Lauchhammer in alten Ansichten

Lauchhammer in alten Ansichten

Auteur
:   Rudolf Armer
Gemeente
:   Lauchhammer
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5394-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauchhammer in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Lauchhammer , die Stadt an der Schwarzen Elster, liegt im südlichsten Zipfel des Landes Brandenburg. Am 5. Juli 1953 erfolgte die Erteilung der Stadtrechte. Zuvor wurde am 20. Juli 1950 aus den Dörfern Bockwitz (heute Lauchhammer-Mitte), Mückenberg (heute Lauchhammer-West), Lauchhammer (Alt), Naundorf (heute Lauchhammer-Ost), und Dolsthaida (heute Lauchhammer-Süd) eine Großgemeinde gebildet. Im Jahr 1974 wurde dann noch Kleinleipisch (heute Lauchhammer-Nord) der Stadt angeschlossen.

Die neue Stadt hat eine Größe von 54 qkm und ein kommunales Straßennetz von 162 km. Das heutige Stadtgebilde hatte - man spricht heute noch so einen seit dem 14. Jahrhundert zusammenfassenden Beinamen, das 'Ländchen' , eigentlich das Mückenberger Ländchen. Diese Bezeichnung ergab sich aus dem gleichen Lehnsitzort der verschiedenen Herrschaften und Besitzer des ehemaligen Schlosses zu Mückenberg. Es sind 725 Jahre her, daß ein Stadtteil, und zwar Bockwitz, in einer Urkunde vom 28. November 1267 Erwähnung findet.

Im Laufe der Jahrhunderte gab es auch schon einmal Aussagen über die Benennung von Mückenberg in Urkunden, wo das Wort Stadt (stad) erwähnt wird, nur ist nicht bekannt, wann und warum dies erloschen ist. Die Niederung der Schwarzen Elster mit ihren vielen Flußarmen und Ouerverbindungen ließ bis zu ihrer Regulierung von 1852 bis 1862 keine größere Erweiterung zu, so daß Mückenberg und Dolsthaida heute noch als Stadtteil in ihrer Größe keine besondere Veränderung vorweisen. Hier war damals etwas Fischerei, dann Ackerbau in niedriger Form möglich. In den höheren Gebieten von Lauchhammer wie Bockwitz, Kleinleipisch und später Lauchhammer (Alt) hatte man eine bessere Lebensgrundlage. Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß das Ländchen bis 1723 ungefähr den dörflichen Charakter beibehalten hatte und daß von da an ein strebsamer Aufwärtstrend zu vermerken ist, wenn auch der Haupterwerbszwejg bis dahin von Vieh- und Fischzucht geprägt ist.

Wie aus den Ansichten zu ersehen ist, begann mit

dem ersten Hochofen im Jahre 1725 die Industrialisierung im Ländchen, Der Freifrau von Löwendahl ist dieser Beginn zu verdanken, bis dahin schlummerte das Heimatgebiet so vor sich hin.

In der geistigen Entwicklung, zum Beispiel im Schulwesen, dauerte es etwas länger. Lange Zeit, wo noch alles wendisch war, in der Sprache, lesen und schreiben, konnte es keinen Fortschritt geben. Es gab auch keine größere Verbindung zur Urngebung, bis auf einen alten Kriegs- und Handelsweg vom Norden nach dem Süden, zum Beispiel nach Dresden, der Residenzstadt. Die Einwohner konriten dadurch nur mit den Dörfern in der Nähe Kontakt pflegen. Es konnte aber auch durch die vielen Kriege um das Ländchen herum, den Polnischen, den Brandenburger, den Schwedischen und Preußischen, keine beruhigende Entwicklung eintreten. Dies zeigte sich unter anderem auch in der einfachen Bauweise der Wohnhäuser. Die Blockbauweise nach wendischer Bauart, Holz auf Holz, mit Schilf- oder Strohbedeckung, hatte über viele

Jahrhunderte Vorrecht. Die vielen Brände aber zwangen die Einwohner bald, auf Fachwerk mit Lehm und dann in Ziegelbauweise überzugehen. Viele heutige Ansichtskarten von Lauchhammer lassen dies noch erkennen und zeigen der Welt den späten Einstieg in die Industrie. Wir können feststellen, daß nach der Eisengußzeit der Energieträger Holz immer rarer wurde und die Kohlenindustrie der schönen Landschaft den Rest gab. Lauchhammer war im Norden, Westen und Osten von Gruben umgeben, und die Fabriken hatten das Gepräge der Stadt nicht zu ihrem Vorteil begünstigt. Die Ansichtskarten und Fotos sind im größten Teil mit den früheren Namen gekennzeichnet, deshalb am Anfang die Gegenüberstellung der einzelnen Stadtteile. Der heimatlich eingestellte Betrachter findet vieles was war und noch erhaltungswert ist.

Rudolf Armer

1. Das Stadtwappen von Lauchhammer wurde 1992 bestätigt. Das Wappen zeigt in einem geteilten und oben gespaltenen Schild vorn in Rot einen hersehenden silbernen Löwen (Leopard), hinten in Grün einen wachsenden natürlichen Eremiten in silberner Kutte, in der Linken einen goldenen Rosenkranz, in der Rechten eine silberne Grabhacke mit natürlichem Stiel haltend, beiderseits begleitet von drei goldenen Ähren. Im unteren goldenen Feld befindet sich ein schwarzes Hammerwerk.

AMME

2. Die im Hintergrund zu sehende evangelische Kirche in Bockwitz stammt im Kern noch aus der gotischen Zeit. Sie kann auf Grund des im Pfarrgarten vorhandenen romanischen Taufbeckens in das 13. Jahrhundert eingeordnet werden. Die Kirche ist ein Backsteinbau von 9,43x15,OO Metern mit eingezogenem Chor und einem quadratischen sehr hohen Turm, der erst im Jahr 1719/20 aufgesetzt wurde. Das im Vordergrund stenende Pfarrhaus in Fachwerkbauweise wurde im Jahr 1733 errichtet und 1930 mit Schiefer verkleidet. Es hat 2 000 Taler gekostet. Die Postkarte stammt aus dem Jahr 1910.

3. Die Aufnahme zeigt das Mückenberger Schloß, welches im Jahre 1737 von der Freifrau Benedicten Margarethen von Löwendal, geborene von Rantzau erbaut wurde , nachdem das am Eingang zuerst erbaute Schloß wegen Unvorsichtigkeit am 28. Februar 1736 abgebrannt war. Das Schloß ist ein Dreiflügelbau und hat einen nach vorn offenen Ehrenhof, ist zweigeschossig und hat 32 Zimmer, die mit verschiedenen Fresken dekoriert sind. Unten sind flachbogige und oben rundbogige Fenster. In den Walmdächern befinden sich hübsche, schwache Lukarnen. Der Gemahl der Freifrau war Oberhofmarschall beim König August von Sachsen. Der Lehnsnachfolger nach den Löwendals war das Geschlecht der Grafen von EinsiedeI. Ab 1872 ging der Besitz in verschiedene Hände über. Die Aufnahme ist aus dem Jahr 1922. Nach dem Einmarsch der Besatzungsmacht brannte das Schloß im April 1945 ab.

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4. Der Graf von Einsiedel ließ sich im Jahr 1800 in den Schloßpark ein seltenes Zierstück setzen: die große Treillage. das 'Brandenburger Tor' genannt. Es schloß die große Avenue nach außen ab (Zollhausgasse). Das Tor war ganz aus Holz gebaut. In der Mitte sehen wir ein breites Gittertor. flankiert von offenen Hallen mit je vier Säulen, daran diagonal auf die Ecken angesetzt zwei geschlossene Gartenhäuschen. Die Formen waren soweit wie möglich klassizistisch, Die Damen vom Schloß hielten in den Gartenhäuschen ihre Kaffeekränzchen ab. In der Nacht vom 12. zum 13. Mai 1912 jagte ein von Westen kommender Wirbelsturm durch den SchJoßpark und zerstörte alles. Es brachen sogar hundertjährige Eichen. Die Aufname wurde im Jahr J 909 angefertigt.

5. Die Aufnahme aus dem Jahr 1905 zeigt uns das Rittergut oder Vorwerk in Mückenberg. Die Gebäude links zeigen uns den Wohnkomplex. In der Mitte erkennt man die Scheune, die heute noch steht. Die Leibeigenen aus den Lehnsdörfern mußten hier ihre Frohn ableisten. Das Gebäude rechts war Wohnhaus für den Schloßförster und dahinter befanden sich die Pferdeställe. Im Vordergrund sehen wir einen Wassertrog, der sein Wasser durch eine 5 km lange Röhrenleitung aus Bockwitz erhielt. Vor dem Trog steht ein Kreuzstumpf. Nach dem Brand im April 1945 blieben nur die im Hintergrund zu sehende Scheune und das rechts im Bild vorhandene Haus, an welches in den zwanziger Jahren eine Fleischerei vorn angebaut wurde, stehen.

6. Das hier zu sehende Holzhaus steht in der Zollhausgasse von Mückenberg. Alle Holzhäuser in den Dörfern, vor der Stadt Lauchhammer, wurden nach wendischer Bauweise errichtet: Holz auf Holz. Sie hatten früher nur ein Schilfdach, aber nach den großen Bränden im Städtchen mußten sie beim Neubau mit Dachziegeln gedeckt werden. Nach dem letzten Brand im Jahre 1860 blieb in dieser Straße nur das im Bild zu sehende Haus stehen. Es gehörte den Familien Bär und Ulbrich. Heute ist dieses Haus aus der frühen Zeit von Mückenberg auch umgebaut worden.

7. Diese Postkarte zeigt die im Jahre 1746 erbaute Schloßkirche. Die Bauherrin war die Freifrau Benedicten Margarethen von Löwendahl. Es ist ein außerordentlich schönes Bauwerk in Dresdner Rokokostil und in seiner Ausführung unter den Dorfkirchen einmalig, es wirkt wie ein ruhender Punkt unter den alten Bäumen am Schloßparkeingang. Chor und Kapelle sind zweigeschossig, das Innere der Kirche ist ganz in weiß und vergoldet gehalten. Es gibt gegenüber sonstigen Gotteshäusern keine dunklen Ecken; alles wirkt durch die großen Fenster hell und licht. Im Vordergrund rechts sehen wir das Kriegerdenkmal aus dem Ersten Weltkrieg. Die Glocke auf dem Turm, der hinter den Bäumen rechts nicht zu erkennen ist, stammt aus dem Jahr 1569 und wurde von Wolf Hilger gegossen.

8. Die Postkarte zeigt uns die Kreuzigungsgruppe auf dem Altar der Schloßkirche in Mückenberg. Sie ist aus weißem Porzellan und wurde irn Jahr 1747 von der Freifrau von Löwendahl in Meißen in Auftrag gegeben. Die Gruppe ist ohne Bemalung und völlig weiß. Man hat hier den Eindruck, daß bei dieser Darstellung der Kreuzigung die Schatten und die Finsternis des Kreuzestodes in all ihrer nackten Häßlichkeit und Furchtbarkeit geradezu vermieden sind. Diese Gruppe gibt es nur einmal in einer Kirche und wurde von der Meißner Porzellanmanufaktur durch den großen Meister des Rokokoporzellans Johann Joachim Kaendler, von Eberlein und von Reinicke entworfen und geformt.

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