Kunstdenkmäler des Siegtales in alten Ansichten

Kunstdenkmäler des Siegtales in alten Ansichten

Auteur
:   Thomas Leginger
Gemeente
:   Siegtales, Kunstdenkmäler des
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1913-9
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kunstdenkmäler des Siegtales in alten Ansichten'

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4. Zur Zeit der Karolinger gehörte das untere Siegtal aufwärts bis in die Gegend zwischen Wissen und Kirchen zum alten Auelgaue, welcher das spätere Bergische Land in sich faßt, jedoch nach allen Seiten, außer der Rheingrenze, über dasselbe hinausführte, Das obere Siegtal fiel in den Lohengau und gehörte somit zu Franken, während der Auelgau ein Teil Ripuariens, also Lothringens war. Unfern der Siegquelle begann dann mit Westfalen das alte Sachsenland. Unter den sächsischen und fränkischen Kaisern bis zu den Hohenstaufen erscheint von der Ostgrenze des Auelgaues, in den Lohengau hineingeschoben, der Haigergau mit seinen historisch unsicheren Grenzen. An den Ufern der Sigaha oder auch Siga genannten Sieg, deren Name 'schnellfließendes Wasser' bedeutet, lebten zur Römerzeit die Sigambrer oder Sigigambri - die Siegreichen. Wie anziehend sich der Auenbäckergau durch seine Naturschönheiten und die sich daran knüpfenden Erinnerungen tatenreicher Vergangenheit darbietet, so lohnt nicht minder die Kunde seiner Gegenwart über die Verhältnisse der nach den verschiedensten Richtungen äußerst regen Gewerbetätigkeit seiner biederen Bewohner. Allenthalben fesselt uns der sichtbare Segen des Friedens, die Emsigkeit einer lebensfrohen Bevölkerung; allenthalben erfreut uns der Wohlstand fördernde Einfluß einer geregelten, musterhaften Verwaltung, der die Anwohner des Flusses zum aufrichtigsten Danke gegen die Regierung verpflichten muß.

Auch dem flüchtigen Beobachter muß auffallen, wie wohlgeordnet ihm hier das soziale Leben in allen seinen Erscheinungen entgegentritt, und wenn uns auch nur in den östlichen Strichen des Tales ein sichtbarer Wohlstand, ja Reichtum überrascht, so finden wir jedoch durchschnittlich zufriedene Menschen. Die Höhen, welche das Siegtal bilden, sind zum größten Teile mit Eichen und Birken bestanden, zwischen denen jedoch auch Ahorn, Erlen, Espen, Faulbäume, Hainbuchen, Haseln und wilde Obstbäume vorkommen. Die Verschiedenartigkeit des Laubes dieser Niederwaldungen gibt den Hängen im Sommer den anmutigen Wechsel des Grüns und im Herbste die malerischen Tönungen der Landschaft.

S. Bonn, den 29. October 1829 ... Am Abend meiner Ankunft in Bonn miethete ich mir eine Wohnung, was äußerst leicht ist, indem zur Bequemlichkeit der Fremden, da, wo man Zimmer zu vermiethen wûnscht, solches an den Hausthiiren oder Fensterläden angeschrieben steht. Ein solches fand ich auf dem Belderberg No. 969 (nahe am Coblenzer Thor), welches ich gleich bezog, sobald ich Handels einig war. Ich zahle monatlich viereinhalb Thaler, die Heizung beträgt nach der gesetzliche Taxe zwei Thaler zehn Silbergroschen monatlich. Den Kaffee. wie das Abendessen erhalte ich im Hause; für ersteren zahle ich zwei Silbergroschen, zwei Pfennig; für letzteres drei Silbergroschen. Bis jetzt habe ich mir das Mittagessen aus einer Garküche holen lassen, für welches ich fûnf Silbergroschen zu vergüten habe. Die Magd erhält am Ende eines jeden Semesters ein Trinkgeld. Der Kleider- und Stiefelputzer, welcher überdies die Verpflichtung hat, die vorkommenden Kommissionen auszurichten, erhält zwanzig Groschen pro Monat. Meine Wohnung besteht in zwei Zimmerchen, von denen das eine zum Arbeiten und zum Aufenthalt überhaupt während des Tages bestimmt ist, und das andere die Schlafkammer ausmacht. Mein Hausrath ist folgender: ein Tisch, sechs Stühle, eine Sopha (jedes Zimmer, auch das erbärmlichste hat hier ein Sopha, selbst dann, wenn es alles anderen Hausgeräthes ermangeln sollte), eine Kommode mit drei Auszügen, zwei Spiegel, Bücherbrett und Mantelbrett, nicht zu gedenken eines mit Schublade versehenen Nachttisches, der mittelst mechanischer Einrichtungen nach Belieben geöffnet und geschlossen werden kann. Der Ofen wird geheizt à discrétion. Geleuchte muß ich mir selbst beschaffen, sowie den zum Kaffee erforderlichen Zucker. Außer mir wohnen noch zwei katholische Theologen unter meinen Fûßen, ich wirthschafte nämlich zwei Treppen hoch. ..

Aus einem Brief des Kircheners Wilhelm Stein an seinen Schwager, den Arzt Christian Daniel Jung und dessen Gattin Dorothea Christiane, geborene Stein. Wilhelm Stein hatte sich, von Kirchen kommend, in Bonn niedergelassen, um dort ein Studium der Theologie zu beginnen.

6. In der Kriegsgeschichte des Niederrheins hat die Isabellen-Insel eine gewisse Bedeutung. Nachdem der bekannte abenteuernde Parteigänger Martin Schenk von Nideck, ein tollkühner, kriegserfahrener, protestantischer Kondottiere, während des Truchsessischen Krieges das von den Bayern besetzte Bonn in der Nacht vom 22. auf den 23. September 1578 durch überrumpelung genommen, war es seine erste Sorge, sich in der Nähe desselben festzusetzen. Beuel wurde stark verschanzt, und auf besagter Inselließ er auch eine feste Schanze anlegen, welche er in seinem Uberrnute, dem geistlichen Kurfürsten Ernst von Bayern (1583-1612) zum Spotte 'Pfaffenmütz' nannte. Im März des folgenden Jahres begann die Belagerung Bonns durch den Prinzen Chimay und, nachdem ihm frische Truppen zu Hilfe gekommen waren, die Schanze nach förmlicher Belagerung und mehreren blutigen Stürmen genommen. Martin Schenk wandte sich nach den Niederlanden, wo er am 14. August 1589 bei der überrumpelung von Nijmegen, als er sich nach vierstündigem Gefechte aus der Stadt zurückziehen mußte, zu seinem Schiffe zurückkehrend, in der Waal ertrank. Die Spanier ließen seinen Körper vierteilen und öffentlich ausstellen.

Mit dem Jahre 1622 wurde auch der Niederrhein, bis dahin unmittelbar von den Stürmen des Dreißigjährigen Krieges verschont, plötzlich von demselben bedroht. Holländische Truppen unter Ludwig Heinrich von Hatzfeld drangen rheinaufwärts und setzten sich in den Schanzen der Pfaffenmütz fest. Von hier aus beherrschten die unwillkommenen Gäste den Verkehr auf dem Rheine und schädigten das Land nach allen Ufern. Im Auftrage der Infantin Isabella Eugenia, Tochter Philipps 11., errichtete jedoch Graf Heinrich von Berg auf dem rechten Ufer bei Berg zwei Schanzen, die er 'Schnaufkatz' und 'Kick in die Mütz' nannte, um von hier aus die 'Pfaffenmütz' unter Beschuß zu nehmen. Aber erst die auf dem gegenüberliegenden Ufer angebrachte mächtige Batterie, welche den Namen 'Mundzu' erhielt, vermochte die Holländer, in deren Schanzen Schorbut und Ruhr wüteten, zur Kapitulation zu bewegen. Gestattet wurde es Ihnen, mit Fahnen, Waffen und Bagage abzuziehen, Geschütz und Munition zurücklassend. Das Schanzenwerk auf beiden Seiten der Sieg wurde zerstört, 'Pfaffenmütz' des Sieges wegen Isabellen-Insel genannt, welchen Namen sie noch heute führt.

7. Ehe wir dem F1uße entgegenziehen, wird ein Besuch der etwa eine kleine halbe Stunde südlich am Rheine gelegenen Kirche von Schwarz-Rheindorf den Kunstfreund mehr als reichlichst für den kleinen Absteeher entschädigen. Diese romanische Doppelkirche, in der Form eines griechischen Doppelkreuzes von 1149 bis 115l erbaut, aber durch den Erzbischof von Köln, Arnold Il. von Wied (1151-1159), schon 1157 erweitert, ist in ihren Details eine der bauzier1ichsten Kirchen, welche der Niederrhein aus dieser Periode aufzuweisen hat. Durch den Erzbischof wurde die westliche Apside um ein aus zwei Kreuzgewölben bestehendes Schiff verlängert. Gar zierlich ist die um den Bau geführte Zwerggallerie, deren Säulchen, teils einfach, teils gekuppelt oder an die Pfeiler gelehnt, sich durch die niedlichsten Laubkapitäler auszeichnen und an den Basis mitunter, statt der Eckblätter, Füße und Löwen haben. Durch ein Gewölbe ist das Innere der Kirche in zwei Teile oder Geschosse geteilt, deren unteres für das Volk bestimmt, während das obere, durch eine achteckige öffnung im Gewölbe mit der unteren Kirche verbunden, den Nonnenchor bildete.

Im Innern waren die Apsiden mit Wandmalereien geschmückt: Bildnisse der vier Evangelisten und Otto UI., und in der westlichen Kuppel der Heiland, die Krämer aus dem Tempel treibend. Wenn auch sehr verwittert, zeichnen sich diese auf trockenem Kalk und blauem Grund gemalten Bilder durch Freiheit und Schwung der Umrisse aus. Man fühlt, daß der Maler ein Meister der Linien gewesen, unter dem Einfluß eines naturalistischen Strebens gearbeitet haben muß. Von hoher Bedeutung sind diese Wandgemälde aus der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts in der niederrheinischen Kunstgeschichte. Erzbischof Arnold von Wied wird von seiner Fahrt nach Italien wohl die Maler zur Ausschmückung der Kirche an den Rhein geholt haben. Die Kirche hatte er sich zu seiner letzten Ruhestätte erkoren, wo er auch begraben liegt. Welches Ufer wir nun auch zu unserer Wanderung wählen, allenthalben umgiebt uns der blühendste Ackerbau.

8. Obschon die eigentliche Fahrstraße erst von Beuel zur Sieg führt, so hat doch der rheinabwärts kommende Fußreisende schon in Königswinter die Wahl, entweder dem Siebengebirge entlang über die wirkliche belle vue am Kloster Pützchen vorbei, noch vor Siegburg auf jene Straße zu stoßen oder den für Fremde freilich bedeutend interessanteren Weg durch das Gebirge über Heisterbach und Oberpleis einzuschlagen, Von Bonn aus bietet uns die Postverbindung für neun Silbergroschen jeden Tag mehrfach Gelegenheit, nach Siegburg zu gelangen, das wir als den Ausgangspunkt unserer Wanderungen bestimmen können. Rasch führt uns, neben der fliegenden Brücke, eine Dampffáhre von Bonn nach dem gegenüber am Ufer sich dehnenden freundlichen Beuel, das schon im zwölften Jahrhunderte unter den Namen Buela oder Buwela, als teilweise zu den Besitzungen der Stiftskirche zu Schwarz-Rheindorf gehörend, angeführt wird. Gleich den meisten kleinen Orten am Niederrhein hat der Ort ein gar einladendes Äußere gewonnen, wenn auch an verschiedenen Punkten die Wahrzeichen unserer Tage, die SchJotfänge als Obelisken des Friedens, die freundlichen Häusergruppen überragen.

Äußerst bequem und gut unterhalten ist die Chaussee bis Siegburg, die am linken Siegufer entlangführt, ohne daß indes der Fluß zuvor in Sicht käme. Auf der rechten Seite gewährt sie die Aussicht auf die schön gruppierte Nordseite des Siebengebriges, davor schauen aus den Kornfeldern die öden Mauern des Karmeliterklosters Pützchen (jetzt Besserungsanstalt verkommener Frauenspersonen) auf uns herab. Der Name bedeutet niederrheinisch soviel als Brünnlein, wo schon seit dem zehnten Jahrhundert ein Heilbrönnlein quillt, das nochjährlich am zweiten Sonntage im September Tausende zu einem am Niederrhein berühmten Marktfeste versammelt. Die Heilige Adelheid und Ä btessin hieß durch ihr Gebet das Brönnlein hervorquillen, als anhaltende Dürre Vieh und Menschen verschmachten ließ. Gegen Augenübel brauchen die gläubigen Frommen noch heutzutage das Wasser des Adelheid-Pützchen,

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