drei am Heist vorbei!' Eine ganze Anzahl dieser Tanzstunden-Bekanntschaften landeten im Hafe der Ehe.

85. Die evangelische lohanniskirche erhält neue Glocken. Sie hatte im ErstenWeltkrieg Verluste an ihrem Geläute erlitten. Doch konnten die noch vorhandenen Bronzestücke zum Guß neuer Glocken verwendet werden. Der Abholwagen ist an der Kirchenmauer mit den zwei neuen Glocken vorgefahren, Kirchenvorstand und zahlreiche Zuschauer sind versammelt. üben in Bildmitte steht rnit 'Melonenhut' Pfarrer Friedrich Assmann. Er weihte die Glocken bei Ankunft am heiligen Abend 1921. Die 1 733 Kilogramm schwere Lutherglocke war den Gefallenen, die kleinere im Gewicht von 368,5 Kilogramm der Erinnerung an die Hartmutglocke gewidmet.

86. Die vier neuen Glocken für die katholische Kirche sind angekommen. Am 21. Juni 1917 mußten drei alte Glocken zum Einschmelzen abgeliefert werden. Nach dem Krieg nahm man sich tatkräftig der Ersatzbeschaffung an. Es war ein denkwürdiger Tag für die Kirchengerneinde, als die vier neuen Glocken am 10. August 1922 im Güterbahnhof eintrafen, unter zahlreicher Beteiligung zum Kirchp1atz geleitet und von Pfarrer Schaller geweiht wurden. Dieses Ereignis mit Geistlichkeit, Marienverein und Kirchenvorstand übermittelt die Aufnahme. Niemand konnte damals ahnen, daß diese Glocken nach 20 Jahren wieder für Kriegszwecke abgeliefert werden mußten.

87. Zwei namhafte Künstler der berühmt gewesenen Malerkolonie stellen wir hier im Bilde vor. Links Professor Anton Burger, ihr Mitbegründer und Hauptrepräsentant. Er hat bis zu seinem Tode 1905 fast 60 Jahre lang in Kronberg gelebt und gewirkt, als Ehrenbürger geachtet und beliebt. Aus seiner Schule sind bedeutende Maler hervorgegangen.

Pferde- und Historienmaler Emi1 Rumpf (unter), ein Sohn des Mitgründers der Kolonie Philipp Rumpf, war der letzte dieser Malergeneration. Auch er lebte hier jahrzehntelang, eng verbunden mit Vereinen und Bürgerschaft. Beide haben auf dem Kronberger Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden.

88. Fritz Wucherer malte am 28. Dezember 1923 dieses winterliche Bild von der oberen Friedrich-Ebert-Straße. Das Haus rechts hat noch keine zwei Austellerkerchen. Die gegenüberliegende Seite, wo jetzt ein modernes Geschäftshaus steht, sah mit Maulbeerbaum und Scheunen noch geruhsam ländlich aus. Auch das Wohnhaus an der Ecke Obere Höllgasse ist inzwischen umgestaltet worden.

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