Kutenholz in alten Ansichten

Kutenholz in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Hauschild
Gemeente
:   Kutenholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5618-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kutenholz in alten Ansichten'

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6. Etwa dort, wo heute die Ausfahrt vom Parkplatz der Volksbank in der Schulstraße 12 ist, stand früher der Backofen von Joachim Fitschen.

Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts hatte jeder Bauer, mancher Handwerker und sogar der Lehrer einen Backofen. Alle 14 Tage oder drei Wochen wurde im Steinbackofen gebacken und die Nachbarn backten selbstverständlich mit.

Schon am Tag vor dem Backen baute der Backofenheizer - meistens tat es der Altenteiler auf dem Hof einen großen Ringel aus weißen Torfsoden in der Mitte des Ofens auf und umstellte ihn mit ca 60 cm langen Buchen oder Eichenknüppel. Am Backtag schüttete er morgens früh eine Schaufel Holzkohlenglut in den Ringel. Nach gut anderthalb Stunden war der Haufen niedergebrannt und wurde auseinandergerührt, Frisch hineingeworfener Busch entfachte wieder ein lodernes Feuer im Ofen. Wenn die Steine in der Ofenmündung hell wurden - zweieinhalb bis drei Stunden nach dem Anheizen - hatte der Ofen die richtige Temperatur.

Mit einem langstieligen Schober wurde die Glut aus dem Ofen gefegt. Dann wurde ein nasser Sack über den Schober geschlagen; damit rakte man den Asehenrest aus dem Ofen. Einige Ähren auf der Backschaufel zeigten dem Einheizer , ob die gewünschte Temperatur auch wirklich vorhanden war.

Zuerst wurde das Schwarzbrot eingeschoben, dann folgten Butterkuchen. Waren die abgebacken, kamen Feinbrot und Topfkuchen in den Ofen.

7. Kutenholzer Neubürger und die Jugend des Dorfes können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, daß auf der Ecke Schulstraße/Hauptstraße neben dem Haus von Blanquett noch genügend Raum war für ein großes Haus und vier Lindenbäumen!

Der Anbauer und Kaufmann Johann Detjen ließ dieses hartgedeckte Fachwerkhaus um die Jahrhundertwende bauen. Johann Detjen war ein baufreudiger Mann; denn er baute nicht nur dieses Kaufhaus, sondern das Häuslingshaus Schulstraße 9, in dem heute die Familie Tietz wohnt, ließ er von grundauf erneuern.

Außerhalb des Dorfes ließ er eine Windmühle errichten. Sein Sohn, der ebenfalls Johann hieß, war in den zwanziger Jahren Vorsteher in Kutenholz. In seiner Amtstzeit wurden die Heidestraße und die Straße in Richtung Bokel ausgebaut. Im Geldwesen hatte er leider eine unglückliche Hand. Seine Landwirtschaft, sein Haus mit Laden und auch der Mühlenbetrieb gingen in Konkurs.

Die Ländereien wurden parzellenweise verkauft. Die Mühle erwarb der Müller Friedrich von Bargen, der sich neben der Mühle auch ein Wohnhaus baute. Scheune und Stall von Detjen kaufte die Witwe Margarete Blanquett. Das Geschäftshaus übernahm der Kaufmann Franz Dieckmann.

Anfang der sechziger Jahre führten sein Schwiegersohn Otto EImers und dessen Frau Ingrid das Geschäft, bis das Gebäude 1964 wegen Straßenerweiterung der Spitzhacke zum Opfer fiel.

8. Teilnehmerinnen des Weißnäh- und Stickkursus stellen sich 1915 mit der Leiterin des Seminars Katharina Schmalfeld geborene Detjen vor dem Haus von Kaufmann Joh. Detjen dem Fotografen.

In der oberen Reihe stehen, von links nach rechts: Greta Heins (Löh), Katarina Peters (Tiedemann), Metta Lütjen, Cath. Schleßelmann, Adelheid Martens (Fitschen) und Rebecka Brandt.

In der zweiten Reihe stehen, von links: Anna Schmetjen (Höft), Kath. Tobaben, Marie Hauschild, Kath. Brandt (Klitscher), Greta Allers (Tribcke), Anna Lütjen und Metta Fitschen (Holst).

Vorne sitzen, von links nach rechts: Gesche Glinsmann (Peper), Anna Schornacker (Jacobsen), Marie Brandt (Tiedemann), Kath. Schmalfeld (2. Ehe Meyer), Anna Michaelsen (Siems), Meta Lührs (Koetzing) und? (Name unbekanntdiente als Magd bei Poppe).

In den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts war es üblich, daß junge Mädchen bevor sie in den Stand der Ehe traten, einen Kursus für Weißnähen und Weißstickerei absolvierten, um sich die Aussteuer selber anfertigen zu können. Einen guten Ruf als Lehrerin für diese Kunst hatte über Jahrzehnte Frau Kath. Schmalfeld geborene Detjen, in zweiter Ehe verheiratet mit dem Stellmacher Klaus Meyer.

Ihre Schülerinnen kamen aus der ganzen Umgebung. Für Auswärtige bot sie Übernachtungsmöglichkeiten an. Möglichkeiten zum Kaufvon Materialien wie Stoffe, Näh- und Stickgarn gab es in ihrem Elternhaus beim Kaufmann Joh. Detjen.

9. Diese Hofstätte in der Schulstraße zwischen der Gastwirtschaft Lütjen und dem Frisörsalon Ropers gelegen, ist heute aus dem Dorfbild verschwunden.

Vor 150 Jahren und mehr wohnten in diesem Haus auf der Kreienfortel die Häuslinge des Vollhöfners Jacob Böhns. Als Böhn die Hofstätte des Anbauern Friedrich Hinck, die in unmittelbarer Nachbarschaft lag, 1859 kaufte, veräußerte er sein Häuslingshaus an den Neubauern Johann Hinrich Brandt.

Nach und nach kaufte Brandt Acker- und Grünland hinzu und galt beim Abschluß der Verkoppelung im Jahre 1862 als Anbauer. Sein Sohn Johann war um 1900 ein tatenkräftiger Vorsteher in Kutenholz. Ein jäher Tod - er fiel aus der Bodenluke - beendete 1907 sein Schaffen. Sein Sohn wanderte in den zwanziger Jahren nach Nordamerika aus. Einige Jahre später folgte ihm seine Familie.

Die Hofstätte pachtete Heinrich Borstelmann, der hier eine Fahrradreparaturwerkstatt und eine Tankstelle einrichtete. Die Scheune links vom Haus brannte wie drei andere Gehöfte und eine Nachbarscheune beim Einmarsch der Engländer am 30. April 1945 ab.

Anfang der siebziger Jahre verkaufte Hans Heinrich Brandt, der als Großwildjäger der hiesigen Jägerschaft gut bekannt ist, das väterliche Anwesen. Die Hofstätte kaufte der Nachbar Johann Lütjen. Der ließ das baufällige Haus niederreißen, nachdem die Familie Borstelmann nach Mittelsdorf verzogen war.

10. Eines der letzten Strohdachhäuser stand noch in der Zeit der Buchzusammenstellung mitten im Ort. Im Vordergrund ist noch der große Milchbock zu erkennen, auf dem Johann Burfeind, Heinrich Löh und Heinrich Klintworth jeden Morgen ihre Milchkannen zum Abholen bereitstellten.

Das alte Fachwerkhaus, Hauptstraße 4, wurde Anno 1802 vom Achtelhöfner Johann Diedrich Fischer gebaut. Eine Brustkrankheit brachte viel Unheil über die Familie Fischer. Als Witwe heiratete Margarete Fischer geb. Glinzmann im Jahre 1834 Johann Burfeend. Aus dieser Ehe stammten zwei Mädchen. Mette, die älteste von beiden, heiratete den Nachbarn Hinrich Fitschen, Hauptstraße 3. Die jüngste Schwester erbte das Haus und vermählte sich 1886 mit Hein Stahmann.

Hein Stahmann war ein Kutenholzer Original. Mehrere Anekdoten von seinen Erlebnissen als Jäger, Uhrendoktor und Viehzähler bezeugen es. So wird zum Beispiel erzählt: Wenn Leute aus dem Dorf Uhren zu ihm brachten, die nicht mehr laufen wollten, öffnete er sämtliche Deckel und Klappen der verstaubten Zeitmesser und hing sie in den Eichbaum, wo der Wind sie kräftig durchblasen konnte.

Nach dem Tode seiner Frau wanderte Hein Stahmann für einige Jahre nach Amerika aus. Im Jahre 1901 wurde das Haus in Kutenholz an den Bahnarbeiter Friedrich Hadewig vermietet. 1939 verkaufte Hein Stahmann jun., der als Lehrer außerhalb Kutenholz wohnte, das väterliche Haus an den Tischler Heinrich Richters, der eine Nichte von Marie Hadewig geheiratet hatte.

Heute ist die Volksbank Besitzer dieser Hofstätte.

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