Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Lauenstein am Ith in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Baum
Gemeente
:   Lauenstein am Ith
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0139-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Lauenstein am Ith in alten Ansichten'

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9. Schneidermeister August Müller aus dem Winkel gründete in der Zeit des Ersten Weltkrieges aus militärischer Begeisterung die 'Jugendwehr Lauenstein'. In ihr sollten die jungen Männer vor ihrer Einberufung zum Kriegsdienst vormilitärisch ausgebildet werden. Tatsächlich wurden Müllers 'Jungrekruten' dann auch später oft wegen ihrer guten Vorkenntnisse gelobt. Das Bild wurde in der sogenannten 'Gatze' mit Bliek zum Krähenberg aufgenommen. Für das Foto haben stramme Haltung angenommen: August Scherf, Fritz Bruns, Heino Wellhausen, Heini und August Grieße, Willi Bruns, Fritz Bergmann, Fritz Koch und August BuckendahL

10. Noch bis weit in unser Jahrhundert hinein schrnückte die Einheitlichkeit des Straßenbildes unseren Ort. Die Häuser waren durchweg irn Fachwerkbau errichtet und mit Sollingplatten gedeckt. Da sie die Giebclseitc der Straße zukehrten und das oft reiche, wenn auch wenig verzierte Balkenwerk durch dunklen Anstrich herausgehoben war, zeigten sich ungemein freundliche, reizvolle Straßenbilder. Das vor dem Brand hier heimische Niedersachsenhaus mit der Mittellängsdiele ist nur noch einmal erhalten. Das Mensingsche Haus (1910) zeigt die breite Diele in der Mitte mit den Wohnräumen zu beiden Seiten. Rauchgeschwärzte machtige Ständer in der Diele weisen auf das ehedem offene Herdfeuer hin. Die Ställe sind nach hinten hinaus verlegt worden.

11. Kein Fest war hiererts denkbar. zu dem August Tölke nicht mit seinen lustigen Versen beitrug. Am Höhepunkt einer Feier stand er auf dem Tisch und gab seine Döneken zum besten. Keine Woche verging, in der nicht 'Butter-Minna' (Foto) und 'Eier-Meiersche' aus ihren Kiepen den Flecken mit Butter, Käse und Eiern versorgten. Kein Wunder, daß 'Knäken'-Tölke sich ihrer wehmütig in der schweren Kriegszeit erinnerte: Kommt erst Butter-Minna wieder mit der Kiepe, brav und bieder, übern Berg nach Lauenstein zu uns herab - endlich können wir dann sagen: 'Genauso wars in frühern Tagen. Von dem Käse, Minna, lat meck eok wat ab!' Und die Minna, flink und fleißig, bringt statt zwanzig 'Harzer' dreißig, Ach, ich [reu mich heut schon auf die schöne Zeit!

12. Nach dem großen Brand von 1730 war der Brandkummer (Schutt) bereits bis zum Winter beseitigt. Im Januar wurde das gespendete Eichenholz von den zur Landfolge verpflichteten Nachbarorten nach der Sägemühle gebracht. Der Wiederaufbau konnte beginnen. Für den ländlichen Flecken waren Scheunen vordringlich. Wegen der allgemeinen Verarmung konnten nur wenige Gebäude mit Inschriften versehen werden; diese aber spiegeln großes Gottvertrauen wider, An der längst abgebrochenen Scheune Damm Nr. 2 hieß es: HER ICH LAS DICH NICHT DU SÄGNEST MICH DEN. Stolz berichtet der Chronist, daß binnen drey Jahren alle Häuser wieder aufgebauet und daß dieser Ort nach dem Brande sich weit schöner praesentiret, als vorher. (D.E. Baring, 1744.)

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13. Dieser 'Gruß aus Lauenstein' zeigt im Foto rechts oben die beiden ersten Häuser des ehemaligen Fleckens Damm. Ohne Plattenbehang präsentierten sie sich Ende der zwanziger Jahre noch als schmucke Fachwerkhäuser. Längst ist auch die überdachte Veranda vor dem Gasthaus 'Zum Löwen' verschwunden. Über das neue Kriegerdenkmal am Krähenberg lesen wir in der Schulchronik: Als die Krieger alle aus dem Weltkriege wieder in ihre Heimat zunickgekehrt waren, da fühlten alle, daß es eine moralische Pflicht war, den gefallenen Brüdern ein Ehrenmal zu setzen. Viel Schwierigkeit bot die Geldbeschaffung zur Finanzierung des Ehrenmals. An einem herrlichen Sonntage im August 1928 fand die [eierliche Einweihung unter Teilnahme des Landrats und sämtlicher Einwohner statt.

14. Rudolf Riege überlieferte uns ein Bild vom alten Barbrink. Im Schafstallhaus links wohnte Schäfer 'Lösch-Lönnecke, und hinter der Straße sehen wir den Hartmannschen Hof. Von seinem Besitzer behauptete der 'Dammer Rundgesang': Hartmann is 'n Groberjan, will warneeken iut 'n Hiuse sla'n. Nächtliche Stimmung versuchte Ernst-August Kehr hier einzufangen: Der Barbrink-Brunnen gluckert leise. Raunt er geheimnisvolle Kunde? Die Weide am Brunnen neigt ihre Zweige weit hinab, als wenn sie horchen wollte auf die Stimme des Wässerleins. Sehnt sich nicht manch einer zurück in die 'gute alte Zeit', in der man beim Wasserholen die letzten Dorfneuigkeiten austauschen konnte?

15. Am 2. Januar 1932 wurde Lauenstein von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht, die durch plötzlichen Temperaturwechsel und einsetzenden Dauerregen ausgelöst wurde. Von 6° Kälte am 1. Januar kletterte das Thermometer auf 10° Wärrne am 2. Januar. Nachts um zwei Uhr mußte die Feuerwehr alarmiert werden. Schaurig klang das Geläute der Sturmglocke in das unheimliche Rauschen der Fluten. Gewaltige Wassermassen stürzten von den Bergen zu Tal. Die Bäche konnten das Wasser nicht mehr fassen. Auf den abschüssigen Wegen ergoß sich ein reißender Wildbach den Flecken hinunter. Die neue Teerdecke der Hauptstraße wurde völlig weggespült. Keller wurden unterspült. Im schwer heimgesuchten Winkel stand das Wasser fußhoch in den Häusern.

16, Eines der jüngsten Bilder in unserm Buch ist dieses Foto vom 'Grünen Fle.ck'. Und doch - was hat sich alles seit dem Zeitpunkt der Aufnahme verändert! Der Platz unter der Eiche ist heute nicht mehr umzäunt. Der zum hundertsten Jahrestage der Befreiungskriege errichtete Gedenkstein '1813-1913' stehtjetzt am Kriegerdenkmal. Der herrliche Baumschmuck der Hemmendorfer Straße ist dem Straßenausbau zum Opfer gefallen. Das schöne Fachwerk des Vahlbruchschen Hauses wird heute durch vorgebaute Geschäftsräume verdeckt. Und 'Bhf, Lauenstein 1 km' hält nur die Erinnerung wach; aus dem ehemaligen Bahnhofsgebäude am Wege nach Voldagsen ist längst ein Privathaus geworden.

Tempi passati, vergangene Zeiten!

17. In den blutigen Wirren der Hildesheimer Stiftsfehde 1518 bis 1521, die ihren Ausgang von Lauenstein nahm, siedelten sich die Bewohner des Pfarrdorfes Spiegelberg auf dem Damm vor den Toren Lauensteins an. Daraus entstand im Laufe der Zeit der selbständige Flecken Damm, der erst 1874 mit Lauenstein vereinigt wurde. Im Hause Damm NI. 20 (heute Vogelsang 11) wohnte als letzter Dammer Bürgermeister der Bödener und Schuhmachermeister August Neiseke. Zusammen mit dem Königlichen Posthalter und Gastwirt Ludwig Bode als Ratsherrn und den Bürgervorstehern Heinrich Griese und Ernst Schlette wirkte er, auf Lebenszeit gewählt, zum Besten des kleinen Ortes von sechsundvierzig Häusern.

18. Im Jahre 1891 wurde der Schützenverein gegründet. Eine erste Schießbahn gab es nahe dem Schützenplatz im Krähenberg. Geschossen wurde rnit alten 71er Gewehren. Alljährlich wurde ein König ausgeschossen; die von dem Damen gestiftete Königskette ist noch heute im Gebrauch. In der unruhigen Nachkriegszeit kehrte erst allmählich neues Leben in den Verein zurück. Am Waldrand oberhalb der Bergäcker wurde ein neuer Schießstand angelegt; unser Bild berichtet davon. Heinrich Grobe erzählt: Wir haben die Kugeln selbst gegossen. Wir Jungen holten montags das Blei aus dem Kugelfang. Es wurde gewaschen und in der Tischlerei wieder geformt. Einmal ist dabei das Pulver explodiert, und Konrad Meyer hat davon einen schiefen Mund gekriegt.

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