Lahntal in alten Ansichten

Lahntal in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhard Richstein
Gemeente
:   Lahntal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2255-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lahntal in alten Ansichten'

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9. Dieses Schulbild aus dem Jahre 1921 zeigt die Schülerinnen und Schüler der einklassigen Volksschule Kernbach-Brungershausen. Man kann sich bei den heutigen Schulverhältnissen gar nicht mehr vorstellen, wie sich der Unterricht für alle acht Schuljahre in einem einzigen Raum zur gleichen Zeit abspielte. Ja, der alte Lehrer Höck - damals war er noch in den besten Jahren - hatte schon seine liebe Not mit den acht Jahrgängen, Erstaunlich, daß er manchmal zwischen oder auch während der Unterrichtsstunden noch Zeit fand, seine Ziegen zu füttern oder nach seinen Bienen zu sehen, die immer wieder einmal unprogrammgemäß schwärmten. Ach ja, - waren das noch Zeiten!

10. Hier sehen wir noch einmal den Brautwagen aus Buchenau bei seiner Einfahrt in das Dorf Kernbach. Er hat gerade die in 1925 neu erbaute Sandsteinbrücke über die Lahn passiert. Vermutlich wurde eigens für den Fotografen eine Ruhepause eingelegt. Wie man sieht, handelt es sich um einen Vierspänner, was wohl hinsichtlich der damals noch schlechten Straßenverhältnisse, sowie der Menge und des Gewichtes der Aussteuerstücke, nötig war. Mit diesem Braut- oder auch Packwagen genannt zog die Braut, hier Elisabeth Debus aus Buchenau, ihrer neuen Heimat Kernbach entgegen. Sie heiratete am 13. August 1927 Jast NoJl,in Kernbach.

11. Das alte Moog's Haus gehörte noch bis 1927 zum vertrauten Ortsbild von Kernbach. Später wurde das aus Anfang des 18. Jahrhunderts stammende Fachwerkhaus teilweise verputzt unter dem damaligen Besitzer Schmiedemeister und Hausschlachter Heinrich Moog und seiner Ehefrau (im Fenster), die aus Sterzhausen stammte. Zusammen mit dem Sohn Johannes Moog, der die väterliche Schmiede übernommen und später ausgebaut hatte, und Frau Katharina geborene Diehl aus Elmshausen, sowie dem Töchterchen Elisabeth lebte in dem Haus eine glückliche Familie, die sich später noch vergrößern sollte. Das im Hintergrund teilweise sichtbare Fachwerkhaus der damaligen Familie Reitz, später Dersch, jetzt Koek (Loaz mit Dorfname), hat inzwischen auch einem Neubau Platz machen müssen, Die Aufnahme ist in 1912 entstanden.

12. Dieses alte Handwerker- und Bauernhaus der Familie Groß in Caldern, Appen mit dem Dorfnamen genannt, dürfte aus dem 17. Jahrhundert stammen. Seine Tage sindjedoch an diesem Platz gezählt. Zum Baudenkmal erklärt, darf es nicht einfach abgerissen werden, sondern es wird demnächst abgetragen und an anderer Stelle im Kreisgebiet wieder aufgebaut. Das ist die Auflage der Denkmalschutzbehörde, nachdem für den Besitzer eine Renovierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kam. Daß ein solches Verfahren weder einfach noch billig ist, läßt sich vermuten und so war es auch nicht leicht, dafür einen Interessenten zu finden. Wenn nun nach einiger Zeit an dieser Stelle ein schmucker Neubau stehen wird, so wird doch wahrscheinlich manchem Calderner etwas fehlen: das 'ale Appenhaus'. So soll es in diesem Bildband mit seinen damaligen Bewohnern, Opa und Oma Klingelhöfer, dem Ehepaar Johannes und Elisabeth Groß und den Kindern Anna und Jakob (letzterer ist der heutige Besitzer), einen würdigen Platz für die Nachwelt erhalten. Die Aufnahmen sind um 1911 entstanden.

13. Auch dieses der Familie Dersch/Müller gehörende alte Ernhaus aus dem 17. Jahrhundert wird zur Zeit an dieser Stelle abgetragen und unweit von seinem alten Platz wieder aufgebaut. Somit bleibt das Haus dem Dorf Caldern erhalten. Ein Gönner und Sohn des Dorfes hat es erworben und er beabsichtigt, ein Museum darin einzurichten. Nach Beendigung der Umbau- und Einrichtungsarbeiten soll nach dem Willen des Erwerbers das Haus in den Besitz der Gemeinde Lahntal übergehen, die dann für die Betreuung und Unterhaltung zuständig ist. Wie im Falle des Hauses Groß waren auch hier große Schwierigkeiten zu überwinden, um die wirtschaftlichen Interessen des Eigentümers und die Auflagen der Denkmalschützer in Einklang zu bringen. Nicht in jedem Falle bietet sich so eine perfekte Lösung an, wie hier.

14. Diese nette Ansichtskarte von Caldern erhielt am 27. Juni 1911 Fräulein Anna Klingelhöfer, zur Zeit in Marburg in Diensten, als Glückwunschkarte zu ihrem Geburtstag von ihrer Schwester in Caldern. Wie schön, daß uns durch diese Gratulation eine Gesamtansicht vom damaligen Caldern und zwei Einzelansichten erhalten geblieben sind. Die Gastwirtschaft 'Zur grünen Linde' dürfte äußerlich fast unverändert die letzten 70 Jahre überstanden haben. Die Namen der Besitzer haben indessen gewechselt von Siegfried auf Schäfer und heute auf Ruppersberg. Die Ansicht vom Rimberg, vom Helmershauser-Berg aufgenommen, zeigt im Vordergrund das Bahngelände mit dem damaligen Bahnhof und dem Bahnwärterhaus Caldern, den meisten Lesern in dieser Form ein unbekannter Anblick. Der Bahnhof wurde wenig später durch einen aufwendigen Massivbau ersetzt. Dieser aber hat inzwischen auch schon ausgedient, zumindest für die Bahn. Heute besteht der Bahnhof in einem einfachen Unterstand für die Fahrgäste. So ändern sich die Zeiten!

15. Ein Bild aus einer Trachtengruppe? Fast könnte man zu der Annahme neigen, wenn nicht der exotische Hintergrund die Echtheit einer frühen Fotografie erkennen ließe. Das Paar auf dem Bild trägt die Sonntagskleidung, wie sie noch bis um die Jahrhundertwende zu sehen war. Der blaue Kittel der Männer mit den bestickten Schulterpartien und die bunten Schürzenbänder der Frauen kamen dann schnell aus der Mode. Wer noch ein solches geflochtenes Henkelkörbchen hat, das die Frauen damals bei Besuchen als Handtasche rnitnahmen, ist glücklicher Besitzer eines wertvollen Requisites aus vergangener Zeit. Hier im Bild Joharm Jost Landschneider aus Caldern (Opperdamms 1870-1959) und seine Schwester Anna Katharina, die später in Leanne (Ochs) geheiratet hat. Der Zeitpunkt der Aufnahme liegt um 1890. Vermutlich noch alter ist die Aufnahme der jungen Frau in der Alt-Marburger Tracht. Hier handelt es sich um eine Ururgroßmutter Katharina Junk geborene Pfeiffer von Ute Stey, die uns beide Aufnahmen zur Verfügung stellte.

16. Oft, aber leider nicht immer, ist die Entstehung eines Bauwerkes durch eine Balkeninschrift festgehalten. Dieses Wohnhaus trägt die Inschrift: 'Hans Heinrich Merte Schmitt, Rodenhusen 1697', womit wir auch gleich den Erbauer kennen. Rodenhausen war ein selbständiges Dorf vor dem Wollenberg gelegen. Das Haus wurde, wie damals manche alte Eichenfachwerkhäuser, an seinem ursprünglichen Standort abgetragen und an anderer Stelle wieder aufgeschlagen. Die Familie Schmitt aus Rodenhausen zog also mit ihrem Haus gegen Mitte des 18. Jahrhunderts nach Caldern. Der Anbau an der linken Seite ist später in Caldern erfolgt und, wie man sieht, mit dem nur teilweise gelungenen Versuch, die Fachwerkkonstruktion dem Altbau anzugleichen. Etwa 150 Jahre gehörte das Haus der Familie Schneider (Dorfname Häinze). In 1952 ging es durch Kauf in den Besitz von Peter Grebe über.

17. Nach den ernsten Gesichter zu urteilen, müßte es sich hier um eine traurige Angelegenheit handeln. Aber nichts dergleichen, es ist der Kriegerverein Caldern im Jahre 1909 bei einem gemütlichen Beisammensein in Wirt's Garten. Kriegervereine waren früher Gemeinschaften ehemaliger Soldaten. Sie dienten der Pflege militärischer Tradition und der Kameradschaft, sowie der Unterstützung bedürftiger Mitglieder. Meistens wurde alljährlich ein 'Kriegerfest' gefeiert. Der Überlieferung nach endete das Fest jedoch im Vorjahr mit einem finanziellen Verlust, anstatt des erhofften Gewinnes. Daher entschloß man sich, im nächsten Jahr auf das Fest zu verzichten und stattdessen eine Mitgliederversammlung mit Freibier (das dem Anschein nach nicht allzu reichlich geflossen ist) zu veranstalten. Eine Anzahl Veteranen aus dem siebziger Krieg dürfte noch unter den Teilnehmern sein.

18. Im Jahre 1919 war es noch nicht allgemein üblich, eine Dorfhochzeit auch im Bild festzuhalten. In diesem Fall wurde ein Fotograf aus Marburg geholt. Es waren ja auch nicht gerade arme Leute, die hier Hochzeit machten: Land- und Gastwirt Siegfried Schäfer und Frau Margarethe geborene Becker von der Dammühle haben eine große Schar Hochzeitsgäste um sich versammelt. Besonders schön anzuschauen die Kranzmädchen, die mit ihrem bunten Kopfschmuck beim Hochzeitszug zur 'Kirche gleich hinter dem Brautpaar schritten. Zwei von ihnen gingen rechts und links neben dem Brautpaar.

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