Lahntal in alten Ansichten

Lahntal in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhard Richstein
Gemeente
:   Lahntal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2255-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lahntal in alten Ansichten'

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49. Die Goßfelder Bürger haben im Jahr 1949 das 200jährige Bestehen ihrer Kirche feiern können. Aber schon im 13. Jahrhundert, so wird berichtet, hat dort eine Kapelle gestanden, die St. Peter geweih t war. Allerdings ist auszuschließen, daß Teile der alten Kapelle in die 1749 neu erbaute Kirche, die in ihrer äußeren Form bis heute unverändert ist, mit übernommen wurden. über die Märchenlinde, so genannt wegen derFreundschaft des Goßfelder Pfarrers Christian Bang mit den Gebrüder Grimm, ist viel geschrieben und erzählt worden. Jedenfalls muß sie zu dieser Zeit vor etwa 200 Jahren schon eine beachtliche Größe und Ausdehnung gehabt haben. Inzwischen altersschwach geworden, hielt sie einem Frühlingsgewitter 1968 nicht mehr stand und mußte gefällt werden. Nicht viel besser erging es dem alten Pfarrhaus von 1818 vier Jahre später, das sich hier noch zur Zeit der Aufnahme 1949 in stattlicher Erhabenheit präsentiert. Nur war es kein Gewittersturm, der den Abriß herbeiführte, sondern der Zahn der Zeit, der beharrlich und ununterbrochen an allem Irdischen nagt.

50. Stolz und selbstbewußt gibt sich der Bauer und Gastwirt Mengel aus Goßfelden mit seiner Frau und Enkelin. Harte körperliche Arbeit prägte das Leben und die Gesichtszüge unserer Vorfahren und ließ sie früher altern. Die streng wirkende Tracht der Frauen, die bis in die kleinsten Details den Vorschriften entsprach, verstärkt oft noch diesen Eindruck. Das kleine Mädchen auf unserern Bild scheint sich in seinem 'Anzug' auch nicht recht wohl zu fühlen. Da wirken die beiden 'Schönen' in ihrer etwas modernisierten Original-Marburger-Tracht doch etwas gelöster. Die zweifellos nicht sehr bequeme alte Tracht ist so gut wie ausgestorben. Man sieht sie nur noch bei älteren Frauen und in Trachtengruppen. Die Bilder entstanden um 1890 beziehungsweise 1910.

51. Ein stolzes Kuhgespann hat hier der Bauer Johann Müller aus Goßfelden vor seinem Pflug. Sichtbar genießen die beiden 'Gescheckten' die Ruhepause, die sich durch die Aufnahme zwangsläufig ergeben hatte. Der Jungbauer Johannes, der hier etwas verschämt dreinblickt und später nach Sarnau eingeheiratet hat, hing sehr an den beiden Kühen, Er hat das Bild nach Sarnau mitgenommen und sich nur ungern von ihm getrennt, denn es hat seinen Platz in der Wohnstube. Über das spätere Schicksal der beiden Kühe weiß er noch in allen Einzelheiten zu berichten. Die Aufnahme ist im Herbst 1929 oberhalb Goßfelden beim Umpflügen des Stoppelackers entstanden und läßt im Hintergrund die Wittgensteiner Straße erkennen, an der zu dieser Zeit noch Obstbäume standen.

52. Hufschmied oder Hufbeschlagschmied ist eine jener alten Zünfte, die auszusterben drohte, nachdem die Pferde als Arbeitstiere keine Verwendung mehr fanden. Während früher auf jedem Dorf eine Schmiede stand, deren Meister unter anderem auch den Rössern der Bauern das 'Schuhwerk' verpassen konnte, ist wohl heute hier und dort noch ein solcher Spezialist, der die gleiche Arbeit bei den Reitpferden vornimmt. Das obige Bild ist um 1920 vor der alten Schmiede in Goßfelden an der Lindenstraße aufgenommen. Wie man sieht, sind hier drei Generationen am Werken: Der Altmeister Michael Grebe, Adam Metz (dessen Pferd beschlagen wird), Schmied Jakob Grebe und Geselle Hermann Müller. Der Nachwuchs aus der Nachbarschaft ist auch schon mit Zange und Eifer bei der Sache.

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53. Diese Teilansicht von Goßfelden erlaubt uns einen Bliek auf den alten Ortskern, wie er vor etwa 50 Jahren ausgesehen hat. Auf der Höhe rechts neben der Kirche das alte Pfarrhaus, das in 1972 abgerissen wurde. Auch sonst sind manche Veränderungen festzustellen. Vielfach wurden die Fachwerkscheunen mit Platten verkleidet. Die Einzelansicht zeigt das Haus der Familie Briel am Floß (Gerrete), das früher einmal ein schmuckes Fachwerkhaus gewesen ist und später dem Zeitgeschmack entsprechend verputzt wurde, In 1938/39 wurde es abgerissen und durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt.

54. In den zwanziger Jahren verlief die Kornernte noch unter ganz anderen Bedingungen als heute. Während zu der damaligen Zeit der Roggen die Haupt-Feldfrucht darstellte, wird er heute nur noch wenig angebaut, Auch stand damals das Maschinenzeitalter, was die Landwirtschaft betraf', noch in den Anfängen. So war der Besitzer einer Mähmaschine, bespannt mit zwei stolzen Rappen, wie hier auf dem Bild zu sehen ist, schon ein fortschrittlicher Landwirt. Als solcher war er ja auch bekannt, der Bauer Wilhelm Schmidt aus Goßfelden mit seiner Frau Anna-Katharina und den beiden Töchtern Katharina und Käthe. Links vom Bauer Anna Bieker, die sich als Erntehilfe bei Gerrete, wie der Dorfname der Schmidt's war und bei Briel's heute noch Ist, betätigte. Dorfoder Hausnamen ändern sich bekanntlich beim Wechsel der Schreibnamen in einem Hof nicht und erleichtern oft bei Namensgleichheit die Rückverfolgung der Geschlechter.

55. Aus dem Jahr 1920 stammt diese Aufnahme. Sie zeigt die drei oberen Klassen der Volksschule Goßfelden. Wenn man bedenkt, daß zu dieser Zeit der Erste Weltkrieg erst knapp zwei Jahre beendet war, so glaubt man aus den ernsten Gesichtern der Kinder noch die Entbehrungen der letzten Kriegs- und Nachkriegsjahre herauslesen zu können, obwohl Hunger und Not hier auf dem Dorf nicht so spürbar waren, als in den Städten. Lehrer Hebeler unterrichtete damals die oberen Klassen. Die Aufnahme entstand im Garten hinter der alten Schule.

56. Diese Teilansicht von Goßfelden, vom Scheid aus aufgenommen, zeigt besonders deutlich, welche Veränderungen das Dorfbild und die Landschaft in den letzten 40 Jahren erfahren hat. Im Vordergrund die unter Denkmalschutz stehende alte Lahnbrücke wurde vom Fahrverkehr durch den Bau des neuen Überganges über die Lahn entlastet. Das Wiesengelände oberhalb des Dorfes auf der linken Lahnseite ist durch die Kiesgewinnungsanlagen völlig umgestaltet und seines ursprünglichen Landscl1aftscharakters beraubt worden, um nur zwei der markantesten Veränderungen aufzuzeigen. Die Aufnahme stammt aus 1949.

57. Handwerk hat goldenen Boden. Dieses Sprichwort hat wohl seinen Ursprung in der Zeit, als ein Gespannwagen ausschließlich in Handarbeit gefertigt wurde. Das Bild zeigt Stellmachermeister und Geselle Heinrich und Johannes Fischer, Goßfelden, bei der Bearbeitung der Speichen eines Rades. Hierauf wurden die einzelnen Felgenstücke aufgepaßt. Die weitere Bearbeitung erfolgte dann durch den Schmied, der den eisernen Reifen aufzog. Der Beruf der Stellmacher oder Wagner ist längst ausgestorben und damit auch ein Teil handwerklicher Fähigkeit. Die letzten Rader dieser Prägung sind als begehrte Dekorationsstücke zu Kronleuchter und ähnlichem umfunktioniert.

Zweites Bild: Stellmachermeister Heinrich Fischer, Goßfelden. Beide Bilder entstanden um 1923.

58. 'Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ... ' beginnt ein uns heute noch geläufiges Sprichwort. Zur Zeit unserer Aufnahme etwa um 1910 konnte er noch krähen, heute kann man ein solches Prachtexemplar nur noch bei einem Liebhaberzüchter oder auf Ausstellungen bewundern. Hier ist das alte Dittmarsche Haus zu sehen, das jetzt in renoviertem Zustand von der Familie Gischel, Goßfelden, bewohnt wird. Die Verzimmerung der Balken läßt auf ein hohes Alter schließen. Fachwerkkonstruktionen mit dem 'Wilden Mann' stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Typisch auch das Biberschwanzdach und der Sandsteinsockel. Die Sandsteine entstammten den in unmittelbarer Ortsnähe gelegenen Sandsteinbrüchen.

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