Lahntal und Taunus in alten Ansichten

Lahntal und Taunus in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Josef Roth
Gemeente
:   Lahntal und Taunus
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2247-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lahntal und Taunus in alten Ansichten'

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59. Geisenheim ist zwar der älteste urkundlich bezeugte Ort im Rheingau. Weltbekannt aber wurde er durch die Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Ob st- und Gartenbau. Sie wurde 1872 gegründet und konnte bereits sechs Jahre später ihren ersten großen Erfolg melden, als ihr die Züchtung der Müller-Thurgau-Rebe gelang. Die alte Ansicht.zeigt die damals noch Königliche Lehranstalt in ihrem typischen Ambiente.

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60. Schon im Mittelalter blühte in Marienthai bei Geisenheim eine Wallfahrt, die im 18. Jahrhundert zum Erliegen kam. Als man 1858 die ehemalige Wallfahrtskirche wiederaufgebaut und das nach katholischer Ansicht wundertätige Marienbild aus der Geisenheimer Kirche abermals hierher gebracht hatte, lebte die Wallfahrt wieder auf. Seit 1872 besteht bei der Kirche ein Kloster der Franziskaner, die eifrig die Pilgerseharen nach Marienthallenken und für die ersehnten Tröstungen sorgen.

61. Die Hallgarter Zange stellt mit ihren 580 Metern die höchste Erhebung des Rheingaues nach der Kalten Herberge (620 Meter) dar. Schon im Jahre 1900 schätzte man die großartige Aussicht auf die Wälder und Wingerte, die der Aussichtsturm auf dem Gipfel freigibt. Einem alten Reiseführer zufolge liegt über allem 'der Duft herbstlicher Weinsüße und wie ein feiner köstlicher Schleier die rheinische Heiterkeit'. Turm und Gebäude bieten heute ein ganz anderes Bild.

62. Wegen seiner unverhältnismäßig reichen Kunstschätze wird Kiedrich gern 'Insel der Gotik' genannt. Vermutlich trugen die Mainzer Kurfürsten-Erzbischöfe zu diesen Schätzen bei, da sie .oft auf ihrer Landesburg Scharfenstein weilten, deren Ruine auch diese alte Ansicht im Hintergrund andeutet. Gepflegte Gastlichkeit schrieb man offenbar 1898 groß. Doch schon früher reiste man von weither an, wie etwa seit 1857 der englische Baronet John Sutton, der dankbar die eigenartige Musiktradition des Ortes durch eine Stiftung förderte.

63. Hattenheim zog dank seiner hervorragenden Weine ebenso wie viele andere Rheingauorte seit alters her die Wohlhabenden herbei, die sich prächtige Hofsitze errichteten, wie die von Greiffenclau, Raitz von Frentz oder die von Schönborn. Schloß Reichartshausen gar ist in Wirklichkeit ein alter Klosterhof (1742 erbaut) der Eberbacher Mönche (vergleiche NI. 64), der 1802 an Nassau fiel und seither viermal den Besitzer wechselte. Als 1899 diese Karte geschrieben wurde, hatte längst die Eisenbahn auch dem kleinen Mann einen bequemen Zugang zur Weinseligkeit eröffnet.

64. Auf den Zusammenhang zwischen Weinkultur und katholischem Kult haben gelegentlich Kulturgeschichtler hingewiesen. Kloster Eberbach steht hierfür als herausragendes Beispiel. Bernhard von Clairvaux entsandte 1135 seine Mönche zwar hierher, um eine Stätte der Entsagung zu gründen. Aber wie das bei guten Vorsätzen so zu gehen pflegt, schon Jahrzehnte später waren diese Zisterzienser reich begütert, und im Wandel der Zeiten unterlag das alte Ideal dem gewohnten 'aggiornamento'. Nassau hob 1803 das Kloster auf. In den Wohngebäuden der Mönche war 1811-1912 eine Strafanstalt und außerdem 1812-1849 ein Irrenhaus untergebracht.

65. Die staatliche Domänenverwaltung, der Eberbach seit 1803 unterstellt ist, benutzte das Kelterhaus der Mönche weiterhin als Gärkeller. Noch heute werden in Eberbach edle Weine aus eigener Produktion verkauft und versteigert. Nicht erst seit der Säkularisation verbinden sich an dieser Stätte geistliche Tradition mit dem Geist des Weines. Über die Leistungsfähigkeit der feinfühligen Zunge des Bruder Kellermeisters munkelt man noch heute geradezu Sagenhaftes.

66. 'Wunderschön ists Land am Rhein' schrieb 1897 der Absender dieser Karte in den Himmel von Eltville. Irgendwie scheint in der 'Stadt des Weines und der Rosen' Natur und Kultur des Rheingaues einem Höhepunkt zuzustreben. Doch anders als damals wird der Kavalier kaum noch seine Dame, die sich mit dem Sonnenschirm gegen unerwünschte Bräune schützt, im Nachen auf den Strom rudern. Die Schaufelraddampfer sind abgetakelt. Moderne Straßenbauplanungen haben seither bedrohlich nach dem einzigartigen Rheinuferpanorama geschielt.

67. Der hochragende Kirchturm (14. Jahrhundert) sorgt dafür, daß man den Weg nach Rauenthal nicht verfehlt. Die Aussicht von der nahen Bubenhäuser Höhe veranlaßte 1839 Karl Simrock zum Schwärmen: Eine solche könnte 'Fee Morgana nicht zauberischer schaffen'. Der Volksmund sagt's holperiger: Viel blanke Tater, blankes Geld / kann zeigen auch der Prahler. / Der beste Taler dieser Welt / ist doch der Rauenthaler. / Bei Rebensaft und Gläserklingen / verschwindet alle Sorgenqual, / doch wer sie ganz will niederringen, / der steig herauf nacb Rauenthal.

68. Rheingauer Weine gehörten im Mittelalter zu den wertvollsten Gütern des Fernhandels. Die Weinbaulandschaft am Rheinbogen kontrastiert auffällig gegenüber dem waldreichen Hoch- und Hintertaunus. Dieser natürliche Reichtum ermöglichte der 'Landschaft Rheingau' eine relative und lange von Adel und Bürgertum behauptete Unabhängigkeit, auch wenn die Nachbarn - Mainz und Bingen vorab - mit wechselndem Erfolg hineinzureden suchten. Als 1899 diese Ansicht entstand, war bereits der letzte Nutznießer dieser Landschaft, das Herzogtum Nassau, abgetreten. Der moderne Staat läßt keine Extravaganzen mehr zu.

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