Lahntal in alten Ansichten

Lahntal in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhard Richstein
Gemeente
:   Lahntal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2255-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lahntal in alten Ansichten'

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39. Sterzhausen war früher das Dorf der Korbmacher. Dieses Handwerk war so verbreitet, daß fast in jedem Haus ein Familienmitglied aus Weidenruten Körbe flechten konnte. Das Material hierfür wuchs reichlich in nächster Nähe in der Lahnniederung. Bis die Weiden verarbeitet werden konnten, waren langwierige Vorarbeiten erforderlich. Das leider nicht sehr deutliche Foto um das Jahr 1910 zeigt eine ganze Familiengruppe vor einer einfachen Schutzhütte bei der Arbeit. Das Handwerk des Korbflechtens dürfte in dieser Form auch in Sterzhausen inzwischen ausgestorben sein.

40. Auch zur Zeit unserer Großeltern wurde schon auf dern Dorf durch Lehrgänge und Kurse für die Fortbildung der Jugend und Erwachsenen gesorgt, Auf dem Bild, welches Anfang der zwanziger Jahre entstanden sein dürfte, stellten sich die Teilnehmerinnen eines Kochkurses mit ihren Gerätschaften dem Fotografen. Bezeichnend für die damalige Zeit ist, daß sämtliche' Frauen und Mädchen noch Tracht tragen bis auf die Lehrgangsleiterin, die vermutlich 'aus dr Stoad' war.

41. Selbst die Oma war mit von der Partie, wenn die Heuernte eingebracht wurde. Zur Erntezeit wurden auf einem Bauernhof eben alle Hände gebraucht. Daß die Arbeit schwer war, brauch eigentlich nicht besonders erwähnt zu werden. Hauptsächlich die Arbeit des Gabeins erforderte Muskelkraft. Oft genug mußte dies auch von Frauen und Mädchen verrichtet werden. Gerade die Frauen und Kinder der Kleinbauern mußten hart zupacken, meist ging der Mann 'auf Verdienst'. Die Banersleute aus Sterzhausen, die auf den beiden Bilder zu sehen sind, waren jedoch keine Nebenerwerbsbauern, sie konnten von ihrer Landwirtschaft leben. Die 'gute alte Zeit' war eben für viele eine schwere Zeit.

42. Ein fröhliches Treiben auf dem Eis der Lahn hat hier Pfarrer Waas um 1900 festgehalten. Nicht jeder Winter bescherte den Sterzhäuser eine so schöne natürliche Eisbahn, wie es hier der Fall ist. Aber früher mehr als heute geschah es, daß die Lahn 'zu' war. Wenn dann der Frühling mit Sturm und Regen plötzlich einsetzte, gab es einen gewaltigen Eisgang. Die Eisschollen stauten sich dann vor den Brückenpfeilern zu hohen Bergen und wenn es nicht gelang, durch Sprengungen den Wassermassen wieder Durchf1uß zu verschaffen, wurde manche alte Holzbrücke ein Opfer der Naturgewalt.

43. 'Fahnen raus, Feste feiern' - das konnten auch unsere Eltern und Großeltern schon vor 80 Jahren. Auf dem Bild sehen wir den Anfang des Festzuges anläßlich eines Sängerwettstreites, zu dem die Gesangvereine aus der Umgebung nach Sterzhausen gekommen waren. Der Gesangswettstreit wurde schon am Vormittag ausgetragen. Nach der Mittagspause erfolgte dann die Aufstellung des Festzuges, der nach dem Marsch durch das Dorf auf dem Festplatz endete. Hier ging es dann bis zum spaten Abend hoch und immer höher her. Außer manchem Lied, das aus den Kehlen drang, gingen auch viele Liter Bier und anderes den umgekehrten Weg. Nicht selten wurde der 'Wettstreit' dann auch noch in anderer Form fortgesetzt.

44. Die urkundlich erste Erwähnung des Ortes Goßfelden geht auf die Mitte des 8. Jahrhunderts zurück, Mithin konnte die Gemeinde in 1953 ihr 1 200jähriges Bestehen feiern. Außer mehreren kulturellen Veranstaltungen, einem historischen Festzug und einem Volksfest wurde auch ein Festspiel aufgeführt, aus dem unser Bild eine Szene zeigt,

45. Um 1925 entstand dieses schöne Gruppenbild vom Jungfrauenverein Goßfelden. Eine stattliche Zahl junger 'Hessemädchen' hat hier Schwester Katharina Bodenbender (dritte von rechts, mittlere Reihe) um sich versammelt. Der Anlaß zu dieser Zusammenkunft war die Generalprobe zu einem Laienspiel, weshalb einige Mädchen Kränze im Haar tragen. Die Gruppe wurde aufgenommen vor der Gastwirtschaft Scheel, Goßfelden. Es handelte sich bei diesem Verein um eine christliche Gemeinschaft, die unter anderern.Chorgesang und Laienspiele im Programm hatte.

46. Dem Maler Otto Ubbelohde, der von 1900 bis 1922 in Goßfelden gelebt hat, haben wir eine Vielzahl herrlicher Kunstwerke zu verdanken. Neben vielen Landschafts- und Heimatbilder, die er schuf, hatten es ihm besonders die Menschen in seiner näheren und weiteren Umgebung mit ihren Trachten und bei ihren Tätigkeiten angetan. So entstand eine große Zahl der charakteristischen Federzeichnungen von ihm, wie zum Beispiel hier: 'Gruß aus Goßfelden', 'Frauen am Brunnen' und 'Das Mittagsmahl'.

47. Auf unserem Bild steht sie noch mit ihren knorrigen Ästen, wenn auch zur Osterzeit noch ohne Laubschmuck, die Marchenlinde bei der Kirche in Goßfelden. Sie hatte ja auch noch etwa 50 Jahre zu leben, als dieses Bild im Jahre 1916 entstand. Die Linde wird wahrscheinlich schon Jahre vorher, bestimmt aber oftmals nach dieser Aufnahme, zusammen mit der Kirche als Hintergrund für das gemeinschaftliche Foto der Konfirmanden aus Goßfelden, Sarnau und damals auch aus Wehrda gedient haben. Hier der Geburtsjahrgang 1902 aus den drei Dörfern zusammen mit ihrem Pfarrer Trautwein aus Goßfelden. Das alte Pfarrhaus, das rechts im Hintergrund noch als Fachwerkbau zu erkennen ist, steht inzwischen auch nicht mehr.

48. Das jetzt der Familie Garre gehörende Haus dürfte eines der ältesten Häuser in Goßfelden sein. So ist bekannt, daß es dem Deutschen Ritterorden, der im 13. Jahrhundert unter Landgraf Konrad in Marburg seine Ballei Hessen entwickelte und unterhielt, als Rathaus und Gerichtsstätte mit Gefängnis diente. Vermutlich im 17. oder 18. Jahrhundert ist das Haus in Privatbesitz übergegangen, Von dem ehemaligen Steinhaus ist nur noch der Sockel vorhanden, der Fachwerkaufbau, wie ihn unsere Aufnahme zeigt, ist gegen Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden. Die inzwischen erfolgte Renovierung und der Abriß der Scheune läßt den Fachwerkaufbau besonders vorteilhaft zur Geltung kommen.

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