Kutenholz in alten Ansichten

Kutenholz in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Hauschild
Gemeente
:   Kutenholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5618-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kutenholz in alten Ansichten'

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VORWORT

Schon in dem Bildband 'Kutenholz früher und heute' wurden 100 Bilder von Kutenholz aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. In diesem Bildband sollen weitere 38 Aufnahmen aus der Zeit zwischen 1900 und 1938 - der Thematik dieser Buchreihe entsprechend - der Allgemeinheit vorgestellt werden.

Kutenholz, ein Ort von fast 2 000 Einwohnern, liegt auf der Stader Geest, etwa 20 km südwestlich der Kreisstadt Stade und 13 km östlich von Bremervörde. Die Landstraße 123 von Horneburg nach Bremervörde führt mitten durch den Ort.

Im Jahre 1313 wurde Cutenholte erstmals urkundlich erwähnt. Die erste Silbe im Ortsnamen deutet auf Grube/Niederung hin. Die zweite Silbe weist auf reichen Waldbestand hin. Heute ist jedoch nur noch etwa 3% der Gemarkungsfläche mit Wald bestanden. Die Gesamtflur von Kutenholz einschließlich Sadersdorf umfaßt 1 896 ha. Die höchste Erhebung ist auf der Topographischen Karte mit 30 m, der niedrigste Punkt mit 13 mangegeben.

Seit der Gebietsreform im Juli 1972 bilden die Dörfer Aspe, Essel, Kutenholz und Mulsum die Einheitsgemeinde Kutenholz. Die Einwohnerzahl dieser vier Dörfer beträgt heute 4 440. Um die Jahrhundertwende zählte Kutenholz 486 Einwohner. In Sadersdorf wohnten 36 Eingesessene. Fast alle lebten von der Landwirtschaft. Auch die Handwerker, Höker und Gastwirte, ja sogar die Lehrer betrieben neben ihren Beruf eine kleine Landwirtschaft. Kutenholz war noch im Gegensatz zu heute ein reines Bauerndorf. Die Anzahl von 671andwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben von damals ist bis heute auf 19 zusammengeschrumpft. Reetgedeckte Fachwerkhäuser prägten das Dorfbild. Zu beiden Seiten der mit Kopfsteinen gepflasterten Dorfstraße verlief ein Graben, der das abfließende Oberwasser, selten das Schmutzwasser (Gossendreck), aufnahm. Schlanke weiße Birken säumten die Einfallstraße fast bis zur Dorfmitte. Schulkinder spielten auf der Straße Schlagball. Trecker gab es nicht und Autos fuhren selten.

Damit dieser kleine Bildband für die Betrachter noch interessanter und auch wertvoller ist, wurde den Bildern kleine historische Begleittexte beigefügt.

1. Diese Ansichtskarte von Kutenholz wurde Mitte der dreißiger Jahre aufgenommen.

Gah mal hin!

Hest du dat Leben in de Stadt, den ganzen Trubel wûrkliclt satt, wenn du denn rut na buten wullt, denn gah man hin nah Kutenhult

Wo Minschen kum an dinken dan, dat kannst du nu vör Oogen sehn, Kiek die de Weg un Straten an

denn bliwst du vör Verwunnern stahn.

Büs du noch jung und fründjes giern, denn finnst du dar woll'n gladde Diern. Büs awern alen griesen Knast,

du drüppst dor welk, de bi di passt

Lat di van annre nich verkohln, Kutenhult ward sienen Rang beholn. Eek öwer driew nich, wenn eek segg: 'Du geihst dar gornich weller weg'

(Hinr. Braasch)

2. So sah die Schule um die Jahrhundertwende von der Nordostseite betrachtet aus.

Weil das alte Schulgebäude, das im Garten des Apothekers stand, für die immer größer werdende Kinderzahl zu klein wurde, und ein Umbau oder Neubau wegen der 'gedrängten Lage der Wohnhäuser dort nicht thunlich erschien' verkaufte man das alte Schulgebäude auf Abbruch an Diedrich Hinck in der Langen Straße.

Draußen vor dem Dorf auf dem Lustfeld errichtete man ein neues Schulgebäude. Dieses Gebäude bot Platz für eine geräumige Klasse und sechs Zimmer für den Lehrer, sowie genügend Raum für das Vieh. Der Schulchronist Lehrer Diedrich Ropers vermerkte: 'Das neue Schulhaus ist recht zweckmäßig und schön eingerichtet, verglichen mit den Schulhäusern der Umgebung ist es ein Prachtbau.' Im Jahre 1877 wurde durch einen Erweiterungsbau eine zweite Klasse und Wohnraum für den zweiten Lehrer geschaffen.

Der Standort der Schule war seiner Zeit nicht unumstritten. Es gab im Dorf nicht wenige Leute, die ihre Schule gerne mitten im Ort, wo heute das Restaurant Lütjen steht, bauen wollten. Glücklicherweise unterlagen sie bei der Standortwahl. Aber zum Schutz der Kinder gegen den kalten Ostwind wurde 1889 an der nördlichen Seite der Landstraße von der Dorfmitte bis zur Schule eine Tannenhecke gepflanzt. Die letzten Spitztannen dieser Schutzhecke wurden 1952 bei der Sandkuhle, wo heute das Kalthaus und das Feuerwehrgerätehaus stehen, gefällt.

3. Gespannt schauen 1906 Lehrer Ropers und Soltau mit den Kindern der 'GrootschooI' zum Fotografen. Lehrer Diedrich Rapers - der Mann mit dem Bart - unterrichtete die Kinder in Kutenholz von 1875 bis 1922 als erster Lehrer, während Lehrer Soltau, der aus Quarstedt bei Hitzacker kam, von Ostern 1904 bis Ostern 1907 seinen Schuldienst als zweiter Lehrer versah.

Die durchschnittliche Schülerzahl betrug 1905/06 sommers wie winters 105. Etliche Jahre zuvor besuchten 130 bis 135 Kinder aus Kutenholz und Sadersdorf die hiesige Volksschule. Ab 1902 wurden in jeder Klasse vier Schuljahre unterrichtet.

Im Hintergrund ist die Schule zu sehen, die im Jahre 1863 gebaut wurde. Am 9. Mai 1906 brannte sie abends gegen 21.00 Uhr mit samt der nahestehenden Scheune durch Blitzschlag nieder. Während das Mobilar des ersten Lehrers geborgen werden konnte, verbrannte das gesamte Inventar des zweiten Lehrers trotz aller Anstrengungen der Rettungsmannschaft. Ebenso wurden fünf Schweine und zwölf Hühner ein Opfer der Flammen.

Die meisten Kinder freuten sich, daß die Schule abgebrannt war. Doch die Freude war verfrüht, denn der Unterricht ging bei Lütjen auf dem Saal unverdrossen weiter. Mit Hochdruck wurde an dem Wiederaufbau des Schulgebäudes geschafft und schon am Sonntag, den 21. Oktober desselben Jahres, wurde die Schule durch den Ortsgeistlichen Pastor Wolters eingeweiht.

4. Diese Aufnahme zeigt die Kutenholzer Windmühle um 1904 noch in voller Schönheit.

Sie wurde vor 1898 vom Kaufmann und Anbauern Johann Detjen auf dem Lustfelde, auf einer Anhöhe außerhalb der Ortschaft - heute Schulstraße 19 - gebaut. Anfang der dreißiger Jahre wurde sie vom Müller Fr. von Bargen gekauft. Durch ein Unwetter am 11. Juli 1932 wurde das Flügelwerk arg zerstört. Seitdem geschah der Antrieb der Mahlsteine durch eine Rohöl- beziehungsweise durch einen Elektromotor.

Im Februar 1942 gerieten Mühle und Wohnhaus durch Stabbrandbomben in Brand. Herbeieilende Soldaten aus der nahen Scheinwerferstellung und die hiesige Feuerwehr konnten das Feuer schnell löschen. Seit 1968 herrscht Betriebsruhe in der Mühle.

Das Lindenbäumchen hier auf dem Bild ist heute zu einem stattlichen Baum herangewachsen.

Im Vordergrund des Fotos sehen wir Elisabeth Detjen, die ihren jüngsten Sohn Hermann bei der Hand hält. Der Müller, der vorne bei dem Pferdegespann steht, dürfte Teodor Stüven sein, der viele Jahre in der Kutenholzer Mühle arbeitete. Johann Detjen, der Mühlenbesitzer, schaut von der Galerie herab.

5. Da fühlt sich der Betrachter des Bildes tatsächlich um Jahrzehnte zurückversetzt, wenn er bei dieser Aufnahme von der Dorfmitte aus die Schulstraße hinunterblickt.

Kopfsteinpflaster, Sandweg, Fußsteg, Chausseegraben und Birkenbäume, dazu noch ein Pferdefuhrwerk und ein Bauer in typischer Arbeitskleidung, welch ein Gegensatz zur heutigen Zeit!

Am linken Bildrand lugt die Hausfront des Sattlers und Tapezierers Hinrich Blanquett hervor. Dahinter schaut das Fachwerkhaus vom Stellmacher Klauw Meyer heraus. An der rechten Bildseite sehen wir vorne den Biergarten des Gastwirts Wilhelm Lütjen. Hinter der Standard-Tankstelle von Heinrich Borstelmann sehen wir die Giebel von Peter Tiet jens und Hinrich Lütjens Haus.

Die Schulstraße wurde 1848 im Zuge des Ausbaues der Chaussee von Bremervörde nach Horneburg neu ausgebaut. Auf der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1769 fehlt das Teilstück der Schulstraße Nr. 1 bis Nr. 19 vollkommen. Um 1900 standen nur zwei Häuser und das Schulgebäude in der Schulstraße.

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