Kutenholz in alten Ansichten

Kutenholz in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Hauschild
Gemeente
:   Kutenholz
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5618-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Kutenholz in alten Ansichten'

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11. Das große herrliche Fachwerkhaus mitten im Ort mußte im Jahre 1977 dem Neubau des Viets-Ladens weichen.

Hermann Fitschen, Rebecka Lütjen, ihre Tochter Anna Rebecka, deren Tanta Marie Holst und Rebecka Tomforde mit ihrem ältesten Sohn Hans ließen sich im Herbst 1908 vor dem Haus des Viertelhöfners Hinrich Tomforde, Haupstraße 1 'abnehmen'.

'Der Herr segne unsern Eingang und Ausgang' steht in weißer Schrift über der Grootdöör, Viele verschiedene Namensträger gingen hier wohl durch die Tür. Anno 1821 wohnte Hinrieh Löh auf dieser Hofstätte. Anscheinend geriet er in eine Notsituation. Denn 1838 wird er in den Mulsumer Kirchenbüchern als Nachtwächter und im Jahre 1875 gar als Armenhäusler bezeichnet.

Im Jahre 1834 zog Hein Wölpern, der zweite Sohn des Bullenholzer Bauern, hier her. Während der Verkoppelungszeit bewirtschaftete Hinrich Müller diesen Hof. Sein übertriebenes 'Gästerieren', die er als Gemeindevorsteher mit den 'Vorgesetzten' betrieb, trieben ihn nach Aussagen von Hinr. Braasch in den Ruin.

Um 1874 übernahm Hans Hinrich Fitsehen die Bewirtschaftung dieses Hofes. Dessen Schwiegersohn Hinrich Tomforde brachte den Hof gut in Schwung.

Unglückliche Umstände veranlaßten den Verkauf des Grundstückes. Im Jahre 1977 eröffnete ein Superladen hier seine Pforten.

12. Am 19. Mai 1920 gaben Johann Hauschild aus Kutenholz und Margaretha Heins aus Rockstedt sich das Ja-Wort zum Ehebunde. Zur Erinnerung an diesen Tag ließ sich die Hochzeitsgesellschaft vor dem Haus der Brautleute (Hofweg 2) fotografieren.

Mit Sicherheit gehört dieser Hof zu den ältesten im Ort. Um 1500 gab es im Dorf neun Hofstellen und eine Kate. Davon war eine Hofstelle 'wühste'. Grundherr des Dorfes war der Abt von Harsefeld. Den 'Zehnten' teilten sich das Kloster Harsefeld und die Herren von der Lieth.

Anno 1529 hatte Hans Elfers die Meierstelle des Halbhofes Hofweg 2 inne. Um 1570 ackerte Michaell Hellvensen auf diesen Hof. Sein Nachfolger Hein von Helvensen wohnte mit seiner Familie in dem 6 Fach (ca 12,50 m) großen Haus. Die Scheune war mit 12 Fach genau doppelt so lang. An Vieh besaß er: vier Pferde, zwölf Kühe und Ochsen, zwölf Rinder, acht Schweine und vierzig Schafe.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wird der Hof als 'Gantz- oder Vollhof' , geführt. Im Jahre 1739 wechselte der Name des Hofbesitzers. Vor 254 Jahren übernahm Thees Hauschild aus Farven den Hofvon Wilh. von Helmst.

Heute bewirtschaften Johann und Margitta den Betrieb in 8. Generation der Familie Hauschild.

13. Die beiden Schwestern Rebecka Lütjen und Marie Holst aus Kutenholz ließen sich um 1900 in ihrer Kirchspieltracht 'abnehmen'.

Nach 1918 sah man immer seltener Frauen in ihrer Tracht. Oma Burfeind, die letzte Trachtenträgerin in Kutenholz, starb 1951 und ab da war die Epoche vorbei. Der Heirnat- und Kulturkreis Kutenholz läßt allerdings in jüngster Zeit diese Trachtenkleidung im Ort wieder lebendig erscheinèn.

Heim. Schmidt-Barrien schrieb über die Bremervörder Bauerntracht (Mulsumer Kirchspieltracht): 'Die farbigste Frauentracht hatte Elm aufzuweisen. Geringe Unterschiede gab es von Dorf zu Dorf. So trugen zum Beispiel die Frauen in Elm die Mützenbänder unter dem Kinn in Schleifenform, während diese in Hesedorf nur binderartig übereinandergezogen waren. Die Jacke, aus gemusterter Seide oder feiner Wolle (auch Fo-erhemd genannt, wohl weil gefüttert), war ein auf Taille gearbeitetes Kleidungsstück. Der Rump ist ein bis zu den Hüften reichendes ärmelloses Schnürleibchen aus Barchend, Flanell oder Wolle, das über dem Hemd, also unter der Jacke, getragen wurde. Der Rock war im allgemeinen halbwollenen oder wollen, der Festtags-, Hochzeits-, oder Abendmahlsrock aber war ein feiner Tuch- oder Woll-' rock (Lakensrock), der mit vier dreienhalb cm breiten Samtbändern besetzt war. Unter diesem Rock wurde der Kantrock (Unterrock) getragen. Die Schürze, plattdeutsch 'Schört' oder 'Platen' genannt, bestand alltags aus Blaudruck, festtags aus feiner Wolle oder Seide, wohl aus Satin. Die Strümpfe sind schwarze Wollstrümpfe, die bis an die Knie gehen. Die Schuhe sind Spangenknöpfschuhe, zum Fest Lackschuhe. Die Mütze, 16 cm lang, ist hinten geschlossen, und zwar zum Teil durch das bestickte sogenannte Mützenstück. Bei älteren Frauen war sonntags der Gesamteindruck der Mütze schwarz, doch kommen ebenso braune und blaue Mützen vor. Sie waren bezogen mit dem in sich gemusterten Mützenband, das 12 cm breit war. Hinten befand sich die auf die Schuter herabfallende Schleife sowie das 1,20 m herunterhängende Doppelband (Achterinband). Vorne hatte sie das Vorderband (Ünnerinband), das an den Seiten die Ohren bedeckte. Die Abendmahlsmütze ist mit 'gewartertem' Muster (Wellenlinien) versehen. Im Sommer gab es noch die hellfarbige Sommerhaube. Im Winter trug man die Nebelkappe.

14. Anna Catharina Meyer lebte von 1871 bis 1953 im Haus Hinr. Braasch Weg 2. Auf dem Bild sehen wir, wie sie mit dem kleinen Günter Eier suchen will.

Eiersuchen war eine Lieblingsbeschäftigung von dem Jungen. Weil er aber die Eier oftmals zu fest anpackte, hatte er öfters Knickeier in seinem Korb. Da war es schon gut, wenn eine Aufsichtsperson Obhut gab, so wie es hier auf dem Foto Oma Meyer tat. Das konnten die Altenteiler oder Alterteilerinnen noch; und sie taten es meistens gerne.

Das Leben in einer Großfamilie hatte auch Vorteile. Die Großeltern fühlten sich an ihren Lebensabend nicht überflüssig und zu nichts mehr Nutze, sondern sie hatten noch eine Aufgabe. Das Kind war beaufsichtigt, und die Mutter konnte derweil andere Arbeit nachgehen.

15. In diesem Haus erblickte am 21. Juli 1878 der Heimatdichter und Ehrenbürger von Kutenholz Hinrich Braasch das Licht der Welt.

Schon um 1770 betrieb der Halbhöfner und Besitzer dieses Hofes eine kleine Schankwirtschaft. Durch den Ausbau der Chaussee von Bremervörde nach Horneburg mitte des vorigen Jahrhunderts erhielt die Gaststube durch die Einkehr von Durchreisenden mehr Zuspruch. Von einem Schlagbaum, der nach mündlicher Überlieferung dort die Straße 'sperrte', ist bis jetzt kein schriftlicher Nachweis erbracht worden.

Im Herbst 1862 heiratete Johann Adolf Braasch aus Grafel die Tochter und Erbin von Johann Wiebusch. Johann Adolf brachte 6 000 Reichstaler mit als Heiratsgut in die Ehe, ein wahrhaft großer Batzen. Schon als 19jähriger nahm er als Infanterist des Königlich Hannoverschen Regimentes Nr. 4 aus Stade an den Kämpfen mit den Dänen bei den Düppeler Schanzen teil. Da zu der Zeit die Möglichkeit bestand für jemand anders die Militärpflicht abzuleisten, tat Johann Adolf dies für seinen Bruder und kassierte dafür 100 Reichstaler.

Der junge Mann aus Grafel war ein tatkräftiger Mann. Das alte Bauernhaus hier in Kutenholz, Hauptstraße 6, verkaufte er auf Abbruch nach Fredenbeck und baute ein neues, größeres Haus sowie moderne geräumige Stallungen. 1902 wurde der Hof geteilt. Der ältere Sohn Johann, den Leuten in Kutenholz und Umgebung als Pferdehändler bekannt, erhielt die Hälfte der Ländereien und das Häuslingshaus. Dort ließ er im selben Jahr die 'Villa Braasch', Hauptstraße 23, errichten. Die andere Hälfte des väterlichen Hofes mit dem Elternhaus bekam der zweite Sohn Peter. Ab 1938 waren Ländereien und Gebäude verpachtet. Langjähriger Pächter der Hofstätte war der Gastwirt und Frisör Walter Witte.

Nur wenige Jahre war Claus Dammann aus Ottensen Besitzer der Gaststätte. 1972 brannte die 'Bodega' ab. Mit knapper Not entkamen drei Menschen den Flammentod.

Heute steht dort, wo einst das große reetgedeckte Haus stand, die Niedersachsen-Apotheke.

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