Kösching in alten Ansichten Band 2

Kösching in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rudolf Winterstein
Gemeente
:   Kösching
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3368-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kösching in alten Ansichten Band 2'

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59. Orkanschäden in Hellmannsberg und im Forst. Im Gut Hellmannsberg ließ der Orkan vom 16. Juli 1958 eine 60 Meter lange und 12 Meter breite Scheune zusammenstürzen und begrub 300 Schweine unter den Trümmern. 170 dieser Schweine sind dabei umgekommen (Bild). Große Waldteile im Köschinger Forst wurden durch den Orkan in vier bis fünf Meter Höhe einfach abrasiert, so daß nur noch die Stümpfe in die Luft ragten. Im Gebiet des Köschinger Forstes wurden etwa 500 000 Festmeter Holz geworfen. Zu den Aufräumungsarbeiten waren 800 bis 1 000 Holzarbeiter aus allen Gegenden Süddeutschlands und Österreichs eingesetzt. In Kösching und in der gesamten Umgebung war jedes Kämmerlein an Holzfacharbeiter vermietet.

60. Kinderschlange bei der Schulspeisung. 1947, als die Lebensmittel noch rationiert waren und vielfach Hunger herrschte, führte die amerikanische Besatzungsmacht die Schulspeisung ein. Aus amerikanischen Beständen wurden Lebensmittel bereitgestellt. Im Nebengebäude des Klosters hinter der Kirche wurde eine einfache Küche eingerichtet. Köchin war Maria Kornprobst. Für die insgesamt 600 Kinder standen jedoch täglich nur 200 Portionen zur Verfügung. Bauernkinder waren ausgeschlossen, die übrigen wurden abwechselnd betreut. Manchmal gab es sogar Schokolade, manche Kinder hatten vorher noch keine gegessen. Auch Bauernkinder machten dann große Augen und boten zum Tausch ihre Pausebrote an. Für die Organisation war die Schule zuständig.

61. Bittgänge wurden Opfer des Verkehrs. Auf eine lange Tradition gingen die Bittgänge in der Bittwoche zurück. Sie führten am Montag nach St. Peter, am Dienstag nach Kasing (Bild 1949) und am Mittwoch nach Bettbrunn, jeweils am Markustag nach Großmehring. In der Nachkriegszeit war die Beteiligung noch groß, auch die Schuljugend war stark vertreten. Zum Bittgang gehörte auch das Weißwurstcssen beim jeweiligen Wirt. Nicht selten wurden beim Bittgang alte Rivalitäten der Orte durch Schlägereien der Buben wieder 'aufgefrischt'. Der immer stärker werdende Verkehr ließ die alte Tradition Ende der sechziger Jahre sterben. Der Bittgang nach Bettbrunn wurde auf den Sonntag verlegt, die übrigen wurden umgewandelt in kleinere Bittgänge im Ort.

62. Obere Marktstraße im Festgewand. Naturschützer, bitte nicht protestieren! Das Bild stammt aus einer Zeit, wo der Wald noch gesund war. Zu besonderen Festtagen (Primiz , Firmung) stellten die Köschinger zum Schmuck des Ortes entlang der Straße kleine Bäumchen auf wie hier an der Oberen Marktstraße, die noch nach Kriegsende diese Ansicht bot: links der Eingang zum Polizeigebäude, das alte Haus des Bouscht-Hans, das frühere Benefiziatenhaus (abgebrochen 1957 und Neubau) und das Anwesen des Xaver 'Kinifeicht'. Alle Gebäulichkeiten rechts bis zum Rathaus - im Bild ist nur das Felberhaus zu sehen - wurden von der Gemeinde gekauft und abgebrochen. Die hohen Bäume hinter dem Haus standen im Heidlschen Biergarten mit Kegelbahn.

63. Reiter beim Bischofsempfang. Firmungstage waren noch zu Beginn der fünfziger Jahre große Festtage. Der Bischof traf bereits am Vorabend ein. An der Flurgrenze stieg er in einen Landauer mit Viererzug. Junge Bauern verkündeten im Markt als Vorreiter (Bild) das Eintreffen des Bischofs. Sie begleiteten ihn zum Pfarrhof, wo er für zwei Tage im 'Bischofszimmer' wohnte. Auch die Kinder der umliegenden Orte wurden damals in Kösching gefirmt. Am ersten Tag waren das neben den Köschingern die Stammhamer, am zweiten Tag die Firmlinge der Pfarreien Appertshofen, Großmehring, Kasing, Oberdolling und Theißing. In allen Gasthäusern des Marktes und in den Geschäften herrschte an diesen Tagen Hochbetrieb.

64. Hochzeitslader Clemens Walfschaffner. 'Als Hochzeitslader wohlbekannt, bin ich vom Brautpaar ausgesandt. Ich hab' nicht Ruh, ich hab' nicht Rast, ich such' noch einen Hochzeitsgast. Ich tret' mit Bandlschmuck ins Haus und zeichne an die Tür den Hochzeitsstrauß.' So begarm der Spruch, den der Hochzeitslader 'Clede' in zwanzig Jahren einige hundertmal vortrug. Als Nachfolger vom SaiIer Lugg hat er dieses 'Geschaft' zum ersten Mal bei der Hochzeit vom Sole Sepp 1935 ausgeübt. Die Sprüch bekam er von der Schneider Resl; denn es war nicht üblich, daB derneue Ladereinfach die Sprüch vom alten klopft. Clemens Wolfschaffner zählte zu den Altköschinger Originalen. Leider starb er schon 1958 im Alter von 56 Jahren.

65. Westlicher Ortsausgang bis 1960. Der Hintergrund für diesen Hochzeitszug in den fünfziger Jahren hatte sich seit 1895, dem Baujahr des Forstamtsgebäudes (Bildmitte ), nicht mehr verändert. Auf der rechten Seite stand schon seit 1877 das Knabenschulhaus, links das einstige Schießhaus der Bürgerwehr. 1813 mußte die Gemeinde das Gebäude wegen finanzieller Schwierigkeiten verkaufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es zu einem großen Verkehrshindernis geworden. Die Gemeinde kaufte das Haus 1959 für 13 200 DM von Benno Schönberger. Davon zahlte der Landkreis 4 000 DM für die Straßenverbreiterung und der Nachbar 6 000 DM für einen Teil des Grundstücks. 1960 wurde das 'Schießhaus' , 1981 auch das Forstamtsgebäude abgebrochen.

66. Bahnhofsrestauration 1936. Um 1900 hatte der Markt bei 1 870 Einwohnern neun Gastwirtschaften. Trotzdem baute 1903 der Brauereibesitzer Anton Amberger eine weitere Wirtschaft beim Bahnhof. Er nannte sie 'Restauration'. Amberger mag mit den vielen Berufstätigen und Ausflüglern gerechnet haben, die ab 1904 die neue Eisenbahn benutzten. Anfang der zwanziger Jahre verkaufte Amberger die Wirtschaft und zugehöriges Feld an Joseph Schmailzl. Der Erlös ging bei der Inflation verloren. Gäste der 'Restauration' saßen im Sommer gern an Tischen auf dem Vorplatz nach Norden. Im Bild sind es die Wirtin Franziska Schmailzl, Ehemann Joseph und Sohn Max mit einigen Arbeitern, die beim Autobahnbau beschäftigt waren und in Kösching wohnten.

67. Koschinger Bahnhof 1954. Nur noch Erinnerung ist das 1903 erbaute Bahnhofsgebäude. Auf der 1904 eröffneten Bahnlinie Ingolstadt-Riedenburg verkehrten täglich drei Züge, zunächst mit Ausflüglern und Einkäufern. Das Schwergewicht bildete bald der Berufs- und Schülerverkehr. Zum 50jährigen Jubiläum wurde das Bahnhofsgebäude gründlich renoviert. Wegen der Verlagerung des Personenverkehrs auf die Straße stellte die Bahn am 27. Februar 1972 den Personenverkehr auf dieser Strecke ein. Bei der letzten Fahrt saßen im Zug eine 'trauernde Abordnung' aus Riedenburg und der Köschinger Altbürgermeister Simon Diepold. Das Bahnhofsgebäude verfiel immer mehr, es wurde 1982 abgebrochen. Als 'Zuckerrübenstrecke' bleibt die Linie vorerst erhalten.

68. Spielmannszüge haben in Kosching Tradition. Spielleute mit Pauken und Trompeten hatte bereits die Köschinger Bürgerwehr in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es einen Veteranen-Spielmannszug. Ein weiterer Zug entstand 1933, als die alte Garde ihre Instrumente an die Jugend abtrat. Auf Anregung von Georg Hofmann wurde 1956 erneut ein Spielmannszug gegründet. Erste Aufbauarbeit leisteten Erich Sitzmann bei den Trommlern und Alfons Bergmüller bei den Pfeifern. Schon beim Gautumfest 1957 spielten beim Festzug acht Trommler und sieben Pfeifer. Im Bild sind zu erkennen, von rechts, Erich Sitzmann, Bernd Kleeberg, Tibor Vogl, Alfons BergmülIer, Josef Schmid, Altons Wild und Fritz Geitner.

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