Lahntal in alten Ansichten

Lahntal in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhard Richstein
Gemeente
:   Lahntal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2255-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lahntal in alten Ansichten'

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59. 'Grüß Gott mit hellem Klang', so mag es oftmals geklungen haben in der langen Geschichte des Männergesangvereins 'Gerrnania' in Goßfelden. Wie das Dorf selbst eine alte Tradition hat, so ist auch entsprechend früh die Entwicklung des dortigen Vereinslebens zu sehen. Anläßlich des 50jährigen Bestehens des MGV entstand diese Aufnahme im Jahr 1925 vor der Gastwirtschaft Scheel. Chorleiter war damals Lehrer Koch (zweiter von rechts, mittlere Reihe). Aus dem MGV 'Germania' Goßfelden und dem MGV Sarnau ist später die weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt gewordene Chorgemeinschaft Lahnfels hervorgegangen.

60. Als es noch keine Mähdrescher bei uns gab, war die Getreideernte mit wesentlich mehr Arbeitsaufwand verbunden. Einen solchen Erntewagen zu beladen, wie ihn unser Bild zeigt, war nicht nur eine Schwerarbeit, sondern es gehörte auch viel Können und Geschick dazu. Die Garben mußten so eingebaut werden, daß auf den holprigen Wegen und oft unebenem Gelände die ganze Fuhre nicht ins Rutschen kam. Wenn dies doch einmal passierte, mußte unterwegs umgeladen werden, was als Blamage für den Lader gewertet wurde. Aber dieser Wegen voll Hafergarben mit dem Jungbauer Philipp Groß aus Goßfelden und dem alten Knecht Hannjost, der 28 Jahre auf dem Hof Groß gedient hat, ist wohl heil nach Hause gekommen. Dies alles ist geschehen vor etwa 55 Jahren.

61. Ein Trachtenfest wurde im Jahre 1920 in Marburg gefeiert unter Beteiligung der Landgemeinden. Hier im Bild der Festwagen vom Bauernverein Goßfelden, dessen Mitglieder sich die blauen Kittel vom Vater nochmal angezogen haben, denn diese Bauerntracht war zur Zeit auch schon aus der Mode. Beim Betrachten des Bildes fällt auf, daß das Ganze wohl mehr eine Männersache gewesen sein muß, wenn man von den beiden Mädchen auf dem Festwagen und der Dame aus der Stoad (halbrechts im Bild) einrnal absieht. Namentlich sind von Goßfelden die Teilnehmer Johannes Groß, Heinrich Heldmann, Friedrich Isenberg, Heinrich Jung, Melchior Scheel, Joharm Klar und Heinrich Fey bekannt. Das untenstehende Gedicht eines Städters über die Bauern ist wohl als Ehrerbietung an den Bauernstand im Rückblick auf die vergangenen Kriegs- und Hungerjahre zu sehen,

62. Dieses Bild entstand gegen 1910, als der Land- und Gastwirt Melchior Scheel in Goßfelden (rechts im Bild) Besuch von seinen Regimentskameraden erhielt, die beim 2. Kurhessischen Feldartillerie-Regiment Nr. 47 in Fulda aktiv dienten. Scheel war dort ebenfalls aktiver Soldat gewesen und als Wachtmeister abgegangen. Vor der Pferdekutsche mit den Besuchern, die vermutlich aus Marburg stammten, präsentiert sich Fräulein Katharina, die zu dieser Zeit als Dienstmädchen bei Scheel's tätig war und später nach Sarnau heiratete. Im Hintergrund Stallung und Wirtschaftsgebäude vom Hof Scheel.

63. Im Jahr 1926 entstand diese Aufnahme auf dem Hof des Bauern Heinrich Groß in Goßfelden. Der Gespannführer auf dem Kastenwagen ist der Junior Philipp, jetziger Altbauer auf dem Groß'schen Hof. Noch heute ist der 75 Jährige dank guter körperlicher und geistiger Kondition voll im Einsatz. In seine Schaffenszeit auf dem Hof fiel die Modernisierung der Landwirtschaft und damit die Umstellung von den' natürlichen Pferdestärken auf PS anderer Art. Die Veränderung dürfte er nur schwer ertragen haben, zumal er ein großer Pferdeliebhaber und -kenner ist und von Jugend an mit den Tieren Umgang hatte. Sein Sohn Heinrich ist der jetzige Hofbesitzer, nachdem er das Anwesen in 1971 vom Vater übernommen hat.

64. Zur Zeit, als diese beiden Aufnahmen entstanden, etwa um 1910, war der sonntägliche Kirchgang für alt und jung noch ganz selbstverständlich. Dies ist heute leider nicht mehr so. Von den vier Frauen am Treppenaufgang zur Kirche in Goßfelden ist eine mit Margarethe Schmitt genannt worden, während die Namen der anderen nicht bekannt sind.

Den Heimweg nach der Kirche hat die zweite Aufnahme zum Motiv. Herr Heinrich Fey kommt die Treppe herunter. Auf einem Gefach des Hauses im Hintergrund, welches damals der Familie Broek und jetzt Hartauer gehört, steht ein bekarmter Spruch, der auch heute noch zutreffend ist: Glaube, Liebe, Treu und Recht - diese vier haben sich schlafen gelegt - Wenn sie wieder auf Erstehn - dann wird es besser in der Welt aussehn - am 10. Dezember 1802 -.

65. Wie sehr die Sarnauer rnit ihrer alten Kirche verbunden waren, zeigt dieses Bild, das von Frau Christine Schäfer zur Verfügung gestellt wurde. Sie gab ihre Einwilligung, daß es zum Zweck der Veröffentlichung an dieser Stelle für kurze Zeit aus der guten Stube entfernt wurde. Die Kirche ist im Jahre 1705 zur Arntszeit von Pfarrer Junk erbaut worden. Sie ist also jünger als die in 1687 im gleichen Stil gebaute Kirche in Kernbach, die vor einigen Jahren durch eine urntassende Restaurierung erhalten werden konnte. Aber immerhin mehr als 260 Jahre lang haben die Glocken Freud und Leid von ihrem Turm verkündet, bis in den sechziger Jahren größere Verfallserscheinungen auftraten, die nach Überprüfung von zuständigen Stellen eine Renovierung nicht angebracht erscheinen ließen. Seit 1968 steht unweit vom alten Kirchplatz eine Kirche in neuzeitlichem Baustil und die alte ist für immer verschwunden.

66. Mit den beiden Glocken in der alten Sarnauer Kirche hat es eine besondere Bewandnis. Nachdem im Ersten Weltkrieg schon eine Glocke geopfert werden mußte, die in 1925 wieder neu beschafft werden konnte, so forderte der Zweite Weltkrieg wiederum ein Glockenopfer. Diesmal war es die alte Glocke, die im ersten Krieg verschont geblieben war. Schon in 1946 sammelten Schüler und Konfirmanden in den Bombentrichtern an der Eisenbahnbrücke Metallhülsen (siehe Bild). Im Umtausch gegen Glockenmetall und nach vielfachen Hindernissen und Schwierigkeiten - die inzwischen erfolgte Währungsreform nicht zu vergessen -, konnte dann zu Silvester 1948 die Einweihung der neuen Glocke erfolgen, nachdem zuvor unter Mithilfe und großer Beteiligung der Einwobner die Glocke auf den Turm gezogen wurde, wie unser zweites Foto zeigt.

67. Ein Schulbild aus dem Jahr 1925 läßt Erinnerungen an die Zeit aufkommen, als die Mädchen noch bis aufwenige Ausnahmen in 'Tracht' gingen und von Lockenfülle bei den Jungen noch keine Rede sein konnte. Die Aufnahme entstand vor beziehungsweise hinter dem alten Schulhaus in Sarnau und zeigt das fünfte bis achte Schuljahr mit den beiden Lehrern Schweiker und Schäfer. Zweifellos werden sich noch viele Sarnauerinnen und Sarnauer auf dem Bild wiederfinden.

68. Die Aufnahme zeigt die Aktiven des SFV Sarnau nach ihrem Pokalgewinn in Schönstadt im Jahr 1930. Mit von der Partie waren damals: Heinrich Dammshäuser, Jakob Dammshäuser, Jakob Reinhardt, Heinrich Heldmann, Peter Peter, Michael Lind, Heinrich Dersch, Georg Sause, Wilhelm Ebert, Heinrich Göbler und Althaus (Münchhausen). Rechts der Vorstand Jakob Lind. Der FSV, der später nach Zusammenschluß mit Goßfelden zum SG Lahnfels wurde, war schon frühzeitig eine Spitzenmannschaft in unserer Gegend. Dies war nicht zuletzt dem Mitbegründer und Alt-Bürgerrneister Nau zu verdanken, der die nötige Begeisterung für diesen Sport aus England mitgebracht hatte.

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